Jump to content
×
MFT Challenge Disc

MFT Challenge Disc

05.09.14 09:11 13.101Text: NoManFotos: Erwin HaidenDie Software-unterstützte Wackelplatte soll die Balance und Koordination von Sportlern verbessern und manch Muskelzwicken vertreiben - Vergleichswerte inklusive. Bikeboard nahm sie genauer unter die Lupe05.09.14 09:11 13.112

MFT Challenge Disc

05.09.14 09:11 13.1126 Kommentare NoMan Erwin HaidenDie Software-unterstützte Wackelplatte soll die Balance und Koordination von Sportlern verbessern und manch Muskelzwicken vertreiben - Vergleichswerte inklusive. Bikeboard nahm sie genauer unter die Lupe05.09.14 09:11 13.112

„Stabi-Übungen? Stabi wer, was? Kenn i ned!“ kommt es wie aus der Pistole geschossen auf meine Frage beim wöchentlichen Radlerstammtisch, wer denn welche Übungen zum Stabilitäts- und Koordinationstraining mache. Ein paar weitere Fragen in die Runde bringen mich einem Rauswurf aus dem inoffiziellen Vereinslokal sehr nahe. Abfällige Aussagen wie „bin ja kein Mädchen“ oder „wozu so an Schaas“ beschreiben das Interesse meiner männlichen Kollegen am Alternativprogramm. Um die Stimmung nicht komplett zu versauen, entscheide ich mich, meine Pläne für mich zu behalten.

Meine Conclusio des Abends: Viele fahren und ‚trainieren’ wie die Besessenen, aber die wenigsten setzen sich mit Koordination, Stabilität, Balance und dergleichen auseinander. Regelmäßige Übungen zur Verbesserung dieser gerade beim Biken sehr wichtigen Faktoren machen nur sehr wenige - und noch weniger geben es öffentlich zu.

Recherche

Also machte ich mich alleine auf die Suche nach Alternativen zu den langweiligen und kaum durchführbaren Übungen, die mir Google nach einer ersten Recherche auf diversen Webseiten präsentierte. Schnell fand ich die österreichische Firma MFT, die sich seit 15 Jahren mit der von ihr selbst definierten "Body Teamwork" auseinandersetzt.
Das Geheimnis dahinter ist das Zusammenspiel der feinen inneren Muskeln und Nerven. "Erst wenn sich der Körper wie ein perfektes Team bewegt, verbessern sich Kraft und Ausdauer, erreicht man schneller sein persönliches Trainingsziel." meint Ewald A. Aigner, seines Zeichens MFT-Erfinder.

Bei genauerer Durchsicht der auf der Homepage angebotenen Koordinationsübungsgeräte kam alsbald ein "Aha-Effekt". Natürlich stand ich schon irgendwo auf so einer runden oder eckigen, stark schwankenden grüngrauen Platte - habe aber nach Minuten, eher Sekunden, wieder das Interesse verloren. Doch nun hielt ich bei der "MFT Challenge Disc" inne.
Hier handelt es sich nicht um eine öde wackelnde Holzplatte, die einen binnen Kurzem kommentarlos abwirft. Nein, das Teil lässt sich mittels USB-Kabel mit einem Tablet, Smartphone oder Desktop (Windows, Mac OS und Android) verbinden. Die mitgelieferte Software gibt umgehend Aufschluss über den Trainingszustand, führt spielerisch durchs tägliche Training und zeigt umgehend falsche Bewegungen auf.
Schnell war die Challenge Disc auf selbiger Homepage geordert und nur mehr wenigeTage trennten mich vom Stabi-Training. Ich konnte förmlich schon fühlen, wie mein morgens stark schmerzender Rücken und die gesamte verspannte Muskulatur der Vergangenheit angehörten ...

Tag X


Das Hauptmenü

Der Postbote lieferte und ich machte mich gedanklich bereit, eine dicke Bedienungsanleitung zu studieren und den Werkzeugkasten zu holen, um einen komplexen Zusammenbau zu meistern. Fehlanzeige, beides traf nicht zu. Die Challenge Disc war fertig montiert und die Bedienungsanleitung fand auf zwei A4-Seiten Platz.
Die Software ist mittels beiliegender DVD zu installieren oder über die Homepage downloadbar. Der wichtigste Hinweis lautet, dass die Disc bei Start der Software am Boden liegen muss und zwecks Kalibrierung niemand darauf stehen darf. No Na.

Zwischenzeitlich hatte ich mit dem neuen Teil das Interesse meines Neffen geweckt. Er beobachtet meine unsicheren ersten Schritte auf der Disc mit Argusaugen, um mich alsbald mit Fragen zu bombadieren. Nun ist Benjamins Wissbegierde mir ja prinzipiell nicht neu. Aber Tantes neues Spielzeug schien ihn besonders zu interessieren: "Lisi, was ist das?" "Was ist das da für ein Tier am Bildschirm?" "Was ist das für ein Spiel?" " Gibts da noch andere Spiele?" "Was bedeutet der Balken?" "Wie funktioniert das?"
Der Schwall ergoss sich einige Minuten über mich, bis ich einfach eines der Spiele startete und ihn auf die Disc stellte. Von diesem Zeitpunkt an strahlten seine Augen, er verlagerte sein Gleichgewicht auf der Platte, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Meine Aufgabe bestand darin, immer wieder neue Spiele zu starten und kurz zu erklären.

  • Der Test, um das geeignete Level zu bestimmenDer Test, um das geeignete Level zu bestimmenDer Test, um das geeignete Level zu bestimmen
    Der Test, um das geeignete Level zu bestimmen
    Der Test, um das geeignete Level zu bestimmen
  • Die verschiedenen Spiele ...Die verschiedenen Spiele ...Die verschiedenen Spiele ...
    Die verschiedenen Spiele ...
    Die verschiedenen Spiele ...
  • und wie sich das Ganze "in echt" darstellt.und wie sich das Ganze "in echt" darstellt.und wie sich das Ganze "in echt" darstellt.
    und wie sich das Ganze "in echt" darstellt.
    und wie sich das Ganze "in echt" darstellt.

Dann ging's los...


Aber auch Siebenjährige müssen irgendwann einmal ins Bett, und ab da war mein Zeitpunkt gekommen. Das Programm "Coordi" gestartet, gibt es im Hauptmenü vier Auswahlmöglichkeiten: "Warm-up", "Test", "Training" und "Spiele".
Die erste Auswahl zeigt Übungen, um das schwankende Etwas ein wenig kennenzulernen. Der "Test" ist das, was mich die nächste Zeit relativ oft beschäftigen sollte, weil ich das Ergebnis jedes Mal aufs Neue nicht glauben konnte und ihn entsprechend häufig wiederholte. Hier "hält" man ganz einfach einen virtuellen Ball im Zentrum eines Fadenkreuzes. Je mehr dieser über eine gewisse Zeitdauer "herumrollt", desto niedriger wird man auf einer Skala von 1-5 eingestuft. Ehrlich: Ich war mir nicht bewusst, ein so mieses Gleichgewichtsgefühl zu haben!
Womit wir beim Punkt "Training" angelangt wären. Dasselbe besteht darin, einen virtuellen Ball an einer bestimmten Position zu halten (nämlich mittig) oder in gewisse Richtungen zu bewegen (kreisen, vor-zurück, hin-her ...). Klingt einfach, ist es aber nicht - zumal, wenn man ein höheres Level als im Testergebnis vorgeschlagen wählt ...

Fast noch unerbittlicher als die Übungen selbst sind die anschließenden Auswertungen. In Form der erreichten Punktezahl sieht man die eigenen Schwächen dann nämlich schwarz auf weiß, hat aber - und das ist wahrscheinlich in Sachen Motivation der größte Pluspunkt der Challenge-Disc gegenüber anderen, nicht an den Computer angeschlossenen Wackelplatten - auch einen jederzeiten Vergleichswert zu vorangegangenen Sessions. Das Ergebnis des normal im Bereich des Nebulosen angesiedelten Stabilitätstrainings wird damit messbar.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich bereits meine Kollegen vom Radlerstammtisch, wie sie sich beim Schmetterling-Fangen (der virtuelle Ball wird zum Kescher), Slalom-Fahren (den roten Punkt durch den Stangenwald manövrieren) oder - der Klassiker, schon immer! - Autorennen (nur nicht von der Straße abkommen ...) miteinander matchen, die 13 Programmpunkte des Trainings im Akkord durchlaufen, um die Höchstpunktezahl zu knacken und sich gegenseitig in immer höhere Levels pushen.

MFT Challenge Disc
Modelljahr:2014, Testdauer 2 Monate
+einfache Installation und Handhabung
+schneller Trainingsstart (USB anstecken und Programm starten)
+massive und hochwertige Vearbeitung
+Punktewertung bringt Mess- und Vergleichbarkeit
+Trainingserfolg rasch spürbar
+auch gut für Kinder geeignet
okein Schnäppchen
Preis:€ 219,-
BB-Urteil:sinnvolles, einfach durchzuführendes Alternativtraining. Schnelle Wirkung auf den Bewegungsapparat



Nach einigen Tagen des täglichen Trainings mit der Challenge Disc ist nicht nur beim virtuellen Bällehalten und -Schupfen eine Verbesserung zu erkennen, sondern subjektiv auch ein entspannteres Körpergefühl.
Der Rücken und die - speziell bei Radlern oft verspannte - Rückenmuskulatur sind viel relaxter. Dem gesamten Bewegungsapparat tun die fünf Minuten täglichen Extratrainings extrem gut.
Oft runde ich das tägliche Training noch mit einem der Spiele aus dem letzten Menüpunkt ab. Meine Erfahrung ist auch, dass ein kurzes Spielchen oder Training zwischendurch auf der MFT Challenge Disc neue Energie für den restlichen Tag frei macht.


Homepage, Video und Online-Shop

Meinungen zweier MFT-Testimonials

 Bernhard Meister 

Jg. 1975, Eliteklassefahrer und 16. bei der Bike Transalp

"Beruflich hatte ich den ersten Kontakt mit MFT vor ca. 10 Jahren, ich arbeite im Sportfachhandel im Einkauf. Seit ungefähr 7 Jahren nutze ich die die Challenge und die Sport Disc, was vor allem im koordinativen Bereich (Balance bei langsamen Geländepassagen) mehr Gefühl und Sicherheit bringt. Seit ich mit MFT trainiere, habe ich auch keine Rückenschmerzen mehr auf ganz langen Etappen (100 km und mehr), was davor ab und zu vorgekommen ist."

 Ing. Dipl. Ing. Michael Strasser 

staatl. gepr. Triathlon-Instruktor, 2011 erstmals ÖM-Ironman, 2013 WR beim RARUS im 4er-Team, 2014 nach Sturz und Knie-OP zu Reha-Zwecken auf MFT gestoßen

Wann und wie hast du dich verletzt und wie lautete die Diagnose?
Im März 2014 stürzte ich und beim Aufprall zog ich mir tiefe Wunden in meinem Knie zu. Das Hautmaterial wurde so stark beschädigt, dass es entfernt werden musste. Sowohl der Schleimbeutel als auch Gewebe mussten daran glauben.

Welche Rehabilitations-Maßnahmen hast du unternommen?
Wir haben begonnen, an meiner Beinachse zu arbeiten, also die Richtigstellung zwischen Knie, Fersen und Zehen. Meine Physiotherapeutin empfahl dafür ein MFT Gerät, das ich von da an einsetzte. Mit der MFT Sport Disc war es mir auch möglich, Disbalancen auszugleichen, die vor allem durch mein einbeiniges Ergometertraining entstanden.

Wie sah dein Trainingsplan mit MFT aus?
Wir hatten etwa drei Einheiten die Woche und mit einfacheren Übungen wie leichten Seitwärts- und Vorwärts-Bewegungen begonnen. Sehr schnell konnte ich fortgeschrittene Übungen wie Kniebeugen machen. Auch einbeinige Kniebeugen waren nach einigen Wochen kein Problem mehr. Von Vorteil war vor allem die anfängliche Statuserfassung mit der MFT Challenge Disc, die mir zuerst gezeigt hat, wie es um meine koordinativen Fähigkeiten stand. Das war ja vor allem zu Beginn ein Problem, da die Verletzung mich ziemlich lang beeinträchtigte. Auch im Laufe des Trainings profitierte ich durch das gezielte Feedback und konnte so genau dokumentieren, wie sich meine Leistung steigerte. Dies ist auch im aktuellen Training wichtig, denn ich möchte immer wissen, inwieweit sich mein Trainingsstand ändert.

Wie sieht dein aktueller Zustand nach der Knie OP und dem Training mit MFT aus?
Ich kann zwar das Knie schon voll belasten, aber die Ansteuerung ist noch immer nicht so rasch möglich wie beim gesunden Knie. Daher trainiere ich noch immer täglich auf dem MFT Gerät, denn durch diese Ergänzung spüre ich eine Verbesserung des Knies und auch meines gesamten Körpers. Sturz, OP und Schmerzen machen es anstrengend, wieder genauso fit zu sein wie vor dem Unfall. Es ist harte Arbeit.

Was bringt das Training auf den MFT Geräten für einen Biker im Allgemeinen?
Durch die unterschiedlichen Kipp- und Wipp-Bewegungen auf der Platte wird man auf die ähnlichen Bewegungen am Bike vorbereitet. Ich habe auch gemerkt, dass die Gelenke im Knie (auch im verletzten Knie) und in der Hüfte stabilisiert werden. Das braucht man als Biker, wenn es im Gelände über Stock und Stein geht. Auch die Balance am Sattel wird gefestigt, denn man wird geübter im Gleichgewicht halten und auch noch sicherer beim Fahren. Weiters macht das Training einfach wirklich Spaß und der positive Nebeneffekt: Es zeigt garantiert Verbesserungspotenzial für den Körper.

Bitte vervollständigen: „MFT ist für Biker gut, weil …“
... weil es Spaß macht, gut in den Trainingsalltag integrierbar ist und auch in den meisten Fällen verletzungsvorbeugend wirkt. Alles kann natürlich nie verhindert werden, aber allein die Tatsache, dass man belastbarer wird, hilft, Verletzungen vorzubeugen.

  • Michael StrasserMichael Strasser
    Michael Strasser
    Michael Strasser
  • beim Trainingbeim Training
    beim Training
    beim Training
  • mit der Challengemit der Challenge
    mit der Challenge
    mit der Challenge
  • DiscDisc
    Disc
    Disc

Was mir noch nicht ganz klar ist: Hat das Board eine Unterstützungsfunktion (also das man nicht gleich wieder umkippt)?

 

Ich weiß nicht, was du genau mit "Unterstützungsfunktion" meinst.

Es ist nur zwischen oberer und unterer Platte - in der Mitte - der Sensor angebracht (mit 4 "Gummipuffern) welcher mit dem Computer über das mitgelieferte Kabel verbunden werden muss.

Die Platte kannst du in JEDE Richtung kippen (nicht nur links / rechts oder vor / zurück) und somit hast du m.M. keine Unterstützungsfunktion.

Auf dem letzten Bild oben siehst du gut was ich meine...

Bearbeitet von BMC Racer
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version