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Showroom: Recon Jet Datenbrille

Showroom: Recon Jet Datenbrille

25.01.16 10:30 4.068Text: Erwin HaidenFotos: Erwin Haiden, Luke BiketalkerPioniere haben's schwer; und so wie die ersten Autorennfahrer auf unserem Cover nicht absehen konnten, wohin die Reise führt, so geht's uns mit der Recon Jet Datenbrille.25.01.16 10:30 4.075

Showroom: Recon Jet Datenbrille

25.01.16 10:30 4.075 Erwin Haiden Erwin Haiden, Luke BiketalkerPioniere haben's schwer; und so wie die ersten Autorennfahrer auf unserem Cover nicht absehen konnten, wohin die Reise führt, so geht's uns mit der Recon Jet Datenbrille.25.01.16 10:30 4.075

Es war um 1920 und es es war in Wiener Neustadt. Ferdinand Porsche konstruierte den Rennwagen Sascha für Austro Daimler. Heute zeugt eine lebensgroße Plakatwand an der ehemaligen Teststrecke von der automobilen Geschichte. Wir begaben uns auf diese historische Betonschleife, um die Reconjet vorzustellen und anzutesten.

Wie damals die Pionier-Modelle der Kraftfahrzeugindustrie zählt die Jet-Brille von Recon Instruments zu den ersten ihrer Art. Speziell für Sportler entwickelt, bietet sie jede Menge Funktionen wie einen barometrischen Höhenmesser, Beschleunigungssensoren, Magnetometer, Schnittstellen wie ANT+ und Bluettoth 4.0 und WLAN und sogar eine eingebaute Kamera. Die Daten werden auf einem kleinen Bildschirm im rechten unteren Eck ausgegeben. Gesteuert wird mit zwei Tasten auf der Unterseite des rechten Aufsatzes und einem optischen Touchpad, das sich auch mit Handschuhen bedienen lässt.

Kurz angetestet

In der Praxis ist die Sache leider ein wenig komplexer als auf am Papier. Einerseits bietet die Vielzahl an Sensoren viele Möglichkeiten, das Display an sich ist gut ablesbar und ohne Handschuhe fällt auch die Bedienung leicht. Ganz generell ist die Recon Jet aber relativ schwer, mit 85 g ziemlich genau dreimal so schwer wie meine Referenz, die Evileye Halfrim von Adidas. So thront das mächtige Teil auf der Nase und zieht Blicke auf sich wie die Oberschenkel von Robert Förstemann.

Das aus meiner Sicht größte Manko ist der blinde Fleck, der durch das Display selbst entsteht. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man aus dem rechten Augenwinkel die Lenkerenden nicht mehr sieht.

Positiv hingegen fällt auf, dass die Menüs durchdacht und größtenteils selbsterklärend sind. Die beiden Knöpfe an der Unterseite dienen, ähnlich wie ich das von Garmin-Geräten kenne, zum Bestätigen bzw. zum Zurück-Springen und Abbrechen. Mit dem Touchpad kann man in alle Richtungen navigieren und nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung funktioniert das schnell und gut.

  • Das ist in etwa die Größe des blinden Flecks, wo das linke Auge nicht mehr hinsiehtDas ist in etwa die Größe des blinden Flecks, wo das linke Auge nicht mehr hinsieht
    Das ist in etwa die Größe des blinden Flecks, wo das linke Auge nicht mehr hinsieht
    Das ist in etwa die Größe des blinden Flecks, wo das linke Auge nicht mehr hinsieht
  • und wo beim rechten Auge das Display die Sicht verdecktund wo beim rechten Auge das Display die Sicht verdeckt
    und wo beim rechten Auge das Display die Sicht verdeckt
    und wo beim rechten Auge das Display die Sicht verdeckt

Was weniger gut klappt, ist die Bedienung mit dicken Handschuhen. Die ist zwar prinzipiell möglich, aber die beiden Knöpfe sind zu klein um sie zu spüren und immer richtig zu treffen. Auch den optischen Sensor kann man nur schwer ertasten, und so tappt man nur allzuoft daneben und trifft mitunter auch einfach den falschen Knopf.

Während der Fahrt werden die Daten zwar am Display angezeigt, es ist aber nicht so, dass sie dabei immer im Blickfeld sind. Im Gegenteil: Die Augen müssen nach rechts unten aufs Display wandern, um die Infos abzulesen - in etwa vergleichbar mit dem Blick in den Seitenspiegel beim Auto. Dabei sind beide Augen auf Nahdistanz fokussiert, die Daten erscheinen transparent.
Wenn man also zwischen verschiedenen Anzeigen umschaltet oder die Brille anderweitig bedient, verliert man ganz schnell den Fokus auf das, was vor einem auf der Straße oder dem Trail liegt. Ein Blick auf den konventionellen Radtacho lenkt meiner Meinung nach wesentlich weniger ab, ganz einfach, weil der Blick Richtung Lenker auch der Fahrtrichtung entspricht. Dazu kommt, dass bei Sonnenschein und hellem Hintergrund das Display trotz des hohen Kontrasts und guter Helligkeit schwierig abzulesen ist.

Tech Specs

CPU1 GHz dual-core ARM Cortex-A9
Speicher1 GB SDRAM
8 GB Flash
Sensoren3D Accelerometer
3D Gyroskop
3D Magnetometer
Drucksensor
Infrarot (IR) sensor
DisplayWidescreen 16:9 WQVGA display
virtuelles Bild entspricht ca. 30″ HD display bei 7" Abstand
hoher Kontrast + Helligkeit
Eingabeoptisches Touchpad
Allwetter-tauglich
mit Handschuhen verwendbar
2-Knopf Wippe
Audio & VideoPoint-of-view Foto- und Video-Kamera
Dual Mikrophon
integrierter Lautsprecher
Akkutauschbarer Lithium-Ionen Akku
Aufladbar via USB
bis zu 4h Akkulaufzeit
Preis€ 499,- UVP

Ausblick

Die Recon Jet ist ohne Zweifel ein interessantes Gimmick für Technik-Interessierte mit dem nötigen Kleingeld und entsprechendem Pioniergeist. In einen längeren Test hat es die Brille bei mir nicht geschafft, aus Mangel an Bedienbarkeit mit dicken Handschuhen, aufgrund des relativ hohen Gewichts, der kurzen Akkulaufzeit und nicht zuletzt wegen der ungewohnten Optik mit blindem Fleck.
Die Recon Jet zeigt aber, in welche Richtung es gehen kann. Und wer hätte angesichts der anfangs erwähnten Rennwagen der 20er Jahre damals gedacht, wie moderne Autos unsere Welt verändern werden ...

Die vergangene Zukunft

In diesem Sinn spiele ich mir jetzt ein Video aus der einstigen Zukunft in die Brille, dreh die Lautsprecher auf, spreng mich weg auf einem siebenminütigen Hillclimb und stelle mir vor, was die beiden Rennfahrer am Cover wohl vom Ferrari 250 GTO aus dem Jahr 1964 gehalten hätten.


Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    Admin Avatar von NoSane
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    Showroom: Recon Jet Datenbrille

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Tom Elpunkt
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    Salzburg
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    Danke für den ersten Ausblick.

    Ohne beide bisher live gesehen oder getestet zu haben, gefällt mir die Garmin-Lösung besser, eben genau wegen dem bereits erwähnten blinden Fleck.