Passwort vergessen?
Alle Eltern wissen, wie sehr der Spruch "mit Kind ist alles anders" stimmt. Meinerseits anfänglich belächelt, wurde auch mir bald klar, dass jene, die mir diese Weisheit ungefragt aufgezwungen hatten, durchaus recht hatten. Somit wurde nach der Ankunft von Vicy auch mein Sportprogramm "anders" - besser gesagt: es war nicht mehr vorhanden. Also musste eine Änderung her. Vicy allein lassen - nein. Vicy mitnehmen - ja, aber wie?Glücklicherweise gibt's ja das Bikeboard, und in diesem mehrere Threads, welche um das Thema Fahrradanhänger kreisen und an deren Existenz ich mich auch vage erinnerte. Kurz gesucht, lang gelesen - immer wieder tauchte in den Diskussionen die Marke "Chariot" auf.Hierbei, so der Grundtenor der bereits Erfahrenen, handle es sich um toll durchdachtes Sportequipment, um mit den lieben Kleinen Zeit zu verbringen und trotzdem nicht auf den gewohnten Sport verzichten zu müssen. Also perfekt geeignet für meinen Sohn und mich. Rasch waren erste Informationen auf der übersichtlichen Homepage eingeholt und die Preisliste (*schluck*) ausgedruckt.
Chariot nennt seine Entwicklung CTS, Child Transport System. Man kann spazieren gehen, joggen, inlinern, Fahrrad fahren, wandern, Nordic walken oder sogar Ski laufen - für fast jede Sportart gibt es die passende Erweiterung.
Unsere (ok, eigentlich meine) Wahl fiel auf das Mittelklasse-Model "Cougar" in schnittigem Rot (wahlweise aber auch in "Avocado" zu haben) als Basis. An Zubehör suchten wir uns den Babysitz (no na), den Gepäckträger, das Jogging Set, das Buggy Set und natürlich das Fahrrad Set aus. Als Kupplung wurde mir das Modell "Weber E" empfohlen.Beim Händler bekam ich einen Crashkurs, wo man welches Zubehörteil und Radl ansteckt, sichert und zum Transport verstauen kann, wie man den Cougar zusammenlegt, zerlegt und wieder zusammenbaut. Restlos überfordert, habe ich während des gesamten Vortrags freundlich und aufmerksam genickt und zugehört, bin aber tatsächlich spätestens nach dem Schnellverschluss fürs Joggingrad ausgestiegen.
Zuhause angekommen, sah ich mir alle Teile und deren Verwendungs-Varianten nochmals in Ruhe durch - Fazit: Die von Chariot haben sich wirklich was überlegt.
Preise:
ab 64,00
1.107,00
Gewichtsmäßig schlägt der Cougar mit 10,2 kg zu Buche. Der Nachwuchs kann mit bis zu 35 kg einsteigen – es ist eine Frage der Oberschenkel, ob man dann auch noch von Fleck kommt. Mit den individuell auf das Gewicht des Kindes abstimmbaren Blattfedern steht einem Nickerchen auch auf ruckeligen Feldwegen nichts mehr im Wege. Der Cougar ist für ein oder zwei Kinder verfügbar, die Modellbezeichnungen Cougar 1 bzw Cougar 2 selbsterklärend.
Nachdem man die lieben Kleinen ja bestens aufgehoben wissen will, noch ein paar Worte zur Sicherheit: Der Cougar besteht aus einem leichten Aluminiumrahmen, der im Notfall als Überrollkäfig dient. Gesehen wird man bestens - zum einen dank eines mitgelieferten kleinen Wimpels, der in den Rahmen gesteckt wird und ca. 170 cm in die Luft ragt; zum anderen sorgen Reflektorfolien auch nachts für ordentliche Sichtbarkeit.
Erstaunlich leicht zu schieben ist der Cougar als Joggingwagen, es gibt kaum Rollwiderstand, und auch das Pilotieren um enge Kurven macht keinerlei Schwierigkeiten. Vicy genießt die neue Aussicht und das Tempo, durch das sanfte Wippen dank der Blattfedern und dem Frischluftschock wird er aber bald vom Schlaf übermannt. Überhaupt sollte Schlafen zu seiner Hauptbeschäftigung im Cougar werden: egal ob geschoben oder gezogen – immer schläft mein Sohn im Cougar ein.
Ein einziges Mal musste ich dem Cougar mit Werkzeug zu Leibe rücken, und das war zur Feinjustierung des Geradeauslaufs des Joggingrades. Zwei Schrauben links und rechts geöffnet, ein wenig in die passende Richtung justiert und die Schrauben wieder angezogen – fertig.
Das Jogging Set erwies sich außerdem zum Spazieren im Schnee als sehr hilfreich. Wo andere Kinderwägen mit kleinen Rädern stecken bleiben, ist mit dem Cougar mit den 20" Laufrädern immer noch ein Vorwärtskommen. Mit den Buggyrädern ist der Cougar ein vollwertiger Kinderwagen, welcher sehr wendig ist und durch die großen Hinterräder extrem laufruhig ist. Als Fahrradanhänger schließlich ist der Cougar erstaunlich wendig, einmal in Schwung gekommen, fährt er sich sehr leicht. Bergauf sieht die Sache anders aus, da ist das zusätzliche Gewicht ein (nicht immer) angenehmer Trainingseffekt. Auch beim Bremsen sollte man rechtzeitig an dieses von hinten anschiebende Mehrgewicht denken ...In Kurven liegt der Cougar ebenfalls perfekt auf der Straße, zudem werden Unebenheiten durch die Federung verlässlich geschluckt; auch Feldwege können somit bedenkenlos in die Routenplanung miteinbezogen werden. Wir fühlen uns mit dem Cougar auf Radwegen und Forststraßen am wohlsten, die Hauptverkehrsrouten mit viel Verkehr meiden wir lieber, detto die wirklichen Rumpelpassagen. Im Übrigen soll mein Sohnemann, wenn er dann selbst zu radeln beginnt, ja auch noch Neuland zu entdecken haben ...Weiteres Plus: Dank des großen Stauraums sind Wickeltasche und anderes Gepäck kein Problem.
Der Cougar macht Vicy und mir sehr großen Spaß. Junior ist an der frischen Luft, und ich kann meinen Bewegungsdrang stillen. Das Konzept mit einer Basis und verschiedenen Sets gleich mehrere Sportarten abzudecken, ist perfekt durchdacht, die Verarbeitung der einzelnen Teile sehr hochwertig. Auch nach einem halben Jahr in Verwendung gibt es keinerlei Beanstandungen am Gerät. Der Kaufpreis ist, auf die lange Nutzungsdauer hochgerechnet, vollkommen gerechtfertigt.
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
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