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Di2 für alle - nicht mehr und nicht weniger erhofft man sich, wenn Shimano den seit einiger Zeit kursierenden Gerüchten Fakten folgen lässt und die neue Rennrad-Gruppe 105 vorstellt.Wird sie elektronisch? Oder wird sie zwölffach? So die Spekulationen im Vorfeld. Nun ist klar: Sie wird elektronisch UND zwölffach - ganz so, wie bereits die im Vorjahr präsentierten großen Brüder Ultegra und Dura Ace.So richtig günstig bleibt sie allerdings nicht. Rund 1.540 Euro sind für die 2.743 Gramm wiegende Komplettgruppe zu veranschlagen. Das ist zwar etwa 400 Euro weniger (und gut 350 Gramm mehr) als bei der Ultegra und macht das elektronische Schalten also tatsächlich erschwinglicher, mithin für eine breitere Käuferschicht leistbar. Zum mechanischen Vorgänger ist dies aber doch ein beachtlicher Sprung.Verfügbar soll der Newcomer - abgesehen von einer Kassetten- und Kurbel-Option, die später kommt - ab sofort sein.
Laut Shimano steckt jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit hinter der 105 Di2 – schließlich haben die Japaner hinsichtlich Schaltpräzision und Zuverlässigkeit der Bremsen einen Ruf zu verteidigen. Keine Kompromisse will man denn auch eingegangen sein, was das schnelle und exakte Schalten betrifft; sogar verbessert worden sein soll die Bremsfunktion.Konkret setzt der Komponentenhersteller auf ein hybrides System aus kabellosem Cockpit und Steckverbindung zwischen Schaltwerk bzw. Umwerfer und dem für gewöhnlich im Sattelrohr untergebrachten Akku. Eine optimierte Hebelergonomie samt verbesserter Bremsfunktion zählen zu den weiteren Errungenschaften des Upgrades. Die Ausdehnung auf 2x12 Gänge bringt zudem angenehm kleine Abstufungen und breitensporttaugliche Übersetzungsoptionen. Im Hinblick auf die Laufräder ist das neue System dabei abwärtskompatibel, 11-fach Freilaufnaben können also nach wie vor genutzt werden. Allerdings beinhaltet die Neuvorstellung erstmals auch zwei Carbon-Laufräder auf diesem Preisniveau: das C32 zum Klettern und das Allround-Modell C64, beide ausgestattet mit Features, welche von den entsprechenden Laufradsätzen bei Dura Ace und Ultegra bekannt sind.Die von den höherpreisigen Gruppen gewohnten Möglichkeiten, die Gruppe schnell und einfach via E-Tube-App an die persönlichen Vorlieben (Schaltgeschwindigkeit, Synchro-Shift etc.) anzupassen, werden ebenfalls aufs 105er-Niveau umgemünzt.
Das für die neue Gruppe stehende Kürzel lautet R7150 und beinhaltet nicht bloß äußerlich sichtbare Änderungen. Auch ein verbessertes Interface soll damit beispielsweise einhergehen.Das komplett neu entwickelte Di2-System mit seinem drahtlosen Cockpit - will heißen: die Hebel können funken - sorgt für eine saubere Optik. Die sichere, schnelle Signalübertragung und -verarbeitung besorgt Shimanos selbst entwickelter Schaltkreis, welcher einen minimalen Energiebedarf aufweisen soll. So wird laut Hersteller das Risiko von Störungen und Interferenzen verringert, die Schaltgeschwindigkeit weiter reduziert und die Akku- bzw. Batterielebensdauer verlängert. Eine Kabelverbindung besteht nur mehr zwischen Schaltwerk, Umwerfer und dem zentralen Akku, welcher sicher im Rahmen - üblicherweise im Sattelrohr - untergebracht ist. Einfach wieder aufladbar, soll er zu jeder Zeit eine stabile und zuverlässige Schaltfunktion garantieren.
Per E-Tube Project lässt sich das Schaltsystem individuell konfigurieren, indem beispielsweise die Schaltgeschwindigkeit, die Anzahl der Schaltvorgänge bei gedrückt gehaltener Taste oder die Synchro-Shift- und Semi-Synchro-Shift-Funktionalität entsprechend eingestellt werden. Darüber hinaus lässt sich das System mit vielen Fahrradcomputern von Drittherstellern koppeln, darunter Garmin und Wahoo. So lässt sich auf diesen Geräten beispielsweise der aktuell eingelegte Gang oder der Akku-Ladezustand anzeigen.
Auch an der Ergonomie der Brems-/Schalthebel wurde gefeilt - nicht zuletzt basierend auf dem Feedback zahlreicher Profis. Das Ergebnis: Höher gezogene Hörnchen und eine auf mehr Komfort und Kontrolle in jeder Fahrposition getrimmte Hebelform. Leichtgängigere Hebel und einen erweiterten Kontrollbereich listet Shimano ebenfalls als Benefits - was auch immer Letzteres bedeuten mag.Analog zu den Dura Ace- und Ultegra-Updates wurde darüber hinaus am Bremssystem selbst Hand angelegt. Es soll mit geringerer Geräuschentwicklung und vereinfachter Wartung glänzen. Trotz des um 10% größeren Belagabstands in der Ruheposition greifen die Bremsen schnell und zuverlässig, der Bremsvorgang selbst sei kraftvoll und besser kontrollierbar.Hobbyschrauber werden vor allem den sauberen und einfachen Entlüftungsprozess zu schätzen wissen, bei dem der Bremssattel nicht mehr vom Rahmen entfernt werden muss.
Mit dem Schritt hin zu 12-fach verfügt die neue 105 über die leichten und schweren Gänge, welche Hobbybiker typischerweise besonders dringend brauchen. Gleichzeitig werden zwischen diesen beiden Extremen angenehm kleine Gangsprünge möglich, was es erleichtert, immer in einem idealen Trittfrequenzbereich zu pedalieren.Verantwortlich dafür sind die Kassettenoptionen mit 11-34 und (neu, folgt zu einem späteren Zeitpunkt) 11-36 Zähnen sowie die Kurbelgarnituren mit Abstufungen von 50-34 und 52-36 (folgt zu einem späteren Zeitpunkt) Zähnen.
Im Hinblick auf die Laufräder ist das neue System abwärtskompatibel. So können bisherige Rennrad-Laufräder mit 11-fach Freilaufnabe auch mit der neuen 12-fach 105 Di2 weiter genutzt werden.Nichtsdestotrotz nützt Shimano die Gelegenheit, erstmals auch Carbon-Laufräder auf 105er-Niveau vorzustellen. Das C32, speziell auf Bergauf-Performance ausgerichtet, sowie das Allround-Modell C46. Dabei übernehmen die Japaner einmal mehr Technologien von den Topserien.Die Berggämse verfügt über eine 32 mm hohe Felge mit einer Innenbreite von 21 mm; das Zielgewicht liegt bei 1.502 g. Die Felge beim C46 Laufradsatz ist 46 mm hoch, hat ebenfalls 21 mm Innenbreite und bringt voraussichtlich 1.610 g auf die Waage. Beide nicht gruppengebundenen Laufradsätze sind sowohl 11-fach- als auch 12-fach-kompatibel, Tubeless ready und mit einem neutralen Shimano-Logo versehen.
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