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Alles neu macht nicht nur der Mai - bei Canyon hat auch der Dezember einiges zu bieten: mit in den Foren bereits polarisierendem Design buhlt seit einigen Tagen das komplett neu entwickelte Spectral im Onlineshop des Koblenzer Versenders um die trailhungrige Käuferschaft. Als eierlegende Wollmilchsau zwischen feierabendlicher Trailhatz, dem nächsten Alpencross und gelegentlichen Enduro-Einsätzen gedacht, will das Spectral der spaßorientierte Allrounder unter den Canyon-Fullys sein - ein klassisches Allmountain eben. Bleibt der Federweg wie gehabt bei 140 mm, liegt die augenscheinlichste Änderung gegenüber dem Vorgängermodell unbestreitbar im neu konstruierten Hinterbau. In seinen Grundzügen vom erfolgreichen Downhiller Sender entliehen, hat dieser mit der alten Variante nur noch wenig gemein. Sämtliche Drehpunkte und Lager wurden versetzt, der Dämpfer liegt nun horizontal im vorderen Rahmendreieck. Dadurch verspricht man sich einerseits höhere Sensibilität und besseres Ansprechverhalten, andererseits auch höhere Traktion und effizienteres Vorankommen in den Uphills. In den kleinen Größen XS und S sorgen kürzere Dämpfer für an das geringere Gewicht der Fahrer(innen) angepasste Hebelverhältnisse und Hinterbauperformance. Darüber hinaus ließ sich durch die neue Kinematik auch eine geringere Überstandshöhe und mehr Raum für langhubige Sattelstützen mit 150 mm Verstellbereich realisieren.
An der Entwicklung des neuen Spectral nicht ganz unbeteiligt zeichnen die Dudes of Hazzard rund um Enduro-Racer Joe Barnes. Wenig verwunderlich also, dass die Marschrichtung des Fullys bei all der versprochenen Uphill-Tauglichkeit mit Vorliebe zu verspieltem Trailsurfen bis hin zu möglichen Enduroeinsätzen zu gehen scheint. Insgesamt steht das Spectral in jüngster Eskalationsstufe deutlich robuster und abfahrtstauglicher da. Die Ausstattung sowie die Aufstufung des Rahmens von Verwendungsfreigabe Kategorie 3 in Kategorie 4 (jener Kategorie, in der auch das Race-Enduro Strive eingestuft liegt) treiben allerdings im direkt Vergleich zu den Vorjahresmodellen auch das Gewicht etwas nach oben.Mit moderat verlängertem Reach, 0,4° flacherem Lenkwinkel und wie gehabt kompakten 430 mm Kettenstreben will man leichtfüßiges Handling und Laufruhe vereinen. Geringe Überstandshöhe und tiefes Tretlager senken den Schwerpunkt und geben dem Fahrer Raum für eine aktive Fahrweise. Vor dem Gedanken der Vielseitigkeit und vor allem der Verspieltheit entschied man sich hinsichtlich der Laufräder für 27,5" mit 2,6" Reifen aus dem Hause Maxxis. Diese vereinen das hohe Grip-Niveau der breiteren Plus-Modelle mit dem niedrigeren Gewicht und der höheren Präzision schmalerer Varianten. Für ein do-it-all Bike wie gemacht.
Doch nicht nur am Trail und auf Tour möchte das Spectral mit Unkompliziertheit glänzen. Bestmögliche Integration, robuste Anbauteile und schlaue Details sollen die Zeit in der Werkstatt mini-, jene am Trail maximieren. Scheinen die Züge auf den ersten Blick innenverlegt, sind sie in Wahrheit unter einer abnehmbaren Abdeckung in einem gut zugänglichen Kabelschacht geführt. Das etwas voluminöse Sitzrohr rührt von einer internen Sattelklemme, welche durch einen verbreiterten Klemmbereich die Kräfte besser verteilt und vor Schmutz geschützt bleibt. Die Lager wurden optimiert, zusätzliche Dichtringe und Abdeckungen sollen vorzeitigem Lagerverschleiß durch eindringendes Wasser und Schmutz vorbeugen. Ein IPU (Impact Protection Unit) genannter Lenkanschlag verhindert im Falle des Falles Beschädigungen am Oberrohr durch Brems- oder Schalthebel. Komplettiert werden die robust ausgelegten Trailbikes mit artgerechten Parts, Einfach- oder Zweifach-Antrieben aus dem Hause Sram oder Shimano und 150 mm Gabeln. Sowohl RockShox (Pike/Deluxe) als auch Fox (34/Float DPS) Fahrwerke finden sich unter den Modellen. Für die Größen XS uns S wartet im Zubehör ein eigens entwickelter Flaschenhalter für zwei 400 ml Flaschen, ab Rahmengröße M ist unter dem Dämpfer genügend Platz für Canyons hauseigenen Sideloader-Käfig. Standardware scheint nicht ins Rahmendreieck zu passen. Werkzeug und Ersatzteile dürfen in einem optionalen Frame Case hinter dem Steuerrohr untergebracht werden.Je nach Geldbeutel und Anspruch stehen Varianten in Carbon, mit Carbon-Hauptrahmen und Alu-Hinterbau sowie aus Aluminium zur Wahl. Preislich bildet das Spectral AL 5.0 mit € 2.199,- den Einstieg, für das Topmodell CF 9.0 LTD werden € 6.999,- fällig.
Ebenso wie das Spectral bekommt das Canyon Torque für 2018 ein komplettes Remake - und auch beim Freerider des deutschen Versenders macht man sich die Errungenschaften des Downhillers Sender zu Nutze. Sowohl Optik als auch Hinterbaudesign und Kinematik sind stark an den großen Bruder angelehnt. Ganze 175 mm Federweg stellt die Triple Phase Suspension zur Verfügung. Triple Phase? Damit meint Canyon ein sensibles Ansprechverhalten im ersten Drittel, Stabilität im mittleren und hohe Progression gegen Ende des Federweges. Gute Traktion, kaum stempelndes Hinterrad, effizienter Vortrieb, eine stabile Plattform bei Landungen und während des Pumpens über Wellen sowie das erwünschte "bottomless feeling" des Hinterbaus nennen die Koblenzer unter anderem als Vorzüge des Systems. Außerdem konnten die Ingenieure so die Überstandshöhe reduzieren und genügend Platz für Sattelstützen mit 150 respektive 170 mm Hub (L und XL Sender CF) schaffen.
Wendige 27,5" Laufräder, 175 mm Federweg am Heck, 180 mm Gabel, leicht angewachsener (noch immer nicht überlanger) Reach und 65,3° Lenkwinkel lassen vermuten, wofür das Torque gedacht ist. Herausfordernde Freeride-Lines, Runden im Park - im strengen hausinternen Rating gemeinsam mit dem Sender in der höchsten Kategorie 5 eingestuft, darf mit dem robust gebauten Bike getrost auch durch den nächsten Downhill gepflügt werden. Das Bike setzt hier definitiv nicht die Grenzen. Um den Einsatzbereich noch weiter zu verschieben - Stichwort Superenduro oder Bikebergsteigen - soll auch die Uphillperformance dank 74° Sitzwinkel und genügend Anti-Squat in der Kinematik die Erwartungen erfüllen. Schlicht nach Zahlen bewertet, fällt die Geometrie des Canyon in keinerlei Richtung extrem aus. Balance ist das Stichwort.
Die Qual der Wahl: Canyon bietet das Torque ab sofort in zwei Varianten und insgesamt sieben Modellen an. In der CF Variante besteht der Hauptrahmen aus Carbon, der Hinterbau aus Aluminium, beim AL wird der gesamte Rahmen aus 6061 Aluminium gefertigt. An den Einstiegsmodellen werden RockShox, an den Topmodellen Fahrwerke von Fox verbaut. Einfach-Antriebe von Sram sind Standard, 12-fach Eagle bleibt allerdings ebenfalls den Topmodellen vorbehalten. Teilweise finden sich an den Rädern Lenker und Vorbauten der Canyon G5 Serie - einer sowohl für Komplettbikes als auch den Nachrüstmarkt entwickelten Gravity-Linie aus hauseigener Entwicklung. Preislich startet das Torque AL 5.0 (15,3 kg) bei € 2.199,00. Auf der anderen Seite des Spektrums liegt das Torque CF 9.0 Pro mit € 4.999,00.
Basierend auf dem im Weltcup erprobten Sender CF legt Canyon nun die gemeinsam mit Fabien Barel entwickelte Alu-Variante Sender AL nach. Das Sender AL - wir zitieren hier die Presseaussendung - „wurde für eine maximale Lebensdauer gebaut und ist mit einer Reihe von Details ausgestattet, die es zu einem zuverlässigen Alu-Kompagnon für jeden Downhill-Enthusiasten machen.“ Schlaue Features wie der bereits mehrfach erwähnte Kabelschacht unter dem Unterrohr, diverse Rahmenschoner, leicht gebogene Kettenstreben (gegen Kettenschlagen) und robuste Anbauteile sprechen jedenfalls dafür. Die Räder sind in, vor allem für Downhiller, umfangreicher Größenauswahl von S (<170 cm) bis XL (>190 cm) erhältlich. Zwei Modelle, das Sender AL 6.0 für € 2.499,00 sowie das Sender AL 7.0 für € 2.999,00 stehen zur Wahl.
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