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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Beim privaten Aufbau eines leichten XC-Hardtails (Scott Scale 650B) beschäftigte mich im Speziellen die Suche nach der idealen Federgabel. Relativ leicht sollte sie sein, standfest, blockierbar und weiß. Der Rest war mir in Wahrheit egal - allerdings hätte ich sehr gerne auf den Remote-Kabelsalat verzichtet, welcher jedes Cockpit höchst unaufgeräumt aussehen lsst.Im Zuge meiner Recherche stieß ich auf den elektrisch gesteuerten Lockout-Mechanismus eLECT von Magura. Im Automatikmodus erkennt ein 3D-Sensor die Geländeneigung und öffnet oder schließt die Druckstufe in Eigenregie. Mit einem kabellosen Remote-Sender kann in die Lockout-Funktionalität jederzeit manuell eingegriffen werden. Zudem lässt er sich direkt an den Magura MT-Bremshebeln montieren - kein zusätzliches Kabel, keine Lenkerschelle, in Magura Gabeln bis 120 mm Federweg ab Baujahr 2010 nachrüstbar und sogar leichter als die mechanische Einheit. Gekauft, bzw. für einen Langzeittest geschnorrt!So ließ ich mir eine TS8 650B Gabel mit 100 mm Federweg, 9 mm Schnellspanner und eingebautem eLECT schicken. Zwar hätte ich lieber eine Gabel für M15-Steckachsen gehabt, aber so passt zumindest jedes XC Laufrad in die Ausfallenden. Und für meine vorhandenen Ritchey WCS Vantage II und Mavic Crossmax SLR Laufräder gab es passende Adapter.
Die eLECT Dämpfungseinheit wurde exklusiv auf alle Magura TS8 und TS6 Federgabeln abgestimmt. Der kabellose Lenker-Remote kann entweder direkt auf Maguras MT Bremshebeln (rechts oder links) oder - über eine zusätzliche Schelle - am Lenker angebracht werden. Wer die Gabel ausschließlich im Automatik-Modus betreiben möchte, kann auf die Montage der Fernbedienung verzichten.Die Betriebszeit des Gabel-Lockouts beträgt rund 40 Stunden im Automatik-Modus und bis zu 60 Stunden im manuellen Modus, was sogar für eine komplette Transalp ausreichend sein sollte. Über die gut zugängliche Micro-USB-Buchse unterhalb der Abdeckkappe kann das eLECT innerhalb weniger Stunden nachgeladen werden.Zusätzlich ist es möglich, die eLECT-Automatik (Neigungssensor) nach eigenen Wünschen zu kalibrieren. Durch unterschiedliche Positionen des Rades während dieses Vorgangs (Anheben des Vorder- oder Hinterrads, also beispielsweise -1,5° / 0° / +1,5°) kann die Nullstelle und dadurch das Ansprechverhalten gemäß individueller Anforderungen voreingestellt werden. So bestimmt der Fahrer, ab welcher Neigung die Gabel blockiert und wieder öffnet.
Kernstück der innovativen Dämpfungseinheit ist seine 3D-Beschleunigungssensorik, die Neigungen (On / Off) und Stöße (Blow Off) im 1/2-Sekundentakt erkennt und die Gabel automatisch in den geeigneten Modus versetzt. Zudem kann eLECT kalibriert werden, d.h. es kann der Neigungswinkel eingestellt werden, ab dem das System automatisch öffnet oder schließt (vgl. o.).Im Falle eines Sprunges im aktivierten Lockout-Zustand erkennt die "Free Fall Detection" blitzschnell die Situation und öffnet die Druckstufe, um sie nach der weichen Landung je nach Neigung wieder zu schließen - auch dann, wenn man sich gerade im manuellen Modus befindet.
Selbstverständlich hat der Fahrer per eLECT Fernbedienung jederzeit die Wahl zwischen Automatikmodus und Handbedienung.eLECT erkennt selbständig den Ruhezustand und schaltet automatisch in den stromsparenden Stand-By-Modus. Einige Sekunden nach dem Losfahren ist das System wieder betriebsbereit.
Viel einfacher gehts nicht: Bergauf blockiert und bergab offen. Die Freefall-Dection sorgt für weiche Landungen trotz Lockout-Modus und die Blow off-Funktion öffnet blitzschnell bei harten Stößen. Abgerundet wird eLECT mit dem Sprint-Modus, welcher entsprechende Beschleunigungen in der Startphase und beim Zielsprint erkennt und die Gabel kurzfristig in den Lockout versetzt. Je nach Kalibrierung verhält sich eLECT bei welligen Fahrten nahe des eingestellten Neigungswinkels oder bei schroffen Uphills etwas nervös oder unentschlossen. Mit einem Druck auf das optionale Funkmodul kann der Fahrer aber jederzeit in den manuellen Modus wechseln und den Lockout per ANT-Standard bedienen. Ich persönlich habe die Remote-Fernbedienung genau einmal erfolgreich getestet und danach wieder abmontiert, da der automatische Lockout in der Regel ausgezeichnet funktioniert. Ferner komme ich als eLECT Automatik-User nie wieder in die Verlegenheit, kurz vor der anstehenden Abfahrt auf das Öffnen der Gabel zu vergessen.
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