Propain Ekano 3 AL Enduro im Test

Propain Ekano 3 AL Enduro im Test

12.08.26 07:17 1.762Text: Ralf Hauser
Ralf Hauser
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Fotos: Erwin Haiden, Karin Stifter
Wir sind bereits bei der dritten Version der Aluminium-Variante von Propains Ekano E-Bike angelangt. Mit dabei: der brandneue Avinox-Motor. Zeit, die Enduro-Variante genau unter die Lupe zu nehmen.12.08.26 07:17 3.128

Propain Ekano 3 AL Enduro im Test

12.08.26 07:17 3.1284 Kommentare Ralf Hauser
Ralf Hauser
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Erwin Haiden, Karin Stifter
Wir sind bereits bei der dritten Version der Aluminium-Variante von Propains Ekano E-Bike angelangt. Mit dabei: der brandneue Avinox-Motor. Zeit, die Enduro-Variante genau unter die Lupe zu nehmen.12.08.26 07:17 3.128

Optionen, Optionen, Optionen - bei Propains Ekano dreht sich vieles um die Möglichkeiten, sein Bike individuell konfigurieren zu können. Im Fall des neuen Ekano beginnt das mit der Wahl des Einsatzgebiets. Der Rahmen aus Aluminium ist ident (nur der Hub des Dämpfers ändert sich), allerdings kann man sich zwischen Enduro mit 170 mm an der Front und 160 mm am Heck und Trail mit etwas weniger Federweg entscheiden.
Danach stehen ein Avinox-M2- oder M2S-Motor zur Auswahl sowie ein fest verbauter 600- oder 800-Wh-Akku.
Erst dann kommt man zu den gewohnten Menüpunkten zur Wahl der Komponenten, ein System und eine Auswahl, die man einfach nur lieben kann. Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich die Auswahl der Komponenten zwischen Trail und Enduro, dementsprechend leichter kann das Ekano Trail aufgebaut werden.
Treu geblieben ist sich Propain mit der Wahl des Federungssystems - hierbei wird weiterhin auf das Pro10-System mit virtuellem Drehpunkt gesetzt.

 Bremsen loslassen und geradlinig auf die Felsbrocken zielen ... 

Mit dem Dämpfer-Setup zu spielen, zahlt sich aus.
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Der Rahmen

Beim Rahmenmaterial spricht Propain von Blend Alloy; welche Legierungen sich dahinter verstecken, wird allerdings nicht verraten.
Die Ekano Trail-Variante kann mit Mixed-Wheels oder 29" gefahren werden, die Enduro-Version nur mit Mixed, also 29" Vorder- und 27,5" Hinterrad.
Wahlfreiheit bei der Kabelführung: Der Kunde entscheidet zwischen klassischen Kabelports am Steuerkopf (ECR) mit herkömmlichem Steuersatz und Vorbau oder der integrierten ICR-Lösung durch den Steuersatz. ICR ist eine Eigenlösung von Sixpack und kann daher nur mit einem Sixpack ICR-Vorbau kombiniert werden.

Der Steuersatz verwendet das ZS56-Einbaumaß oben und unten.
Unter dem Oberrohr sitzt ein Tool-Mount, die Sattelklemme von Sixpack kommt mit einer Gummidichtung zum Schutz vor Staub und Wasser.
Ebenfalls mehr als ein Gimmick: Auf allen Lagern finden sich die sogenannten Dirt Shields - eine zusätzliche Dichtung, die eine weitere Hürde für Außeneinflüsse bietet. Über die Jahre haben sich diese als exzellenter Schutz erwiesen.

Die Akku- und Motorabdeckungen sind passgenau in die Rahmenform integriert, die Ladebuchse sitzt oberhalb des Motors unter einer Abdeckung.

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 Man muss nicht permanent durch extremes Gelände zirkeln, um die Qualitäten des Ekano genießen zu können. 

Kann Vollblut-Enduro, muss aber nicht.
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Die Bremsaufnahme folgt dem PM200-Standard. Ein weiterer Standard wird mit dem UDH-kompatiblen Schaltauge abgedeckt. Boost 148 x 12 mm Achsbreite am Hinterrad versteht sich von selbst. Die eigenentwickelte Sixpack-Vertic-Kettenführung hält die Kette im Zaum. Im Rahmendreieck ist Platz für eine reguläre Flasche vorhanden.

Serienmäßig kommt eine RideWrap Lotus Pro-Schutzfolie auf den anfälligsten Stellen (Unterrohr, Oberrohr, hinteres Sitzrohr, Sitzstrebe und Kettenstrebe) zum Einsatz. Die Kettenstreben werden zusätzlich mit luftgefüllten Noppen vor Kettenschlägen geschützt. Auch die rechte Sitzstrebe ist auf der Unterseite abgedeckt.

Der Rahmen wurde nach ASTM Category 5 getestet, als Komplettbike wird die ASTM Category 4 (Enduro) gewährleistet. Das maximale Systemgewicht beträgt 130 kg.
Der Rahmen ist in vier Rahmengrößen (S-XL) erhältlich.

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Geometrie

Smart: Die wechselbaren Dropouts erlauben es, die Kettenstrebenlänge um fünf Millimeter zu variieren, also zwischen 447 und 452 Millimetern zu wählen. Damit lässt sich das Fahrverhalten an persönliche Vorlieben anpassen, egal wie groß der Rahmen ist, auch wenn die Längendifferenz nicht riesig ist.
Mit einem 63,5-Grad-Lenkwinkel positioniert sich das Ekano 3 AL Enduro klar im modernen Enduro-Lager. Der effektive Sitzwinkel von um die 78 Grad ist schön steil. Der Reach ist im Vergleich zum Vorgänger bei manchen Größen um ca. 5 mm angewachsen; bei Größe S beginnt er bei 435 mm und endet bei 500 mm beim L. Das Tretlager sitzt sehr niedrig.

Die Sitzrohrlängen sind verglichen mit dem Reach um nur 20 mm kürzer (25 mm bei S). Folgende Einschubtiefen sind möglich: S/190 mm, M/210 mm, L/235 mm und XL/260 mm.

Geometrie

170 mm Fork GRÖßE S GRÖßE M GRÖßE L GRÖßE XL
Wheelsize - Flip Chip Position Mix – short Mix - long Mix – short Mix - long
Rahmenhöhe (A) 410 mm 430 mm 455 mm 480 mm
Gabelvorlauf (B) 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Gabellänge (C) 586 mm 586 mm 586 mm 586 mm
Steuerrohrlänge (D) 110 mm 115 mm 120 mm 130 mm
Reach (E) 435 mm 450 mm 475 mm 500 mm
Stack (F) 633 mm 638 mm 642 mm 651 mm
Lenkwinkel (G) 63,5° 63,5° 63,5° 63,5°
Sitzwinkel – real (H) 77,1° 77,1° 77,1° 77,1°
Sitzwinkel – effektiv (I) 78° 78° 78° 78°
Oberrohrlänge (J) 570 mm 586 mm 611 mm 638 mm
Tretlagerabsenkung (K) 8 / 28 mm 8 / 28 mm 8 / 28 mm 8 / 28 mm
Kettenstrebenlänge (L) long: 452 mm
short: 447 mm
long: 452 mm
short: 447 mm
long: 452 mm
short: 447 mm
long: 452 mm
short: 447 mm
Radstand (M) long: 1238 mm
short: 1233 mm
long: 1255 mm
short: 1250 mm
long: 1282 mm
short: 1277 mm
long: 1312 mm
short: 1307 mm

Kinematik

Bei der Federungstechnologie setzt Propain auf ihr bewährtes Pro10-System, eine Dreieckskonstruktion des Hinterbaus mit einem schwimmend gelagerten Dämpfer zwischen zwei rotierenden Links. Das Dämpfermaß misst 210 x 55 mm. Das ergibt bei 160 mm Federweg ein hohes durchschnittliches Übersetzungsverhältnis von 2,91:1. Die Progression beträgt 25,4 % über den Federweg hinaus.

Das Hebelverhältnis beschreibt eine Kurve, die bis circa zur Hälfte des Federwegs in einem hohen Bereich von über 3:1 verharrt, bevor es dann stark Richtung 2:1 abtaucht. Dadurch lässt sich eine hohe Sensibilität in der ersten Hälfte des Federwegs erwarten, dafür setzt ein höherer Gegendruck erst spät im Federweg ein.

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Ist man bei vielen Bikes von Propain hohe Anti-Squat-Werte gewohnt, liegt dieser beim Ekano 3 im empfohlenen Sag-Bereich knapp unter 100 %, was für eine neutrale Federungsfunktion spricht.

Der Anti-Squat-Wert liegt in der ersten Hälfte des Federwegs zwischen 75 und 80 % und taucht dann stark ab. Dementsprechend neigt das Bike eher zum Komprimieren der Federung währen des Bremsvorgangs.

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Motor & Batterie

Eines der Highlights des neuen Ekano ist zweifelsohne der Wechsel zum Avinox-Antrieb. Propain bietet hier die Wahl zwischen dem M2 und dem M2S - ein Unterschied von rund 240 Euro, der sich hauptsächlich in Leistung manifestiert. Der Avinox M2 bringt 2,65 Kilogramm auf die Waage, liefert 110 Newtonmeter kontinuierliches Drehmoment (125 Nm bei Boost) und 1.100 Watt Peak-Leistung. Der M2S wiegt mit 2,59 Kilogramm sogar etwas weniger, schöpft dafür aber 130 Nm kontinuierliches Drehmoment (150 Nm bei Boost) und satte 1.300 Watt Höchstleistung ab. Beide Motoren arbeiten mit einer Unterstützungsrate von bis zu 800 Prozent.

Der Akku ist fest im Unterrohr integriert und kommt in zwei Kapazitäten: 600 Wh (2,87 kg) oder 800 Wh (3,74 kg). Mit einem optionalen 12-Ampere-Schnelllader lässt sich das System binnen 2 Stunden und 25 Minuten von null auf hundert Prozent bringen - oder in nur 1,5 Stunden auf 75 Prozent. Alternativ hält Propain den günstigeren 4-Ampere-Standardlader bereit, der rund sechs Stunden für den Vorgang braucht.

Laden kann man also nur direkt am Bike. Für jene, die viel unterwegs sind, könnte eine Power Station eine Option sein. Bei einer Bestellung bei Propain sichert man sich einen exklusiven 10 % Rabattcode auf eine Power Station der Wahl aus dem DJI-Shop.

Die Steuerung erfolgt über ein 2-Zoll-Touch-Display am Oberrohr (DPC100 oder DP100) oder ein 1,4-Zoll-Display am Lenker. Beide Varianten bieten Offline-Navigation per GPS, Apple Find My (DPC100) beziehungsweise 4G-LTE-Theft-Protection (DP100). Über die Avinox-Ride-App lassen sich Fahrmodi und Display-Anzeigen individualisieren.

Auch ohne SIM-Karte lässt sich das Bike per Bluetooth sperren, sodass Motor und Display deaktiviert sind. Bewegt sich das Bike unerwartet, kann am Bike ein Bewegungsalarm ausgelöst und in Bluetooth-Reichweite eine Benachrichtigung in der App aktiviert werden. Wer sein Bike von überall verfolgen (auch wenn es ausgeschaltet ist) und einen Signalton auslösen will, selbst wenn man nicht in der Nähe ist, muss das Display mit einer SIM-Karte ausstatten.

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Ausstattung

Propain setzt auf seinen bekannten Online-Konfigurator, der nahezu jede Komponente am Bike frei wählbar macht und gefühlt Jahr für Jahr umfangreicher wird. Propain schlägt als Orientierung fünf Ausstattungspakete vor, im Endeffekt bleibt einem die Wahl ganz offen.
Zwischen drei Farben kann man bei der Enduro-Version wählen: Funky Oyster, Dirty Mustard und Venom Black. Dazu kann man die Decals sowie das Headbatch in verschiedensten Farben kombinieren.
Unser Testbike entspricht sehr nahe dem vorgeschlagenen Ultimate-Paket: RockShox Zeb Ultimate mit 170 Millimetern an der Front, RockShox Vivid Air Ultimate am Heck. Geschaltet wird per SRAM XO Eagle Transmission, die sich mit dem Avinox-System vernetzt und die SmoothShift-Funktion ermöglicht - auch Schaltvorgänge ohne Tretbewegung. Die Bremsverantwortung übernimmt eine SRAM Maven Silver mit 220er-Scheibe vorne und 200 Millimetern hinten.
Am Cockpit finden sich ein OneUp-V2-Carbon-Lenker (800 Millimeter) und eine RockShox Vivid AXS-Dropper-Post mit 175 Millimetern Hub. Die Crankbrothers Synthesis Alloy 2.0-Laufräder sind in Schwalbe-Magic-Mary- und Tacky-Chan-Gravity-Pro-Reifen mit SuperSoft/Soft-Mischung eingefasst. Die Kurbel von Praxis kommt auf 155 Millimeter Länge - fein, um Pedalschläge zu minimieren. Das Ganze bringt es auf ein Gesamtgewicht von 25,512 Kilogramm. Das ist kein Leichtgewicht, aber für ein Alloy-Full-Power-Enduro im Rahmen.
Zum Zeitpunkt des Tests kommt das Ekano AL Enduro in dieser Kombination auf € 9.040,- zuzüglich Versandgebühren.
Das Feine an Propains Baukastensystem ist die Möglichkeit, an allen Ecken und Enden zu sparen. Würde ich am Fahrwerk persönlich nichts ändern, ließe sich allein mit mechanischer Transmission-Schaltung und Verzicht auf die elektronische Dropper-Post über 1.200 Euro einsparen lassen, ohne viel an der Gesamt-Performance zu rütteln. Wählt man die jeweils günstigsten Komponenten mit dem etwas schwächeren Motor und kleinerem Akku, ist man bereits knapp unter € 5.200,- unterwegs - eine echte Ansage. Man muss die Möglichkeiten, die einem Propain bietet, einfach lieben.

Tech Specs

Rahmen: Blend Alloy Kassette: SRAM X0 Eagle Transmission 12-fach 10-52
Größen: S/M/L/XL Kette: SRAM X0 Eagle Transmission
Antrieb: Avinox M2S Laufräder: Crankbrothers Synthesis Alloy 2.0
Batterie: Avinox 800 Wh Akku Reifen: Schwalbe Magic Mary 29x2,5"/Albert Gravity Pro Radial 27,5x2,5"
Display: Avinox DPC100 Display Steuersatz: ICR ZS56/ZS56
Gabel: RockShox ZEB Ultimate 170 mm Vorbau: Sixpack Millenium ICR
Dämpfer: RockShox Vivid Ultimate, 160 mm Griffe: Sixpack
Kurbel: Praxis TYPE2 ALLOY 155 mm 34T Sattel: Sixpack Evo Rail Ultra
Lenker: OneUp V2 Carbon Sattelstütze: RockShox Reverb AXS, 175 mm
Bremse vorne: SRAM Maven Silver 200 mm Bremse hinten: SRAM Maven Silver 200 mm
Schalthebel: SRAM Pod Gewicht: 25,51 kg
Schaltwerk: SRAM XO Transmission (1x12) Preis: € 9.040,- UVP
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Auf staubigen Pfaden

Fangen wir mit den wahren Beweggründen an, warum wir uns ein Bike kaufen - die Lackierung. Scherz beiseite: Die Funky-Oyster-Farbgebung (eine von drei erhältlichen Farben) unseres Testbikes ist tatsächlich ein echter Hingucker. Edel, packend, einfach nur geil - wie auch immer man ihren Wechsel zwischen herkömmlichem Grau und schimmerndem Lila beschreiben will, sie wurde mehrmals positiv kommentiert, auch mitten am Trail von wildfremden Personen.

Dass die Tracking-Funktion des Displays nicht hinter einer Paywall versteckt ist und beim hochwertigeren Display mit sehr gut funktionierender Touch-Funktion nur eine SIM-Karte verlangt, ist gern gesehen. Für mich als Diebstahlsparanoiker ein absoluter Pluspunkt, den ich sofort aktivieren würde.

Hilfe beim detaillierten Setup der Federung gibt es bei Propain online nicht, außer dem Hinweis in der Bedienungsanleitung, dass der Sag am Dämpfer zwischen 20 und 30 % betragen soll. Die Website schlägt generell einen Bereich zwischen 25 und 30 % vor. Auf Nachfrage hin werden seitens Propain beim Ekano AL Enduro 30 % Sag empfohlen, abhängig von Fahrergewicht, Fahrlevel und Fahrstil.

Ein Nebeneffekt des hohen durchschnittlichen Hebelverhältnisses wirkt sich im nötigen Luftdruck in der Dämpferkammer aus. Der Wert, den ich beim Ekano 3 fahren muss, ist um einiges höher, als ich es seit langer Zeit bei fast allen Bikes gewohnt war. Ein bisschen Nachforschung zeigt Berichte, laut denen schwerere Fahrer an die Grenzen des maximalen Luftdrucks von Fox-Dämpfern gelangen könnten - ein Punkt, den man bei der Bestellung im Hinterkopf bewahren sollte.
Generell ist ein Dämpfer mit seinen Dichtungen und Lagern bei hohem Luftdruck unter mehr Stress, auch wenn die Qualität der Dämpfer während der letzten Jahrzehnte deutlich gestiegen ist - vor allem in puncto Langlebigkeit. Dafür gibt es beim System von Propain weder ein Yoke noch eine Trunnion-Befestigung und dadurch geringere Querkräfte auf den Dämpfer, was für eine höhere Langlebigkeit sprechen sollte. Warum beim Ekano 3 allerdings überhaupt ein derart hohes Hebelverhältnis gewählt wurde, das mehr negative als positive Eigenschaften mit sich bringt und eigentlich seit Jahrzehnten von den meisten Rahmenbauern gemieden wird, sei dahingestellt - Platzprobleme könnten eine Erklärung sein.
Die Federung des Ekano 3 ist vielleicht auch aus diesem Grund nicht leicht einzustellen. Ich hatte das Gefühl, je nachdem wie viel oder wenig Luft nach dem Aufpumpen in die Negativkammer des Vivid Luftdämpfers floss, variierte der Sag minimal, was dazu führte, dass dieser nicht immer hundertprozentig mit dem eingestellten Luftdruck korreliert und das Setup ein bisschen tricky wird.

Der Ladeport sitzt oberhalb des Motors unter einer Schutzkappe und verrichtete während des Testzeitraums seinen Dienst ohne besondere Vorkommnisse - kein Klappern, kein Eindringen von Schmutz.

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Bergauf

Die Tretposition ist dank des steilen 78-Grad-Sitzwinkels angenehm effizient. Das Ekano 3 mit stabiler Enduro-Ausstattung ist mit knapp 25,5 kg ohne Pedale kein Leichtgewicht. Beim Bergauffahren kann man diesen Umstand mit Motorunterstützung allerdings vernachlässigen und er fällt nicht wirklich störend auf, solange man das Bike nicht eine steile Böschung hinaufschieben muss, wo selbst der simpel zu aktivierende und starke Walk-Modus nicht mehr hilft oder ein großer umgefallener Baum den Weg versperrt und das Bike getragen werden muss.
Überhaupt ist das Ekano ein sehr kompetenter Kletterer. Die langen Kettenstreben helfen dabei, die Traktion auch im steilen Gelände aufrechtzuerhalten. Die griffigen Reifen graben sich verlässlich in den Boden. Selbst technische, schwarze, spezifische Kletter-Routen meistert das Ekano ohne Probleme; natürlich hilft der extrem starke, aber stets gut zu dosierende Avinox-Motor bei schwierigen Passagen.
Mit 30 % Sag und ca. 100 % Anti-Squat im Sag-Bereich, wodurch die Federung ungehindert arbeiten kann, lässt sich das Bike auch auf ruppigen Trails mühelos entlangtreten und frisst dabei Unebenheiten mit Leichtigkeit und hoher Sensibilität. Naturgemäß reagiert das Fahrwerk mit geringerem Sag etwas straffer.

Nachdem das Ekano meine erste Begegnung mit einem Avinox-System ist (endlich), fallen mir einige Kommentare zu dem oftmals gehypten M2S ein. Zum Beispiel: Believe the Hype. Der Avinox M2S ist meiner Meinung nach das vollkommenste Full-Power-Motor-System, das momentan am Markt erhältlich ist. Und das nicht unbedingt, weil er der stärkste relevante Motor am Markt ist. Vielmehr ist es die Steuerung, Sensibilität und Kraftentfaltung, die den Avinox zu einem der am angenehmsten zu fahrenden Systemen überhaupt machen - egal in welchem Modus.

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Verglichen mit gewissen Konkurrenten zuckt beim M2S nicht das Pedal, nur wenn der Fuß darauf rastet. Selbst auf steilen Anstiegen lässt sich das Bike anstarten, ohne dass das Hinterrad wild durchdreht, und beim Ablegen des Bikes am Boden ist dies ebenfalls kein Problem. Auch muss man sich nicht fürchten, dass der Overrun einen bei einer falschen Tretbewegung die Klippen hinunterschießt. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Avinox kann mehr Kraft als seine Konkurrenten bereitstellen, ist aber in jedem Modus großartig zu beherrschen.
Dabei nutzte ich den Turbo-Modus hauptsächlich in wirklich technischen, losen oder extrem steilen Passagen, wo Schwung gefragt war, oder wenn es darum ging, so viele Runs wie möglich in kurzer Zeit zu absolvieren. Natürlich saugt der Motor in diesem Setting ordentlich an der Batterie; in schwächeren Modi, die mit den stärksten anderer Motoren konkurrieren können, ist der Stromverbrauch ähnlich.
Den Boost-Modus zum Abrufen der maximalen Newtonmeter nutzte ich nur sehr sporadisch in technisch kritischen Passagen - dann war er aber sehr hilfreich, um mich mit Schwung über knifflige Stellen zu befördern.
Ansonsten war ich vom Auto-Modus beim Klettern und auch generell sehr angetan, da er eine ziemliche Bandbreite liefert und extrem natürlich wirkt, ohne das Bike wie einen schlappen Sack wirken zu lassen.
Letzteres ist mein Gefühl, wenn man den Eco-Mode aktiviert, mit dem ich mich mehr als einmal nach Hause geschleppt habe, als ich die Rest-Distanz etwas zu motiviert eingeschätzt habe. Dazu sei gesagt, dass das System zum Glück bei null Prozent Restenergie-Anzeige noch relativ lange läuft.
Ohne Motorunterstützung läuft das Ekano mit unserer Ausstattung übrigens, als würde man einen Anker in tiefem Matsch nachziehen. Die Schwalbe-Reifen-Kombo liefert massig Grip, bei einem Rollwiderstands-Test würden sie allerdings ziemlich sicher keine Preise gewinnen. Das hohe Gesamtgewicht des Bikes tut sein Übriges dazu.

Beim Akku lässt Propain zwischen einem 600- und 800-Wh-Modell wählen, leider ohne das Feature eines Schnellwechselsystems. Der Akku ist also voll integriert und kann nur als gesamtes Bike geladen werden.

Wählt man den 12-A-Schnellader von Avinox, ist ein Laden in der Mittagspause eine echte Option - die Ladezeiten sind ein Gamechanger. Dass Propain einen kleinen Rabatt auf Power Stations von DJI spendiert, hilft; dennoch will der Preis für einen solchen Energiespender aber erst einmal berappt werden.

Eigentlich sollte das Schaltwerk mit Kabel vom Avinox-System gefüttert werden und auch mit SmoothShift die Schaltvorgänge butterweich gestalten, beziehungsweise ohne zu treten schalten zu können, aber leider war das passende Kabel zum Zeitpunkt des Tests nicht erhältlich.

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Seit geraumer Zeit schafft es Propain, dass man sich dank intuitivem Handling auf ihren Bikes innerhalb kürzester Zeit wohl fühlt. Auch weniger versierte Piloten werden davon profitieren. Die Formel scheint auch beim Ekano 3 zu greifen: Draufsetzen, losfahren, Spaß haben.

Propain hat dem Ekano austauschbare Ausfallenden verpasst, was meiner Meinung nach eines der feinsten Anpassungs-Features ist, das man einem Bike heutzutage spendieren kann. Geschmäcker sind verschieden und es gibt kein richtig oder falsch bezüglich der Kettenstrebenlängen. Kurz (obwohl 447 mm Länge vermutlich eher als Mittelmaß einzustufen ist) für höhere Agilität, allerdings auch mehr Belastung des Hinterrads - länger für mehr Spurstabilität und höhere Balance von Vorder- und Hinterrad. Fünf Millimeter Unterschied sind nicht die Welt, aber jeder Millimeter zählt.
Für mich ist seit einiger Zeit eine hohe Balance von Vorder- und Hinterrad sehr wichtig, weshalb ich mich nach der ersten Kurve mit dem längeren Ausfallende und 452 mm Kettenstrebenlänge bereits pudelwohl gefühlt habe. Der Größe-M-Rahmen mit 450 mm Reach bekommt dadurch massig Druck am Vorderrad und lässt sich dementsprechend mit sehr hoher Kontrolle und Vertrauen ins Fahrwerk durch die Kurven jagen.
Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn Propain sogar noch längere Optionen offerieren würde - vor allem die größeren Rahmengrößen, bei denen sich die Balance zwischen Vorder- und Hinterrad weiter verschiebt, könnten davon profitieren.

Ein flacher 63,5-Grad-Lenkwinkel (der dank dem ZS56/ZS56-Einbaustandard des Steuersatzes sogar leicht mittels Winkelsteuersätzen nachträglich zu ändern wäre) sorgt für Laufruhe. Ein tiefes Oberrohr bietet Bewegungsfreiheit.

Das Tretlager ist extrem niedrig und liegt mit Schwalbe-Bereifung bei gemessenen 332 mm Höhe. In der nicht allzu lang entfernten Vergangenheit mit einem anderen Motorsystem und längeren Kurbeln hatte ich mit einer beinahe identen Tretlagerhöhe auf einem anderen Bike vergleichsweise große Probleme. Aufgrund der sehr kompakten Bauform des Motors und der kurzen Kurbeln mit 155 mm Länge hatte ich aber spannenderweise fast keine Probleme mit vorzeitigem Aufsitzen auf Hindernissen - dennoch wollen die Tretbewegungen in technischen Passagen gut platziert sein, um nicht doch einmal hängen zu bleiben.
Der positive Nebeneffekt des tiefen Tretlagers ist ein sehr tiefer Schwerpunkt in Kurven, der dem Bike den Vergleich mit "Fahren wie auf Schienen" einbringt.

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Eines der mühsamsten Themen beim Testen eines Propain-Bikes war und ist die Sitzrohrlänge. Diese ist nach heutigen Maßstäben mit einem Unterschied von nur 20 mm (25 mm bei S) zwischen Reach und Sitzrohrlänge nicht berauschend. Im Fall des Ekano dürfte es ein bisschen mit der Konstruktion des unteren Links zusammenhängen. Sieht es nämlich von der Seite so aus, als würde es sich um ein durchgehendes Sitzrohr handeln, sieht man von der Rückseite, dass es im unteren Bereich auf ca. die Hälfte der Sitzrohrbreite zusammenläuft, um dem Link mehr seitlichen Raum zur Kette hin zu bieten. Dementsprechend geringer wird die Einschubtiefe des Sitzrohrs.
Dass sich auch ein kleiner Knick im Sitzrohr an dem Teil befindet, wo sich das Sitzrohr verengt, ist dementsprechend auch schon egal.
Der Hobby-Ingenieur, oder wie ein Freund von mir sagen würde, Pretengineer, glaubt zwar, dass man mit etwas Spielerei das untere Link auch weiter außen platzieren und das Sitzrohr ohne Knick einbauen hätte können, aber das ist an diesem Punkt reine Mutmaßung, ohne zu wissen, welche Toleranzen sich Propain zum Ziel gesetzt haben.

Worauf ich eigentlich hinauswollte, ist, dass ich eigentlich lieber das Größe-L-Bike mit 475 mm Reach getestet hätte, das lange Sitzrohr aber ein zu großer Kompromiss im Handling für mich gewesen wäre, da ich nur einen Sattelstützen-Drop von ca. 150 mm fahren hätte können.
Das größere Rätsel ist allerdings, dass auf Nachfrage hin die von Propain kommunizierten Einschubtiefen der Sattelstütze im Rahmen korrekt sein sollten. Das wäre beim Größe-M-Rahmen 210 mm. Mit diesem Maß sollte laut Propain die RockShox Reverb mit 175 mm Drop nicht voll im Rahmen versenkbar sein, rein rechnerisch ca. 55 mm aus dem Rahmen stehen und wäre dann mit meiner Schrittlänge nicht mehr annähernd kompatibel.
Bei meinem Testbike konnte ich die RockShox Reverb allerdings komplett bis zum Anschlag hineinschieben, und mir standen beim Größe-M-Modell die 175 mm Drop genau zur Verfügung, was ein gutes Maß wäre - auch wenn Personen, die einmal über 200 mm Drop fahren konnten, selbst dieses Setting als gewissen Kompromiss empfinden könnten, so wie ich. Fakt ist, würde die Reverb 175 wirklich 55 mm aus dem Rahmen stehen, müsste ich auch beim Größe-M-Rahmen eine Stütze mit 150 mm Drop fahren, was in heutigen Zeiten bei einem Enduro-Bike fragwürdig wäre - vor allem da unser Testbike beweist, dass selbst Propains Design mehr Einschubtiefe erlauben würde. Die Bewegungsfreiheit wäre stark eingeschränkt und der gesamte Test würde einen bitteren Beigeschmack bekommen.

In Wirklichkeit sind die Sitzrohre übrigens nochmals um ca. 5 mm länger, da die Dichtlippe der Sattelklemme (sehr cooles Feature, um Schmutz und Feuchtigkeit aus dem Rahmen zu halten) nochmals zur Bauhöhe addiert.
Wer also als kleinerer Fahrer gerne zu längeren Rahmen greift oder einfach die längst möglichen Drops von Teleskopstützen ausnutzen möchte, könnte bei Propain vielleicht an seine Grenzen stoßen, also sollte man sich gut überlegen, ob das Bike die persönlichen Wünsche diesbezüglich erfüllt. Man könnte auch sagen, dass nur größere Personen, die einen vergleichsweise kurzen Reach mögen, dahingehend nichts zu beanstanden haben werden.

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Die Federung basiert auf Propains PRO10-System mit virtuellem Drehpunkt. Im Fall des Ekano 3 reagiert die Federung bei den empfohlenen 30 % Sag extrem sensibel zu Beginn des Federwegs bis hinein in den mittleren Federungsbereich. Dementsprechend schluckfreudig frisst die Hinterradfederung Hindernisse aller Art, bahnt sich verlässlich auch auf mit Felsbrocken angehäuften Trails zielsicher seinen Weg hinunter und liegt satt auf jeder Piste.
Wo das Ekano 3 Probleme mit diesem Setting bekommt, sind sehr harte Schläge. Selbst bei höchster High-Speed-Kompressionsstufe des RockShox Vivid-Dämpfers neigt das Fahrwerk bei härteren Landungen und sogar starken Kompressionen zum Durchschlagen, abgesehen davon, dass es bei höchster Einstellung einen etwas harschen Nebeneffekt gegen Ende des Federwegs erzeugt. Sieht man sich den Verlauf der Kurve des Hebelverhältnisses und auch das hohe durchschnittliche Hebelverhältnis an, könnte man eine Erklärung dafür finden. Die Kurve verbleibt bis zum mittleren Federungsbereich in einem hohen Hebelverhältnis und taucht erst dann scharf ab, um mehr Gegendruck aufzubauen.
Der Dämpfer hat dementsprechend erst recht spät die Möglichkeit, Geschwindigkeit abzubauen. Das Linear-XL-Feature des Vivid-Dämpfers, welches das Verhalten einer Stahlfeder nachahmt, hilft vermutlich in diesem Fall nicht. Was allerdings stark hilft, und was den Dämpfer vor übermäßigem Durchschlagen schützt ist das ABO-Feature (Adjustable Bottom Out). Die Verstellschraube ist am Ekano sehr gut versteckt und nicht leicht zu erreichen (aber der Rebound-Knopf abnehmbar und als Tool hierfür zu verwenden), sie ändert aber die die Kompressionsdämpfung innerhalb der letzten 20 % des Federwegs sehr effizient und verhilft dem Ekano 3 zu einer harmonischeren Federkennlinie. Voll geschlossen ist es nur mehr sehr schwer ganz an das Federwegsende zu gelangen, eine Stufe davor ist ein sehr guter Kompromiss.
Dann heißt es, Bremsen loslassen und geradlinig auf die Felsbrocken zielen, das Hinterrad lässt sich dann nur schwer außer Form bringen.

Bei 25 % Sag opfert man vor allem bei langsameren Geschwindigkeiten einen Teil des komfortablen Federungsverhaltens in der ersten Hälfte des Federwegs, dafür wächst das Durchschlagspotenzial an.
.
Als poppig würde ich das Ekano 3 aufgrund des Gesamtgewichts eher nicht bezeichnen, gezielte Absprünge macht es jedoch willig mit.
Man muss aber sowieso nicht permanent durchs extreme Gelände zirkeln, um die Qualitäten des Ekano genießen zu können. Auch die Enduro-Variante des Ekano ist ein großartiger Begleiter auf langen Touren und generell ein sehr kompetenter Allrounder. Das Bike durfte mich auf einigen Ausfahrten im hochalpinen Gelände beziehungsweise im verlassenem Hinterland einiger renommierter Gebiete in Frankreich und Italien begleiten, zeigte sich dort von seiner besten Seite und fiel mit seinem Extra an Federweg nie unangenehm auf.

Mit jedem Prozent Sag bzw. einigen PSI Luftänderung im Dämpfer verändert sich der Charakter der Hinterradfederung, mit ein bisschen Herumprobieren sollte man also sein Wohlfühl-Setting zwischen 30 und 25 % finden können.
Mein Favorit lag bei 28 % mit High-Speed-Kompression in der Mittelstellung und ABO auf einer Stufe unter dem höchsten Setting.

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Bei all dem Gerede über die Hinterradfederung darf man die neueste Version der RockShox Zeb Ultimate nicht vergessen. Die Gabel ist schnell eingestellt (der empfohlene Luftdruck als Startwert brauchbar) und die Funktion über alle Zweifel erhaben. Extrem feinfühlig, butterweich im Ansprechverhalten sowie der gesamten Federungsfunktion und dadurch verdammt komfortabel in ihrer Absorptionsarbeit. Der Linearizer XL verpasst der Gabel tatsächlich eine viel geringere Progression, als bei ihren Vorgängern der Fall war.
Dadurch ist der Federweg beim geringsten Setting des Bottom-Out-Fatures sehr gut nutzbar und obwohl dieser regelmäßig voll ausgenutzt werden kann, kann ich mich nicht erinnern, ein einziges Mal einen harten Anschlag gespürt zu haben. Mit einem höheren Setting ist es auch bei härtester Fahrweise schwer die Gabel ans Ende des Federwegs zu bekommen. Nach hunderten sehr staubigen Kilometern ließ sich keine Beeinträchtigung der Funktion feststellen. Die neue Zeb ist im Handumdrehen zu einer meiner liebsten Gabeln geworden - nur etwas leichter dürfte sie sein.

In puncto Gesamtgewicht und Handling ist mir das Ekano AL sowieso ein bisschen ein Rätsel. Die meiste Zeit verschwendet man keinen Gedanken daran, dass der Aufbau mit Pedalen knapp 26 kg wiegt. Das Bike lässt sich leicht in Kurven drücken und reagiert willig auf Schwerpunktverlagerungen oder Lenkeinflüsse. Erst wenn man dem Bike die Sporen gibt, kommt das hohe Gesamtgewicht zu tragen. Die Masse will erst einmal heruntergebremst werden. Dabei schiebt das Ekano allerdings nicht so stark beim Eingang in enge Kurven - selbst auf sehr steilen Trails nicht -, wie ich es von manch anderen Bikes in dieser Gewichtsklasse gewohnt bin. Meine Vermutung liegt darin begraben, dass sich ein erheblicher Teil des Mehrgewichts in den Laufrädern versteckt. Wäre das Gewicht zum Beispiel nur im Akku platziert, der trotz seiner Größe mit 800 Wh eine ziemlich hohe Energiedichte aufweist, wäre eine negative Auswirkung des Fahrverhaltens durch den hohen Schwerpunkt durchaus größer.

Natürlich sind Bunny Hops über Querrinnen trotzdem qualvoll, und die Höhe, die ich das Bike vom Boden bekommen kann, kann nur als erbärmlich bezeichnet werden. Selbst das Versetzen des Hinterrads benötigt Nachdruck, in dem Fall ist aber vermutlich wieder zu spüren, dass die Laufräder beziehungsweise die Schwalbe-Reifen mit schwerer Gravity-Karkasse einem das Leben schwer machen können. Dafür steigt die Plattensicherheit mit Tubeless-Setup, das Für und Wider muss jeder für sich abwägen.
Unser Testbike wurde übrigens mit Schläuchen ausgeliefert, hier ließen sich also durchaus schnell einmal ca. 200 g einsparen.

Auch die Crankbrothers Synthesis Alloy 2.0-Laufräder gehören nicht zu den Leichtgewichten; in puncto Fahrgefühl und Langlebigkeit gehören sie trotzdem zu meinen absoluten Lieblingen. Ich fahre seit Jahren auf meinen persönlichen Bikes verschiedene Sets und musste noch kein einziges Mal nachzentrieren (was eigentlich nicht möglich erscheint), ohne die Laufräder je geschont zu haben. Diese Erfahrung wurde auch während des Testzeitraums bestätigt - in diesem haben sie sich völlig unbeeindruckt gezeigt und obwohl ich mehrmals harten Kontakt mit Felsen hören konnte, fand sich keine Delle in den Felgen.

Der OneUp-V2-Lenker ist mein Lieblingslenker und bisher der einzige, bei dem ich tatsächlich eine Vibrationsdämpfung feststellen kann. Mit den Sixpack-Griffen kamen meine Hände dafür gar nicht zurecht. Der brandneue Sixpack Evo Rail Ultra ist ein gelungener Sitzbegleiter, den wir separat genauer unter die Lupe genommen haben.

Das Cover des Motors ist minimal, das gesamte Unterrohr muss ohne zusätzlichen Plastikschutz auskommen. Zwar ist ein großer Teil des Unterrohrs mittels RideWrap-Klarsicht-Schutzfolie abgedeckt (tolles Feature), allerdings ist diese hochgewirbelten größeren Steinen - einem Umstand, der mir regelmäßig auf den Trails, auf denen ich unterwegs war, begegnet ist - nicht gewachsen, oder besser gesagt ist genau das Stück vor dem Motor ungeschützt. Das Geräusch, bei dem recht tiefe Hacker dem Aluminium des Rahmens hinzugefügt wurden, ließ jedes Mal mein Herz bluten.

Ich kann respektieren, dass der Look der in den Steuersatz integrierten Kabelführung sehr sauber ist. Leider wurde unser Testbike mit der 50 mm langen Version des Sixpack-Millenium-ICR-Vorbaus ausgestattet. Bei dem Versuch, einfach auf eine kürzere Version aus dem Fundus zu wechseln, wurde die Abhängigkeit von der Eigenentwicklung klar. Neben speziellen Spacern ist im vorderen Teil eine eigene Dichtung zwischen Vorbau und Steuersatz eingebaut, die zur Langlebigkeit des Systems beiträgt. Aufgrund einer um ca. 5 mm höher gesetzten Nase am Steuersatz kann allerdings kein herkömmlicher Spacer oder Vorbau platziert werden. Kurz kam mir die Idee, eine Ausbuchtung aus einem herkömmlichen Spacer auszuschneiden. Der Aufwand und der Nebeneffekt, dass danach ein Teil des Steuersatzes offen für Schmutz und Wasser sein würde, haben mich allerdings aufgeben lassen.
Dementsprechend musste ich mich mit dem längeren Vorbau und dem ungewollten Gefühl einer beim Einlenken beeinflussten Balance und indirekterem Lenkverhalten abfinden. Je länger der Vorbau, desto größer ist das Gefühl, dass das Bike während des Lenkvorgangs zum stärkeren Abkippen neigt. Vor allem bei schneller Gangart in engeren Kurven konnte und wollte ich mich während des gesamten Testzeitraums nicht vollends an dieses Gefühl gewöhnen.
Zum Glück kann man während des Bestellvorgangs auch bei ICR eine kürzere Vorbaulänge wählen (35-mm-Version) oder besser noch, sich gleich eine herkömmliche Version einbauen lassen - der Rahmen kann auch seitlich Züge ins Innere führen.

Apropos Züge: Auch wenn bei unserem mit Elektronik vollgestopften Bike nur ein einziger Zug ins Innere des Rahmens wandert, war zumindest bei diesem Kabel keinerlei Klappergeräusch zu hören. Überhaupt ist das Ekano auch in brutalen Rüttelpassagen sehr leise - der weiche Kettenstrebenschutz deckt eine große Fläche ober- und unterhalb ab und anders als man es von seinem Vorgänger gehört hat, war auch vom Avinox M2S-Motor während der langen Testphase kein Klappern zu hören.

Wie bereits mehrmals erwähnt, sind die Gravity-Reifen schwer, die Kombination der letzten Generation der Radial-Reifen mit Magic Mary vorne und Tacky Chan hinten gehört allerdings zu den griffigsten Reifen am Markt. Mit Super-Soft-Gummimischung an der Front und Soft am Heck ist die Bandbreite des Einsatzgebiets, in dem die Kombo verlässlichen Grip liefert, enorm. Nur bei Loose-Over-Hardpack zählt der Magic Mary immer noch nicht zu meinen Favoriten, obwohl ich nur ab und an von einem Wegrutschen berichten kann, in Situationen, in denen die meisten anderen Reifen vermutlich auch kein großartig besseres Bild geliefert hätten.

Aufgrund des Einsatzgebiets und der Ausstattung lässt sich nur schwer Gewicht einsparen. Mit dem kleineren Akku ließen sich fast 900 g Gewicht abspecken; angesichts dessen, dass sich der Akku nicht einfach wechseln lässt, ist man dann aber dauerhaft in der Reichweite eingeschränkt. Wer hauptsächlich nur Feierabendrunden drehen will, sollte es jedoch in Erwägung ziehen - das Fahrverhalten wird es belohnen.

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Fazit

Propain Ekano 3 AL Enduro
Modelljahr: 2026
Testdauer: 2 Monate / 890 km
Preis: € 9.040,- UVP
+ Fantastisches Motor-System
+ Wechselbare Ausfallenden
+ Wohlfühl-Geometrie
+ Komfortables Fahrwerk
+ Unzählige Möglichkeiten bei der Ausstattung
+ Kompetitiver Preis
o Gewicht
o hohes durchschnittliches Hebelverhältnis
o sehr niedriges Tretlager
- langes Sitzrohr
- theoretisch geringere Einschubtiefe der Sattelstützen als beim Testbike gemessen
- kein entnehmbarer Akku
BB-Urteil: Potentes Enduro mit Allround-Fähigkeiten.

Mit dem Avinox M2S ist das Ekano 3 AL in unserer Ausstattungsvariante motorentechnisch großartig gestellt. Im direkten Vergleich zu anderen Full-Power-Systemen fühlt sich der Antrieb nicht nur stärker, sondern vor allem souveräner an - egal in welchem Modus.
Dazu gesellt sich ein Handling, das für ein 25-Kilo-Plus-Aluminium-Enduro erstaunlich intuitiv ist – das Bike lässt sich willig in Kurven drücken, reagiert schnell auf Schwerpunktverlagerungen und generiert auf flotter Abfahrt Geschwindigkeit, als würde es sein Gewicht schlicht vergessen. Dass dabei Schwalbes Gravity-Kombo mit unerschütterlichem Grip und die bombensicheren Crankbrothers-Laufräder für Vertrauen sorgen, ist das i-Tüpfelchen auf einem bereits überzeugenden Gesamtpaket.
Wo das Ekano allerdings etwas Federn lassen muss, ist bei genauerem Hinsehen im Rahmendetail zu finden. Die Sitzrohrkonstruktion mit ihrer geringen Einschubtiefe (sofern die von Propain kommunizierten Werte korrekt sind, unser Testbike hatte weitaus mehr Einschubtiefe auf einem brauchbaren Niveau zu bieten) und der Sitzrohrlänge ist für ambitionierte Fahrer, die auf maximale Bewegungsfreiheit mit langen Teleskopstützen setzen, je nach Körpergröße möglicherweise ein echtes Manko. Wer zwischen Rahmengrößen schwankt, wird hier vermutlich schnell an Grenzen stoßen.

Die Hinterradfederung mit ihrem hohen Hebelverhältnis ist eine Sache für sich: Das Pro10-System schluckt in der ersten Federwegshälfte alles, was ihm in den Weg kommt, bei harten Landungen und schnellen Kompressionen neigt die Hinterradfederung allerdings zum Durchschlagen, sofern man nicht bereit ist, Komfort bei geringeren Geschwindigkeiten zugunsten von geringerem Sag zu opfern. Bei unserem Testbike half der Vivid-Dämpfer in dieser Hinsicht mit seinem Bottom Out-Feature gut aus, die Hinterradfederung könnte also je nach Wahl des Dämpfers etwas anders reagieren.

Trotz dieser kleinen Ecken und Kanten bleibt das Ekano 3 AL Enduro ein mehr als überzeugender Gesamteindruck, der vor allem durch seinen Konfigurator und den fairen Einstiegspreis punkten kann. Wichtiger noch: Das Ekano 3 macht einfach Laune und ist im hochalpinen Gelände ebenso zu Hause wie auf der heimischen Enduro-Strecke.
Müsste ich bei einem Rahmen mit 450 mm Reach allerdings wirklich eine Teleskopstütze mit nur 150 mm fahren, wäre die Laune in allen Lebenslagen dieses Tests stark getrübt.
Es ist kein verspieltes Jib-Bike und auch kein Leichtgewicht, aber als robuster, motorstarker Allrounder mit hohem Fun-Faktor und dem wohl momentan besten Antriebssystem am Markt ist es eine ernstzunehmende Alternative für alle, die Wert auf Fahrspaß statt auf Grammjagd legen.

  • Propain Ekano 3 AL Enduro im Test

Herstellerlinks
Tests/Berichte über
Geschrieben
Wir sind bereits bei der dritten Version der Aluminium-Variante von Propains Ekano E-Bike angelangt. Mit dabei: der brandneue Avinox-Motor. Zeit, die Enduro-Variante genau unter die Lupe zu nehmen.



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Geschrieben

die Lackierung vom Propain ist Wahnsinn 😍😍 ... leider auch den Fotos extrem schwierig einzufangen, aber mir taugt diese subtile Effektlackierung extrem. Ein Hauch von raw-finish im einen Moment, Perlmut-Schimmer im anderen..