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nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
2021 stieg Focus mit der Atlas 6 Serie ins Gravel-Segment ein. Nun folgt das Carbon-Pendant mit – wenn man unseren damaligen Testergebnissen und Focus jetzigen Presseunterlagen Glauben schenken möchte – gleichem Fokus, aber geänderten (Mess-)Werten.Massig Montagepunkte, großzügige Reifenfreiheit, funktionale Ausstattungspakete und manch cleveres Detail prädestinieren auch die 8. Serie für Abenteuer in der Natur. Gleichzeitig lechzt das 1,7 kg leichtere Bike nach mehr Speed, verfügt es doch über ein etwas kürzeres Steuerrohr und folglich eine sportlichere Geometrie mit tieferer Sitzposition.Drei Modelle im Preisbereich zwischen 2.999 und 4.299 Euro werden angeboten – hier die Details.
Made to lose
Die Kombination aus längerem Reach und kurzem Vorbau, flachem Lenkwinkel und tiefem Tretlager soll dem Rad ein geschmeidiges, ruhiges Fahrverhalten verleihen. Dem Erhalt der Wendigkeit dienen 425 mm kurze Kettenstreben.Wiewohl im Vergleich zum Alumodell bereits abgesenkt, bleibt die Front relativ hoch, was speziell in Abfahrten Sicherheit bringen soll. Zu Ortstafelsprints tritt man aber vermutlich besser mit Rote-Laterne-Mindset an, um Enttäuschungen von vornherein zu vermeiden.
Ausgeliefert werden die fünf erhältlichen Größen mit 700C-Laufrädern, die mit bis zu 45 mm breiten Reifen (bei Verwendung von Schutzblechen max. 40 mm) bestückt werden können. Noch breitere Schlapfen sind bei einem Wechsel auf 650B-Rundlinge möglich, was nicht zuletzt an Focus Sonderweg in Sachen Einbaumaß liegt.Die Deutschen setzen nämlich - vorrangig aus Gründen der Stabilität - auf den MTB-Boost-Standard, also 110 mm am Vorder- und 148 mm am Hinterrad, statt der im disc-gebremsten Rennradbereich mittlerweile recht etablierten 100 und 142 mm.
Auch am Carbon-Modell sind Zweifach-Kurbeln nicht nur möglich, sondern am 8.8 und 8.7 auch serienmäßig verbaut. An der Front warten mit einem aerodynamischen Vorbau sowie der weiterentwickelten Cockpit Integration Solution (C.I.S.) samt verbesserter Kabelführung Änderungen im Vergleich zur 6. Serie. Die Lenkerhöhe wird über zweiteilige Spezial-Spacer individuell angepasst.
Verfügen bereits die Alu-Modelle über zahlreiche Anschraubpunkte, um Taschen und Flaschen komfortabel transportieren zu können und befindet sich mit einer kleinen Top Tube Bag (für Nachrüster: € 24,99) sogar eine Stauraumlösung für Kleinzeug à la Minitool oder Müsliriegel im Lieferumfang, gehen die Carbon-Brüder dort und da noch einen Schritt weiter:Die hintere Steckachse enthält einen Flaschenöffner sowie zwei (4/6 mm) Inbusschlüssel. Wer eine Alternative zur Satteltasche benötigt oder mit noch mehr Gepäck unterwegs sein will, kann auf den neu entwickelten Adventure Rack zurückgreifen. Dieser Heckträger kann unkompliziert, aber fest an den Bremssteg und die Sattelstreben montiert werden und gibt mit Hilfe dreier Straps beiderseits je drei Kilogramm Zuladung – vom Brennholz übers Bierfaß bis zum profanen Gepäck oder Zelt – Halt.
Bei der Montage von Lenkertasche oder Computerhalterung sind, nachdem alle Leitungen unterhalb des (übrigens von 70 bis 120 mm Länge erhältlichen) Vorbaus in den Steuersatz verlaufen, keine Kabel im Weg. Wer vorne gern großvolumiger packt, kann statt der Wahoo- und Garmin-kompatibeln Standard-Halterung mit Zusatzlösungen für Licht oder GoPro auch auf einen speziellen Computer-Mount an der Steuersatz-Kappe setzen.Ausgelegt ist das Atlas für ein maximales Systemgewicht von 120 kg.
Über die Ladentische wandert die 8. Serie, wie bereits erwähnt, in drei Ausstattungsvarianten. Die neue Speerspitze des Stuttgarter Gravel-Universums bildet das goldbraune Atlas 8.9 mit der 12-fach Sram Rival eTap AXS (40/10-44) samt 160er-Rotoren und den langlebigen DT Swiss GR1600, welche ein Satz WTB Riddler TCS umhüllt. Gemeinsam mit Anbauteilen von Easton (EC70 AX Carbonlenker und -Sattelstütze) kommt das 4.299 Euro kostende Topmodell auf 8,7 kg laut Hersteller.
Mechanisch, nur elffach, dafür jedoch mit Zweifach-Kurbel bestückt, kommen die beiden weiteren Carbon-Vertreter auf den Markt. Das um € 3.499,- erhältliche Atlas 8.8 setzt auf die GRX 800 mit 600er-Kurbel und 105er-Kassette (46/30; 11-34) samt DT Swiss X1900 Laufrädern.Im Unterschied zu der cremeweißen 9,1-kg-Mittelklasse greift der nochmals 500 Euro günstigere Einsteiger Atlas 8.7 in Dunkelgrau auch bei den Schalthebeln und Bremsen auf 600er-Niveau (bzw.sogar 400er beim Bremssattel) zurück und rollt auf Novatec 25 Elite-Laufrädern daher, was sich auf der Waage zu 9,6 kg laut Hersteller summiert.
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