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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Alle Pragmatiker, die keine Spinning-Kurse besuchen oder Hochleistungs-Ergometer ihr Eigen nennen wollen, brauchen trotz Kälte, Schnee und Dunkelheit nicht auf spezifisches Radtraining verzichten. Der KICKR Power Trainer von Wahoo Fitness ist eine ernsthafte Indoor-Alternative fürs Wintertraining mit dem eigenen Rennrad oder Mountainbike.Neben einem akzeptablen Geräuschpegel und verschwindend geringen Vibrationen (der Nachbar dankt's) glänzt die Trainingsrolle mit einer stabilen Aufnahme an den hinteren Ausfallenden und integrierter Watt-Steuerung über iPhone, iPad, Android oder PC. Lange Trainingsfahrten, hohe Watt-Widerstände, maximale Auslastungen und Sprints im Wiegetritt sind ohne weiteres möglich und kommen der Realität sehr nahe. Zusätzlicher Vorteil: Am Trainingsrad stimmt auf Anhieb die Sitzposition, Tretmotorik und Koordination lassen sich verbessern und man kann in den eigenen vier Wänden wetterunabhängig bei konstanten Umgebungsfaktoren trainieren.Wer sich trotz Einhaltung persönlicher Intervallvorgaben nicht ausgelastet fühlt, kann das Rollentraining mit zahlreichen interaktiven Trainingsprogrammen (siehe unterhalb) ebenso effektiv wie abwechslungsreich gestalten. Den Versprechen des Herstellers zum Trotz empfiehlt sich für präzises, wattgesteuertes Training ein eigener Leistungsmesser am Rad - ansonsten besteht die Gefahr, dass man nicht exakt mit der eigentlich geplanten Intensität trainiert.
* gemessen von DC Rainmaker
Auspacken, aufklappen, einspannen, anstecken. Fast fertig. Der KICKR ist out-of-the-box in mechanischer Hinsicht völlig einsatzbereit. Die Verarbeitung ist hochwertig, seine Füße lassen sich in der Höhe verstellen, um auch auf unebenen Böden einen stabilen und waagrechten Stand zu finden, und die hinteren Ausfallenden des Rads werden direkt auf das Ritzelpaket gespannt. Durch Tausch des integrierten Nabenadapters eignet sich der Trainer für 130- und 135-Millimeter-Hinterbauten. Die einfache Höhen-/Winkelverstellung macht ihn ebenfalls für alle gängigen Laufradgrößen kompatibel. Grundsätzlich benötigt der KICKR eine 220V Stromversorgung, es soll aber auch ein Kabel für 12V-Zigarettenanzünder geben. Ob man den KICKR mit seinen 20,5 Kilogramm Lebendgewicht gerne spazieren trägt, sei mal dahingestellt.
Vor der ersten, ernsthaften Inbetriebnahme sollte die Firmware vom KICKR auf den letzten Stand gebracht werden und ein initialer Spindown (Nullstellen-Kalibrierung durch den Anwender) durchgeführt werden. Das geht am einfachsten mit dem iPhone, iPad oder Android Handy und der kostenlosen Wahoo Utility App, die über iTunes oder den Google Play Store geladen werden kann.Nun muss der KICKR nur mehr mit der App verbunden und die selbsterklärenden Schritte "Update" und "Init Spindown" durchgeführt werden. Das Ganze ist selbst für Technikverächter noch einfacher, als es sich liest.
Ausgestattet mit integrierter Leistungsmessung, sollte sich der KICKR hervorragend zum professionellen Watt-Training eignen. Wer allerdings sehr spezifisch und intensiv nach Leistung trainiert, wird um einen "echten" Powermeter nicht umhinkommen. Denn wattgesteuerte Rollentrainer funktionieren für gewöhnlich relativ ungenau und sind zudem einer recht hohen Temperaturdrift unterworfen, die mit zunehmender Trainingsdauer die Wattwerte immer mehr verfälscht - in Summe sind plus/minus 10 bis 20 Watt keine Seltenheit.Um die Messgenauigkeit des KICKRs zu prüfen brachte ich ihn mitsamt meiner SRM Kurbel (Pm7 Cannondale) auf Zimmertemperatur und fuhr beide Geräte 15 Minuten lang warm. Danach kalibrierte ich die Nullstelle des KICKRs mittels der eingebauten Spindown-Funktion (Wahoo Fitness App) und nullte das SRM ab. Es folgten zwei Stufentests von 200 Watt bis 350 Watt mit zwischenzeitlicher Nullstellen-Kalibrierung beider Geräte.Resultat: Die integrierte Leistungsmessung des KICKRs zeigte nach dem Abnullen (Spindown) eine recht hohe, jedoch sehr stabile Abweichung (+15 Watt) im Vergleich zum SRM Leistungsmesser, den ich zuvor einem Vergleichstest mit dem Cyclus2 unterzogen hatte, welchen er anstandslos bestand. Oder anders gesagt: Der KICKR besitzt einen stabilen Offset von im Schnitt +15 Watt gegenüber dem Cyclus2 Hochleistungsergometer.
Die Temperaturdrift eines Trainers mittels Powermeter zu analysieren und zu dokumentieren, ist ein zwiespältiges Unterfangen, denn Sensoren, die per Dehnmesstreifen die erbrachte Leistung ermitteln, sind prinzipiell mit ähnlichen Temperaturdrift-Problemen (teils 1-4 Watt pro geändertem Grad Celsius) behaftet. Deshalb führte ich diesen Versuch sowohl mit meinem SRM Leistungsmesser durch, der von Werk aus als sehr driftresistent gilt, als auch mit dem neuesten Power2Max Type S samt integrierter Temperaturkompensation. Den P2M habe ich in der vergangenen Saison sehr oft am Cyclus2 auf die Probe gestellt und kann mit Fug und Recht behaupten, dass er dank seinem Software-Algorithmus und individuell ermittelter Temperaturkennlinie ebenfalls sehr driftresitent ist.Erneut brachte ich den KICKR und das SRM (Referenz) auf Zimmertemperatur, ermittelte die KICKR-Gerätetemperatur (24,0 °C) und fuhr beide Geräte 15 Minuten lang warm. Nach einem erneuten Spindown (26,6 °C) und Auto-Null am SRM folgten 30 Minuten bei 200 Watt und gleichmäßiger Trittfrequenz.Resultat: Während dieses Intervalls stellte sich eine ähnliche Durchschnitts-Abweichung ein wie beim Stufentest zuvor. Allerdings ist an der roten Trend-Linie zu erkennen, dass die vom SRM gemessenen Wattwerte mit fortlaufender Zeitdauer bzw. Erwärmung (der KICKR hatte am Ende 33,2 °C) ein klein wenig absanken. Vergleicht man die ersten drei mit den letzten drei Minuten, so betrug die Temperaturdrift in etwa 4 Watt (2,2%).Umgehend fuhr ich ein zweites Intervall über 30 Minuten, in welchem sich der KICKR nur mehr um 1,6 °C auf 34,8 °C erhitzte. Dementsprechend geringer war auch seine Drift (2 Watt Differenz zwischen den ersten drei und den letzten drei Minuten entsprechen in diesem Fall 1,1%). Interpretation: Wer nach KICKR-Wattwerten trainieren möchte, sollte auf einen Spindown nach 15 minütigem Warmup nicht verzichten. Um weiterer Temperaturdrift Herr zu werden, empfiehlt sich ein zweiter Spindown nach weiteren 30 Minuten. So bleiben die Trainingswerte mit vorangegangenen und noch folgenden KICKR-Trainings vergleichbar.Tipp: Für einen besonders gleichmäßigen Tret-Widerstand empfiehlt sich ein hoher Gang (bsp. 53-15). Zusätzlich wird die Bremse des KICKRs spürbar entlastet, das System erhitzt sich weniger stark und die Drift fällt insgesamt deutlich niedriger aus. Wir haben den gleichen Test mit kleineren Gängen (bsp. 39-21) durchgeführt und die interne Temperatur des KICKRs war bereits nach 15 Minuten um durchschnittlich 10 Grad Celsius höher.
Um unser finales Testergebnis zu prüfen und zu untermauern, fuhren wir noch einige Trainings mit dem P2M Type S. Wie erwartet mit nahezu gleichem Ergebnis in Bezug auf Genauigkeit und Drift. Im direkten Vergleich zum SRM zeigte der P2M zwar ein Euzerl weniger an, allerdings ist das gleiche Phänomen auch am Cyclus2 zu beobachten.
Ursprünglich nur für den Hersteller oder das lokale Service Center gedacht, kann das Wahoo KICKR Calibration Kit auch um 99,99 USD bestellt werden. Im Lieferumfang befinden sich ein präzises Kalibrierungs-Gewicht, ein Kalibrierungs-Arm aus Metall und der Download-Zugang zur Software (nur kompatibel mit Apple iOS und einem Bluetooth 4.0 tauglichen Endgerät). In wenigen Schritten können die Factory-Settings überschrieben und die Wattgenauigkeit des KICKRS neu kalibriert werden.Aus Interesse haben wir uns den Calibration Kit in Übersee bestellt und eine Hardware-Kalibrierung vor den oben erwähnten Tests durchgeführt. Im direkten Vergleich zu vorangegangenen Stufentests brachte die Kalibrierung keine großartige Änderung - dennoch konnte der Offset um 5 Watt (von ca. 20 auf 15 Watt) reduziert werden.
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
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