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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rad selber bauen - rechtliche Grundlagen



trail rush
23-01-2015, 19:44
Grüß euch,
ich möchte mir ein Nebeneinander Tandem mit entsprechender e-unterstützung, ähnlich dem metallhasen bauen, um Güter zu transportieren, bzw. ausgedehnt zu reisen, aber wie es aussieht scheitert es aus gesetzlichen Gründen,

Soweit ich es verstanden habe darf ein gesetzlich definiertes "Fahrrad" maximal 80cm breit sein und damit ein Fahrrad ein Fahrrad bleibt in Bezug auf e-Unterstützung:
-eine höchst zulässige Leistung von 600W(in Österreich, EU ist max. Nenndauerleistung 250W), sowie
-eine Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h
NICHT überschreiten.

Gibt es hier jemanden der mit den gesetzlichen Auflagen vertraut ist, bzw. selber an einem ähnlichen Projekt tüftelt/ getüftelt hat?

Wie lang darf ein Fahrrad sein?

Beim Überschreiten der oben genannten Grenzwerte, muss das Fahrzeug typengenemigt und als Kleinkraftrad zugelassen werden - meine Fragen dazu:
-Wer macht das?
-Was kostet das?
-Wie schaut das dann mit der Versicherung aus? (Kosten, etc,.. - Ist mein Radl dann ein Moped?)

Ich bitte um eure Beiträge.

lg, C

maff
23-01-2015, 20:54
Länge und Breite sind nicht reglementiert, allerdings besteht für Fahrräder breiter als 80 cm ein Benützungsverbot für Radverkehrsanlagen.*
Einzelzulassungen bei Übermotorisierung sind in Ö. ein Graubereich, zuständig ist die Landesregierung, und mit dem Taferl gehen sie entsprechenden Pflichten (Helm, Versicherung, *...) einher.

trail rush
23-01-2015, 21:16
@maff:
Hallo!
Danke für die Antwort

Einzelzulassungen bei Übermotorisierung sind in Ö. ein Graubereich, zuständig ist die Landesregierung, und....
Darf ich daraus folgern, dass ich nicht zwingend illegal unterwegs bin wenn ich 2 Nabenmotoren mit je 1000W verbaut habe?
(Keine Bange, ich will damit nicht auf den Radwegen herum heizen, aber wenn ich einen Haufen Schotter und Zeit in so ein Projekt hau, soll da auch am Ende etwas Ordentliches herauskommen.)

maff
23-01-2015, 21:47
Nein, im Zweifelsfall wirst mit 2kW Antrieb rechtlich den kürzeren ziehen.*

CoFFeeCup
24-01-2015, 14:23
Das ist kein Rad was du da bauen willst.

Nur weil die Energie aus Batterien kommt und nicht von einem Verbrennungsmotor.

Du baust ein Kraftfahrzeug.

ekos1
24-01-2015, 20:54
Ein Rollstuhl mit 1000Watt Motorleistung und max 15km/h braucht auch keine Zulassung . Da müßte man genauer nachfragen was möglich ist .

trail rush
24-01-2015, 22:45
@CoFFeeCup:


Das ist kein Rad was du da bauen willst.

Nur weil die Energie aus Batterien kommt und nicht von einem Verbrennungsmotor.

Du baust ein Kraftfahrzeug.

Mir ist schon klar was du davon hältst, aber es soll ein (gesetzliches) Fahrrad sein damit ich wenn nötig auch Radwege, Donauinsel, etc... benutzen kann.

trail rush
24-01-2015, 22:47
@ekos1:

Ein Rollstuhl mit 1000Watt Motorleistung und max 15km/h braucht auch keine Zulassung . Da müßte man genauer nachfragen was möglich ist .
Danke für deinen Input - woher weißt du das Rollstuhl-Beispiel? - Hast du eine Idee wer da ein Ansprechpartner ist?

ekos1
25-01-2015, 18:25
Da zum Beispiel http://shop.fruehwald.net/?i_ca_id=307
Ich würde einfach im 22. Bez. vorbeischauen und nachfragen .

trail rush
27-01-2015, 22:43
@ekos1:

Da zum Beispiel http://shop.fruehwald.net/?i_ca_id=307
Ich würde einfach im 22. Bez. vorbeischauen und nachfragen .
...sehr interessant
Vielen Dank!

Kraeuterbutter
02-02-2015, 18:28
vor paar Jahren wurde bei uns die Grenze von 400Watt auf 600Watt angehoben..

ich glaub genau wegen der Rohlstuhlfahrzeuge etc. (und ob nicht auch der Seqway mit ein Grund war?), damit diese auch auf RAdwegen fahren dürfen

600Watt sind auch nicht sooo wenig...

600Watt mögliche Dauerleistung (sind also 800Watt+ Input) sind mehr als Lance Armstrong und co ne Stunde lang treten können..

mit deiner eigenen Dauerleistung dazu kannst also rechtlich auf 800-1000Watt Dauerleistung kommen (!)
das ist doppelt soviel, als Spitzenradfahren zur Verfügung steht, 3mal soviel als Hobbyfahrer auf die Straße bringen

die Frage ist, wie es rechtlich mit der Kurzzeit-Leistung ausschaut..

in der EU sind 250Watt Dauerleistung (S1-Dauerleistung des E-Motors) festgeschrieben..
sprich: der Motor kann 250Watt Dauer abgeben, ohne Schaden zu nehmen

das bedeutet: ein BionX-Motor ist mit 250Watt S1-Dauerleistung spezifiziert, trotzdem kann er im Peak bis zu 700Watt auf die Welle stemmen (was Logs auch schon nachgewiesen haben), konsumiert bis 1000Watt aus dem Akku
das ist aber legal und co, passt in die 250Watt-S1-Dauerleistungs-Regelung

gern wird das vereinfacht, und es heißt dann immer nur: 250Watt max. Leistung
so wäre das bei der EU-Regelung FALSCH, denn so gut wie KEIN Pedelec am Markt hat nur 250Watt Peakleistung, haben ALLE mehr

die Frage ist, wie das in Österreich ausgelegt wird..

reden wir hier bei den 600Watt ebenfalls von S1-Dauerleistung ?
das würde bedeuten, dass man kurzzeitig auch 2000Watt ziehen dürfte, ohne rechtliche Probleme, solange die S1-Dauerleistung nicht 600Watt überschreitet

oder sind in Österreich die 600Watt als Absolutwert zu verstehen, der NIE NIE NIE überschritten werden darf...


auch ist zu bedenken: 600Watt Dauerleistung (wofür ja schon min. 800Watt nötig sind), bedingen - will man sie 1h abfordern - einen Akku der min. 800Wh groß ist..
bei heutigen LiXX-Zellen sind das schon min. 4kg Akkugewicht

wennst mal mit Powermeter geradelt bist, kannst dir auch ungefähr vorstellen, was 600Wh auf die Straße bedeutet... also ich brauch dafür ca. 2,5-3h
also das ist schon ordentlich Leistung

bist du schon mal ein E-Bike gefahren ?
bin vor 2 Jahren ein Allrad-Bike mit 2x 600Watt Motoren gefahren (gelabelt... tatsächlich dürfte es dann beim Output max. 400-500Watt jeh Motor gewesen sein)

das war schon ganz nett, bei nur 20kg
mir persönlich zu stark, da meine eigene Tretleistung dann zu sehr in den Hintergrund rückt
bei starkem reintreten + Drehmoment des Motors hinten wurde das Rad auf trockenem Asphalt aber vorne bereits so leicht, dass der vordere Motor ständig am Durchdrehen war, bei jedem starken Tritt ins Pedal
(kein Drehmomentsensor, gesteuert wurde rein über Gasgriff)

also ich denke, dass du auch im Rahmen der österr. Gesetze ein schon tolles Rad hinstellen kannst, das nochdazu viel leichter als diese Ami-Style-2000Watt-Räder ist..

vorne einen 200Watt 1,5kg Motor,
hinten einen 350Watt 2,5kg Motor
dazu einen Akku um die 400Wh mit ca. 2kg Gewicht

sollte möglich sein hier relativ leicht noch unter 18kg beim Bikegewicht zu bleiben (da ist so manches Oma-Tiefeinsteiger-Radl ohne Motor schwerer), mit wirklich ordentlich Power, vernünftiger Power

bei 2000Watt kannst du nämlich gleich den Ami-Weg gehen, und anfangen die Pedale wegzulassen
bei 2000Watt hast du auch so fette Motoren, ungefederte Masse -> da machts auch wieder Sinn auf Mittelmotor mit Kette zu gehen..
bei 2000Watt willst das aber eher nicht über STandard-Bike-Komponenten übertragen => also Tretkurbel weg, breitere Kette, und das dann nach hinten

und schlussendlich hast trotzdem dann ein Bike dass z.b. mit der 14.000Watt Qantaya nicht mithalten wird können..

wenns ein elektrisches Fahrrad werden soll, dann - meiner Meinung nach - mit vernünftigen Leistungen