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Mégavalanche, Freeride-Festival, Trophy of Nations ... Enduro-Rennen können sich hinter vielen Veranstaltungsnamen verstecken, beziehungsweise fällt die Abgrenzung der einzelnen Formate schwer. Was ist noch ein Downhill-Marathon, was ist schon ein Enduro? Wobei handelt es sich "nur" um Einzelprüfungen mit Gesamtwertung, welcher Event ist "lediglich" ein Kombi-Bewerb? Für die folgende (Termin-)Übersicht fassen wir daher die Definition deutlich weiter als in der zugehörigen Story in BIKE Österreich 7/2012 (eine Abfolge kurzer, technisch anspruchsvoller und bergab orientierter Sonderprüfungen mit Zeitnehmung im Einzeldurchlauf, die durch neutralisierte Streckenabschnitte verbunden werden) und listen quer durch die Lande allerhand auf, was bergab-orientierten Allroundern Spaß machen könnte - ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Rücksicht auf Buchungslage, Qualifikationsmodus oder bereits Vergangenes; ganz im Sinne dessen, dass dieses Kalendarium (auch) ein kleines Nachschlagewerk für kommende Jahre sein soll ...
Die Grande Nation war eine der ersten, die sich für Enduro-Rennen begeistert hat. Daneben blicken die Franzosen auf eine große Tradition in Sachen Downhill-Marathons & Co. Entsprechend breit das Angebot. Neben diversen Méga/Maxiavalanches gibt’s zahlreiche Enduro-Serien: Die bereits zum sechsten Mal stattfindende 1001 Enduro Tour, bestehend aus neun Bewerben, die ebenfalls neunteilige Erec Dark Dog Challenge, die Bluegrass Enduro Tour und die Coupe de France Enduro mit jeweils vier Stationen, oder die aus fünf Veranstaltungen bestehende Trophée Régional d'Enduro. Außerdem 2012 neu: die fünfteilige 1001 XMB Challenge mit Fokus auf Wegerl, Wegerl, Wegerl.
Die Franzosen mögen die ersten gewesen sein, die Allround-Fähigkeiten und Back-to-the-Roots-Spirit in einen Wettkampf-Modus gegossen haben. Die Italiener sind aber nun jene, die das Rennformat aufs nächste Level heben, dass da wäre: Internationalität. Deshalb stehen die Macher der 16 (!) Stationen umfassenden Superenduro-Serie in engem Kontakt mit der UCI, die ja an einer Art Weltcup bastelt. Und deshalb darf bei den italienischen Bewerben auch nur starten, wer Mitglied des Weltradsportverbandes oder irgendeines anderen Nationalverbandes ist, sprich: wer eine Lizenz hat. Die Superenduro-Veranstaltungen gliedern sich in Sprint- und Pro-Bewerbe. Erstere weisen durchschnittlich 1.000 m Höhendifferenz auf, die Gesamtdauer der mindestens 3 Wertungsprüfungen liegt zwischen 10 und 30 Minuten. Die „Langdistanzen“ beinhalten mehr chronometrierte Abschnitte (mind. 5) und Höhenmeter (durchschnittlich 1.500). Maximal 450 Starter dürfen jeweils teilnehmen, gewertet werden sie in Nachwuchs- und Altersklassen (erstere mit teils verkürzter Strecke), deren Gliederung an UCI-Kategorien erinnert. Für Damen gibt es nur eine Wertungsklasse.
Zur heimlichen WM der Enduro-Fahrer gemausert hat sich die EMTN. Bislang in Frankreich abgehalten und 2011 erstmals nach Italien ausgewandert, wird der vielleicht wichtigste Enduro-Event des Planeten bei seiner fünften Auflage als franko-italienisches Doppelpack organisiert. An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden (28./29.7., 4./5.8.) werden erst Sauze d'Oulx (ITA), dann Valloire (FRA) zum Treffpunkt des Who-is-Who der Allrounder und mit selektiven Strecken sowie hochkarätigen Starterfeldern glänzen. Beide Rennen zählen jeweils auch zur Nationalserie (Superenduro bzw. Coupe de France), bei der EMTN allerdings wird in Dreierteams angetreten, Sieger sind letztlich die Schnellsten der Kombinationswertung über beide Bewerbe. Teilnehmer aus aller Welt und speziell Österreich und Deutschland sind übrigens herzlich willkommen. Die Italiener helfen auch gerne bei der Organisation des Trips (Hoteltipps, Campingplätze etc.), detto bei sämtlichen Bewerben ihrer Superenduro-Serie - einfach E-Mail an info@superenduromtb.com, die Damen und Herren sprechen auch Englisch!
2012 steigen unsere Lieblingsnachbarn mit der Specialized Enduro Series voll ins Geschehen ein. Der vorletzte der vier Bewerbe findet in Österreich statt und ist im hochalpinen Navis angesiedelt, bei den übrigen vier handelt es sich um „Bikepark-Events“.
Im Königreich gibt’s 2012 drei nationale Serie. Heuer neu formiert hat sich die dreiteilige Big Ride powered by Cannondale, schon länger gibt’s die Mondraker Enduro Series, die auch Stationen in Frankreich und Andorra beinhaltet, und die Epic Enduro Series mit sechs Rennen.
In Osteuropa sind Enduro-Rennen schon länger ein Thema. Bestes Beispiel: Polen, wo z.B. seit 2009 die mittlerweile fünfteilige Enduro Trophy angesiedelt ist, deren Stationen praktischerweise allesamt hart an der Grenze zu Slowenien bzw. Tschechien angesiedelt sind – also für Österreicher recht nahe. Teils ebenfalls ums Eck, teils etwas weiter weg: die fünf EMTB Enduros.
Briten sind bekennende Enduristen und müssen zum Zweck der Rennteilnahme noch nicht Mal das Vereinigte Königreich verlassen – wiewohl sie auch das gerne und häufig tun. Wer den Spieß umdrehen möchte: Fetish UK Gravity Enduro machte als Nationalserie 2011 den Anfang (fünf Wettkämpfe), daneben gibt’s beispielsweise auch noch drei zur X-Fusion Enduro 1 zusammengeschlossene Events. Eine Insel weiter – die Iren mögen die Zuordnung verzeihen, aber rein wegtechnisch betrachtet liegt sie halt so nahe – haben sich ebenfalls fünf Veranstaltungen zur Gravity Enduro zusammengeschlossen.
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