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First Ride: Manitou R8 Pro 2024

First Ride: Manitou R8 Pro 2024

08.07.24 07:51 11Text: Ralf Hauser
Ralf Hauser
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Fotos: Erwin Haiden
Wachsamen Augen könnte das neue Chassis der Manitou R8 auf den Weltcup-Bikes der Pros in den letzten Monaten aufgefallen sein. Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack: Die Cross-Country-spezifische R8 wird auf die Trails losgelassen. Eine neue Mara IL-Dämpfergeneration gibt's außerdem. Wir konnten bereits erste Runden darauf drehen.08.07.24 07:51 1.038

First Ride: Manitou R8 Pro 2024

08.07.24 07:51 1.0382 Kommentare Ralf Hauser
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Erwin Haiden
Wachsamen Augen könnte das neue Chassis der Manitou R8 auf den Weltcup-Bikes der Pros in den letzten Monaten aufgefallen sein. Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack: Die Cross-Country-spezifische R8 wird auf die Trails losgelassen. Eine neue Mara IL-Dämpfergeneration gibt's außerdem. Wir konnten bereits erste Runden darauf drehen.08.07.24 07:51 1.038

Olympia-Jahre sind gemeinhin gute Jahre für Produkt-Launches, welche den XC-Sektor betreffen. Mit einem R7-Nachfolger betrat nun Manitou die Bühne. Leichter, steifer und mit praktischem Remote-Hebel, offeriert die neue R8 80-120 mm Federweg.

Sieht man sich die Weltcup-Strecken der letzten Jahre an, wird klar: Federgabeln müssen so einiges einstecken. Und nicht nur auf dem höchsten Level des Rennfahrens hat sich vieles geändert. Subkategorien des Cross-Country haben sich etabliert, die Federwege der leichten Flitzer sind generell angestiegen, die Bikes als Gesamtes um einiges fähiger geworden, auch auf technisch anspruchsvollen Trails Zuversicht zu vermitteln.
Die R8 will dieses gesamte Spektrum abdecken und also den Spagat aus geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und vor allem Vielseitigkeit schaffen.
Um dies zu erreichen, wurde stetig Feedback von den schnellsten Weltcup-Racern der Welt eingeholt. Und in der Tat wurde die Gabel bereits mit Weltcup-Podiums-Platzierungen durch die US-Amerikanerin Savilia Blunk (Decathlon Ford Racing Team) belohnt.

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Die Zahlen

Im Vergleich zur R7 wurden bei der R8 die Tauchrohre auf 34 mm für erhöhte Steifigkeit vergrößert. 34 mm Hyperlite nennt Manitou dieses Chassis, inklusive Direktbefestigung für einen Fender.

Gekoppelt ist das Design der Standrohre mit Manitous bereits bekanntem Reverse Arch, der - auf der Rückseite der Gabel angebracht - einen kürzeren Weg zwischen den Standrohren zurücklegt. Dadurch kann das Gewicht nach unten gedrückt und die Steifigkeit nach oben gedrillt werden.
Der Bremsbügel wurde mittels Stressanalyse-Software und Überstunden im Testlabor weiter optimiert. Am Bügel selbst sowie den Dropouts (44 mm Offset) und den Standrohren wurde Material reduziert, wo es möglich war. Das Chassis besteht aus Aluminium der 7000er-Serie.

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Die Gabelkrone verfügt über eine tiefe Hohlbohrung, um überflüssiges Material von der Innenseite zu entfernen. Externe maschinelle Bearbeitung erzielt auf der Außenseite Ähnliches.

Die 15 x 110 mm Hexlock SL-R-Achse ist die leichteste Version, die Manitou je produziert hat. Sie wiegt nur 25 g.
Alles zusammen führt zu einem niedrigen Gesamtgewicht von abgewogenen 1.498 g mit voller Steuerrohrlänge.

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Luftfederung

Die Dorado Luftfederung erhielt einen XC Tune und enthält ein Ausgleichsventil, welches die Positiv- und Negativ-Luftkammer während der Befüllung automatisch nivelliert. Dies soll für ein beständiges Federungsverhalten ohne Totpunkte über den gesamten Hub sorgen, unabhängig vom Fahrergewicht.

Auf der Rückseite der Standrohre unterhalb der Bremsbrücke befinden sich kleine Schrauben, über welche angesammelte Luft ausgeglichen werden kann. Dieses Feature - welches man normalerweise nur auf Federgabeln mit höheren Federwegen findet - wurde TSR (Trail Side Relief) getauft.

Wem die Federkennlinie zu linear erscheinen sollte, der kann die Top Cap gegen ein IVA XC (Incremental Volume Adjust) Top Cap ersetzen, welche das Volumen der Luftkammer in mehreren Stufen verkleinern kann und dadurch hauptsächlich die Endprogression erhöht.

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Dämpfung

Während die meisten Dämpfer einen einzelnen Kolben oder Dämpfungskreis verwenden und Fahrer entweder mit einem härteren Lockout mit weniger Sensitivität oder umgekehrt leben müssen, hat Manitou eine Lösung für dieses Problem angestrebt.
Die R8 integriert das patentierte VTT PRO-X, ein dreifach kolbengesteuertes VTT-System (Variable Terrain Tune), welches über einen Hebel oder eine Remote am oberen Tauchrohr gesteuert wird.

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Position 1 reguliert hauptsächlich die Low-Speed-Kompressionsdämpfung und bietet die höchste Sensitivität für lange und raue Abfahrten, bei denen Kontrolle und Fahrkomfort im Gleichgewicht stehen müssen. Position 2 verstärkt sowohl Low- als auch High-Speed-Dämpfung, um die Unterstützung bei aggressivem Fahrstil zu verbessern. Position 3 ist ein harter Lockout, der von einem separaten Kolben gesteuert wird.

Im Detail betrachtet, bietet das VTT PRO-X-Setup eine präzise abgestimmte Low-Speed-Kompressionsdämpfungs-Einstellung in Position 1, die einen möglichst ungehinderten Ölfluss für hohen Komfort zulässt.
Um Kompromisse bei der High-Speed-Kompressionsdämpfung zu vermeiden, aktiviert die VTT-Position 2 einen weiteren Kolben, der sowohl High- als auch Low-Speed-Kompression hinzufügt, um die Unterstützung der Federung zu erhöhen; dies unter anderem dadurch, dass die Gabel höher im Federweg steht und somit besser bereit für größere Schläge ist. Gleichzeitig wird eine harsche Dämpfungscharakteristik vermieden weil, anders als bei einigen XC-Konkurrenzprodukten, nicht nur die Low-Speed-Kompressionsdämpfung alleine zur Kontrolle verändert wird.
Mit dem vollen Lockout als dritte Option schafft die Technologie von Manitou drei separat aktivierbare Kreisläufe, die jeweils smarter mit unterschiedlichen Fahrszenarien umgehen können.

Die Zugstufendämpfung ist in 18 Stufen über einen breiten Bereich am unteren Standrohr einstellbar.
Der gesamte Dämpfer basiert auf einem geschlossenen Bladder-System.

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Federweg

Der Federweg ist zwischen 80 und 120 mm in 10 mm-Schritten mittels Spacern intern einstellbar. Die Federwegs-Spacer spielen mit der Volumenänderung in der Negativ-Luftkammer zusammen, weshalb sich das Ansprechverhalten einer 80 mm-Federwegs-Einstellung ähnlich jener eines 120 mm-Setups anfühlen soll.
Alle für die Anpassung notwendigen Teile sind im Lieferumfang enthalten.

Die R8 ist mit einer Postmount 160-Aufnahme für Scheibenbremsen versehen, die maximal mögliche Scheibengröße ist 203 mm. Freigegeben ist die Gabel für Belastungen der ASTM-Kategorie 3. Die maximale Reifenbreite der 29"-Gabel beträgt 62 mm.

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Fernbedienung: Ace/Deuce

Obwohl es einen manuellen Verstellhebel gibt, geht Manitou davon aus, dass die meisten XC-Piloten eine Lenker-Remote zur Verstellung der VTT-Funktion nutzen möchten. Dementsprechend haben sie zwei kombinierbare Remotes entwickelt, um Gabel, Dämpfer und Teleskopsattelstützen bedienen zu können.
Der Deuce-Hebel kann die drei Positionen der VTT-Dämpfung der Gabel und gleichzeitig auch des Dämpfer ansteuern. Der Ace-Hebel zur Bedienung von Teleskopstützen kann hinzugefügt werden und lässt sich oberhalb des Deuce-Hebels stapeln.

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Mara Pro IL Gen 2

Passend zum Konzept der R8 wurde der Mara Pro Inline-Hinterbaudämpfer überarbeitet. Das neue Design umfasst Rasterstufen für die präzise Einstellung des Rebounds und beinhaltet außerdem einen neuen IPA-Schaft (Incremental Platform Adjust) für verbesserte Lockout-Performance.
Erhältlich mit einem Hub von 30 bis 65 mm, ist das Element für ein breites Spektrum unterschiedlicher Bikes einsetzbar.

Zusätzlich wurde eine eigene XC-Version des Dämpfers mit kleinerer Lite Can-Luftkammer, geringerem Gewicht und Hub zwischen 37,5 und 45 mm ins Leben gerufen. Highlight ist ein spezieller Shim-Stack der Dämpfung, der die stärkste Lockout-Performance garantiert.
Nur 294 g wiegt die XC Variante mit Lite Can, die Version mit King Can sollte ein paar Gramm mehr auf den Rippen haben. Beide Optionen gibt es entweder mit Bedienhebeln, oder mit Vorbereitung für eine Remote.

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Preise

Der empfohlene Verkaufspreis der Manitou R8 Pro mit Remote liegt bei € 1.320,-, ohne Remote € 1.210,-. Die Ace/Deuce Remote-Kombo kostet € 220,-, die Deuce Remote alleine € 155,- und Ace Remote separat € 86,-.
Das Mara Pro Inline- und Mara Pro Inline XC-Federelement kostet jeweils € 500,-. Mara Comp Inline kostet € 370,-.

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Erste Fahreindrücke der R8

Man muss nicht lange mit der Manitou R8 herumrollen, um zu prognostizieren, dass die neue Plattform den Cross-Country-Markt kräftig aufmischen könnte.
Unser Testmodell wurde mit 120 mm Federweg ausgeliefert und in ein Merida One-Twenty mit gleichem Federweg am Heck eingebaut.

Das Entwicklerteam hat bei der Abstimmung des VTT-Systems ganze Arbeit geleistet. Der empfohlene Luftdruck scheint auf Anhieb sehr gut für das jeweilige Fahrergewicht zu passen, die korrelierende Einstellung für den Rebound ist auch schnell gefunden.

Auf Position 1 der VTT-Stellung spricht die Gabel extrem sensibel auf Unebenheiten an, kommt aber auch mit größeren Unebenheiten richtig gut zurecht, um ein komfortables Setup zu liefern. Dabei kann man sich nur wundern, wie effizient, kontrolliert und harmonisch die 120 mm Federweg arbeiten. Die Gabel fühlt sich eigentlich in den meisten Situationen so an, als hätte sie mehr Federweg zu bieten.

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Position 2 der VTT-Stellung ist dank erhöhter Low-Speed-Druckstufe nicht nur zum Klettern gut geeignet. Aufgrund der erhöhten High-Speed-Druckstufe ist sie vor allem für eine aggressivere Fahrweise im Downhill von Vorteil.
Das ist nicht nur Marketing-Talk, sondern auf dem Trail deutlich spürbar - auf positive Art und Weise, ohne harsch zu wirken -, wenn man ordentlich Gas gibt.

Position 3 mit seiner Lockout-Funktion scheint richtig hart zu sein. Wirklich viel Zeit in diesem Modus habe ich allerdings nicht verbracht, dazu ist beim Klettern die Mischung aus Sensibilität und Effizienz der VTT-Position 2 zu gut abgestimmt.
Die Betätigung der verschiedenen VTT-Funktionen mittels des Deuce-Hebels funktioniert übrigens schnell und problemlos, dementsprechend leicht und oft springt man je nach Beschaffenheit des Trails zwischen den verschiedenen Modi hin und her.

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Der erste Eindruck soll kein vollwertiger Test sein. Auf der Manitou R8 werden wir aber gerne mehr Kilometer und Eindrücke sammeln. Auch den Manitou Mara-Dämpfer werden wir auf zukünftigen Ausfahrten einspannen.


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