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Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Vor kurzem präsentierte ABUS mit dem neuen Targon einen hochtechnischen Fullface-MTB-Helm mit abnehmbaren Kinnbügel. Der Targon ist "Made in Italy” und entsteht wie der Gamechanger, der neue Taipan und einige andere der Top-Helme im Herzen der italienischen Radsport-Industrie.Wir befinden uns in Camisano, einer knapp 1.300 Einwohner-Gemeinde auf halbem Weg zwischen Vicenza und Padua - in der "Heimat des Radsports", wie es manche Kommentatoren des Giro d'Italia gerne nennen. Tatsächlich ist die Gegend um Castelfranco Veneto mit ihrer unglaublichen Dichte an Radprofis nicht nur Wiege und Hotspot des Radsports, sondern auch ein Zentrum der dazugehörigen High-End Produktionsstätten in Europa. Es ist der offizielle italienische Fahrrad-Industriebezirk mit knapp 100 Unternehmen und etwa 1.500 Beschäftigten. Hier entstehen rund 30 Prozent aller italienischen Fahrradprodukte; Namen wie Campagnolo, Castelli, Pinarello, Sarto, Fondriest und viele mehr haben hier ihren Sitz.
Wie aus einer Polycarbonat-Platte und ein paar Kügelchen ein Helm wird
Kein Wunder also, dass ABUS genau hier jene Partner gefunden hat, die das Helm-Lineup mit High-Tech und Innovationsgeist auf ein neues Level gehoben haben. Weil der Standort von Maxi Studio mittlerweile nicht nur Teil des ABUS-Konzerns ist, sondern dank der hohen Nachfrage auch aus allen Nähten platzt, entsteht gleich um die Ecke in Campodoro ein neues, exklusives Werk für die Helmproduktion - "Made in Italy” auf höchstem Niveau.
Denn ein Fahrradhelm ist heutzutage ein ausgeklügeltes High-Tech Produkt, immer am Limit des technisch Möglichen. Ein Produkt, das auf der einen Seite strenge Qualitätsnormen erfüllen muss, auf der anderen Seite aber auch gut aussehen und so leicht wie möglich sein sollte, gut passen und - wie im Falle des Targon - auch eine große Bandbreite an Funktionen bieten muss. Fidlock Verschlüsse, minimalistische Träger, bequemes und möglichst flexibles Verstellsystem, Gopro- und Licht-Mount, abnehmbarer Kinnbügel, Sicherheitsvisier und vieles, vieles mehr muss in der Produktentwicklung berücksichtigt und möglichst leicht und elegant in Helmform gegossen werden.
Damit Entwicklungs- und damit Innovationszyklen möglichst kurz bleiben, gibt es nicht nur im ABUS Hauptquartier im deutschen Wetter, sondern auch hier am Standort in Camisano eine Folterkammer für Helme, wo diverse Gerätschaften auf die Helm-Prüflinge warten, welche die strengen EU- und US-Regularien erfüllen müssen. Zu den Tests gehören Falltests auf diverse Gegenstände, mit geradem oder seitlichem Einschlag sowie Zug- und Verdrehtests für Haltesystem-Träger und Verschluss.
Erst aus den bestanden Test- und Folterprozeduren ergeben sich die finalen Materialstärken sowie die endgültige Helmform und die der Anbauteile. Spannend ist auch, dass die Unterschiede zwischen den US- und EU-Regeln dazu führen, dass die Helme mit unterschiedlichem EPS-Material geschäumt werden.
Niemand würde erahnen, welche Produkte das Werk von Maxi Studio verlassen, wenn man das Grundmaterial sieht, das am Wareneingang ins Werk geliefert wird: Dünne Polycarbonatplatten mit Klebefolie und Säcke mit kleinen Kunststoffkügelchen. Beim ersten Besuch habe ich es noch mit Schillers Glocke verglichen, wo am Ende des Liedes aus rohem Erz eine formvollendete Glocke das Licht der Welt erblickt. Im Grunde ist die Magie der modernen Technik keine wesentlich andere, denn so elementar die Zutaten erscheinen, zwischen der einfachen Polycarbonatplatten und dem fertigen, formvollendeten Helm stehen zahlreiche Arbeitsschritte und eine wilde Hochzeit aus Informatik, Mathematik, Mechanik, Physik und Chemie.
Fest gemauert in der Erden, steht die Form, aus Lehm gebrannt
Schritt 1 - die Voraussetzungen: Produktionsstraße herstellen anhand von CAD-Modellen, Analysen, Tests und Prototypen, passende Maschinen und Formen organisieren.Schritt 2 - Plattentektonik: Kunststoffplatten in passender Stärke (< 1 mm) in gewünschter Farbe bedrucken (Sublimationsdruck oder Digitaldruck); Chemie der Farbe ist essenziell - sie muss den weiteren Prozessen standhalten, sowohl die Härte (Sprödigkeit) als auch die hohen Temperaturen betreffend; Zeit geben zum Trocknen.Schritt 3 - Aliens aus der Tiefe: Bedruckte Platten vorsichtig bis zur Temperatur X erhitzen, um sie formbar zu machen, ohne dass sie flüssig werden; Helmform für die Außenschale taucht von unten in den Kunststoff ein; auf Materialstärken und Lackqualität achten, Zeit geben zum Abkühlen.
Schritt 4 - Haircut: CNC Maschine zum Ausfräsen der finalen Form der Außenschale, auf saubere Grate achten.Schritt 5 - die Magie: Der komplexeste aller Schritte, ausgekühlte Außenschale, Innenteile (Spinnennetz), Trägerhalterungen, Verstellsystem, Ankerpunkte und alle weiteren Teile exakt in die Spritzgussform legen; Kunststoffgranulat in der richtigen chemischen Zusammensetzung (Pentan-Anteil dient als Kleber, Wasseranteil bestimmt die finale EPS-Dichte ~ Materialhärte) bereitstellen, Wasser zu Dampf erhitzen, Form schließen, Kügelchen mit Wasserdampf und enormem Druck in die Gußform spritzen, Temperaturkurven und Zeiten penibelst einhalten, sonst endet der Vorgang im Chaos; am Ende ordentlich Zeit geben zum Abkühlen.
Schritt 6 - Staunen: Den fast fertigen Helm aus der Form nehmen, zur Druckerei schicken. Tamponkissen nimmt Farbe aus Schablone auf, drückt diese auf den Helm; Schritt wiederholen, bis alle Logos und Farben am Helm sind; auf genaue Farbkanten und Positionierung der Logos und Ausrichtung bei Mehrfarbdruck achten; Zeit geben zum TrocknenSchritt 7 - Anbau: Trägersystem, Anbauteile anbringen, eventuell vorhandene Grate entfernen, letzte Qualitätskontrolle, Verpackung, Versand zum Händler.
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