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Neue 24H-WM

Finale Ligure, Canberra und Fort William tun sich als Veranstalter künftiger 24-Stunden-Titelkämpfe zusammen. Denn aller guten Dinge sind drei. Und so gibt es 2012 neben den Solo- und Zweierteam-World Championships der 24Hours of Adrenalin-Serie in Canmore, Kanada und der 24H-WM aller Klassen in Sulzbach-Rosenberg, Deutschland einen dritten WM-Aspiranten: Finale Ligure, Italien.

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NoBody unterwegs zu seinem Weltmeister-Titel in Australien 2010.

Der Hintergrund: Die Disziplin ist seitens der UCI nicht anerkannt und damit auch nicht reglementiert. Wer will, der kann, lautet der seit Jahren praktizierte Usus - z.B. eine EM oder WM (mit zumeist mäßiger internationaler Beteiligung) ausrufen.
Ebenfalls seit Jahren gilt eingefleischten 24-Stunden-Fahrern aber die nordamerikanische Serie 24Hours of Adrenalin mit ihrem durchgängigen System von Qualifying-Events und einem als Titelkampf deklarierten Finallauf aber als "die eigentliche WM", knallharte Strecken und hochkarätige Starterfelder inklusive.
2010 setzte 24Hours-Gründer Stuart Dorland einen wesentlichen Schritt zur weltweiten Etablierung seiner Serie und kooperierte für den Finallauf mit dem australischen Vorzeige-Event in Canberra, wo immerhin 411 Fahrer aus 16 Nationen teilnahmen (u.a. NoBody, der als Sieger der 45-49-Jährigen finishte, vgl. BB-Live-Reportage). Der ursprünglich gehegte Plan, sich 2011 auf gleiche Weise mit einem europäischen Bewerb zusammenzutun, scheiterte "aus verschiedenen Gründen", wie Stuart Dorland mitteilte, ohne präziser zu werden. Nächstes Jahr will die nordamerikanische Serie deshalb zu ihren Wurzeln zurückkehren und die World Championships dort abhalten, wo alles seinen Anfang nahm: Canmore, Kanada.
Die Australier haben unterdessen ihren Wunsch nach einer weltweiten Kooperation nicht aufgegeben. "Es geht uns um zwei Dinge: die Zukunft des Sports und Verantwortung für die Fahrer. Um die Zukunft der 24-Stunden-Solo-Bewerbe weltweit zu sichern, müssen die Fahrer darauf vertrauen können, dass eine weltweite und geplante Serie von Wettkämpfen stattfinden wird und sie müssen dies rechtzeitig wissen, um sich für diese schweren Events vorbereiten zu können", so Steve Hanley, Präsident der Canberra Off-Road Cyclists (CORC).
Deshalb hat CORC seine Zusammenarbeit mit Stuart Dorland unlängst für beendet erklärt und neue Kooperationspartner gesucht - und auch gefunden - um o.a. Anspruch gerecht zu werden.

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Rudi Springer, heuer in Finale Overall-Gewinner, nächstes Jahr vielleicht Weltmeister?

Neben Finale Ligure, das 2012 erste WM-Station des neuen Konsortiums sein wird, sind dies das Scott 24Hs in Canberra selbst (Termin 12./13. Oktober 2013) und das Relentless 24 Hr in Fort William, Schottland (11./12. Oktober 2014).
Die kultverdächtige Veranstaltung an der ligurischen Küste (vgl. auch BB-Live-Reportage 2011) nützt die neuen Weltmeisterschafts-Ehren für eine Ausdehnung seines MTB-Spektakels zu einem einwöchigen Festival: Am 19./20. Mai 2012 steigen die Solisten in den Ring, und "nach einer Woche Bike-Fun" sind am 26./27. Mai die Teamfahrer an der Reihe. Besonders wackeren Zeitgenossen eröffnet sich dadurch also sogar die Möglichkeit, beide Bewerbe - Solo-WM und Teambewerb - zu fahren ...

In Kürze geht eine neue, gemeinsame Website online, bis dahin müssen sich Interessenten noch mit den Event-Infos auf den jeweiligen Veranstalter-Seiten zufrieden geben.
Ja, und übrigens: Das jetzige Veranstalter-Trio ist durchaus noch offen für Neuzugänge, "echte" MTB-Strecken und tolle Stimmung sind Bedingung - Bewerbungen unter corc@corc.asn.au.


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