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Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
In dem Moment, in dem wir an Alban Lakata vorbeiziehen, fällt mein Blick auf die schneebedeckten Berggipfel, kalter Wind bläst mir ins Gesicht, die Garmin-Uhr bestätigt: Noch 2 Grad bis zum Nullpunkt. Mein Quadfahrer gibt Gas, noch eine Minute bis zur Spitze, allen voran Urs Huber. In den engen Kehren klammere ich mich mit der linken Hand ans Quad, mit meiner rechten an die Spiegelreflexkamera. Noch einmal fällt mein Blick auf die Uhr, es sind noch 400 Höhenmeter bis zum Kulminationspunkt am Idjoch. Die Führungsgruppe ist fünf Minuten schneller als mein Zeitplan.
Es sind Momente wie diese, in denen eine Uhr wie die Garmin Fenix ihre Stärken voll ausspielen kann. Sie ist für mich von dem sekundengenauen Startcountdown bis zur Zieldurchfahrt ein Werkzeug, das schneller und robuster als jedes Handy wichtige Informationen liefert. Die Spitze kommt dem höchsten Punkt des Irobike Marathons immer näher. Sobald die ersten Fahrer die Grenze in die Schweiz überqueren, bleiben mir etwas mehr als eineinviertel Stunden, um aufs Mountainbike zu wechseln und über den Vellil-Trail ins Ziel zu kommen. Dabei wird mir die Fenix 3 immer wieder die Höhe und Uhrzeit liefern, mit der ich relativ exakt einschätzen kann, wann ich im Festivalgelände aufschlagen werde. Und sollte ich mich am Weg dorthin verirren, auch die Zeit bis zum Sonnenuntergang oder die "TrackBack" Route retour - das bleibt aber hoffentlich graue Theorie.
Das Display ist auch ohne Beleuchtung und im morgendlich noch schattigen Lareinbachtal gut abzulesen. Nichts schlägt, was die Lesbarkeit angeht, den analogen Zeiger einer Uhr. Dafür bietet die Fenix 3 dank Beleuchtung auch nächtens eine gute Sicht auf alle wichtigen Funktionen.
Im Uhrmodus gibt's jede Menge verschiedener Ansichten, Watchfaces gennant, im Aufzeichnungsmodus kann man an die Sportart angepasst die verschiedenen Anzeigeseiten beinahe beliebig konfigurieren; angefangen bei banalen Dingen wie Uhrzeit, Höhe und Puls, über Infos wie Sonnenauf- und -untergang bis hin zu komplexeren Anzeigen wie Navigation, Pulsverlauf oder Höhenprofil.
Seit der ersten Fenix hat sich viel getan, was Umfang und Ausgestaltung der Funktionen betrifft. Durch die hohe Anzahl an Möglichkeiten werden die Menüs nicht immer übersichtlicher und intuitiver, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist die Bedienung größtenteils in Fleisch und Blut übergegangen. Ein paar Highlights der technischen Daten gibt's hier:
Welche der unzähligen Funktionen Verwendung finden, hängt natürlich ganz stark vom persönlichen Einsatz der Uhr ab. Bei mir war die Fenix 3 hauptsächlich am Bike, bei Fotojobs am Quad oder Motorrad und am Berg im Einsatz. Ein hilfreicher Knopf war dabei der Lock-Button (Light-Knopf), denn mir ist es gelegentlich passiert, das durchs Abwinkeln des Handgelenks versehentlich der Start-Stop-Knopf gedrückt und so die Aufzeichnung unterbrochen wurde. Ein Sperren der Uhr schafft hier Abhilfe. Die Möglichkeiten der Uhr lassen jedenfalls kaum Wünsche offen. Lediglich die Konfiguration kann manchmal das Bedienerlebnis ein wenig trüben, wenn man versucht, das eine oder andere Feld auszutauschen und sich deshalb durch etliche Untermenüs arbeiten muss. Wie fein wäre da eine Drag&Drop-Konfiguration à la SRM am Desktop ...
Wenn's nicht gerade Steve McQueens Heuer Monaco ist, stehe ich ja prinzipiell auf runde Uhren; das sieht für mich einfach stimmiger und weniger offensichtlich nach Smartwach aus. Dank rundem Display gibt's für die Fenix 3 auch jede Menge Anzeigen im analogen oder digitalen Stil. Dazu die klassischen Bandanstöße, die die Uhr trotz ihrer massiven Größe tragbar werden lassen und vor allem das Verwenden diverser Bänder auch von Drittanbietern ermöglicht. Vom mattschwarzen Metallband bis zum Leder-Natoband gibt's sogar von Garmin selbst eine recht große Auswahl. So sieht die Fenix 3 meiner Meinung nach am Handgelenk dezenter aus, als man es von einer über 50 mm großen und 16 mm dicken Uhr erwarten würde.
Was die Genauigkeit der Aufzeichnugen angeht, ist die Fenix 3 irgendwo zwischen älteren Garmin-Geräten wie dem Edge 500 oder den Fenix-Uhren der Vorgenerationen und den neuesten GPS-Computern wie dem Edge 520 anzusiedeln. So liegt der Track relativ gut über der Karte, doch während der Edge 520 beispielsweise nur minimalste Abweichungen von der Karte im Meterbereich zeigt, lag die Fenix 3 in unseren Tests schon mal bis zu zehn Meter daneben. Der Akku hält dabei für eine Smartwatch sehr lange. Lediglich bei meinem Test während der Salzkammergut Trophy mit GPS+Glonass war nach 13 Stunden Schluss mit den Aufzeichnungen. Das ist meiner Meinung nach noch etwas zu wenig für große Bergtouren, die in Sommermonaten schon mal 16 Stunden und länger dauern können, und auch dann sollte man im Idealfall noch ein paar Reserven haben.
Abhilfe kann hier der UltraTrac Modus schaffen, mit dem eine Aufzeichnung bis zu 40 h möglich sein soll - auf Kosten der Genauigkeit. Allerdings ist die Laufzeit der Fenix 3 auch deutlich besser als die der meisten Android-Uhren wie z.B. der neuen Polar M600, die im GPS-Modus laut Hersteller zehn Stunden und als Uhr nur knappe zwei Tage hält. Bei der Version ohne Puls am Handgelenk gibt Garmin eine Laufzeit von ca. 20 h im GPS-Modus an.
Mit der Pulsmessung am Handgelenk habe ich bis dato generell keine guten Erfahrungen gemacht. Vermutlich habe ich zu dunkle Haut und zu viele Haare. Die Anzeige der Fenix 3 ist zwar gefühlt genauer als jene der Tomtom Multisport Cardio oder des MIO Link, was aber, denke ich, eher an der besseren Interpolierung als der Hardware an sich liegt. Die Handgelenk-Messung der Fenix 3 lag gelegentlich auf den Schlag genau richtig, war andererseits oft ohne erkennbaren Grund bis zu 20 oder 30 Schläge daneben. Da ohne zusätzliches Messgerät nicht nachvollziehbar ist, wann der Puls stimmt und wann nicht, ist die Messung am Handgelenk für Trainingszwecke zumindest in meinem Fall völlig ungeeignet. Was natürlich nicht heißen soll, dass das System bei Anwendern mit anderem Hauttyp nicht funktionieren kann.
Wie heiß der Markt der Wearables im Moment umkämpft ist, zeigt sich an der schieren Anzahl an Neuvorstellungen in den letzten Monaten. Während die Smartwatches der Computerhersteller (Apple und Android-basierend) den Weg in Richtung Fitness und Gesundheit suchen, gehen die GPS- und Sportuhrenhersteller den umgekehrten Weg und versuchen, ihre Uhren mittels Bluetooth und ANT+ besser mit Handy und Co. zu verbinden.Was den Einsatz als Sport-Werkzeug angeht, hat letztere Gruppe im Moment aus meiner Sicht die Nase vorne. Vielleicht weniger, was die Absatzzahlen betrifft, als vielmehr durch die Tatsache, dass Garmin, Suunto, Polar und Co. in robuste Gehäuse ihre proprietären Systeme bauen, die dadurch perfekt auf die Bedürfnisse von Outdoor-Sportlern zugeschnitten sind. Während Apple- und Android-Uhren mitunter täglich ans Ladegerät müssen, teilweise keine barometrischen Höhenmesser oder kein GPS integriert haben, legen Uhren wie die Fenix 3 mit sechs Wochen Akkulaufzeit im Uhrenmodus vor.Am ähnlichsten zur Fenix 3 ist aktuell die neue Suunto Spartan, die neben Barometer und GPS-Sensor auch noch einen Touchscreen besitzt, allerdings auf die Pulsmessung am Handgelenk verzichtet. Das Display ist mit 320x300 etwas höher auflösend als jenes der Fenix.Dazwischen wollen auch klassische Uhrenhersteller wie Tag Heuer mit der Connected mitmischen, die ich zwar als optisches Highlight einstufe, die aber mit 25 h Gesamtlaufzeit pro Akkuladung, ohne GPS und Höhenmesser eher in die Lifestyle-Schiene fällt, statt als echtes Outdoor-Werkzeug zu dienen. Ähnliches könnte man über die Apple-Wach sagen, die aber in der neuesten Verison neben der Pulsmessung am Handgelenk zumindest GPS verbaut hat und wasserdicht ist.
Und während Tag Heuer, Apple und Co. versuchen, von der Lifestyle-Schiene aus die Outdoor-Szene zu erreichen, geht Garmin mit der aktuellsten Neuvorstellung der Garmin Chronos die umgekehrte Richtung und versucht, einen Markt für edle High-End Tool-Uhren zu erschließen. Wir groß der Markt für Lifetsyle-Produkte jenseits der 1.000-Euro-Grenze ist, bleibt abzuwarten.Die Richtung, in die es geht, ist jedenfalls klar. Mittelfristig haben meiner Meinung nach jene Produkte die beste Zukunft, die entweder die Lifestyle-Schiene bedienen, oder den besten Mehrnutzen als Werkzeug bieten - im Idealfall natürlich beides. Die ultimative Smartwatch bietet neben einem kristallklaren Touchscreen-Display auch einige Wochen Akkulaufzeit, GPS, Puls- und barometrische Höhenmessung, eine Simkarte zum Telefonieren und das alles in der stylischen, klassischen Gehäuseform einer Heuer Autavia von 1964.
Nach wie vor ist es so, dass Hardware und Software bei Garmin auf unterschiedlichen Leveln spielen. Wie bei den Edge-Modellen sorgenauch bei der fenix immer wieder diverse kleine Bugs bei Updates oder in Garmin Connect für Ärger. Hier besteht aus meiner Sicht das größte Potenzial für Garmin, sich als Highend-Marke weiterzuentwickeln. Gerade durch die immer komplexer werdenden Geräte und Funktionen wäre es manchmal hilfreich, könnte man die Screens der Uhr oder so manche Einstellungen einfach online auf einem großen Bildschirm vornehmen und danach auf die Geräte übertragen. Eine feiner Schritt ist Connect IQ und damit die Möglichkeit, von “Watchfaces” über Datenfelder auch diverse Minitools für Uhren und Bikecomputer zu entwickeln. Einzelne Hersteller sind bereits auf den Zug aufgesprungen. So lassen sich die Turbo-Modelle von Specialized bereits via App verbinden. Ein Blick auf die zahlreichen Datenfelder, Watchfaces, Widgets und Apps lohnt sich: Connect IQ Homepage
Die Fenix bietet viel von dem, was ich mir von einem Werkzeug am Handgelenk erwarte. Pulsmessung, barometrische Höhe, GPS und eine schier endlose Anzahl an weiteren Funktionen. Und dennoch ist sie nach wie vor ein Kompromiss. Das Gehäuse ist im Gegensatz zu G-Shock und Co. eleganter, mit den beiden Bandanstsößen auch klassischer als die Konkurrenz von Suunto, sie kann dank diversen Leder- oder NATO-Bänder beinahe beliebig gestylt werden. Dazu gibt es mittlerweile richtig viele digitale und analog wirkende Watchfaces. Zwar tragen die knapp 52 mm Durchmesser und 16 mm Dicke am Handgelenk ordentlich auf, im Gegensatz zu den meisten Android-Uhren oder auch der Apple Smartwatch bietet die Fenix 3 aber eine ordentliche Akkulaufzeit von bis zu sechs Wochen im Uhrmodus bzw. bis zu zwei Wochen im Smartwatch-Modus mit Pulsmessung. Insgesamt sorgt der Funktionsumfang für eine wahre Flut an Möglichkeiten: als Trainingsbegleiter am Bike, zur Streckenaufzeichnung diverser Touren, als Navigationshilfe für Bergsteiger, als stylischer Zeit- und Höhenmesser im Alltag, Schrittzähler, Begleiter bei Schwimmtrainings, als Fernsteuerung fürs Handy oder auch als Sonnen- und Mondkalender zur Tagesplanung. Immer mehr wird auch dank Connect IQ möglich. In einem "Wünschdirwas” wahlweise an Garmin oder ans Christkind würde ich mir ein höher auflösendes Display wünschen, eine Akkulaufzeit von 24 h im GPS-Modus, dazu ein etwas kleineres Gehäuse und vielleicht eine Pulsmessung, die immer funktioniert. Das Tüpfelchen auf dem i wäre dann eine Simkarte zum Telefonieren in Notfällen. Softwareseitig wird an Garmin Connect zwar laufend gearbeitet, dennoch wären zum Beispiel die Online-Konfiguration der Modi und Bildschirme eine feine Sache, oder das Wegfallen diverser kleiner Bugs und Firmware-Update-Probleme. Connect IQ ist eine super Sache, mittlerweile aber relativ unübersichtlich und langsam. Insgesamt ist Garmin auf dem richtigen Weg. An den Unzulänglichkeiten früherer Fenix-Generationen wurde gearbeitet und die Richtung stimmt. Aktuell ist die Fenix3 aus meiner Sicht eine der potentesten smarten Uhren am Markt. Ich persönlich würde im Moment aber zum Modell ohne Pulsmessung greifen, da der Sensor am Handgelenk in meinem Fall nicht funktioniert hat und die Akku-Laufzeit bei der Uhr ohne Pulsmessung am Handgelenk etwas länger ist.
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