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Gepida Werksbesuch

Gepida Werksbesuch

21.05.15 06:04 5.378Text: Luke BiketalkerFotos: Luke BiketalkerBikeboard.at zu Besuch bei eBike-Spezialist Gepida in und um Budapest.21.05.15 06:04 5.385

Gepida Werksbesuch

21.05.15 06:04 5.3851 Kommentare Luke Biketalker Luke BiketalkerBikeboard.at zu Besuch bei eBike-Spezialist Gepida in und um Budapest.21.05.15 06:04 5.385

Budapest ist für die älteste U-Bahn am europäischen Kontinent, die Kettenbrücke oder seinen historischen Stadtkern und die Burgen an und um die Donau bekannt. Weniger bekannt ist, dass es in der ungarischen Hauptstadt auch einen Fahrradhersteller mit eigener Produktion vor Ort gibt. Darum lud uns die Firma Gepida zu ihrem "Importers Weekend" samt Werksbesichtigung ins Nachbarland.

Detailansicht

Die Gepiden waren ein alter ostgermanischer Stamm aus dem Gebiet des heutigen Rumänien. In der Mitte des 5. Jahrhunderts vertrieben sie in der Schlacht am Nedao die Nachkommen des legendären Hunnenkönigs Attila aus der Region, die heute das ungarische Staatsgebiet markiert. Noch bis ins 6. Jahrhundert blieben sie in ihrem Königreich im Bereich der mittleren Donau.

Nach einer vernichtenden Niederlage unter König Kunimund gegen die Langobarden verschwanden sie jedoch aus den Aufzeichnungen der Geschichtsbücher. Überliefert ist lediglich, dass der Langobardenkönig Alboin König Kunimund in dieser letzten Schlacht eigenhändig erschlug, anschließend köpfte und dessen Tochter Rosamunde zur Frau nahm. Grausam wie die Kriegsherren der damaligen Zeit waren, ließ er aus der Schädeldecke des Getöteten einen Siegeskelch anfertigen. Jahre später, es gab bereits einen gemeinsamen Nachkommen mit der Tochter seines Widersachers, forderte er Rosamunde während eines Trinkgelages dazu auf, aus dem Schädel ihres Vaters zu trinken. Mit dieser rücksichtslosen Beleidigung des Volkes der Gepiden endete die Herrschaft Alboins, setzte Rosamunde doch Himmel und Erde in Bewegung und ließ ihn in der Folge im Schlaf ermorden.

Erst im 20. Jahrhundert tauchte der Name der Gepiden wieder auf, als sich eine große Fahrradmanufaktur dazu entschied, unter dem Namen Gepida den internationalen Fahrradmarkt anzugreifen ...

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Bereits seit mehr als 20 Jahren baut die Firma Olimpia Bicycle Ltd. Fahrräder. Zu Beginn standen noch günstige Fahrräder für den Massenmarkt am Programm. 1993 wurde eine kleine private Garage in ein Lager umgewandelt, bereits ein Jahr später mussten größere Räumlichkeiten her, 1996 wandelte man das Kleinunternehmen zur Ltd. um. In diesen frühen Jahren stand noch rein die Quantität im Vordergrund, um sich eine finanzielle Basis für zukünftige Pläne zu schaffen.

Im Jahr 1998 erwarb man schließlich die Namensrechte an der ungarischen Traditionsmarke Gepida, zog mit der Produktion an den Stadtrand der Hauptstadt Budapest und nahm sich von nun an unter dem neuem Namen vor, voll und ganz auf Qualität made in Europe zu setzen.

 Wir haben von Beginn an auf eBikes gesetzt, und können nun, da sie Trend sind, von unserer jahrelangen Erfahrung profitieren. 

Gepida-Boss György Berkes

Das damals bezogene Werksgelände ist auch heute noch Firmensitz, die Werkshallen sind Überbleibsel aus dem Kommunismus. Vor zig Jahren liefen hier noch Autoteile für Trabi, Lada und Co. vom Band. Mit der ISO 9002 Zertifizierung wurde der Produktion 1998 ein für den Osten recht seltenes Qualitätssiegel verliehen, und man sah sich von nun an dem internationalen Markt gewachsen.

Heute findet man bei einem Spaziergang durch die Produktionshallen neben einem gewaltigem Lager und Logistikbereich auch eine moderne Lackierstraße und Förderbänder für die Montage der Räder vor. Denn bei Gepida wird bewusst nur ausgelagert, was der Qualität des Endproduktes, also den Fahrrädern, zuträglich ist. So werden die Rahmen in Budapest von firmeneigenen Ingenieuren entwickelt, für die Produktion der Rahmenrohlinge setzt man aber auf das jahrelange Know-how von taiwanesischen Partnern.

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Alle weiteren Produktionsschritte werden dann auf dem firmeneigenen Werksgelände in Rufweite von Firmeneigentümer György Berkes durchgeführt. Penibel lackieren die Mitarbeiter die Rahmen mit umwelttechnisch unbedenklicher Farbe. Je nach Saison werden von 60 bis 80 Arbeitern bis zu 340 Laufräder pro Tag eingespeicht. Tagtäglich verlassen bis zu 120 fertig aufgebaute eBikes oder 150 bis 200 traditionelle Fahrräder die Hallen. Über die Jahre wurden die Exportzahlen stetig ausgebaut, heute fahren bis zu 80 % der Bikes über ausländische Straßen.

Das Vertrauen in die eigenen Produkte ist groß. So groß, dass man dem Kunden eine lebenslange Garantie für die Fahrräder mit auf den Weg gibt. Eine Schritt, den sich auch nur wenige der großen internationalen Platzhirsche wie Trek oder Cannondale zutrauen.

Längst sind auch andere Firmen auf die hohe Qualität des europäischen Produktionsstandortes aufmerksam geworden. So kam es, dass nicht nur die Eigenmarke Gepida am Werksgelände der Olimpia Bicycle Ltd. entsteht. Auch bei namhaften deutschen Traditionsmarken setzt man auf die ungarische Wertarbeit, und kooperiert mit dem Standort Budapest.

  • Gepida-Boss György Berkes beim Fachsimpeln.
    Gepida-Boss György Berkes beim Fachsimpeln.
    Gepida-Boss György Berkes beim Fachsimpeln.

Leidenschaft und Passion sind in der Historie des Radsports altbekannte Werte. Im Gespräch mit György Berkes, oder kurz Georg, zeigt sich bereits nach wenigen Sekunden eine völlig andere Ausprägung dieser Leidenschaft. Sein Feuer brennt nicht für Sekunden, Höhenmeter oder Kilometer. Schon seit 2000 sind eBikes und Pedelecs seine Passion. Er und sein Team können so auf langejährige Erfahrung und viele Experimente zurückblicken. Vom Frontantrieb bis zum Mittelmotor hat man die gesamte Entwicklung aktiv mitgemacht, Gepida-Bikes vom Klapprad über Tandems bis hin zu Trekking- und Mountainbikes mit künstlichem Rückenwind ausgerüstet.

Dabei hat man sich nicht ausschließlich auf die Entwicklungen von Bosch, Yamaha und Co. verlassen. Für den Nachrüstermarkt haben die Budapester mit dem aus Akku, Vorderradnabenmotor und Steuereinheit bestehendem GPDS Kit auch eine Eigenentwicklung im Programm.

Aufgrund des hohen Qualitätsanspruchs der Führungsriege wurde jahrelang an den Pedelecs getüftelt, ehe sie schließlich 2008 offiziell auf den Markt kamen. Vielen großen Konkurrenten, die erst seit kurzem den elektrisch unterstützen Markt bedienen, hat Gepida so einige Jahre an Erfahrung voraus und weiß bereits genau, worauf es beim Endprodukt ankommt.

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Besonders stolz ist man darauf, dass neben den mittlerweile obligatorisch gewordenen MTBs und Trekkingrädern auch Nischenkategorien mit Elektroantrieben versorgt werden - auch in kleineren Stückzahlen. So werden auch Nutzern von Tandems, Falträdern und in Zukunft vielleicht sogar Cargobikes die Vorteile des permanenten Rückenwindes zugänglich gemacht.

In Österreich ist der Name Gepida noch ein recht unbeschriebenes Blatt. Seit Anfang des Jahres vertreiben die Mannen von Sail & Surf die Marke aus unserem Nachbarland.

International ist man hingegen schon stark vertreten, was die zum "Importers Weekend" angereiste Zahl der Handelsvertreter aus ganz Europa auch bestätigte. Export Sales Manager Imre Szabolcs erzählt auch von einem richtiggehenden Boom in Australien, die nächste Station soll der US-Markt sein.

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Bikes

Neben den bereits erwähnten Touren- und Nischenrädern scheinen selbstverständlich auch einige MTBs im Katalog der Budapester auf. Doch auch hier zeigt sich die enge Verstrickung der Marke mit dem Thema eBike, ist die Produktpalette doch stark auf das Bosch Mittelmotorkonzept hin ausgerichtet.

Zwar werden mit Asgard, Ruga und Sirmium auch „unplugged“ Hardtails in 29“ und 27,5“ produziert, diese zielen mit ihrer Ausstattung aber ganz klar auf den Einsteigerbereich ab.

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Das Asgard 1000 mit 10-fach-Schaltung bildet die Speerspitze im motorisierten Hardtail-Lineup. Gepida will hier mit Bosch Performance Motor, 400er-Akku, Rock Shox 30 Gold Gabel und einem Mix aus XT und Deore Komponenten Kunden mit gehoberen Ansprüchen bedienen. Bei der Laufradgröße überlässt man den Endverbrauchern die Wahl zwischen 29" oder 27,5".

In Österreich ist das 22,4 kg schwere Asgard 1000 in der beschriebenen 650B Performance Version in 4 Größen von 15" bis 21" für € 2.799,- zu haben.

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Mit dem etwas leistungsschwächerem Bosch Active Motor, 400er-Akku, SR Suntour Gabel und XT/Acera/Altus-Mix ausgestattet, zielt das Ruga 1000 in 29" und 27,5" auf jene Kunden ab, die weniger tief in ihre Tasche greifen möchten oder schlichtweg nicht die höchsten Performance-Ansprüche an ihr Bike stellen.

Mit 9-fach-Schaltung wechselt das ebenfalls in vier Rahmengrößen erhältliche Ruga 1000 650B Active in Österreich für € 2.399,- seinen Besitzer.

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Für den Weg durch die Stadt, zur Schule oder zur Arbeit gibt es mit dem Singlespeeder S3 (€ 499,-) auch ein besonders schön gearbeitetes Stahlbike im Programm. Mit Flipflopnabe und zwei Bremsen ausgestattet, steht damit weder der StVO noch dem Einsatz als Fixie etwas im Weg.

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