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Zum 108. Mal kehrt eines der wohl härtesten Sportevents des Jahres zurück nach Frankreich. 184 Fahrer aus aller Welt werden für 21 Tage auf den höchsten Pässen, entlang historischer Routen und vorbei ein allem, was die französische Landschaft zu bieten hat, um den vermutlich prestigeträchtigsten Preis des Radsports kämpfen: das einzigartige gelbe Trikot der Tour de France. Auch für Lachlan Morton wird es am 26. Juni ernst. Doch der EF Education-Nippo Fahrer wird nicht mit dem Peloton gen Paris aufbrechen, sondern unmittelbar nach dem Feld auf eigene Faust in sein ganz eigenes Rennen zur Champs-Élysées gehen.Der Name seines Unterfangens: Die Alt Tour. Inspiriert von den Helden der Erstaustragung 1903, wird Lachlan versuchen die 21 Etappen inklusive aller Transfers von der Bretagne bis nach Paris aus eigener Kraft zu bewältigen. 5.510 Kilometer, 65.000 Höhenmeter sollen an der legendären Champs-Élysées zum großen Finale am Tacho stehen - stolze 2.400 Kilometer und 15.000 Höhenmeter mehr als für das Peloton. Auf Ruhetage, so wie man sie dem Peloton insgesamt zweimal zugesteht, wird Lachlan ebenfalls verzichten, stattdessen für 23 Tage im Sattel bleiben, um am Ende möglichst vor dem Peloton in Paris einzutreffen.
Um dem Ganzen einen tieferen Sinn zu geben, versteckt sich hinter der Alt Tour ein Charity-Event. Ausrüster Rapha und EF Education First spenden für Lachlans Mühen je 500 Räder an die World Bicycle Relief, einer Non-Profit Organisation, welche Bedürftige in der dritten Welt mit robusten Rädern versorgt. Vor allem auch der Zugang zu Bildung soll dadurch flächendeckend erleichtert werden. Schließlich lassen sich mit dem Rad weite Strecken deutlich schneller überwinden als zu Fuß. Weit entfernte Bildungseinrichtungen rücken so für den Nachwuchs der dritten Welt in greifbare Nähe.
Ohne Mechaniker, ohne Teamkollegen und ohne den Support seines Teams gilt es für Lachlan, täglich rund 100 km auf die Etappe des Tages draufzusetzen. Der längste Transfer, jener zur finalen Etappe nach Paris, wird sogar die 700 km Marke knacken …Wir sind auf die Alt Tour mindestens genauso gespannt wie auf die TdF. Und genau darum werden wir versuchen, Lachlan und sein wahnwitziges Unterfangen an dieser Stelle so gut es geht zu begleiten. Also dranbleiben!Wer selbst auch an WBR spenden will, klickt hierWer Lachlans Fahrt via GPS-Tracking verfolgen will, klickt hier
Per Stand 28.06.2021, 17:30 Uhr hat Lachlan bereits rund 815 Kilometer und 5.510 Höhenmeter hinter sich. Mit kurzen Nächten im Biwakzelt und frühen Morgen im Sattel ist er gut auf Kurs und hat sich scheinbar bereits jetzt den Respekt der französischen Radsportfans erobert. Dank der Live-Karte lässt sich seine Reise nicht nur online mitverfolgen - einige Fans nutzten den Tracking-Link auch dazu, dem jungen Ausnahmesportler unterwegs zuzujubeln oder ihn mit Speis und Trank zu versorgen. Und auch seitens seines Charity-Projektes mit World Bicycle Relief läuft es besser als geplant. Binnen der vergangenen Tage wurden gut 25.000 Pfund gespendet, die Gesamtsumme beläuft sich damit schon auf über 146.000 Pfund (!).
Am Dienstag, den 13. Juli 2021, erreichte der „EF Education-NIPPO“-Fahrer Lachlan Morton um 5:30 Uhr Paris. In nur 18 Tagen legte er dabei unglaubliche 5.550 Kilometer zurück, überwand mehr als 65.000 Höhenmeter und sammelte im Rahmen seiner Alt Tour die stolze Summe von insgesamt 445.000 Euro zugunsten der World Bicycle Relief. Damit erreichte er das Ziel der Tour de France fünf Tage vor dem Peloton - eine Fahrt, die viele, an manchen Tagen sogar Lachlan selbst, für unmöglich hielten.
In der selbst gestellten Herausforderung, die von der ersten Auflage im Jahr 1903 inspiriert war, brach Lachlan nach dem Peloton auf, um die 21 „Grand Boucle“-Etappen und jeden einzelnen Transfer von der Bretagne bis nach Paris ohne Unterstützung zu absolvieren. Statt Luxushotels, ausgeklügelten Ernährungsplänen und Mechanikern musste Lachlan mit einem kleinen Zelt, Fertigsuppe und dem Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten Vorlieb nehmen. Schmerzhafte Blasen, Knieprobleme, die ihn schon früh aus den Rennradschuhen in Sandalen zwangen und zahlreiche Reifenpannen machten ihm das Leben schwer. Dennoch legte er auf seinem Weg nach Paris täglich gut 300 Kilometer zurück - bei einer Durchschnittspace von beeindruckenden 24 km/h. Lachlan, wir ziehen den Hut.
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