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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Zeitfahrräder repräsentieren die Formel-1 des Rennradbaus und es gibt kaum noch Hersteller, die keinen superschnellen Boliden für Triathleten oder Sekundenjäger im Programm haben. Fast alle wollen im Windkanal entwickelt worden sein, den stürmischen Elementen trotzen und in jeder Lebenslage entscheidende Wattvorteile bringen. Richtig schnell trennt sich in der Realität allerdings die Spreu vom Weizen, wenn es um Dinge wie Ergonomie, Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit geht - und vor allem darum, die theoretischen Stärken gleichermaßen in den Asphalt zu brennen.Mit dem Plasma 3 hat Scott seit Jahren ein sehr heißes Eisen im Feuer - so ging der Vorjahressieg von Orica GreenEdge im Mannschaftszeitfahren zugleich als schnellstes Zeitfahren in die Geschichte der Tour de France ein. Das australische Team legte die 25 Kilometer der 4. Etappe in Nizza mit einem Mittel von 57,841 Stundenkilometern zurück und war damit schneller unterwegs als das Discovery Channel-Team um Lance Armstrong 2005 in Blois (57,324 km/h über 67,5 km).Vergangene Woche wurden das Plasma 5, neues Arbeitsgerät von Sebastian Kienle, dem deutschen Triathlonprofi und zweifachen Ironman 70.3 Weltmeister 2012/13, sowie die TT-Boliden des Profiteams Orica GreenEdge offiziell vorgestellt. Bikeboard.at war für euch bei der Präsentation im Rahmen zahlreicher Testfahrten auf der Bahn im schweizerischen Aigle dabei.
7% weniger Luftwiderstand (mit Dummy bei 50 km/h), 47% höhere Steifigkeit des Steuerrohrs (gemäß Zedler) und 130g niedrigeres Rahmengewicht.
Noch spannender als die verbesserte Aerodynamik (7% in der Triathlon- bzw. 5% in der TT-Version) gegenüber dem Vorgänger ist die Art und Weise, wie das neue Rahmendesign entwickelt wurde. So holte Scott den "Aerodynamik-Papst" und Technischen Direktor von Smart-Aero-Technology, Simon Smart, ins Boot und entwickelte ein TT/Triathlon-Bike, das mit dem Fahrer aerodynamischer sein soll als ohne ihn.
"Der Einfluss des sich bewegenden Fahrers auf den Luftstrom und somit auf die aerodynamischen Eigenschaften des Rahmens ist ein komplexes Phänomen, muss jedoch unter allen Umständen berücksichtigt werden, wenn es darum geht ein Triathlon- und TT-Rad zu entwickeln, welches unter realen Bedingungen aerodynamische Bestwerte erzielen soll.", meint Simon Smart, der die Ergebnisse dieses komplexen Phänomens und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in das Rahmendesign des Plasma 5 einfließen ließ.Beim Aero-Design, fanden neben dem Zusammenspiel zwischen dem sich bewegenden Fahrer und dem Rad, auch der ergonomisch, individuell einstellbarere Lenker und perfekt integrierte Verpflegungs- und Flüssigkeitsspeicher Berücksichtigung. Die für Nicht-Trias fast schon bedrohliche Optik der Storage-Box bzw. des hohen Vorbaus samt Frontflasche stellen im Prinzip den Hauptunterschied zwischen der TT- und Tri-Variante dar und sorgen für die 7%- vs. 5%-Aero-Verbesserung - d.h. mit dem Aero-Drink-System ist das Plasma 5 sogar schneller, als ohne.Oder anders bzw. präziser formuliert: Rahmen und Gabel des Plasma 5 erfüllen in TT- und Triathlon-Vorbaukonfiguration die UCI-Vorschriften in vollem Umfang. Einzig das Aero-Drink-System und die Verpflegungsbox wurden für die Ansprüche von Triathleten konzipiert und sind nicht UCI-konform.
Scotts Aerodynamikabteilung entwickelt Produkte mit Hilfe eines zyklischen Prozesses: je mehr Wiederholungen (siehe Flow-Chart unterhalb) durchlaufen werden, umso genauer die Ergebnisse. Die Entwicklung des Plasma 5 erforderte drei komplette Zyklen.Wenn Träume wahr werden: Zu Beginn eines Zyklus werden die Entwicklungskonzepte virtuell mittels CFD-Analyse getestet und in weiterer Folge im Windkanal unter simulierten "Real-Bedingungen" geprüft. Während in der ersten Session das Rad isoliert betrachtet wird, folgen weitere aufwendige Tests mit bewegten Dummies, lebenden Fahrern und unter verschiedenen Umweltvariablen.
Das Resultat: Scotts Designer setzen bei den Rohrformen - wie auch beim Foil und Addict - auf ein parametrisches Flügelprofil. Da die Luftströme, welche auf ein fahrendes Bike treffen, je nach Rahmenregion und durch Beeinflussung der sich bewegenden Elemente wie Laufräder oder die Beine des Fahrers, völlig unterschiedliche Anforderungen ans Rahmendesign bedingen, wurden die aerodynamisch relevanten Bereiche individuell angepasst.Im Klartext: In Bereichen, wo der Luftstrom ungehindert auf das Rad trifft (blau markiert - oberes Unterrohr, Steuerrohr und Lenker), werden das Trunkationsverhältnis (= Beschnitt) der Anströmkante und der Übergangsradius vergrößert, während die Abströmkante reduziert wird.
In den komplexen Bereichen, wo der Luftstrom vor dem Auftreffen auf den Rahmen beeinflusst wurde (rot markiert - Sitzrohr, Streben und unterer Teil des Unterrohrs), weisen die Rohre ein reduziertes Trunkationsverhältnis und einen geringeren Übergangsradius samt vergrößerter Abströmkante auf, die im Extremfall sogar flach ausfallen kann. Dadurch können die Verwirbelung verschiedener Luftströme sowie ein zu frühes Wiederzusammenführen dieser verhindert werden. Zusätzlich profitieren Elemente hinter diesen Profilen, indem sie vom Luftstrom abgeschirmt werden und sich der Gesamtluftwiderstand des Rad-Fahrer-Systems weiter reduziert.
Neben dem Schwerpunkt "Aerodynamik" wurden ferner den Themen Ergonomie, Fuel Storage und Alltagstauglichkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt. One for all: Das Plasma 5 soll die Anforderungen von Radrennfahrern und Triathleten gleichermaßen erfüllen. Mit den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und dem modularen Vorbau-Lenker-System soll sich die Fahrerposition an die Bedürfnisse beider Spezies anpassen lassen.
VorbauintegrationScotts Entwickler wählten eine Konstruktion, bei der der Vorbau zwischen den Steuerlagern mit dem Gabelschaft verbunden ist. Durch den vergrößerten Abstand zwischen dem oberen und unteren Steuerlager konnten die Torsionssteifigkeit des Steuerrohrs sowie dessen Aerodynamik deutlich verbessert werden. Außerdem sorgt die direkte Verbindung zwischen Vorbau und Rahmen für eine direkte Übertragung der Kräfte, welche beim Wiegetritt entstehen, was die Verwindung von Gabelschaft und Steuerrohr reduziert. Für das Plasma 5 gibt es zwei Vorbauoptionen: Der TT-Vorbau verläuft in einer Linie mit dem Oberrohr und erlaubt eine extreme tiefe Sitzposition. Der Triathlon-Riser-Vorbau erhöht den Lenker-Stack um 45 mm und ermöglicht die Montage des Aero-Drink-Systems von Profile. Brems- und Schaltzüge werden aus dem Lenker in den Vorbau und von dort über das Steuerrohr in den Rahmen geführt.
Aeria BasislenkerDrei verschiedene Versionen dieses Basislenkers wurden speziell für das Plasma 5 entwickelt und besitzen eine ultraflache Lenkerklemmung sowie ein aerodynamisches F01-X230-Lenkerquerschnittsprofil. Bremszüge und Kabeln für elektronische Schaltgruppen können komplett integriert werden. Die besonders steif konstruierten Lenker weisen einen extralangen Reach auf, der um bis zu 15 mm gekürzt werden kann, besitzen eine geringe Lenkerkrümmung, um auch im Wiegetritt ausreichend Kniefreiheit zu gewähren und erfüllen das 3:1 Reglement der UCI.
Armauflagen, Spacer und ExtensionsDie ebenfalls exklusiv für das Plasma 5 entwickelten Spacer und Klemmvorrichtungen ermöglichen die Höhenanpassung um bis zu 75 mm für die Armauflagen inklusive der Extensions. An der Abströmkante der Spacer findet sich eine abnehmbare Abdeckung, über die man schnell auf den Innenkanal zugreifen kann, in welchem die Kabel der elektronischen Schaltgruppen verlegt sind.Beim Durchmesser des Klemmsystems entschied man sich für den 22,2 mm Standard, der die Austauschbarkeit mit allen Extension-Modellen von Profile und dem Großteil der anderen Hersteller gewährleistet. Die Sweep-Bend-Verlängerung an den hier montierten Aeria-Extensions ist am Ende angewinkelt, um eine ergonomische und gleichzeitig aerodynamische Position der Hände zu unterstützen.
Sattelstütze und -klemmeIm Vergleich zum Plasma 3 ist die Sattelstütze nicht am Sattelrohr ausgerichtet, sondern weist einen leichten Winkel auf. Der daraus resultierende horizontale Einstellbereich für die Sattelklemme bleibt dadurch für alle Sattelhöhen praktisch ident.Zusätzlich weist die neue Sattelstütze im Vergleich zur Version auf dem Plasma 3 zusätzliche 10 mm horizontale Einstellbarkeit auf.
Aerodynamischer Fuel StorageObwohl es viele Radrennfahrer bei diesem Anblick fröstelt, sind Aufbewahrungsmöglichkeiten für Getränke und Verpflegung für Langdistanz-Triathleten nicht wegzudenken. Nach umfangreicher Analyse vorhandener Lösungen entschied sich das Entwicklungsteam von Scott und Profile für eine vertikale, aerodynamische Trinkflasche, die unterhalb der Extensions, vor dem Steuerrohr befestigt wird. Die Aufbewahrungsbox wird auf dem Oberrohr direkt hinter dem Vorbau montiert.Beide Systeme sind während der Fahrt leicht zu erreichen, ohne dass der Fahrer seine aerodynamische Position verlassen muss, schnell abnehmbar und aus spülfestem Material gefertigt. Der Aero-Drink wird mit Hilfe eines Clip-on Systems am Vorbau befestigt, soll ohne Vibrationen und Geräuschbildung auskommen, ist mittels großem Einfüllstutzen on-the-go wiederbefüllbar und verbessert durch den glatten Übergang zwischen Flasche und Rahmen die aerodynamische Gesamtperformance.
Integrierte BremsenBeim Plasma 3 konnten sich Scotts Entwickler noch vor integrierten Bremsen drücken, beim Plasma 5 ließen sie schlussendlich die Hosen runter und verpassten dem Boliden hinten eine standardmäßige Direct-Mount-Bremse aus dem Hause Shimano und vorne eine integrierte Eigenkonstruktion, die in enger Zusammenarbeit mit Tektro entstand. Beide Bremsen sollen sich leicht einstellan lassen und sind mit den breitesten auf dem Markt befindlichen Aero-Laufrädern kompatibel.Die per Mittelzug angesteuerte Front-Bremse erlaubt die Verwendung einer aerodynamischen Frontabdeckung, welche für eine effiziente Anströmkante des Steuerrohrs sorgt. Besonders lange Hebelarme, verstärkte Bestandteile und die konstruktionsbedingte, niedrige Torsionsbelastung innerhalb der Hebelarme sollen die Bremsleistung im Vergleich zur Konkurrenz drastisch verbessern. Gleichzeitig ist die Plasma 5-Gabel dank entsprechender Schnittstellen auch mit Standard-Direct-Mount sowie Caliper-Bremsen kompatibel - in diesem Fall muss auf die Bremsabdeckung jedoch verzichtet werden.
Gleichzeitig stellt Scott dem Topmodell Plasma 5 (HMX Carbon) mit dem ebenfalls neuen Plasma 4 eine deutlich günstigere Variante aus HMF-Carbon zur Seite. HMF steht für Scotts Carbon-Mittelklasse, bei der Design, Fasern und Fertigungsprozess angepasst wurden, um einen niedrigeren Preis zu erzielen. Das Plasma 4 besitzt eine traditionelle Gabel-/Steuerlager-Konstruktion, gewöhnliche Caliper-Bremsen vorne und hinten und andere Standardparts. In Zahlen bedeutet dies 1.470 g (in Größe 54, Gabel 400 g), gleiche Aeroperformance wie sein Vorgänger Plasma 3, dafür aber eine um 47% gesteigerte Steifigkeit.
Beide Modelle werden ebenfalls als Frame-Set erhältlich sein. Während sich der Plasma 5 Rahmensatz aus Rahmen, Gabel, Sattelstütze, Profile Cockpit, Uprise-TT-Vorbau, Vorderradbremse inkl. Abdeckung, Trinkflasche und Box zusammensetzt, beschränkt sich der 4er-Rahmensatz auf Gabel und Sattelstütze. Die neuen Plasma-Rahmen sind für Di2 und mechanische Gruppen ausgelegt, benötigtes Zubehör befindet sich im Lieferumfang - mit Ausnahme des flachen TT-Vorbaus (Plasma 5), welchen ambitionierte Zeitfahrer separat ordern müssen. Die Preise stehen zum momentanen Zeitpunkt noch nicht fest.
Noch bevor das Plasma 5 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, errang Sebastian Kienle damit den Sieg bei den IM Europameisterschaften am 6.7.2014 in Frankfurt und brach dabei gleichzeitig den bestehenden Bikesplit um fast 10 Minuten. An seinem 30. Geburtstag setzte er sich nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern auf dem Rad und dem Marathonlauf durch und stellte in 7:55:14 Stunden einen Streckenrekord auf.
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
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