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Wir entschieden uns für die Rotor 3D+ Variante, bestellten den Sensor mit 110mm Compact-Lochkreis in 172.5mm Kurbellänge mit der Applikationsfarbe Weiß sowie dem Rotor-Spezialwerkzeug auf www.power2max.de und konnten das Paket noch vor Weihnachten in Empfang nehmen.Neben dem Leistungsmesser fanden wir eine sehr gute Bedienungsanleitung, das Prüf- und Abnahmezeugnis, eine Standard-Batterie CR2450N der Firma Renata, die Kurbelgarnitur inkl. Originalbeschreibung, sowie das spezifische Werkzeug, um den Leistungsmesser auf die Rotor-Kurbel schrauben zu können. Zur Montage benötigten wir zusätzlich einen kleinen Kreuz-Schraubendreher für den Batteriedeckel, den Inbus-Schlüssel für die Kettenblattschrauben und eine 36er Nuss bzw. einen 36er Schraubenschlüssel in Verbindung mit dem Spezialwerkzeug.Nach dem Öffnen des Batteriefachs und Abnehmen des Deckels konnten das große und das kleine Kettenblatt über den Sensor geführt und mit den zugehörigen Kettenblattschrauben fixiert werden. Mit Hilfe des Spezialwerkzeugs assemblierten wir die Rotor 3D+ Kurbel am Sensor und montierten die komplette Kurbelgarnitur am Fahrrad. Nach dem Festschrauben der Tretlager-Achse (welche sich am linken Kurbelarm befindet) konnte das "Tretlager-Spiel" durch eine halbe Umdrehung am Rotor-Kompressionsring völlig eliminiert werden, während die Leichtgängigkeit erhalten blieb. Jetzt mussten nur mehr die beiden Dichtungsringe und die Batterie richtig eingelegt und der Batteriedeckel wieder verschraubt werden. Der Leistungsmesser signalisierte seine Betriebsbereitschaft durch ein kurzes Aufblitzen der grünen Leuchtdiode im Sekundentakt (ca. 20 Sek. lang) und begann mit der Aussendung der ANT+ Funksignale. Ab diesem Zeitpunkt können ANT+ fähige Fahrradcomputer mit dem power2max Leistungssensor "gepaart" werden, um die Watt/Trittfrequenz-Signale störungsfrei zu empfangen.
Grundsätzlich ist es möglich, den power2max 130mm Lochkreis-Sensor mit Aero-Kettenblättern zu fahren. Dazu muss der Kettenfang des Batteriedeckels um 1-2mm gekürzt werden, damit dieser nicht mit dem großen Kettenblatt kollidiert. Der Abstand zwischen dem Kettenblatt und dem Kettenfang muss mindestens 1mm betragen. Die Kürzung kann mit einem feinen Schleifpapier durchgeführt werden. Es wird im Handbuch und im Rahmen der Bestellung mehrfach darauf hingewiesen.Am power2max mit einem 110mm Lochkreis können die begehrten Rotor Q-Rings mit OCP-Einstellung und Aero-Kettenblätter erst nach kurzer, aber eindringlicher Bearbeitung derselben mit einer Fräse oder Metallsäge montiert werden. Eine gute Alternative sind die nicht verstellbaren ovalen OCP#3 Q-Rings, welche auf Anhieb perfekt auf den Compact-power2max passen; abgesehen davon fahren die meisten Q-Rings User mit den Compact Kettenblättern ohnehin auf OCP Einstellung #3. Der OCP#3 spart also Gewicht und Nerven - und ohne Modifikation bleibt auch die Garantie der Kettenblätter erhalten.
Die Wirkungsweise des Sensors ist vergleichbar mit der etablierter Systeme. Power2max ersetzt den Original-Kurbelstern (Spider) und misst die "getretene Leistung" zwischen Kurbel und Kettenblättern. Dank einer modernen Messmethodik wird mit 4 Dehnmessstreifen eine Genauigkeit von +/-2% erreicht. Die Leistungs- und Trittfrequenz-Daten werden per ANT+ Protokoll an einen kompatiblen Radcomputer störungsfrei gesendet. Die Ermittlung der Trittfrequenz findet im Powermeter ohne zusätzlichen Magneten statt; der Cadence-Sensor kann somit eingespart werden. Die PC-Auswertungssoftware befindet sich im Lieferumfang des jeweiligen Radcomputers oder ist optional erhältlich.Bei Nichtbenutzung des Fahrrads befindet sich der Leistungsmesser im Ruhezustand. Durch die Bewegung an der Tretkurbel aktiviert sich power2max automatisch und beginnt mit der Aussendung von Funksignalen. Der Leistungsmesser berechnet im Intervall von 1 Sekunde die Parameter Leistung und Trittfrequenz und überträgt diese per ANT+ Funkprotokoll. Die am Fahrradcomputer angezeigten Werte sind ca. 2 Sekunden alt und werden nach jeder Sekunde aktualisiert. Der Nullpunktabgleich, zur Kompensierung der Einflüsse durch Temperaturschwankungen und mechanisch bedingter Verschiebung, erfolgt automatisch bei "Entlastung" des Systems. Sobald der Tretvorgang während der Fahrt für mindestens 2 Sekunden unterbrochen wird (= Entlastung), wird das System ab genullt. Zirka zwei Minuten nach Beendigung der Fahrt nimmt power2max selbständig seinen Ruhezustand ein.
Der Powermeter besitzt eine Werkskalibrierung, die innerhalb des zweijährigen Garantiezeitraums nicht erneuert werden muss. Dazu wird der power2max im Werk mit einem geeichten Drehmomentsensor, welcher selbst eine Genauigkeit von +/- 0,1% hat, geprüft und die "Steigung" kalibriert. Im Zusammenhang mit allen relevanten sogenannten "parasitären" Einflüssen ergibt sich ein Maximalfehler von +/-2%. Laut Hersteller ist zu erwarten, dass der Sensor viele Jahre nicht nachkalibriert werden muss. Während die Nullpunkt-Kalibrierung (Temperatur-Drift) automatisch während der Fahrt durchgeführt wird (siehe Abschnitt Funktionsweise), wurde die Steigungs-Kalibrierung (Alterungs-Drift) in der Sensor-Software berücksichtigt. Den größten Einfluss hat das "Einarbeiten" der mechanischen Schnittstellen zur Kurbel und zu den Kettenblättern. Hier ist es Saxonar gelungen, mittels umfangreicher statischer und dynamischer Tests eine technische Lösung zu finden, um dies zu kompensieren. Alle anderen Alterungseinflüsse aus metallurgischer Sicht und in Bezug auf die Elektronik sind durch gezielte Auswahl bzw. Spezifikation aller Komponenten vernachlässigbar. Natürlich ist es möglich, die Kalibrierung im Werk von Zeit zu Zeit zu prüfen - aus der Sicht des Herstellers ist es jedoch nicht notwendig. Im Falle eines Sturzes kann eine Überprüfung und Kalibrierung jedoch sinnvoll sein.Die Kettenblattstellung, der Kettenschrägzug, unterschiedliche Kettenblatt-Aufnahmen und der Wechsel von Kurbel/Kettenblättern haben keinen Einfluss auf die Kalibrierung. Sogar ovale Kettenblätter sind ohne Einschränkung verwendbar.Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wir nehmen Saxonar beim Wort, montieren ovale Q-Rings am Leistungssensor und testen unsere Konfiguration auf einem Cyclus2-Profiergometer. Da beide Geräte eine Fehlermöglichkeit von +-2% angeben, sollte der Unterschied bei einer Nominalleistung von 200 Watt maximal +/-8 Watt betragen. Selbst bei völliger Fehlerfreiheit sollte power2max geringfügig mehr Leistung messen als der Cyclus2, da etwas Leistung in der Kraftübertragung verloren geht.1. Kalibrierungs-Test auf dem Cyclus2 vor Beginn der LangzeituntersuchungNach einer Einlaufzeit von 10 Minuten fahre ich 60-Sekunden-Intervalle mit 150, 200, 250, 300 und 350 Watt samt einer Minute "aktiver Pause" dazwischen. Da es mir nicht möglich war, die Trittfrequenz während der einzelnen Test-Intervalle gleichmäßig zu halten, selektiere ich im Anschluss in der WKO+ Software jeweils 30-Sekunden-Blöcke, in denen die Trittfrequenz ausreichend stabil war. Ansonsten würden plötzliche Änderungen der Trittfrequenz bei so kurzen Messintervallen in einer nicht repräsentativen Mess-Ungenauigkeit resultieren.Ergebnis: ein stabiler Offset von 5-6 Watt, d.h. power2max misst im Bereich zwischen 200 und 350 Watt ziemlich genau 5-6 Watt mehr als der Cyclus2. Woher dieser Offset kommt weiß wohl nur Gott - allerdings ein sehr tolles Ergebnis ohne Drifts in unterschiedlichen Watt-Bereichen. 2. Kalibrierungs-Test auf dem Cyclus2 nach harten 1.600 Kilometern auf G.C. Beim 3-wöchigen Trainingsaufenthalt wurde das Rad samt power2max auf teilweise sehr schlechten Straßen über 30.000 Höhenmeter bergauf und bergab geprügelt. Ein vollwertiger Produkt-Test, wie ich meine, dessen Belastungen wohl einer vielfachen Kilometerleistung in heimischen Gefilden entsprechen. Um den Leistungssensor erneut zu prüfen, fahre ich das gleiche Testprotokoll noch einmal auf dem Cyclus2 Ergometer.Ergebnis: wieder ein sehr stabiler Offset von 5-6 Watt, fast ident mit dem ersten Test. Prüfung bestanden.
Um die Leistungsdaten auch unter realen Bedingungen zu testen, montierte ich mein "Solist two" Hinterrad mit der eingespeichten Powertap SLC+ Nabe. Der Vergleich ist aus wissenschaftlicher Sicht allerdings nur bedingt zulässig, da die Genauigkeit der Powertap Nabe unter der schlackernden Kette leidet und bei Maximal-Antritten sowie plötzlichen Beschleunigungen immer etwas zu viel anzeigt. Bei gleichmäßigen Belastungen (z.B. Zeitfahren oder Leistungstest) sind die Werte meiner SLC+ Nabe sehr exakt. Das weiß ich deshalb, da ich sie mehrmals mit einem kalibrierten SRM überprüft habe.Ergebnis: Insgesamt drei Testfahrten über 3, 6 und 8 Stunden wurden parallel durchgeführt. Schlussendlich stimmten die geleisteten Durchschnitts-Watt (Daten inkl. 0 Watt-Werten) und die "Nominal Power"-Watt (Daten ohne 0 Watt-Werten inkl. Gewichtung) beider Leistungsmesser ziemlich genau überein. Vergleichssieger ist hier trotzdem power2max. Nach Analyse der Datenaufzeichnung kamen zwei Schwächen der Powertap Nabe ziemlich deutlich zum Vorschein. Powertap berechnet die Trittfrequenz (ohne optionalem Kadenz-Abnehmer) im Schnitt ca. 10% zu hoch, und auch die Leistungsmessung driftet bei Maximal-Antritten bis zu +6% ab (vgl. Peak 5s, 10s, etc.). Anm. Für die genaue Messung der Trittfrequenz bietet Cycle Ops einen eigenen Kadenz-Messer an. Ist man im Besitz eines Edge, kann man natürlich auch das Kadenz-Modul von Garmin verwenden.
Zugegeben - bevor ich meinen power2max Leistungssensor in Empfang nahm, war ich etwas skeptisch. High-End Leistungsmessung mit niedrigem Gewicht, kompatibel mit einer der leichtesten Kurbeln am Markt, eine hohe Genauigkeit wie bei SRM, die automatische Kalibrierung der Nullstelle sowie der Steigung, der do-it-yourself Batterietausch und ein Kampfpreis des Sensors um € 690,-.Klingt fast zu schön um wahr zu sein.Aber lassen wir die letzten Wochen noch einmal Revue passieren.1. Zusammenbau power2max mit Rotor 3D+ und ovalen Kettenblättern: schnell und easy (check)2. Test der Kalibrierung auf einem Cyclus2: 5-6 Watt Offset zw. 150-350 Watt (check)3. > 1.600 Kilometer auf schwierigem G.C.-Pflaster: keine nennenswerten Probleme (check)4. Mehrfacher Parallel-Test über 3-6-8 Stunden mit einem PowerTap SLC+ 2.4: ca. 3 Watt Differenz (check)5. Abschließender Test der Kalibrierung auf dem Cyclus2: 5-6 Watt Offset zw. 150-350 Watt (check)Während der gesamten 1.600 Kilometer hatte ich nur einen einzigen Ausfall über zirka 30 Sekunden. Grund dafür war wohl ein stark überlagertes 2.4 GHz Signal eines Trafo-Häuschens (siehe Original-Foto). Auch das TOUR Magazin beklagte einige Ausfälle - vermutlich aufgrund eines WLAN-Signals, welches ebenfalls mit 2.4 GHz sendet. Mittlerweile wurde die Software aller power2max Sensoren überarbeitet und die ANT+ Sendeleistung erhöht. Dies sollte derartigen Interferenzen in Zukunft vorbeugen... wobei mich ein kurzer Ausfall in drei Wochen nicht wirklich schreckt.Power2max funktioniert und ich kann den Leistungssensor zum momentanen Zeitpunkt wirklich jedem ans Herz legen. Egal, ob mit der Rotor 3D (BSA) oder der Rotor 3D+ (BB30) - beide High-End Kurbeln können mit dem entsprechenden Rotor-Lager sowohl in BSA als auch in BB30-Rahmen gefahren werden und sind mit den meisten Rahmen kompatibel. Ob unser power2max Leistungssensor auch in 6.000 bzw. 12.000 Kilometern so gut funktioniert und tatsächlich keine Kalibrierung notwendig ist, werden die nächsten Monate zeigen.
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