Passwort vergessen?
Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Ich war ein großer Fan von Barends. Das muss so Anfang der 1990er gewesen sein. Sie waren groß, schwarz und ausladend geschwungen. Wie ein Hirschgeweih thronten sie, einem zweiten Lenker gleich, an den Enden des eigentlichen Lenkers - als wäre die Rennrad-Geo mit 14 cm langem Vorbau am GT Karakoram noch nicht aggresiv genug gewesen. Aber kurz nachdem ich mich auf den Barend-Trend gestürzt hatte, war er auch schon wieder vorbei. Bis heute allerdings polarisieren sie wie kaum ein anderes Zubehör. So kostete mich der Test der SQLab Inner Barends anfänglich aus optisch-puristischen Gründen ein wenig Überwindung. Doch anders als in den 1990er Jahren sitzen sie, wie der Name schon sagt, innen am Lenker - zwischen Griff und Schaltung. Eher zufällig passte ihr Orange genau zum KTM Myroon; aber man könnte dem Zufall auch nachhelfen: Es gibt die Abschlüsse auch in anderen Farben.
Schnell waren die Teile montiert und auf den ersten Blick weit weniger irritierend als die einstigen Hische. Sie fallen sogar relativ denzent aus, und mit schwarzen Enden vermutlich noch etwas weniger ins Auge. Nach einigem Auf und Ab passte dann auch die vertikale Position und die Griffe fühlten sich vom ersten Moment an sehr ergonomisch an. Es ist tatsächlich so, dass sie an genau der Stelle sitzen, wo die Hände im Fall eines Griffwechsels hinrutschen wollten - in eine Art Rennradposition, enger und nach vorne gerichtet. Auf keinen Fall ans Ende der immer breiter werdenden Lenker.
Diese ergonomische Position wird in der Praxis noch einmal deutlicher. In der Ebene kann man sich aerodynamisch zwar ein bisschen reinducken; für einen richtigen Vorteil im Wind müsste die Position der Enden aber noch deutlich weiter innen sein. Dafür erreicht man aber auch mit Griff auf den Barends noch die Bremsen. Das Raufschalten mit Srams Trigger funktioniert gut, fürs Runterschalten muss man das Handgelenk ein bisschen nach unten biegen. Da wäre eine Rapidfire ideal.
Wirklich oft habe ich mich aber beim Bergauffahren dabei erwischt, die Hände auf die Inner Barends zu legen. Ein Griffwechsel ist gerade auf langen Auffahrten und ganz generell auf ausgiebigen Touren sehr angenehm und die Position innen am Lenker ist ideal und entspannt die Handgelenke. Nicht selten ertappte ich mich dabei, dass ich die Hände fast ausschließlich auf den Barends hatte und nur gelegentlich auf die Lenkergriffe wechselte.
Nach ewiger Barend-Abstinenz war ich doch einigermaßen überrascht, wie ergonomisch sich die Teile an der Innenposition anfühlen. Dazu kommt, dass einige Nachteile früherer Barends im Falle eine Sturzes nicht mehr oder zumindest nicht in dem Ausmaß zum Tragen kommen. Auch, dass man Bremse und Schaltung einigermaßen gut erreicht, find ich positiv. Auf langen Touren entwickelten die Barends eine magische Anziehungskraft für die Hände, die gerne in dieser angenehmen VW-Bus-Lenkrad-Position verweilen.Da mein Hardtail aber nicht nur für gemütliche Touren, sondern auch für knackige, schnelle Hausrunden verwendet wird, war für mich dann die Optik ein Grund, sie wieder zu demontieren. Zwar ist SQLab meiner Meinung nach nahe dran am möglichen Ideal, aber an diesem Kritikpunkt, der mein puristisches Auge doch zu stark irritiert, kann weder SQLab noch ein Barend-Designer-Gott etwas ändern. Da hilft nur der etwas wehmütige Griff zum Inbusschlüssel, denn funktionell gibt es an den SQLab Inner Barends nichts auszusetzen.
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
Alle Kommentare (24) im Forum