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E-Bike & Hike um Ischgl

E-Bike & Hike um Ischgl

21.06.24 09:02 2.242Text: NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

Klicke für alle Berichte von NoMan
Fotos: Erwin Haiden, Lukas Salzer
Hohe Gipfel, klare Seen. Kombinierer und solche, die's noch werden wollen, finden im Paznaun Idealbedingungen für ein sportliches Duett aus Radfahren und Wandern, mit vorzüglichen Hütten als Wechselstation. Wir haben's auf Hohe Köpfe und Berglisee ausprobiert.21.06.24 09:02 4.556

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21.06.24 09:02 4.5561 Kommentare NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

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Erwin Haiden, Lukas Salzer
Hohe Gipfel, klare Seen. Kombinierer und solche, die's noch werden wollen, finden im Paznaun Idealbedingungen für ein sportliches Duett aus Radfahren und Wandern, mit vorzüglichen Hütten als Wechselstation. Wir haben's auf Hohe Köpfe und Berglisee ausprobiert.21.06.24 09:02 4.556

Im Brüllersee ist die Hölle los: Zig kleine Kaulquappen scharwenzeln durch das seichte Uferwasser; Hunderte schon deutlich größere machen mit ihren kräftigen Schwänzen und sich bereits abzeichnenden Beinchen so rasch Meter, dass das menschliche Auge ihnen kaum folgen kann. Wasserläufer flitzen wie die Pfitschipfeile über das kristallklare Gewässer. Knapp darüber tanzen zwei Libellen ihren Hochzeitstanz oder zanken sich bis aufs Blut, wer weiß das schon so genau. Und dann touchiert auch noch ein flacher Stein die Wasseroberfläche, einmal, zweimal, dreimal …
„Sieben Mal!“, entfleucht es mir anerkennend, aber unverhältnismäßig laut. Denn so sehr das Leben im und über dem nassen Kleinod wuselt – rund um es herum herrscht absolute Einsamkeit und Stille, und es steht mir eigentlich nicht an, letztere zu brechen. Aber sieben Abpraller beim „Stoaplattln“ sind nun mal rekordverdächtig und lassen spontane Respektsbekundungen entstehen – Prachtkulisse hin, Rückzugsraum her.

Der, der solche Bestmarken aus dem Handgelenk schüttelt, heißt Patrick Zangerl, ist Hotelier und MTB-Guide in Ischgl, und auch abseits vom „Stoaplattln“ ein ziemliches Bewegungstalent. Seine fahrtechnischen Skills im mitnichten bereits in jungen Jahren erlernten MTB-Sport belegen das eindrucksvoll.
Und dort, wo er seine wurftechnischen Fähigkeiten zum Zeitverteib, bis der Fotograf wieder aufgeschlossen hat, durchblitzen lässt, ist die ruhige, wenig besuchte Seite seiner Heimat: das Verwall, das „Grenzgebirge“ zwischen Tirol und Vorarlberg.

 MTB-Eldorado + Wanderparadies = Ischgl Bike & Hike 

Das Paznaun: ideal für Kombinierer!
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Wir sind wieder einmal im Paznaun, nützen unseren Besuch des 28. Ischgl Ironbike für ein paar zusätzliche Kilometer und Touren.
Geliehene Simplon Rapcon Pmax mit potenter Bosch CX-Unterstützung sind die Sportgeräte unserer Wahl. Und Patrick Zangerl, Kopf des "guided riding"-Angebots Bike Skull sowie Herr über 35 Betten, die er im Klaushof wahlweise in Zimmern oder Appartements mit Frühstücksoption anbietet, ist unser Begleiter am Tag eins.

Besagter Brüllersee liegt nur wenige Höhenmeter unterhalb des Hohe Köpfe, einem 2.608 m hohen Gipfel etwas westlich der Friedrichshafener Hütte. Zu diesem für seine Aussicht und Kulinarik berühmten Alpenvereinshaus haben wir uns mit den hochwertigen E-MTBs angenehm leichtfüßig hinaufgebeamt. Dann wurde um- bzw. abgesattelt. Zum Gipfelkreuz geht's mit reiner Muskelkraft und ohne Bikes.
Denn Bike & Hike, so vernahmen wir aus Tourismusverbandskreisen, sei in der Silvretta Bike Arena eine sich topographisch förmlich aufdrängende Art, sportliche Interessen zu kombinieren: Für Zu-, Auf- und Abfahrt nütze man bitte das bestens ausgebaute MTB-Tourennetz und wähle je nach Können, Kondition und Interessen aus einer Vielzahl von Forststraßen, Wegen und Trails. Dort, wo die Hänge steil, Routen ausgesetzt, Pfade unfahrbar werden, hänge man einfach einen Fußmarsch an, um den gewünschten Gipfel, Bergsee oder Übergang zu erreichen.
Ischgl wäre übrigens nicht Ischgl, würde der TVB diesen erdkundlich förmlich aufgelegten Elfmeter nicht professionell verwerten - mit zahlreichen Tourenvorschlägen, speziell designten Bike-Depots aka Radlständern und eigener Infoseite auf der Homepage.

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News 2024: Silva Trails und mehr

So weit, so gut. Einzig das Wetter hatte sich anfänglich vehemment gegen die prognostizierten Traumbedingungen gesträubt und uns den frühen Vormittag mit hartnäckigem Schnürlregen versaut. Aber irgendwann war auch der letzte Inbus in Patricks gut bestückter Bike-Garage zwecks vorgeschützter Einstellungsarbeiten angesetzt und das gewissenhafteste Fahrwerks-Setup vollendet. Bar verbleibender Ausreden, waren wir also losgefahren, vom strategisch günstig direkt am Rossbodenweg an Ischgls Ortsende gelegenen Klaushof Richtung Mathon.

Ironbiker kennen diesen oberhalb des Talbodens und der Trisanna verlaufenden Güterweg in der Gegenrichtung, wobei deren Kurs ein Stück weit die Variante "oben rum", über den Höhenweg, unter die Räder nimmt.
Unsereins war die angenehm flache Möglichkeit zum Einrollen auch von der Vorjahrestour zur Neuen Heilbronner Hütte bekannt. Und tatsächlich ließen die letztens bewunderten lila Blumen, saftigen Wiesen und spitzen Kirchtürme auch diesmal nicht lange auf sich warten.

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Anders als zuletzt zweigten wir nunmehr aber bereits kurz nach Mathon ab und wandten uns bei der markanten Lourdeskapelle in Valzur bergwärts.
Hätte die Beschwerde der Landesumweltanwaltschaft das Projekt nicht verzögert, hätten wir an dieser Stelle wohl auf einen Abstecher in den neuen Trailpark Galtür bestanden. So jedoch gab’s nichts zu versäumen – die Silva Trails öffnen erst diesen Sommer ihre Pforten.

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Trailpark Galtür? Richtig gelesen. Ab 14. Juli 2024 wird der Luftkurort am Talschluss zum neuen MTB-Hotspot für Familien, Anfänger, aber auch Fortgeschrittene. Herzstück der Silva Trails ist ein 6,67 Kilometer langer Weg mit flowigen Kurven und einigen Northshore-Elementen, der im Schwierigkeitsbereich S0 bis S2 von der Alpkogelbahn Bergstation talwärts führt. Mit Ziel Faulbrunn Alm ergänzt ein zusätzlicher, 1,4 Kilometer langer Trail der Schwierigkeitsstufe S0 bis S3 das Startangebot. Drei weitere Trails sind in Planung.
Zur Vorbereitung für das Downhill-Vergnügen dienen ein Übungsgelände bei der Talstation mit Elementen in den Schwierigkeitsstufen S0 bis S3, sowie ein 800 m² großer Pumptrack.

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Damit der Neuerungen nicht genug, sorgen ab der Saison 2024 zwei anspruchsvolle Hochgebirgs-Trails für frischen Wind in der Silvretta Bike Arena, die künftig auch „Samnaun“ in ihrem Namen trägt. Wer aus dieser nominellen Erweiterung schließt, dass die Neuzugänge speziell das Grenzgebiet zur Schweiz befahren: korrekt.
Satte 1.330 Tiefenmeter zwischen der Bergstation Flimjochbahn und der Silvrettaseilbahn-Mittelstation bietet der 16,3 Kilometer lange Vesil Trail. Und mit gleichem Start, aber Ziel Heidelberger Hütte, wartet der abschnittsweise auch beherzt bergwärts führende Fimba Trail (12,8 km) auf. Beide führen über die Greitspitze (2.872 m) als höchsten Punkt, und beide sind im roten Schwierigkeitsbereich S2 bis S3 angesiedelt.
Der Overall-Zähler rückt durch diese Ergänzungen auf stolze 88,8 Trail-Kilometer vor, die sich verteilt auf elf Lines aller Schwierigkeitsgrade abspulen lassen. Für Sommer 2025 sind bereits weitere Trails in Planung.

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 2024 neu: Trailpark Galtür, Vesil Trail, Fimba Trail 

Die Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun wächst!
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Friedrichshafener Hütte – Hohe Köpfe

Aber ich schweife ab, eigentlich war ja Bike & Hike unser Thema. Tja, das passiert, wenn E-Bikes die anstehenden 750 Höhenmeter so sehr vereinfachen, dass jederzeit Luft und Energie zum Plaudern und Schwatzen bleibt!
Pünktlich mit Erreichen der Baumgrenze schickte sich das Wetter endlich an, der Prognose zu folgen und die Sonne kam raus – gerade rechtzeitig, um die traumhafte Gebirgskulisse, in die wir uns allmählich vorgearbeitet hatten, ins passende Licht zu rücken: Rechts ein Zacken und langer Wassergraben, links ein noch regennass glitzernder Gipfel und bald ganzer Kamm. Hie eine Gams, da ein Murmeltier, und dort drüben, ist das nicht sogar Steinwild? Patricks geschultes Auge des geprüften, aber derzeit nicht aktiven Jägers offenbarte uns manch speziellen Einblick in die Wunder der Natur.
Dann kam der Jamtalferner ins Bild, und natürlich versuchten wir, Spuren des letztjährigen Felssturzes am Fluchthorn auszumachen, aber vergeblich.

Schließlich verzogen sich die Wolken endgültig und vor uns staunenden Städtern war alles angerichtet, was das Paznaun ausmacht – auch talauswärts Richtung Kappl, und erst recht ’gen Osten schauend, wo sich die imposanten Liftanlagen der Silvretta Ski-Arena in die Hänge der Samnaungruppe krallen. Sogar der Silvretta-Stausee war kurz als türkiser Strich im schier unendlichen wogenden Felsenmeer auszumachen. Und von oberhalb grüßte auch schon die Friedrichshafener Hütte mit ihren steinernen Mauern und türkis-weiß-gestreiften Fensterläden.
Vorerst ließen wir das einladende Ensemble aber noch rechts liegen und pedalierten über den nunmehr flachen Forstweg noch ein Stückchen näher ans Muttenjoch, bis die Route, beschildert als 502A (die in weiterer Folge übrigens auch zur Neuen Heilbronner Hütte führt), nach der Querung des Pachtlbachs einen Haken nach rechts schlug und zum Wanderweg wurde.

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Unsere Simplons parkten folglich nicht ganz so feudal und sicher wie im hierfür vorgesehenen Bike-Depot an der Friedrichshafener Hütte. Dafür würden wir uns am Rückweg eineinhalb Kilometer Schotterpisten-Marsch ersparen.
Kaum waren die E-MTBs abgestellt und versperrt, hatte uns das wahre Leben wieder: Knappe 2.300 m Seehöhe und alsbald gute 30, 40, ja, sogar fast 50% Steigung – das hängt sich hässlich in die Flachland-Lunge und Beinmuskulatur, zumal, wenn ein ehemaliger Paragleiter, dann XC-Racer, Rennrad-Marathonfahrer und nunmehriger Tennisspieler das Tempo vorgibt!

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Der Hohe Köpfe kannte anfangs keine Gnade. Dem steilsten Teil seines Südhangs waren wir durch den vorläufigen Verbleib auf dem Weg zum Muttenjoch zwar noch ausgewichen. Mit dem Rechtsabzweiger des Georg-Prasser-Weges (Nr. 515) auf 2.435 m war die Schonfrist zum Eingehen und Umgewöhnen an die andersartige Bewegung jedoch endgültig vorbei.
Es sind nur 100 Höhenmeter, die ab dieser Kreuzung einigermaßen steil ’gen oben wachsen; anschließend legt sich der Hang, wird zu einem steinernen Kessel, der den besagten Brüllersee beherbergt. Aber diese 100 Höhenmeter waren zäh, zumal die Sonne mittlerweile ganz schön runterheizte, der auf dem Forstweg noch deutlich spürbare Wind sich gelegt zu haben schien und der Untergrund ob unzähliger, grober Felsblöcke, rollender Steine und rutschigen Schotters nicht der festeste war.

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Hier heroben, umgeben von Glatter Berg, Vertinesberg und Vertineskopf, wirkte das Verwallgebirge nicht gerade lieblich. Es schien auf den ersten Blick eher eine einzige, spröde Anhäufung von Gneis und Schiefer zu sein, die sich in unendlichen, feinen Schichten und mannigfaltigem Glitzern übereinanderstapelte.
Aber selbst dieses vermeintlich leb- und farblose Gestein hatte bei genauerem Hinsehen seine Flechten, die es knallgrün bewuchsen, seine Gräser, die aus ihm sprossen, seine Blumen, denen minimalste Erdmengen in den Ritzen als Nahrungsquelle genügten.

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Zwischen Steilpassage und Brüllersee wurde der Untergrund schließlich sumpfig. Ein Bächlein fließt durch den Kessel; bizarre Moospolster, hübsche Blümchen und quatschige Erde allüberall. Dann nochmal ein kurzer Marsch durch felsiges Terrain, eine einfache Kletterei durch Felsbrocken und Abbrüche, und schon sind wir oben, auf 2.608 m Seehöhe, am Gipfel der Hohe Köpfe, vor einem 360°-Panorama, das seinesgleichen sucht.
So sehr das Leben wenige Meter unterhalb, im Brüllersee, wuselt, so nachhaltig bremst es sich hier im Angesicht des Gipfelkreuzes und all der anderen Berge ein. Würde nicht der Wind über die Kuppe pfeifen und an unseren alsbald übergestreiften Jacken zerren, es wäre vollkommen still. Von anderen Menschen ohnehin keine Spur.

Informationen

Ischgl, umgeben von den Gebirgsgruppen Silvretta, Samnaun und Verwall im äußersten Westen Tirols gelegen, gilt uns als Ort der Kontraste - eine MTB-Destination, die nicht zuletzt aufgrund ihres übermächtigen Wintertourismus auch ein extrem hohes Qualitätsniveau im Sommer bietet, dabei aber eine sanftere, mitunter unberührte Seite zeigt.
Mountainbikende Gäste profitieren nicht nur von der exzellenten Kulinarik, dem Top-Angebot an Hotels und der all-inclusive Silvretta Card Premium. Die Berge und Seitentäler des Paznaun bieten auch ein enorm weitläufiges und abwechslungsreiches Tourenangebot, das sämtliche Spielarten unseres schönen Sports beherrscht – ausgebildete Berg- und Wanderführer sowie Bikeguides helfen gern beim Auswählen. Der Schwerpunkt diesmal lag auf (E-)Bike & Hike. Die oben beschriebenen – und ganz viele weitere – Routen finden sich (samt allen relevanten Regionsinfos) inkl. GPS-Daten und Detailbeschreibungen im interaktiven Tourenportal auf www.ischgl.com.

Reisezeit:
Die Liftanlagen, die auch im Sommer als Aufstiegshilfen für Biker und Wanderer dienen, reichen bis auf eine Höhe von knapp 2.900 m hinauf, die Hütten liegen teils nur geringfügig tiefer. Dementsprechend kurz ist die Saison. Die Seilbahnen nehmen ihren Sommerbetrieb meist Ende Juni auf, detto die Hütten. Und Mitte September ist die Hochsaison auch schon wieder vorbei. An den tiefer gelegenen Südhängen der Verwallgruppe lassen sich hingegen schon ab Juni und bis in den Oktober Touren realisieren.

Einkehr- und Übernachtungstipps:
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Ein guter Platz, um über die Tücken und Eigenheiten von Luv und Lee zu sprechen und zu verstehen, warum es schlecht ist, mit dem Gleitschirm auf die falsche Seite zu fliegen – und warum anschließend ratsam, die Sportart zu wechseln. Ein guter Platz aber auch für einen waschechten Gipfelbucheintrag und für eine Rundschau, wohin hier sommers und winters noch die Wege führen könnten. Nur so viel: Es gäbe der Möglichkeiten schier unendliche.
Unsere Mägen geben uns zwischenzeitlich allerdings deutlich zu verstehen, dass sie von Höhenluft und Gipfelliebe allein nicht leben wollen. Und so machen wir uns lieber hurtig an den Abstieg, statt künftige Tourenpläne zu schmieden, und sausen dann flott zu unserer Raststation.

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Langjährige Pilgerstätte auf dem kulinarischen Jakobsweg, hat sich die Friedrichshafener Hütte auch abseits dieser jeweiligen von Paznauner Gourmetköchen ersonnenen Spezialität einen soliden Ruf als Berggasthaus mit feinster Küche erarbeitet. Dass vorne eine hölzerne Sonnenterrasse mit einfach umwerfender Aussicht ins Silvretta-Gebirge und die Samnaungruppe rauskragt und hinten ein kleiner Badesee Almwellness de luxe ermöglicht, macht die Sache umso besser.
Und dass von der Hütte eine ausgeschilderte Trail-Variante das Zickzack des Forststraßen-Downhills regelrecht abschneidet, setzt dem Spaß die Krone auf – allerdings nur bei fahrtechnisch wirklich versierten Bikern. Alle anderen haben mit dem kniffligen Naturtrail auf S3-Niveau vermutlich ihre liebe Not.

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 Gezupftes Ferkel mit Kartoffel und Kraut 

Die Speise des Kulinarischen Jakobswegs 2023. Heuer gibt’s „Marillenknödel – Marillen-Sorbet | Salzkaramell“
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Mit Kaspressknödelsuppe, gezupftem Ferkel, pikanten Bergpalatschinken und natürlich Kaiserschmarrn versuchen wir, unseren Körpern die notwendige Energie für die kommende Abfahrt zuzuführen. Denn natürlich möchten wir die Trail-Variante zumindest versuchen. Und unser, mein Fleisch wäre auch willig, aber mein Geist ist schwach.
Bike & Hike, das scheint mein Kopf automatisch mit Genussradeln, Dahincruisen, Kilometerschrubben zu assoziieren. Dass ich nun nach ersten, einfacheren Metern plötzlich auf engen, verblockten Pfaden stufig-kurvig-wurzelig bergab holpern soll, will mir nicht so recht ins Hirn, und folglich auch nicht in meine Bewegungsabläufe.

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 Cooler Nebeneffekt der einander kreuzenden Downhill-Varianten: Hinter jeder Kehre kann ich den Jungs beim Tricksen zusehen 

… und es beim nächsten Mal ja vielleicht auch selbst wieder versuchen

Nach zwei Abschneidern gebe ich auf und wechsle auf die praktischerweise mehrfach kreuzende Forststraße. Cooler Nebeneffekt dieser verwobenen Streckenführung: Hinter jeder Kehre kann ich den Jungs beim Tricksen zusehen ... und es beim nächsten Mal ja vielleicht auch selbst wieder versuchen.
"Knackig", lautet Patricks Fazit zum aktuellen Streckenzustand. Und das will was heißen, denn der Mann ist nicht nur geprüfter MTB-Instruktor und Bikepark-Guide, sondern auch waschechter Weltmeister, weil: Sieger der Kategorie Masters 2 bei der seit 2021 in Ischgl stattfindenden E-Bike-WM für Jedermann.

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Bounus-Track: Berglisee

Eigentlich wäre unser diesjähriger Ischgl-Report hiermit beendet. Die Ironbike-Vorbereitungen und Programmpunkte hielten unseren Fotografen zu sehr auf Trab, um eine weitere Tour zu absolvieren. Das Fußvolk jedoch hatte noch Zeit, und so ließen wir NoSane am nächsten Tag alleine schuften und seilten uns ab für eine zweite Radwander-Kombitour.
Das Ziel war klar, spätestens, als unsere Ansprechpartner beim Tourismusverband Ischgl – Paznaun den Vorschlag als „Insta-Hotspot“ tituliert hatten. Die Redakteurin in mir erhoffte sich in der Silvretta wohl heimlich ein Gegengewicht zu der fast unwirklichen Ruhe, die wir im Verwall – außer beim Hüttenstopp – erlebt hatten. Der Hobby-Fotograf in Lukas wollte wissen, ob er an den Influencer-Horden vorbei oder mitten in sie hinein das bessere Bild des Augenblicks schaffen würde. Somit brachen wir auf zum Berglisee.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Menschenmassen: Fehlanzeige. Instagramer: ebenfalls.
Wohl trafen wir an dem kristallklaren Gewässer am Fuße eines Halbrunds von Beinahe-Dreitausendern – Berglerkopf, Blauer Kopf, Zirmli – bei Mathon auf einige Zwei- und Vierbeiner. Insgesamt waren diese aber tatsächlich an zwei Händen abzuzählen und übten sich (mit einer Ausnahme) in nachgerade spärlichem Handykamera-Gebrauch.
Erreichen lässt sich der pittoreske Berglisee im wildromantischen Almgebiet Innerbergli über das – Ironbiker werden erneut wissend nicken – Lareintal und die gleichnamige Alpe. Eben dort stellten wir nach neuerlicher Anfahrt über Mathon, diesmal jedoch am Trisanna-Südufer, und tiefenentspannter 400-Hm-Auffahrt die Räder im Bike-Depot ab.

 Menschenmassen: Fehlanzeige. Instagramer: ebenfalls 

Alles gut am vermeintlichen Influencer-Hotspot Berglisee
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Für den muskulären Switch vom Pedalieren zum Gehen blieb so immerhin ein halber, flacher Kilometer. Nach der Querung des Lareinbachs samt Blick auf den Fluchthorn-Gletscher stellte sich der Osthang dieses beeindruckend unberührten Hochtals - kein Internet, kein Handyempfang, keine Hütten, nur Natur pur - dafür umso steiler auf.
Der krautige Bodenbewuchs auf der baumlosen Bergflanke machte es deutlich: Wer nur ein wenig früher im Jahr kommt, lustwandelt hier durch ein Meer von Almrosen und Heidelbeeren. Später wiederum bilden rot-orange verfärbte Lärchen eine gewiss prachtvolle Kulisse. Gegenwärtig säumten etliche Blumen und Kräuter unseren Weg, von deren Namen oder gewiss mannigfaltigen Verwendungszwecken wir botanische Banausen allerdings keinen blassen Schimmer hatten.
Im Anschluss an den Steilhang wurde der Pfad angenehm wellig. Nicht umsonst befanden wir uns auf dem Paznauner Höhenweg. Herrlich knorrige, himmelalte Zirben erzählten von Winden und Wettern im abwechslungsreichen Auf und Ab, bis schließlich nach einer guten Stunde der idyllischst in buckligen Almboden, ausgedehnte Geröllhalden und schroffe Gipfel eingebettete Berglisee erreicht war.

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Wir empfehlen übrigens, nach rund zwei Kilometern den Abzweig nach links zum Inner Bergli (und nach weiteren 500 m wieder rechts zum See) zu nehmen und sich die etwa 500 Meter kürzere Direttissima für den Rückweg aufzusparen. Dergestalt nähert man sich dem türkisblauen Juwel nämlich schrittweiser, dramaturgisch eindrucksvoller: erst Brückerl und Stege und gar liebliche Blumenwiesen, dann eine urige Halterhütte mit Trinkwasserbrunnen, Sonnenbankerl und zutiefst erdendem Blick ins Verwall, und schließlich die glucksenden, sprudelnden Wasserwege und Wannen, welche dem Berglisee nordseitig vorgelagert sind und einen - bereits im Angesicht des steinernen Halbrunds, das ihn umgibt - gar fantastisch einstimmen auf diesen Kraftplatz von Mutter Natur.

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Tische, Bänke und sogar Grillplätze auf der westseitig anschließenden Wiese hätten ein feudales Berg-Picknick in wahrhaft bemerkenswerter Szenerie ermöglicht.
Allein: Vom Montafon und der Schweiz drückte bereits bedrohlich der angekündigte Wetterumschwung herein, weshalb wir lieber schauten, dass wir runterkamen und unseren Hunger in der relativen Sicherheit der Larein Alpe, übrigens 2024 mit asiatischer Schweinshaxe mit Spätzle ebenfalls Teil des kulinarischen Paznaun, stillten.

Hätten wir all das auch nur per Mountainbike, nicht auf Schusters Rappen, entdecken und erfahren können? No way.
Hat es Ischgl mit diesen alpinen Duathlons, diesen Mischungen aus entspannten Auffahrten, eindrucksvollen Rückzugsorten und empfehlenswerten Einkehrstationen sowie, wenn gewünscht, knackigen Abfahrten wieder einmal geschafft, uns zu überraschen und zu überzeugen? Definitiv.
Werden wir wiederkommen in der Hoffnung, auch beim nächsten Mal eine Facette, ein Angebot kennenzulernen, mit dem wir den winterlichen Ski-Hotspot gemäß aller kursierenden Vorurteile gemeinhin nicht verbunden hätten? Unbedingt!

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 Hätten wir all das auch nur per Mountainbike, nicht auf Schusters Rappen, entdecken und erfahren können? No way. 

Bike & Hike eröffnet neue Möglichkeiten
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