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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Das Fahrrad hat immer Saison. Auch in der grauen und kalten Jahreszeit, wo man häufiger bei Dämmerung oder völliger Dunkelheit unterwegs ist. Da empfiehlt sich zur eigenen Sicherheit eine wirksame Beleuchtung, die neben ausreichender Sicht auch für hohe Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgt. Bis in die Zehenspitzen motiviert und mit der totalen Winterbekleidung ausgestattet, wollte ich diesen Winter durchfahren. Aber schon die ersten Nightrides endeten mit Blindflügen und anderen Kamikazeaktionen, da ich mit den mickrigen Lichtkegeln diverser Lämpchen nicht zurechtkam oder sie mich überhaupt zur Gänze im Stich ließen. Also musste etwas Neues her.
Flutlicht statt Funzel!
Ich befragte Nightrider NoSane, der ein Loblied auf seine Lupine Pico 4SC sang: "Minimalistisch, aber leistungsstark, lange Akku-Laufzeit, geile Optik, durchdachte Details, hochwertige Verarbeitung, gute Sichtbarkeit..." Ich war Feuer und Flamme! Im Zuge der Konfiguration kamen zusätzlich zum Lampenset noch ein Lenker-Schnellspanner für 31.8 mm, einer für 35 mm, der GoPro-Adapter und das Rotlicht-Rücklicht in den Warenkorb. In Summe 478 Euro. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Der externe Akku, mittels Klettband am Hochglanz-lackierten Vollcarbon-Oberrohr befestigt, brachte das Projekt dann endgültig zu Fall. Um so einen Kaufpreis wollte ich einfach keine Abstriche machen. Leistungsstark, universell für MTB, RR, Gravel und TT, ausschließlich am Lenker oder Vorbau zu befestigen und ohne externen Akku sollte sie sein, meine Traumlampe. Nach längerer Recherche wurde ich schlussendlich beim Amerikanischen Hersteller Light & Motion fündig.
Light & Motion wurde im Jahr 1989 von ein paar Scuba-verrückten Stanford-Absolventen gegründet. Zunächst lag ihr Fokus auf Tauchlampen und deren Zubehör, bevor 1997 die erste moderne Fahrradbeleuchtung hergestellt wurde. Bis heute entwickeln und produzieren die Outdoor-Enthusiasten mobile Beleuchtungssystemes für Biker, Trekking- und Rennradfahrer in ihrer eigenen Fabrik in Monterey County, Kalifornien. Die Lampen von Light & Motion sind technisch auf dem letzten Stand und versprechen nicht einfach nur helles Licht, sondern das "perfekte Licht”. Und zwar in unzähligen Varianten für Lenker, Helme, Sättel und Bekleidung, mit innovativen Halterungen und vielem mehr. Mehr Informationen gibt's unter www.lightandmotion.com oder bei Grofa.
Meine Wahl fiel auf die Frontleuchte TAZ 1500 in Black Pearl Schwarz, welche mit einer Maximalleistung von 1500 Lumen nicht nur die stärkste Lenkerlampe im Sortiment war, sondern gemäß Herstellerversprechen so einige Autoscheinwerfer in den Schatten stellen sollte. Sah sie auf der Homepage noch eher billig aus, gefiel sie in natura mit ihrem hochwertigen Aluminiumgehäuse, einer guten Haptik und intuitiver Bedienbarkeit. Je nach Ladestrom lässt sich der eingebaute Akku per USB-Kabel in 4 Stunden mit 2 Ampere (z.B. Stromadapter), 8 Stunden mit 1 A (z.B. USB 3.0) oder 14 Stunden mit 0,5 A (z.B. USB 2.0) vollständig aufladen. Währenddessen zeigt das im Einschaltknopf integrierte LED den Ladestatus in drei Farben an. Leuchtet das LED durchgehend grün, ist der Akku vollständig geladen (Grafik 1).Die Montage am Lenker funktioniert vorbildlich. Unabhängig vom Durchmesser (31.8 und 35.0 mm getestet) hält man die Lampe mit der Standardhalterung am Lenker an, führt den dicken Gummiriemen außenrum durch die Lasche und hakt ihn mit kräftigem Zug wie einen Gürtel ein (Grafik 2). Am MTB, Rennrad und Gravelbike blieb die Lampe während der Fahrt stets in der gewünschten Position. Zur Stabilisierung bei besonders glatten, schmal zulaufenden oder ovalisierten Lenkern bzw. bei rumpeliger Fahrweise dienen die separaten Schaumstoffstreifen. Die Standardhalterung lässt sich in beide Richtungen um 90 Grad drehen, womit die Lampe auch an Vorbauten montiert werden kann, sofern einem der Neigungswinkel zusagt. Für GoPro-Halterungen befindet sich ein Adapter im Lieferumfang.
Grundsätzlich lässt sich die Frontlampe intuitiv bedienen; ein kurzer Blick ins Manual schadet jedoch nicht, da sie auch mit einigen Spezialfunktionen aufwartet. Mittels Powerknopf lassen sich alle fünf Modi hintereinander durchschalten. Nach dem Einschalten steht die volle Leistung von 1500 Lumen zur Verfügung, ein weiterer Knopfdruck schaltet auf die mittlere (750 Lumen), die niedrigste (350 Lumen), auf pulsierend bzw. das Blinklicht (Grafik 3). Während der Nutzung informiert ein im Knopf integriertes LED über den Batteriestatus. Nach Unterschreiten von 25% Akkuleistung beginnt es rot zu blinken, unter 10% meldet sich auch der Lichtstrahl im 3-Minuten-Takt und bei Erreichen von 0% flackert die Lampe noch 12 mal schnell hintereinander auf, bevor sie in den Ruhezustand geht.Special Features: Hält man während des Betriebs den beleuchteten Powerknopf zwei Sekunden lang gedrückt, schaltet die Lampe in den Race-Mode, in dem nur mehr 1500 bzw. 350 Lumen ohne Zwischenschritte zur Verfügung stehen. Der kleinere, schwarze Knopf steuert die seitlichen Lampen, die per default ausgeschaltet sind. Ein Druck auf den Powerknopf für etwa eine Sekunde schaltet die Lampe aus; betätigt man beide Knöpfe vier Sekunden lang gleichzeitig, aktiviert man die Transportsicherung (Grafik 4).
Viele Hersteller geben die Leistung ihrer Lampen in Lumen, der Maßeinheit für die Lichtmenge, an. Dabei handelt es sich entweder um die Hochrechnung der theoretisch möglichen Leistung jeder einzelnen LED, oder einer Messung des gesamten Lichtstrahls mit der sogenannten Ulbricht-Kugel, welche allerdings auch Licht einfängt, das nach oben, zu den Seiten oder nach hinten abstrahlt. So oder so: die Werte sind nur bedingt aussagekräftig und lassen sich von Lampe zu Lampe nicht vergleichen.Um eine praxisrelevante Aussage über die Leistung der TAZ 1500 treffen zu können, unterzogen wir sie zahlreichen Testfahrten und einem direkten Vergleich mit der Lupine 4 SC bei Nacht. Der mehrfache Testsieger wird mit 1500 Lumen Maximalleistung angegeben, besitzt ähnliche Cree LEDs und hat sich bei meinem Kollegen NoSane während der letzten Saison als Lenkerlampe bestens bewährt. Selbstverständlich hinkt der Vergleich mit der etwas teureren Lampe von Lupine ein wenig, da sich diese auch optimal als Helmlicht eignet, was in meinem speziellen Fall nicht gefragt war.
Licht aus, Spot an! Während die kleine Lupine mit ihren zwei LEDs einen ausreichend breiten Lichtkegel auf den Trail zaubert, in puncto Lichtmenge gut mithalten kann, dafür aber im Nahbereich etwas schwächelt, erzeugt die TAZ 1500 bei voller Leistung in Kombination mit ihrem dritten, diffusen LED eine flutlichtartige und deutlich flächigere Ausleuchtung des Geländes.
Aber schon die mittlere Stufe mit 750 Lumen besticht mit guter Sicht und erwies sich in der Praxis als vernünftige Dauerleistung. Einerseits reichte die Power für die Ausleuchtung winkeliger Trails mit dem MTB und auch für schnellere Abfahrten mit dem Rennrad, andererseits lief man damit auch nicht Gefahr, entgegenkommende Wanderer oder andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Hinweis: In Deutschland besitzt die Lampe wegen ihres Leistungsvermögens keine StVO-Zulassung.Die Laufleistung der Akkus überprüfte ich anhand mehrerer Testfahren zwischen -2 und 5 Grad Celsius Außentemperatur. Obwohl die Akkuleistung laut Hersteller bei Minusgraden nachlassen könnte, bemerkte ich keine großen Unterschiede, was wohl an der hohen Erwärmung des Lampengehäuses lag. L&M rät bei Fahrten unter Null dazu, die Lampe einige Minuten vor der Abfahrt bei Zimmertemperatur aufzudrehen und ihre Bestandteile auf Betriebstemperatur zu bringen.
"Ladung ist Trumpf."
Mein fabriksneuer Akku hielt in der höchsten Stufe (1500 Lumen) etwas über 1,5 Stunden. Ein rein statistischer Wert, wie ich meine, da die Leistung für den Dauerbetrieb über Gebühr hoch ist und vielleicht gerade mal bei einem Nachtdownhill am Semmering Sinn macht.In der mittleren Stufe (750 Lumen) schaltete sich die Lampe erst nach 4,5 Stunden ab, obwohl der Hersteller nur eine Laufzeit von 3,5 Stunden verspricht. Wie sehr sich die zufriedenstellenden Laufzeiten mit der Lebensdauer bzw. der Zahl an Ladezyklen verringern, vermag ich (noch) nicht zu beurteilen; allerdings scheinen die Herstellerangaben eher vorsichtig bemessen. Lobenswert ist die bereits zuvor erwähnte Akkuanzeige inklusive dem blinkenden Bedienknopf und anderer begleitender Warnsignale ab < 25% Akkuleistung.
Das neu entwickelte Rücklicht besitzt kraftvolle LEDs mit einem Abstrahlwinkel von 180°, ist in der Neigung einstellbar und bietet dadurch enorme Sichtbarkeit - auch aus flachen Winkeln. Zusätzlich erhöhen Reflektoren und seitliche Positionslichter die Sicherheit in der Stadt und bei Querverkehr, wobei die helle Lampe in Deutschland keine StVO-Zulassung besitzt. Aufgeladen wird sie per Micro-USB mit jedem Standard-Ladegerät oder über einen beliebigen USB-Port. Die Ladezeit beträgt maximal 5 Stunden, der Halter kann derweil am Rad verbleiben. Während des Ladevorgangs bzw. des Betriebs gibt eine integrierte LED mit ihren drei Farben stets Auskunft über den Ladestand. Bis zu einem Akku-Level von 5-10% leuchtet das Rücklicht ständig gleich hell, danach wechselt es automatisch in den Paceline-Modus, um Energie zu sparen, bis es sich irgendwann zur Gänze abschaltet, damit sich der Akku nicht tiefentlädt.Die Montage ist an den meisten Sattelstützen oder runden Sitzrohren - selbst mit sehr großen Rohrdurchmessern - rasch und sicher möglich. Für sehr profilierte Aero-Sattelstützen oder Gepäckträger gibt es um je € 12,99 passende Adapter. Einzig der seitliche Powerknopf trübt den positiven Gesamteindruck: dieser ist während der Fahrt schwer zu erreichen und ebenso schwierig zu betätigen. Besonders mit Handschuhen bekam ich keinerlei haptisches Feedback und musste zum Ein- bzw. Umschalten immer wieder stehenbleiben.
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