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"Bolli, bist motiviert?" Obgleich ich ernsthaft an der Kompatibilität meines Hauptes mit dem POC Amidal zweifelte, machte mich NoSanes Frage neugierig, denn auf den Fotos gefiel mir der Helm auf Anhieb. Um ehrlich zu sein, haben mir in meinem Leben deutlich mehr Fahrradhelme nicht gepasst als gepasst. Gerade die POC-Modelle hatte ich bisher eher mit dem berühmt-berüchtigten Calimero-Effekt assoziiert. Dann lese ich auf der POC-Homepage von einer "schlanken, kompakten Silhouette" und mache mich auf ins NYX Office zum Helm-Shooting.
Amidal aus Stockholm statt Calimero aus Palermo
In der Realität wirkt der Amidal tatsächlich deutlich schlanker als die mir bekannten POC-Modelle. Das erste Aufsetzen bestätigt den Eindruck: kein Marketing-Blabla, sondern ein Helm, der auch auf meinen Schädel passt und auf Anhieb bequem sitzt. Laut POC wurde die kompaktere Form durch eine spezielle EPS-Konstruktion erreicht. Das Material wird von innen nach außen dichter, wodurch der Helm steifer wird und mit weniger Material auskommt. Das spart Gewicht, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen.
Auffallend ist das MIPS Air Node System, also die direkt in die Polsterung integrierte MIPS-Lösung. Dieser Rotationsaufprallschutz gehört in der Preisklasse mittlerweile zum guten Ton. Praktischerweise kann die Polsterung als Ganzes entnommen, gewaschen und wieder eingesetzt werden. Die leichte EPS-Innenschale und die Polycarbonat-Außenschale sorgen für Stabilität, die man hoffentlich nie in Anspruch nehmen muss. Mit dem POC 360°-Fit-System inklusive Höhenverstellung lässt sich der Helm sehr gut an unterschiedliche Kopfformen anpassen. Das Einstellrad ist einfach zu erreichen und funktioniert tadellos.
Die bekannte Brillengarage gibt es natürlich auch beim Amidal. Zwei gummierte Pads halten die Brille – und nicht nur Modelle von POC – sicher und geräuschlos an Ort und Stelle. Optional gibt es zudem ein gemeinsam mit Knog entwickeltes Rücklicht, das elegant ins Heck integriert werden kann. Die Montage ist zwar etwas fummelig, danach sitzt das Licht aber bombenfest und erhöht mit mehreren Blink- und Leuchtmodi die Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
Auch bei Aerodynamik und Belüftung hat sich POC Gedanken gemacht. Der Amidal ist kein kompromissloser Aerohelm, sondern setzt auf einen gelungenen Mittelweg. Die Luftkanäle sollen den Luftstrom möglichst wenig stören und gleichzeitig einen Kamineffekt erzeugen: Frische Luft wird vorne aufgenommen und hinten wieder abgeführt. Gerade an heißen Sommertagen sorgt das für angenehme Kühlung, ohne dass die Belüftung zugunsten der Aerodynamik geopfert wird.
Die Bebänderung verlangt anfangs etwas Aufmerksamkeit und Geduld, bis alles perfekt sitzt, das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal des Amidal. Was ich von manchen Helmen dieser Preisklasse kenne und hier vermisse, ist ein magnetischer Fidlock-Verschluss. Andererseits: Wie oft setzt man den Helm während der Fahrt tatsächlich ab? Einmal beim Einkehrschwung?
Der Amidal sitzt auch nach mehreren Stunden bequem am Kopf, verursacht bei mir keinerlei Druckstellen und die Belüftung funktioniert ausgezeichnet. Die Optik – insbesondere die markante Heckpartie – ist Geschmackssache. Gerade dieses „vorne Business, hinten Party“-Design macht den Helm aber unverwechselbar und verleiht ihm einen eigenständigen Charakter. Nicht ganz perfekt ist die für die Bebänderung erforderliche Feinfühligkeit. Auch das Anbringen des Knog-Lichts erfordert ein wenig Geduld. Bei einem Preis von € 240,- wäre ein Fidlock-Verschluss wünschenswert gewesen, und mit 310 Gramm in Größe M zählt der Amidal nicht zu den Leichtgewichten. Allerdings ist der Tragekomfort hoch, was ihn zu einer bequemen Wahl für längere Fahrten macht.Links:
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