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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Es liegt nahe, dass sich jemand, der hauptsächlich schnelle Trainingsrunden, Gravel-Marathons oder gar echte Rennen fahren möchte, für einen Gravel-Racer entscheidet. Doch was passiert, wenn irgendwann eine Bikepacking-Tour am Plan steht? Ist der Racer dafür völlig ungeeignet, oder lässt sich damit auch ein solches Abenteuer erfolgreich bestreiten? Welche Unterschiede gibt es in Bezug auf Ausstattung, Geometrie und Fahreigenschaften - was bleibt unveränderbar und was nicht?Diese und ähnliche Fragen haben wir uns während unserer viertägigen Graveltour über 300 anspruchsvolle Kilometer mit Gepäck gestellt. Der Trip führte uns vom malerischen Loisium-Weinhotel im südsteirischen Ehrenhausen über herausfordernde Bergpässe bis zum Ursprungsbetrieb in Langenlois und bot ideale Voraussetzungen, um die beiden 2024 neu vorgestellten Trek-Gravelbikes - das Checkmate SLR und das Checkpoint SL Gen. 3 - im Unsupported-Bikepacking-Einsatz direkt miteinander zu vergleichen.
Während ein Gravel-Racer (z.B. Trek Checkmate) primär auf Geschwindigkeit und Performance ausgelegt ist und sich vor allem für Rennen oder sportliches Fahren auf Schotter und Straßen eignet, punktet ein Adventure-Gravel-Bike (z.B. Trek Checkpoint) mit Vielseitigkeit, Komfort und Belastbarkeit - ideal für Bikepacking und Touren im unwegsamen Gelände.Bevor wir unsere Bikepacking-Praxiserfahrungen mit den beiden Protagonisten von Trek teilen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Theorie. Dazu präsentieren wir euch die unten stehende Tabelle mit den allgemeinen Unterschieden der beiden Gravel-Kategorien - speziell in Bezug auf unser Thema.
Das neue Checkmate verfügt über Treks speziell für Gravelrennen entwickelte "Gravel-Race-Geometrie", die eine äußerst windschnittige Sitzposition ermöglicht und dabei einen ausgezeichneten Mix aus hoher Agilität und Laufruhe bietet. So sind beispielsweise der Radstand sowie die Kettenstreben kürzer als beim Checkpoint, der Lenkwinkel jedoch nahezu gleich und der Nachlauf bis auf den Millimeter identisch.
Guter Komfort auf rauem Gelände wird durch den hohen Auszug der Sattelstütze sowie durch die IsoSpeed-Komforttechnologie gewährleistet, die ermüdende Unebenheiten effizient absorbiert. Gleichzeitig wurde großer Wert auf maximale Reifenfreiheit gelegt. Zwar ist das Rad ab Werk mit 38C-Reifen ausgestattet, doch passen sogar 45 mm breite Reifen (ohne Schutzbleche) in Rahmen und Gabel.
Die einzigen objektiven Nachteile zeigen sich in der reduzierten Bodenfreiheit, da das Tretlager beim Checkmate in Verbindung mit den schmaleren Reifen um mehr als 0,5 cm tiefer liegt. Zudem bietet die einteilige Vollcarbon-Lenkerkombination weniger Einstellungsmöglichkeiten und dämpft Vibrationen spürbar schlechter als die zweiteilige Lenkerlösung des Checkpoint.
Premiumkomponenten wie die Bontrager Carbonlaufräder, die Trek Aero RSL Lenker-Vorbau-Einheit und das 800 Series OCLV Carbonmaterial halten das Gewicht niedrig. So wiegt das Checkmate in M-L gleich mal rund 900 Gramm weniger als das Checkpoint. Der Unterschied im Kaufpreis ist aber mit 8.999 Euro versus 6.499 Euro selbstverständlich auch nicht ohne.Die Übersetzungsbandbreite beider Bikes ist hingegen gleich groß, und auch die Abstufung ist identisch - Sram AXS 1x12 macht es möglich.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Checkmate in Bezug auf Komfort, Reifenfreiheit und Übersetzungsbandbreite keine nennenswerten Einschränkungen aufweist.Wer also mit der sportlicheren Sitzposition zurechtkommt und sich mit 45-mm-Reifen begnügt, kann mit dem Gravel-Racer auch größere Expeditionen angehen, es sei denn - und hier kommt der größte Unterschied zwischen den beiden Bikes - man benötigt viel Gepäck. Denn am Checkmate sind weder am Rahmen noch an der Gabel Montagemöglichkeiten für Gepäckträger mit Seitentaschen vorgesehen.
Uns fiel leider erst bei einer genaueren Inspektion der Räder auf, dass das Checkmate an den Ausfallenden keine seitlichen Gepäckträgerösen hatte, während diese beim Checkpoint bereits integriert waren; logischerweise war der Gravel-Racer eher für leichte Kotflügel als für schwer beladene Seitentaschen ausgelegt. Daher statteten wir das Checkmate nur mit Mile Grinder Bikepacking-Rahmen-, Lenker- und einer riesigen Satteltasche von Contec aus, während der Pilot zusätzlich einen Rucksack umschnallen musste.
Beim Checkpoint hingegen verlief die Vorbereitung deutlich reibungsloser: Die Ortlieb Quick-Rack-Träger-/Kotflügel-Kombination war in Nullkommanix montiert, verteilte die Lasten während der Reise in allen Situationen besser und sorgte für einen spürbar höheren Komfort.Hier findest du unsere Eindrücke und Bewertungen der zum Einsatz gekommenen Gepäcklösungen von Ortlieb und Contec.
Nach 300 harten Gravelkilometern - vom Loisium Hotel Ehrenhausen über die Turnauer Höhe und den Annaberg bis zum Loisium in Langenlois - sind Mensch und Maschinen wohlbehalten und ohne technische oder körperliche Probleme zurückgekehrt. Und hätte unser Mister M nicht mit seinem unbequemen Rucksack zu kämpfen gehabt, wäre der viertägige Bikepacking-Ausflug, selbst mit dem Checkmate Gravel-Racer, eine echte Success-Story gewesen.Schon die etwas breiteren Reifen reichten für die nötige Traktion und ausreichend Komfort. Sieht man vom Zuladungsfaktor einmal ab, kann die Wahl zwischen Checkmate und Checkpoint fast ausschließlich aufgrund der persönlichen Präferenzen getroffen werden.
Mister Ms weitere Eindrücke vom Checkmate:Der harte Sattel ist gut für lange Distanzen geeignet, während der steife Aero-Lenker im rauen Gelände etwas unkomfortabel vibriert. Zudem lassen sich der Lenker und die Griffe nur schwer höher stellen. Ein Staufach im Unterrohr wäre praktisch, besonders für Werkzeug. Positiv hervorzuheben ist die verbesserte Abdeckung zur Sattelverstellung im Vergleich zum Checkpoint 2023. Die matte schwarze Farbe des Rahmens erweist sich jedoch als schwer zu reinigen.NoPains weitere Eindrücke vom Checkpoint:Das Checkpoint eignet sich besser für längere Bikepacking-Touren, insbesondere durch den zusätzlichen Stauraum im Unterrohr und die vielen Montagemöglichkeiten fürs Gepäck. Der Sattel ist etwas zu weich und eine 2-fach-Schaltung würde für mehr Bandbreite sorgen. An starken Anstiegen und mit mehr Gepäck könnte schnell einmal der Rettungsring fehlen.
Wer eine sportliche Sitzposition bevorzugt und mit leichtem Gepäck unterwegs ist, ist auch mit dem Checkmate bestens beraten.
Unser Fazit des Vergleichs zwischen dem Trek Checkmate SLR 7 AXS und dem Trek Checkpoint SL 7 AXS fällt ein wenig überraschend aus: Obwohl das Checkmate in erster Linie als Gravel-Racer konzipiert ist, zeigt sich, dass auch sportliche Bikepacking-Touren damit viel Freude bereiten können.Die Langdistanzdefizite in Ausstattung und Geometrie gegenüber dem Checkpoint sind zwar deutlich, dennoch erweist sich das Race-Bike als vielseitig und ausreichend komfortabel.Für ernsthafte Bikepacking-Abenteuer eignet sich jedoch das Checkpoint besser, vor allem aufgrund des höheren Fahrkomforts (Geometrie, Reifenfreiheit) sowie der Möglichkeit, mehr Gepäck zu transportieren.
Komfort, Vielseitigkeit und Gepäckkapazität sprechen für das Checkpoint.
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