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E-Biken in und um Ischgl

E-Biken in und um Ischgl

17.05.23 07:49 2.254Text: NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

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Fotos: Erwin Haiden, Hotel Ischgl (5)
Genuss abseits der gängigen Klischees. Gemütliche Schmankerl-Touren im Tiroler Paznaun mit neuen Trails, lohnenden Hütten und Panorama satt.17.05.23 07:49 2.335

E-Biken in und um Ischgl

17.05.23 07:49 2.3359 Kommentare NoMan
Lisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

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Erwin Haiden, Hotel Ischgl (5)
Genuss abseits der gängigen Klischees. Gemütliche Schmankerl-Touren im Tiroler Paznaun mit neuen Trails, lohnenden Hütten und Panorama satt.17.05.23 07:49 2.335

Ischgl also. Kennt man ja. Alpiner Massentourismus, Après-Ski-Partys, Gigantismus am Berg und im Tal.
Auf dem bescheidenen Biertischchen vor der wettergegerbten Holzschindel-Fassade der Niederelbehütte sitzend, müssen wir unwillkürlich grinsen.

Verhalten klingen Gesprächsfetzen der wenigen weiteren Gäste ums Eck, gelegentlich klappert Besteck oder knarzt die Treppe zum Windfang unter den Schritten des Hüttenteams. Ansonsten schaukelt nur der hölzerne Materialkorb der altersschwachen Materialseilbahn leise quietschend im Wind. Über uns zieht irgendein Raubvogel seine Kreise. Vor und hinter uns liegt die hochalpine, unberührte Weite des Paznaun: Samnaun, Silvretta, Verwall.
Zeit, die Vorurteile zu überdenken. Oder ihnen zumindest andere Facetten zur Seite zu stellen.

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Das hat genau genommen schon beim Einchecken begonnen. Was wir im atemberaubenden Crescendo hochkarätiger und hochkarätigster Hotellerie anfangs spaßhalber als "popeliges 4-Stern" abtaten, entpuppte sich alsbald als familiär geführter Glücksgriff.
Das Hotel Ischgl übertreibt nicht, wenn es seinen Standort gleich am Ortseingang, zehn Gehminuten entfernt vom sich dicht übereinander stapelnden Betten-Luxus des ehemaligen Bergbauerndorfes, als beste im Paznaun anpreist: Die Zimmer blicken auf eine riesige, ebene Blumenwiese, hinter der eilig die Trisanna fließt. "Und diese Wiese bleibt", ebenso wie die nachweislich meisten Sonnenstunden im Tal, "denn die gehört meinem Bruder, dem Bauer nebenan", weiß Geschäftsführer Philipp Zangerl bestimmt.
Auch hat sich der Betrieb schon lange, ehe es Mode geworden ist, der Regionalität und Nachhaltigkeit verschrieben und tischt dank Konditormeisterin Sabine Baurecht nicht nur süße Gesamtkunstwerke als Krönung feinster Abendmenüs auf. Quasi im Vorbeigehen offeriert er weiters die gefällig-bunte, bildende Kunst des Hausherrn höchstpersönlich und hebt außerdem mittels hochmoderner easypower Bike Service Station das Thema Radwäsche und -pflege auf eine neue Stufe ... we like!

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 Samnaun, Silvretta, Verwall 

Drei Gebirgsgruppen prägen die Landschaft des Paznaun
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Tour zur Neuen Heilbronner Hütte

Mit der Ausrufung unseres ersten Tourenziels setzte sich die Horizonterweiterung fort, weil: Heilbronner Hütte, Verbellner Winterjöchl, Transalp - klingelt da was?
Schon seit den Urzeiten des Alpencross zählt der pittoreske Übergang vom Paznaun nach St. Anton am Arlberg bzw. ins Montafon zu den Highlights eines Mountainbiker-Tourenlebens. Mit 2.320 m Seehöhe hoch, aber bei weitem nicht so exponiert wie beispielsweise das Idjoch gelegen und mit den umliegenden Dreitausendern des Verwall, allen voran dem markanten Patteriol, sowie dem Scheidsee wahrhaft hübsch anzuschauen, hat sich die 134 Betten zählende Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins früh in die Bucket Lists höhenmeteraffiner Geländeradfahrer eingetragen.

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Sie kamen verschwitzt, schwer beladen und vorrangig mittags, wie Hüttenwirtin Olivia Immler sich erinnert.
Heute erleichtern E-Bikes die Aufgabe enorm und lassen den Besucherstrom von früh bis spät nicht abreißen, denn: „Es geht ja schnell“, beschreibt die junge Pächterin schmunzelnd die neuen Zeiten.
Auch uns entbinden die Motoren zu einem Gutteil von der beschwerlichen Bezwingung der brutalen Steilrampen am Schluss. Auch wir ersetzen Muskelkraft und Kondition per Knopfdruck durch Newtonmeter und Wattstunden. Und trotzdem kommen wir mit der tiefen Überzeugung oben an, uns jetzt aber wirklich etwas Gutes aus der Küche des Tourenziels verdient zu haben. Ab einer gewissen Seehöhe, in einer bestimmten Umgebung und mit dem verführerischen Duft von köstlichen Süßspeisen in der Nase, der in Wellen übers Jöchl und den See getragen wird, scheint das tourenbikerische Hirn diesbezüglich irgendwie konditioniert.

Aber Halt, noch sind wir ja gar nicht so weit. Erst mal raus aus Ischgl ‘gen Südwesten nach Galtür geradelt, „oben rum“, wie unser Guide Christian Pfeifer von Rock your Bike es beschreibt, also über Mathon, statt unten im Tal, wie vom Ischgl Ironbike gewohnt.
Mathon liegt größtenteils sonnseitig am Nordufer der Trisanna und ist nicht nur deshalb eine Art Gegenpol zum weltbekannten Nachbarort. Kaum weniger touristisch geprägt als Ischgl, residieren hier gerne die ruhesuchenden Gäste, Familien. Halbmitt’ zwischen dem Tiroler Ski-Mekka und der Grenze zu Vorarlberg gelegen, beginnt in dem 300-Seelen-Dorf, was Geomorphologen eine Talweitung nennen. Oder in den Worten Christians: „In Ischgl formt der Talboden ein V, in Galtür dann ein U.“

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Mit stetem Blick auf die beiden kühnen Berggestalten Gorfenspitze und Ballunspitze pedalieren wir vorbei an der Galtürer Enzianzucht, deren Zweck die exklusive Schnapserzeugung ist, weiter Richtung Talschluss und Zeinisjoch, wo die Europäische Hauptwasserscheide, also jene zwischen Rhein und Donau, liegt.
Ginge es nach den Plänen des TVB Paznaun-Ischgl, würde hier schon ab 2023 der neue Trailpark Galtür das MTB-Angebot bereichern. Neun Lines mit einer Länge von insgesamt knapp 15 Kilometern sind im Skigebiet Silvapark projektiert, naturschutzrechtlich sind sie bewilligt. Allerdings erhob die Landesumweltanwaltschaft Beschwerde, weshalb bislang noch keine Bagger aufgefahren sind und wir ohne entsprechendem Zwischenstopp weiterradeln zum „Vorbecken Zeinis“ samt dessem netten Campingplatz und schließlich Stausee Kops.

Sowie die anfänglichen Kehren ins Verbellatal geschafft sind, legt sich die steile Asphaltstraße, die später in Schotter übergeht, und ist ausreichend Zeit, die Szenerie zu genießen.
Dieses Hochtal ist eindeutig die ruhigere, liftlosere Seite von Ischgl, welche tatsächlich ja schon Vorarlberg ist. Hier leben die Murmeltiere und die Kühe, blühen die Blumen und plätschert der Bach. Außer kurz hinter der Verbellaalpe. Da bahnt sich das Gewässer in einer wilden, fast klammartigen Verschneidung über gut 100 Höhenmeter so rasant rauschend seinen Weg, dass man sich sorgen möchte um die steinernen Mauern der idyllischen Hütte, stünde diese nicht schon so lange da.
Je weiter wir raufkommen, desto mehr Gipfel schälen sich heraus, und hinter uns schiebt sich im dramatischen Zick-Zack die Silvretta Hochalpenstraße ins Bild. Keine 24 Stunden zuvor haben hunderte Marathonisti sie im Rahmen des Arlberg Giro bezwungen, um die Bielerhöhe zu überqueren ...

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Unser Tourenziel liegt sogar noch gut 300 Meter höher als die Passhöhe beim Silvretta Stausee, und jedenfalls beschaulicher. Wollig weißes Scheidegras zittert unentwegt im Wind, Gipfel um Gipfel und Wolke um Wolke spiegelt sich in der Oberfläche der von hochalpinem Grasland umgebenen Scheidseen. Über deren Südufer thront erhaben die Neue Heilbronner Hütte, als ob sie höchstpersönlich wache über diese Ecke des riesigen Europaschutzgebietes Verwall.
Sie sei, erzählt uns Olivia Immlich bei einem (preisgekrönten!) Stamperl gebrannter Zirbe nach Linseneintopf, Sauerkäswürfeln und Strudlvariation, seit 2019 Hüttenpächterin, davor haben ihre Eltern den 1928 eingeweihten Ersatz für die im 1. Weltkrieg verloren gegangene Alte Heilbronner Hütte am Südtiroler Taschenjöchl 42 Jahre lang geführt. „Ich bin hier aufgewachsen und habe da heroben eine tolle Kindheit verbracht, mit eigenem Lift und einem Liftwart als Taufpaten.“
Mittlerweile ist der Winterbetrieb auf der Heilbronner Hütte eingestellt, dafür brummt der Sommerbetrieb umso mehr. Kein Wunder: Sonnenterrasse trifft auf Traumpanorama, und strategisch facettenreiche Lage auf leichte Erreichbarkeit, gute Küche und Gipfelglück.

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Abstecher ins Jamtal

Mit ein paar Abstrichen in Sachen Lieblichkeit trifft all das auch auf die Hütte im hintersten Zipfel des Jamtals auf 2.165 m Seehöhe zu. Dieses lang gezogene Seitental des Paznaun zweigt bei Galtür Richtung Süden ab. Und nachdem wir kraft unserer E-Bikes mit dem Verbellatal allein noch nicht ganz ausgelastet sind, statten wir kurzentschlossen auch der Jamtalhütte einen Besuch ab.
Freilich nicht, ohne zuvor einem wahren Meisterwerk der Statik zu huldigen. Als wir die mächtigen, doppelt gebogenen Staumauern des Kops Stausees hinunterblicken, fällt uns plötzlich das Säbelzahn-Eichhörnchen aus Ice Age ein: Würde dieses Bollwerk halten, wenn Scrat hier seine Eichel versenkte? Die Vorstellung eines Risses in diesem Gemäuer ist gruselig. Lieber rasch wieder auf die umliegenden Bergschönheiten konzentriert und die Tritte ‘gen Jamtal gelenkt!

Dieses reicht rund 13 Kilometer in die Silvretta-Gruppe hinein. Anfangs, im Bereich von Scheibenalpe, Mentaalpe & Co. noch äußerst lieblich und relativ weit, wird's gegen Ende hin immer schroffer und enger, bis schließlich kaum noch Platz bleibt für die Jamtalhütte - immerhin eine der größten und modernsten Alpenvereinshütten, wie der DAV, der hier ein Ausbildungszentrum unterhält, stolz behauptet.
Hinter der geschichtsträchtigen Hütte, u.a. bekannt als Station auf dem kulinarischen Jakobsweg, leckt der Jamtalferner über die steinernen Flanken von Ochsenkopf und Jamspitze - oder das, was von ihm übrig ist. Kaum zu glauben, dass bis vor gar nicht langer Zeit Pläne existierten, den Gletscher von hier aus per Liftanlagen für den Skisport zu erschließen!
Dunkles Gewölk aus dem Westen vertreibt uns rascher als gewollt wieder aus dieser urtümlichen Sommerresidenz für Kühe, Pferde, Gänse und mehr. Über den Paznauner Radweg entkommen wir den drohenden Regentropfen flussabwärts allerdings ebenso hurtig wie bequem und landen trockenen Hauptes bei unserem 4-Gang-Abendmenü.

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 Ob dieses Bollwerk hält, wenn Ice Age-Liebling Scrat hier eine Eichel versenkt? 

Die Vorstellung eines Risses im Gemäuer des Stausee Kops ist gruselig ...
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Flowtrail Dias-Kappl

Neuer Tag, neues Ziel - und zwar wortwörtlich: So frisch durch Wald und Wiese gezogen ist der Flowtrail Dias-Kappl, dass seine Randzonen und Sturzräume zum Zeitpunkt unseres Besuches im Sommer 2022 noch gar nicht wieder vollständig mit Gras bewachsen sind.
Ähnliches gilt für den feudalen Radweg, der uns - einmal mehr flott flussabwärts entlang der Trisanna - an dessen Ausgangsort Kappl bringt.

Beide Neubauten sind Teil einer vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl eingeläuteten Initiative, wonach im gesamten Tal speziell die sommerliche Infrastruktur für Einheimische und Gäste laufend verbessert werden soll.
"Hier in Kappl sind eine Verlängerung des Dias bis ganz nach unten und zwei weitere Trails angedacht", weiß unser Guide Christian Pfeifer zu berichten.

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Der Name Kappl kommt laut dem Local von Kapelle. Und tatsächlich säumen verschiedenste dieser Gotteshäuser unseren Weg. Ein Blick auf die steilst abfallenden Bergflanken rundherum und die sich darin förmlich übereinander stapelnden Häuser und Stadel macht klar, warum. Was muss es in früheren Zeiten bedeutet haben, diesen Wiesen und Wäldern Weide- oder gar Bauland abzuringen, sowie den Wintern und Naturgewalten hier zu trotzen; und wer wird sich hierfür nicht ein wenig Beistand von oben erbeten haben!
Bis heute gilt Kappl, sozusagen konträr zu den touristischen Nachbargemeinden, als Sitz fleißiger Handwerker und geschickter Kunsthandwerker. Zwar mehren sich in der einwohnermäßig größten Gemeinde des Paznaun ebenfalls die typischen Chalets ausländischer Investoren. Aber man schmückt auch seinen Vorgarten kreativ mit metallenen Dekorationsobjekten, verkleidet seine Wetterseite traditionsbewusst mit tausenden winzigen Holzschindeln oder schmückt seine Hausfront stolz mit unzähligen Siegerplaketten des Braunvieh-Zuchtverbandes.

Kurz vor dem eigentlichen Ortszentrum biegen wir hart links ab und kurbeln unversehens durch den Wolfgangwald bergwärts. Was im Winter über weite Teile eine spaßige Rodelbahn ist, dient uns jetzt als schattiger und - dank E-Bikes - auch bequemer Aufstieg auf den "Sunny Mountain".
Natürlich ließe sich Kappls Erlebnispark kurz unterhalb des Hausberg-Gipfels auch per Gondel erreichen. Aber die Fahrt mit der Diasbahn heben wir uns lieber für den zweiten Teil unseres Tagesprogramms auf und nützen die rund 650 Höhenmeter, um uns für den Downhill warmzukurbeln.

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 38 Kurven verteilt auf 333 Tiefenmeter 

Der zweite Abschnitt des Flowtrail Dias-Kappl ab der Talstation Gongallbahn
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Offiziell beginnt der 3,7 km lange Flowtrail Dias-Kappl bei der Bergstation auf 1.830 m und führt anfangs über einfache Wald- und Wiesenwege. Unsere Auffahrtsvariante bedingt, dass wir diesen ersten Abschnitt links liegen lassen und erst in Teil zwei einsteigen: den bei der Talstation der Gongallbahn beginnenden Natur-Trail.
Erst noch wellig über offene Wiesen, dann jedoch zusehend kurvig durch dichter werdenden Wald, schlängelt sich der Weg als vorrangig erdiges Schotterband mit steinigen Einsprengseln nach unten. Relativ schmal gebaut, braucht’s keine Riesenanleger, um dem Rausch des permanenten Richtungswechsel zu verfallen. Auch niedrige Kurven können fordern, wenn ihre Radien eng und enger werden, und auch kleinere Wellen und Absprünge können Großes vermitteln, wenn dabei die Bäume recht nahe stehen.
Von 38 Kurven verteilt auf 333 Tiefenmeter sprechen die offiziellen Zahlen. Fix ist: Es sind genug, um Geist und Körper abwechslungsreich zu fordern, ohne zu überfordern.

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Tour zur Niederelbehütte

Über einen Shared Trail führt uns Christian vom Flowtrail-Ende zurück nach Kappl, wo wir diesmal die Talstation der Diasbahn ansteuern.
Freundlich übernimmt ein Liftwart für uns das Einhängen der schweren Bikes. Bis zu 50 Räder hebe er momentan täglich, erzählt er auf Nachfrage lachend und erkennt sofort, dass wir teils ungewöhnlich leichtes Material mitführen. Auch beim Aussteigen assistiert uns ein kundiger Mitarbeiter. Weder der nagelneue TQ-Motor noch mein für 99,9% der Menschheit unfahrbarer Bremshebel-Leerweg bleiben unentdeckt.

Rasch lassen wir den Erlebnispark mit Niederseilgarten, Streichelzoo, Kneippanlage uvm. hinter uns und wenden uns unterhalb der beiden Speicherteiche des Kappler Skigebiets westwärts.
Für die kommende Stunde ist der Ausblick somit einzementiert: Kappler Kopf direkt voraus und Seßladspitze als markantester Gipfel der Beinahe-Dreitausender, welche die Niederelbehütte samt Seßsee so imposant umringen, schräg versetzt dahinter. Dazwischen grünste Wiesen, blauester Himmel, klarstes Wasser, blühendste Blumen; es ist eigentlich unglaublich, welch hochalpinen Kitsch die Verwallgruppe hier für uns vorbereitet hat. Und der gelegentliche Blick zurück ins Paznaun dünkt nicht minder überwältigend.

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Über den einigermaßen holprigen und abschnittsweise steilen Fahrweg durch das wildromantische Seßladtal arbeiten wir uns Tritt für Tritt unserem heutigen Hütten-Highlight auf 2.310 m Seehöhe entgegen. Ohne Motorunterstützung würde das Unterfangen spätestens nun in echte Arbeit ausarten. So hingegen bleibt Luft und Muße, Flora, Fauna und Christians Steckenpferde – ausgedehnte Bike & Hike-Touren im Sommer bzw. anspruchsvolle Skitouren im Winter – zu besprechen.
Den letzten Kilometer ziehen wir mit den Wanderern gleich und wechseln per pedes auf den Kieler Weg – wenn auch nicht ganz freiwillig. Die Fahrspur endet hier ebenso wie die MTB-Tour, und zwar eindrücklich: vor einem Geröllfeld, das es zu durchqueren gilt, ehe man die letzten 100 Höhenmeter im spektakulären Zick-Zack neben dem fast senkrecht abfallenden Seßladbach erklimmt.

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 Gipfel, Grate, Schmankerlkarte 

So geht Genuss auf der Niederelbehütte!
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Es braucht eine Weile, bis wir uns nach der Überwindung der letzten Felsstufen aufraffen können, dem Seßsee und seinen Bergriesen den Rücken zuzukehren und unsere Schritte 'gen Hütte zu lenken. Zu formschön dieser Kessel und seine zerfurchten Grate, zu blaugrün das Wasser, zu majestätisch die Berge, um all das sofort gegen Sozialkontakte und Smalltalk einzutauschen.
Als sich schließlich lautstark unsere Mägen melden, wird uns das 1931 errichtete Refugium, das u.a. Etappenziel der Verwall-Runde und des Paznauner Höhenweges ist und sogar über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügt, doch recht.

Die Niederelbehütte ist neben ihrer grandiosen Lage und urig-schmucken Gesamterscheinung vor allem auch als Hort guten Geschmacks und Ausgabestelle preisgekrönten Paznauner Almkäses - Stichwort Käseolympiade - bekannt. Uns steht diesmal jedoch der Sinn nach klasssicher, warmer Hüttenkost. Und weder bei Tiroler Gröstl, noch Spinatknödel oder Kaiserschmarrn sollte das unser Schaden sein - im Gegenteil.

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Na dann: Mahlzeit und Prost! Auf zwei herrliche Tage im Paznaun, die recht wenig mit den vom Wintertourismus genährten Klischees eines Ischgl-Urlaubs zu tun hatten. Und auf einen weiteren im Einzugsgebiet der Friedrichshafener Hütte, die wir am Bikeboard ja bereits 2016 ausgiebig vorgestellt haben ...

Informationen

Ischgl, umgeben von den Gebirgsgruppen Silvretta, Samnaun und Verwall im äußersten Westen Tirols gelegen, gilt uns als Ort der Kontraste – eine MTB-Destination, die nicht zuletzt aufgrund ihres übermächtigen Wintertourismus auch ein extrem hohes Qualitätsniveau im Sommer bietet, dabei aber eine sanftere, mitunter unberührte Seite zeigt.
Mountainbikende Gäste profitieren nicht nur von der exzellenten Kulinarik, dem Top-Angebot an Hotels und der all-inclusive Silvretta Card Premium. Die Berge und Seitentäler des Paznaun bieten auch ein enorm weitläufiges und abwechslungsreiches Tourenangebot, das sämtliche Spielarten unseres schönen Sports beherrscht - die Bikeguides helfen gern beim Auswählen.
Der Schwerpunkt diesmal lag auf genuss- und panoramareichen Hüttentouren. Die oben beschriebenen – und ganz viele weitere – Routen finden sich (samt allen relevanten Regionsinfos) inkl. GPS-Daten und Detailbeschreibungen auf Mountainbiken und E-Biken im Paznaun.

Reisezeit:
Die Liftanlagen, die auch im Sommer als Aufstiegshilfen für Biker und Wanderer dienen, reichen bis auf eine Höhe von knapp 2.900 m hinauf, die Hütten liegen teils nur geringfügig tiefer. Dementsprechend kurz ist die Saison.
Die Seilbahnen nehmen ihren Sommerbetrieb meist Ende Juni auf, detto die Hütten. Und Mitte September ist die Hochsaison auch schon wieder vorbei. An den tiefer gelegenen Südhängen der Verwallgruppe lassen sich hingegen schon ab Juni und bis in den Oktober Touren realisieren.

Einkehr- und Übernachtungstipps:
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Wieso? Hat nichts mit Ebikes zu tun. Viel mehr damit, dass selbst Mitterers kühnsten Fantasien nicht ausgereicht haben, um die Realität in Tourismushochburgen darzustellen und Ischgl ist was das angeht mit Abstand am schlimmsten (als jemand, der mitten drinnen zwischen Ischgl, St. Anton, Fiss-Serfaus, und Sölden aufgewachsen ist, habe ich da den einen oder anderen Einblick und Kontakt gewonnen 😘). 

Bearbeitet von KingM
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vor 3 Minuten schrieb KingM:

Wieso? Hat nichts mit Ebikes zu tun. Viel mehr damit, dass selbst Mitterers kühnste Fantasien nicht ausgereicht haben, um die Realität in Tourismushochburgen darzustellen und Ischgl ist was das angeht mit Abstand am schlimmsten (Als Jemand, der mitten drinnen zwischen Ischgl, St. Anton, Fiss-Serfaus, und Sölden Aufgewachsen ist, habe ich da den einen oder anderen Einblick und Kontakt gewonnen 😘). 

Ich bin mal im Zuge einer Transalp da durch gekommen... eines der ersten Dinge die mir da in den Sinn gekommen sind, war die Piefke-Saga 🤣

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Ischgl Ort ist tatsächlich wild, zumindest im Winter. Sie ziehen halt die (Sauf)gäste an, um die sie werben. ("Relax if you can" usw)

 

Galtür ein bissl weiter hinten im Tal ist ganz anders. Ruhig. 

 

Aber auch oberhalb Ischgl selbst: die Berge dahinter sind schon echt fein. 

 

Wird für mich eh Zeit, im Sommer mal hinzufahren...

Bearbeitet von FloImSchnee
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vor 2 Stunden schrieb KingM:

Bevor ich in Ischgl Urlaub mache friert die Hölle ein. 

 

vor einer Stunde schrieb Meister-Yoda:

Ich bin mal im Zuge einer Transalp da durch gekommen... eines der ersten Dinge die mir da in den Sinn gekommen sind, war die Piefke-Saga 🤣

 

Ich war vor vielen Jahren im Winter zur Saisoneröffnung auch erstaunt was da abgeht. Bei einer Transalpine kommend von Sesvennahütte glaub ich (is schon 20 Jahre her) war es im Sommer beim vorbeiziehen aber voll OK.

 

vor 5 Minuten schrieb FloImSchnee:

Ischgl Ort ist tatsächlich wild, zumindest im Winter. Sie ziehen halt die (Sauf)gäste an, um die sie werben. ("Relax if you can" use)

 

Galtür ein bissl weiter hinten im Tal ist ganz anders. Ruhig. 

 

Aber auch oberhalb Ischgl selbst: die Berge dahinter sind schon echt fein. 

 

Wird für mich eh Zeit, im Sommer mal hinzufahren...

Im letzten Jahr war ich im Urlaub 3 Tage in der Gegend. 2 Nächte in Ischgl. Ich muss sagen, wieder aller Erwartungen hat mir das richtig gut gefallen.

Abends durch Ischgl zu flanieren, die echt schönen Gebäude begutachten, teuer aber wirklich phantastisch Speisen. Hätte ich so nicht erwartet und war wirklich toll.

 

Weiter hinten dann is natürlich ruhiger und sicher entspannter, da hat Flo voll recht.

 

Auch das Biken fand ich toll (bis auf die Abfahrt in dei Schweiz runter die ich genommen hab, das war käse)! Und eben auch das Wandern an einem Tag.

 

Sehe das also nicht so negativ wie es „plakativ“ mal gerne so hingerozt wird.

 

Aufgrund des Besuches im Sommer überlege ich echt hart (falls ich Blasen in Griff bekomme) nächstes Frühjahr zum Skitouren hin zu fahren.

 

 

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Wer a) das ganze Paznaun auf Ischgl reduziert und b) Ischgl bzw das ganze Tal Winter mit Sommer gleichsetzt, hat echt ein ziemliches Vorurteilsproblem. Hat absolut 2 Gesichter.

Im Sommer hast dort als Biker, Wanderer, Trailrunner, Outdoorfreund zum Aktivwerden und Entspannen deine pure Freude. Dort sind sogar die Jäger gegenüber Biker entspannt (Zitat einmal "Die Tiere kennen die Wege"), wohlbemerkt es ging um das Befahren von Wanderwegen.

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