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nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Für diesen Coup haben die Marketing-Experten sicher ewig getüftelt: Der Name des neuen Émonda besteht aus den gleichen Buchstaben wie jener seiner Kollegen Madone und Domane. Trotzdem soll er vom französischen Verb émonder, zu Deutsch "etwas beschneiden, reinigen" herrühren. Und exakt das haben die Produktmanager bei der Entwicklung des neuen Ultraleichtbau-Modells getan: das Rennrad von allem Ballast befreit, alles Unnötige weggelassen.Das Ergebnis: In seiner jeweiligen Kategorie soll jedes einzelne der insgesamt 19 (in Österreich 14) erhältlichen Serien-Modelle Branchen-Primus in Sachen Gewicht sein. Eingestiegen wird mit 8,74 kg, aufgehört bei 4,65 - wobei das (preislich) realistischere Ende der Fahnenstange bei den rund 6,1 kg des Émonda SLR 9 liegt.
Organisiert ist das Lineup in einer Matrix aus dreierlei Rahmen-Qualitäten und sechs Komplettgruppen (Tiagra, 105, Ultegra, Dura Ace, Dura Ace Di2, Red). Die SLR-Rahmen aus 700 Series OCLV-Carbon sind die leichtesten (690 g/56 cm) und werden mit einer 280-Gramm-Gabel kombiniert. Sie kommen mit BB90-Tretlager, interner Zugführung, Sitzmast, asymmetrischem Gabelschaft und Treks hauseigenen (= Bontrager) Direct-mount Bremsen (laut Hersteller 100 bzw. 60 g leichter als Ultegra- bzw. Dura Ace-Pendants). Über die mit Ausnahme der Standard-Bremsen gleichen Features verfügen die 1.050 g „schweren“ SL-Rahmen aus 500 OCLV, die mit Forken à 358 g ausgeliefert werden. Ergo ist in beiden auch die überarbeitete Version des DuoTrap-Sensors eingebaut, die nebst ANT+ nun auch mit Bluetooth spricht. Zu den konventionellen Bremsen gesellen sich beim S-Rahmen schließlich auch noch ebensolche Sattelstützen und extern geführte Züge sowie eine Gabel mit 518 Gramm, die Kurbel kommt auf ein BB86 Pressfit-Lager. Das Kampfgewicht des 300 Series Carbon-Chassis: 1.220 Gramm.
Von allen drei Versionen werden auch WSD-Modelle angeboten, SLR-Fahrer können außerdem zwischen der rennorientierten H1- oder der etwas aufrechteren H2-Geometrie wählen - allerdings nicht in Österreich; hier gibt's nur die aggressivere Variante. Die beiden höherwertigen Rahmen sind zusätzlich als Frameset erhältlich (1.599 bzw. 3.499 Euro), die Preise für die Komplettbikes rangieren zwischen 1.499 und 12.999 Euro, wobei Letzterer für das Viereinhalb-Kilo-Geschoss (SLR 10) mit integrierter Bontrager Lenker-/Vorbau-Kombi, Tune-Teilen (u.a. LRS + Sattel) und Jagwire-Bowden gilt. Die "normalen" Topmodelle (SLR 9 H1, H2 oder WSD) schleifen sich bei - immer noch stolzen - 9.299 Euro ein.
Gewicht – oder dessen Reduktion – war also die eine Vorgabe bei der Aufzucht des jüngsten Sprosses der Trek Road-Familie. Performance die andere. „Flippin' awesome“ soll sich das in Treks bisher umfangreichsten Labor- und Fahrtests inkl. World Tour Profi-Feedback ermittelte Handling anfühlen. Die neue Rennmaschine, wie alle Trek-Produkte mit lebenslanger Garantie versehen, ist laut Hersteller „perfekt ausbalanciert“ und „phänomenal zu fahren“. Sämtliche Rahmenteile sind größenspezifisch anders ausgelegt, was Carbon-Layup oder prinzipielle Formgebung betrifft. Somit soll jedes einzelne Rohrprofil zu maximaler Fahrperformance beitragen, die Balance aus Steifigkeit und Gewicht ideal sein.
All diese Behauptungen lassen sich freilich erst im Rahmen eines Praxistests überprüfen – Bikeboard.at hat seinen dringenden Verifizierungsbedarf natürlich bereits an höchster Konzern-Stelle kundgetan. Derweilen können Interessierte ja beobachten, wie sich das Trek Émonda bei seinen ersten offiziellen Renneinsätzen schlägt – es wird z.B. in Kürze bei der Tour de France im Einsatz sein. Ganz Eilige können das nunmehr leichteste Serien-Rennrad der Welt (oder zumindest die günstigeren Ableger davon – die teureren gibt’s erst im Herbst) allerdings auch gleich kaufen. Gemäß Treks neuer Philosophie, wonach Räder erst dann vorgestellt werden, wenn sie fertig gebaut und ausgeliefert sind, ist das Émonda prinzipiell bereits erhältlich …Übrigens: Das Émonda ersetzt weder Treks Komfort-Racer Domane noch das aerodynamisch optimierte Madone. Beide Linien bleiben bestehen und werden durch den auf Leichtbau getrimmten Newcomer ergänzt, sodass letztlich Racer jeden Typs gemäß ihrer persönlichen Vorlieben einen Schwerpunkt setzen können.
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