Passwort vergessen?
Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Fullface oder Halbschale? Vor dieser Frage stehen viele von uns, und zwar meist dann, wenn die Erwartungen an eine Tour oder einen Trip nicht eindeutig definiert sind. Ich persönlich gehöre in den meisten Fällen zur Halbschalen-Fraktion, obwohl ein Fullface gelegentlich die bessere Wahl wäre und mich tatsächlich schon zwei Mal vor gröberen Verletzungen bewahrt hätte. Oft ist es eine Frage des Gewichts, oder wie in meinem Fall eine Frage des Tragekomforts und der Optik. In beiderlei Hinsicht kann der neue ABUS Targon bei mir punkten. Aber bevor es auf die verregneten Trails rund um Maso Naranch und weiter in die Fertigungshallen geht, ein paar Fakten zum Targon.
Fullface oder Halbschale?
Der Targon ist der erste Mountainbike-Helm von ABUS, der in Italien gefertigt wird. Mit seinen erfolgreichen Rennradgeschwistern, dem Gamechanger, dem Airbreaker oder dem neuen Taipan ist er sportlich schon mal in bester Gesellschaft. Gleichzeitig bereitet der Targon den Weg in eine neue Ära: Seit letztem Herbst wird nämlich am neuen Standort in Campodoro, zwischen Vicenza und Padua, gebaggert und gebaut. Wir durften nicht nur einen kurzen Blick auf die Baustelle werfen, sondern auch einen tiefen Blick in die Fertigung des neuen Taipan - mehr dazu in Teil 2.
Auch technisch setzt der Targon ein Statement. So will er dank zahlreicher technischer Finessen dort punkten, wo andere Hybridhelme schwächeln, was die Entwicklung und Produktion vor einige Herausforderungen stellte. Für ABUS ein weiterer Grund, auf die Produktion in Italien zu setzen, wo Kommunikationswege und Entwicklungszyklen entsprechend kurz gehalten werden können. Gleichzeitig geht ABUS mit diesem Wagnis auch ein entsprechendes Risiko ein - denn Beispiele, wie so ein Hybrid nicht funktionieren oder aussehen sollte, gibt es so einige am Markt.
Welcome to our wedding
Was den Targon von seinen Mitbewerbern unterscheidet, sind vor allem drei Funktionen. Das Speed Latch Systems erlaubt eine einfache Demontage und - mit ein wenig Übung - auch eine superschnelle Montage des Kinnbügels unterwegs. Das Zoom™ Rapid Fit Verstellsystem verfügt über ein Drehrad auf der Rückseite und umschließt den Kopf großflächiger und geschmeidiger als die meisten anderen Systeme, die ich kenne. Dank der dreifach verstellbaren Vario Pads im Kinnbügel lässt sich der Targon individuell an die eigene Kopfform anpassen, ohne dabei Pads tauschen zu müssen. Näher ran bedeutet einen etwas engeren Sitz; schiebt man die Pads nach vorne, bekommt der Kopf mehr Freiheit.
Komplettiert wird das System mit hochwertigsten Zukaufteilen wie der magnetischen Fidlock-Schnalle, die man, sobald man sie mal bei einem Helm im Einsatz hatte, nie wieder gegen etwas anderes tauschen möchte. Das Visor erlaubt die gleichzeitige Montage von Actioncam und Licht und löst sich bei einem Sturz. Die Riemen liegen super an und für MIPS-Fans bietet die Variante das MIPS Air Node Pro Polster, das darauf ausgelegt ist, bei einem schrägen Aufprall auf den Kopf wirkende Rotationsbewegungen zu reduzieren. Der Targon erfüllt nicht nur alle strengen Testnormen, sondern absolvierte sogar freiwillige Zusatzprüfungen für die erhöhten Anforderungen speziell für Downhill-Helme.
Für mich waren bereits die ersten Trail-Runs auf den Wexl-Trails eine Offenbarung. Der Targon sitzt ähnlich gut wie der Cliffhanger, den ich liebe und der mein absoluter Favorit am MTB ist - mit ihm war ich die letzten Jahre bei beinahe allen Einsätzen unterwegs. Die Belüftung vom Targon wirkt solide, das neue Zoom Rapid Fit Verstellsystem taugt mir persönlich noch einen Ticken mehr und wirkt wie eine konsequente Weiterentwicklung, weil das System auch mit dem größeren Gewicht des Fullface-Setups klarkommen muss. Das Lässige ist für mich aber vor allem, dass sich der Targon wie ein komfortabler Halbschalenhelm trägt und sich als solcher optisch nicht aufdrängt. Das hängt vor allem auch mit der Fertigungstechnik zusammen, die ich euch in Teil 2 unserer Story näherbringen werde.
Das meiste Gewicht des Verschlussmechanismus liegt am Kinnbügel. Dieser ist mit ein paar kleinen Tricks (Daumen und Finger an die richtige Stelle als Führung und dann den Verschluss leise einrasten statt laut schnalzen lassen) in Sekundenschnelle eingeklickt. Rapid Fit mit einer Hand einstellen, Fidlock auch einhändig schließen, und schon ist der Helm einsatzbereit. Das Abnehmen geht erfahrungsgemäß noch einfacher; auch das Öffnen der Fidlock-Schließe funktioniert einhändig. Mir persönlich war beim Kurztest das Ein- und Aushängen des Kinnbügels immer lieber als das Auf- und Absetzen des Helms im Fullface-Setup. Der Sitz des Helms sowohl im Halbschalen- als auch im Fullface-Setup war auf meinem Kopf tadellos - bequem genug auch für längere Touren und Anstiege und fest genug, um mir jederzeit ein sicheres Gefühl zu geben.
Im 70 km/h Endlos-Manual gen Torbole
Eine gute Enscheidung, sich nicht entscheiden zu müssen!
Die ersten kurzen Testeindrücke des Targon waren sehr vielversprechend. Erstmals habe ich bei einem 2-in-1-Helm das Gefühl, dass dieser öfter zum Einsatz kommen wird - weil er primär ein bequemer und fescher Halbschalenhelm ist, den man aber mit einem Klick zu einem Downhill-zertifizierten Fullface umbauen kann. In meinem Fall könnte das immer dann sein, wenn ich nicht genau weiß, was mich erwartet, oder wenn's so wie am Schöckl bei meinem letzten gröberen Sturz zu regnen beginnt und man plötzlich auch mit defensiver Fahrweise um ein gewisses Risiko nicht mehr herumkommt. Mit dem Targon wäre ich damals nach dem Sturz unverletzt geblieben, so waren es dann sechs Stiche am Kinn. Die Überlegungen mögen vielseitig sein - mit dem Targon kann man die gute Entscheidung treffen, sich nicht entscheiden zu müssen.Im zweiten Teil dieser Story gibt's in Kürze Blicke auf die Testverfahren, Einblicke hinter die Kulissen der Fertigung und Ausblicke auf die neue Fabrik, also bleibt dran!Link: ABUS Helme
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
Alle Kommentare (8) im Forum