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Tour zur Friedrichshafener Hütte

Die Tour von Ischgl zur Friedrichshafener Hütte bietet sich als gemütlicher Tagesausflug an. Wir verlassen unseren Startort taleinwärts 'gen Mathon, kreuzen die Bundesstraße und rollen auf dem breiten Radweg fern vom Verkehr die Landschaft des Paznauntales genießend dahin. Beeindruckend und beängstigend zugleich, wie Lawinen und Muren-Abgänge hier über die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben. Schutzwalle, Lawinenverbauungen und die unermüdliche Rekonstruktion der betroffenen Areale seitens der Bevölkerung zeugen von der ausdauernden, beharrlichen Natur der Paznauner. Eigenschaften, die früher für das raue bäuerliche Leben hier im Tal unabdingbar waren - wovon man sich wiederum kurz vor Ende des Asphaltabschnitts im Mathoner Bauernmuseum überzeugen kann.

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Nun beginnt der Anstieg zur Friedrichshafener Hütte. Eine stetig steigende Schotterstraße führt uns über etwa 700 Hm bis direkt zum heutigen Tagesziel. Insgesamt 16 Kehren, erst schattig durch dichten Wald, später über der Baumgrenze durch saftige Wiesen mit fantastischem Ausblick auf die Silvretta und das mächtige Fluchthorn hinter, sowie den Madleinkopf und das Verwallgebiet vor uns, lassen uns kontinuierlich an Höhe gewinnen.
Auf den letzten Metern zur Hütte bäumt sich die Forststraße nochmals auf. Die versprochenen Schmankerln, die im Rahmen des kulinarischen Jakobswegs hier auf 2.138 m aufgetischt werden, lassen uns aber leichtfüßig werden.

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Wie viele andere Tiroler Hütten auch, betreut die Friedrichshafener Hütte der Deutsche Alpenverein. Dies erklärt auch die Namensgebung von Darmstätter Hütte, Heilbronner Hütte und Co. in der Region.
Unser auf der Muttenalpe gelegenes Tagesziel wurde 1908 noch als Kathrein-Hütte erbaut. In den 1920er-Jahren gelangte die damals desolate Hütte schließlich durch Graf Eberhard von Zeppelin und Luftschiffpionier Ludwig Dürr in die Hand des Friedrichhafener Alpenvereins. In den darauffolgenden Jahren renovierten die Mitglieder in mühevoller Arbeit die Hütte und speisten eine Quelle ein, aus der bis heute ein kleiner See entstand, welcher zum Seele-baumeln-Lassen einlädt.

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 Ich sehe Berge ragen
empor zum geistgen Ziel.
Es türmen sich die Fragen,
doch frage ich nicht viel.
Es wird ja doch beim Steigen,
halt ich zuweilen an,
sich ganz von selber zeigen,
wie weit ich schauen kann. 

Karl Friedrich May
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Mit Hollersaft und Sternemenü lassen wir uns auf der Terrasse der Hütte nieder. Die ab Mitte/Ende Juni bis Ende September bewirtschaftete Hütte ist nämlich Station des bereits erwähnten kulinarischen Jakobswegs, in dessen Rahmen mehrere Sterneköche Gaumenfreuden im Hochgebirge des Paznauentals auftischen. Die ganze Saison über werden diese Gerichte dann auf den jeweiligen Hütten nachgekocht. Wenn sich die Auffahrt nicht schon allein dafür lohnt …

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Für fahrtechnisch Versierte definitv lohnend ist die der Rast folgende Abfahrt über den für Biker freigegebenen Wanderweg. Erst noch offener über Geröll, wird der Trail bald enger und verblockter. Steile Spitzkehren ohne Absturzgefahr sind eine offene Einladung zum Fahrtechniktraining, zahlreiche Varianten durch die verblockten Passagen lassen - vorausgesetzt, man findet Freude am Schwierigkeitsgrad S2 bis S3 - das Grinsen im Gesicht breit und breiter werden.
Regelmäßig kreuzt der Wanderweg die Schotterauffahrt, sodass allzu heftige Passagen auch kurzerhand umfahren werden können. Vor allem im Mittelteil finden sich einige recht herausfordernde Abschnitte. Im unteren Teil lässt der breiter werdende Weg mehr Geschwindigkeit und Flow zu.

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Der Naturtrail zählt unbestreitbar zu den Schmankerln der Region, doch wie das mit den Besonderheiten nun mal so ist, will auch diese Abfahrt verdient werden. Am Ende mündet sie in den Asphaltweg, der uns wenige Stunden zuvor zur Fortstraße gebracht hat. Durch Mathon und erneut vorbei am Bauernmuseum fahren wir über den Radweg entlang der Trisanna zurück nach Ischgl.
Neben einem kurzen Abstecher im örtlichen Frei- oder Hallenbad könnte man sich nun auch nochmals in die Silvrettabahn schwingen, und den Tag mit dem Velilltrail ausklingen lassen. Man ist ja schließlich zum Biken hier...

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Mehr Ischgl

Top gepflegte Skipisten, atemberaubende Abfahrten durch hüfttiefen Pulverschnee, Apres-Ski und Winterromantik. Dies sind wohl Bilder, die einem beim Gedanken an Ischgl automatisch in den Sinn kommen. Doch das Dorf im Tiroler Paznauntal nur auf Wintersport zu beschränken wäre ein großer Fehler, wie uns ein mehrtägiger Besuch bei sommerlichen Temperaturen eindrucksvoll zeigen konnte.
Die umliegenden Berge und Seitentäler des Heimatortes der Ischgl Ironbike bieten ein enorm weitläufiges und ebenso abwechslungsreiches Tourennetz, das selbst vor der Schweizer Grenze nicht Halt machen will. Ob aus eigener Kraft oder mit Liftunterstützung, von hochalpinen Trails bis Waldboden, von fahrtechnisch anspruchsvollen Passagen bis zu angelegten Flowtrails oder Schottertransfers: Sämtliche Vorlieben und Spielarten unseres schönen Sports lassen sich in der Region finden und befriedigen. Allein von Ischgl aus sind 23 offiziell ausgeschilderte Bikerouten erreichbar. Mit Shuttle oder einer kurzen Asphaltpassage über die gut ausgebauten Radwege fernab vom Verkehr Richtung Kappl oder Galtür sind es noch weit mehr.
Unterwegs laden zahlreiche Almen und Hütten zum Verweilen und Krafttanken ein. Und Kraft wird auch bitter nötig, lassen sich doch viele Touren um kleine, liftunterstütze und vor allem lohnende Abstecher erweitern. Ein wenig lifteln, ein wenig treten und ganz viel Trail. Das weitläufige Gebiet will genutzt werden ...

Überhaupt scheint die Region mehr als bemüht zu sein, ihren Sommergästen, vom Wanderer über den Mountainbiker bis hin zum Sommerfrischler, immer ein Eutzerl mehr zu bieten als andernorts. Besonders ersichtlich wird dies mit der Silvretta Card, deren Slogan all inclusive durchaus ernst genommen werden kann. Das Ticket, das jedem Übernachtungsgast kostenlos von der Anreise bis zur Abreise zur Verfügung steht, öffnet die Tür zum Paznauntal. Die Liste der Leistungen ist lang, was für uns Mountainbiker besonders interessant erscheint ist hier kurz zusammengefasst: So können damit sämtliche geöffnete Seilbahnen in Ischgl, Galtür, Samnaun, Kappl und See beliebig oft benutzt werden. Per Bus kann von Landeck bis zu Bielerhöhe geshuttelt, oder mit dem eigenen PKW die Silvretta Hochalpenstraße befahren werden. Nach der Radtour laden dann auch noch sämtliche Frei- und Hallenbäder sowie Badeseen der Region zum Entspannen ein.

Reisezeit:
Ischgl ist als Winterparadies und Schneeloch bekannt. Die Liftanlagen, die auch im Sommer als Aufstiegshilfen für Biker und Wanderer dienen, reichen bis auf eine Höhe von knapp 2.900 m hinauf. Dementsprechend lange kann es dauern, bis der letzte Schnee auf den Bergen verschwunden ist, und dementsprechend früh können auch bereits die ersten Flocken fallen. Im Sommer nehmen die Seilbahnen ihren Betrieb meist Ende Juni/ Anfang Juli auf. Die Bike-Saison endet meist Mitte September. An den tiefer gelegenen Südhängen der Verwallgruppe lassen sich oft schon ab Juni bis in den Oktober Touren realisieren.

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