Kona Abra Cadabra

Kona Abra Cadabra

04.03.10 16:32 38.585Text: NoPainMartin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

Klicke für alle Berichte von NoPain
Fotos: Erwin Haiden
... Sim Sala Bim, den NoPain prackt's am Heiligenstein bergab nicht mehr hin! Probefahrt mit dem kanadischen All Mountain Trail-Wunder inklusive Magic Link.04.03.10 16:32 38.711

Kona Abra Cadabra

04.03.10 16:32 38.71114 Kommentare NoPainMartin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

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Erwin Haiden
... Sim Sala Bim, den NoPain prackt's am Heiligenstein bergab nicht mehr hin! Probefahrt mit dem kanadischen All Mountain Trail-Wunder inklusive Magic Link.04.03.10 16:32 38.711

Es mag geeignetere Testpiloten geben für ein 160-mm-Trailbike als einen passionierten Zeitfahrer. Und es mag aufg'legtere Testgebiete geben als die hügeligen Trails des Waldviertels und den lieblichen Downhill am Heiligenstein. Aber zum Zeitpunkt der Kona-Probefahrt war nun mal endlich wieder ein wenig Ruhe, Entspannung und Chillen daheim angesagt. An den Gardasee, die ligurische Küste oder wo immer das Abra Cadabra eigentlich zu Hause ist, kann sein potenzieller Käufer dann ja immer noch fahren.
Aber ignorieren wir doch mal die Befindlichkeiten des Schmerzlosen, und wenden unser Augenmerk jenem Teil zu, um das es eigentlich geht.

Auftritt ein All Mountain aus Scandium, blitzblank poliert und von fetzigem Grün kontrastiert. Der Hydroforming-Rahmen mit tief gezogenem Oberrohr, kompaktem Hinterbau, konischem Steuerrohr und asymmetrischen Kettenstreben gefällt - nicht zuletzt, weil bei sieben Größenabstufungen wirklich jeder Zwerg, Hüne oder sonstwie Gebaute die für ihn perfekte Wahl treffen kann. Die lebenslange Garantie auf den Rahmen ist ein weiterer Faktor, der dem Kona Pluspunkte verschafft, noch ehe NoPain überhaupt aufgesessen ist.

Detailansicht

Bevor diese geschehen kann, gilt es freilich noch, eine Besonderheit zu inspizieren, die man außer auf anderen Kona-Modellen so wohl nirgendwo sonst finden wird: den Magic Link.
2008 erstmals präsentiert und 2010 überarbeitet, herrscht angesichts des rund um den Dämpfer angesiedelten Systems nach wie vor Erklärungsbedarf. Im Grunde genommen hat das herkömmliche Mehrgelenkssystem ein zusätzliches Gelenk mit einem Ausgleichs-Federelement erhalten, damit sich das Bike mittels automatischer Geometrie- und Federwegsjustierung unterschiedlichen Bedingungen anpassen kann. Kopf dahinter ist Brian Berthold – der ehemalige Motocrosser tüftelte bereits an Fahrwerken und der Aerodynamik für die Indycar- und Formel 1-Serie.
Im Vorjahr vom Freerider Coilair erstmals in die All Mountains übernommen, arbeitet unter dem Hauptdämpfer ein kleinerer Dämpfer, der es Ersterem ermöglicht, je nach Untergrund und Kettenzug nach vorne und hinten zu kippen und dadurch Federweg, Dämpfung und Geometrie zu verändern. Oder, wie Kona es ausdrückt: „Der Fahrer und der Trail sind die Schalter.“ Geht’s bergab, kippt der Hauptdämpfer nach hinten, der Travel erweitert sich auf 160 mm, das Tretlager und damit der Schwerpunkt kommen tiefer, der Winkel wird flacher. Tritt man (bergauf) in die Pedale, wippt der Dämpfer vor – weniger Travel, ein steilerer Lenkwinkel und ein höheres Tretlager sind das Ergebnis.
In der Theorie klingt das ziemlich komplex, und wahrscheinlich ist es das auch in der Praxis. NoPain kann das wurscht sein. Was ihn interessiert: Wie fühlt es sich an?
Also aufgesessen und losgefahren …

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Specs: Kona Abra Cadabra 2011

Tech Specs

RahmenKona Race Light Scandium Butted 100-160mmKurbelShimano Deore XT 42/32/24
Größen14", 16", 17", 18", 19", 20", 22"SchalthebelShimano SLX
DämpferFox Float RP23SchaltwerkShimano Deore XT Shadow SGS
GabelFOX 32 Talas FIT RL 150mm w/15mm TAUmwerferShimano SLX
VorbauKona XC/RoadZahnkranzkassetteShimano SLX 11-34 10 spd
LenkerKona XC/BC Primo RiserKetteShimano SLX
SteuersatzFSA No.57ELaufräderEaston Haven Disc Wheelset
SattelstützeKona Primo Double Clamp w/offsetReifenMaxxis Ardent 26x2.25 Kevlar
SattelWTB Valcon RaceGewicht13,8 kg (o.P.)
Bremse vo/hiAvid Elixir R 185/160 mmPreis3.999,-

Für das Setup empfiehlt sich ein Blick auf die Anleitung. Ist die korrekte Abstimmung gefunden, muss selbst der skeptische Schmerzlose zugeben: Nyx zu merken von der permanenten Bewegung bzw. Anpassung. Bergauf verharrt der Magic Link in seiner geringsten Federwegsstufe von 100 mm. Bergab kommt man nebst den flacheren Winkeln in den Genuss einer etwas softeren Dämpferabstimmung bei gleichzeitig steigender Progressionsrate, und je nach Härte der Schläge von bis zu 60 mm Federweg zusätzlich.
Das Abra Cadabra liegt dabei gut in den Kurven, und was immer die hintere Federung nun wirklich macht: Das System scheint - zumindest in dem Rahmen, in dem NoPain es fordern kann - zu funktionieren. Schluckfreudig steckt es auch die steileren Wurzelstufen der Waldviertel-Trails weg, ein (zugegeben: absolut unfreiwillig passierter und nicht gerade enormer) Drop wurde weich abgefangen.
Insgesamt verzeiht das Bike so ziemlich alles außer verspätetes Anbremsen. Denn die Avid Bremsen stoppen die Fuhre trotz der relativ kleinen Bremsscheiben zwar schneller als erwartet, dennoch könnte die Verzögerung besser sein.

Testfahrt mit dem Abra Cadabra

Detailansicht

Um etwaigen unqualifizierten und beleidigenden Kommentaren proaktiv entgegenzuwirken...

Ja! Die Abfahrt vom Heiligenstein (Langenlois-Zöbing) ist für wahre Downhiller lächerlich. Und nein, der alte Mann in dem Video kann es nicht besser.

In erster Linie wollten wir mit den beiden Action Cams das Zusammenspiel zwischen Federung und Dämfpung demonstrieren. Während die Gabel an einigen rumpeligen Stellen schon richtig arbeiten musste, war der fette Hinterbau-Dämpfer kaum aus der Ruhe zu bringen. Bergauf arbeitete er perfekt mit der kletterfreundlichen Geometrie zusammen.

Bergauf fällt das Gewicht von 13,8 kg (mit ein wenig Tuning bei den Teilen ließe es sich wohl recht einfach auf bis zu 11,5 kg abschlanken) einem konditionell gestählten Testfahrer wie dem Parttime-Inselbewohner nicht weiter negativ auf, da das Abra Cadabra recht fein läuft und gute Klettereigenschaften hat. Die auf 100 mm absenkbare Fox-Gabel tut hier ein Übriges.
Positiv machen sich die Maxxis-Reifen bemerkbar. Sie bieten ordentlich Traktion und bleiben auch auf nassen Wurzeln, Steinen und feuchtem Laub brav kleben. Letzteres sammelt sich allerdings, nebst kleinen Steinchen und Dreck, gerne im Flaschenhals, der sich zwischen Gummi und Schwingen-Strebe bildet, sprich: viel Freiheit ist da hinten nicht ...

Fazit

Eine Spaß-Fuhre, die je nach Kondi auch auf Touren mit steileren Anstiegen eingesetzt werden kann. Die wahren Stärken des Abra Cadabra liegen dank Zauber-Mechanismus, feinem Handling und toller Abstimmung aber freilich bergab. Während am Rahmen, bei den Laufrädern und Federelementen Top-Ware verbaut ist, wird bei den Komponenten und der Schaltung ein wenig gespart – aber so bleibt wenigstens auch dann noch was zu tun, wenn sich die Geldbörse vom 4.000-Euro-Loch wieder erholt hat …

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