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Citec 6000 CX Clincher

Citec 6000 CX Clincher

20.03.15 07:20 17.417Text: NoPainFotos: Johannes Krenn, Erwin HaidenHärtetest der 6000 CX Drahtreifen-Laufräder mit Continental GP 4000 S II 25 mm auf Gran Canarias rauem Asphalt. Das Sorglos-Paket für Racer, Sprinter und schwere Fahrer.20.03.15 07:20 17.578

Citec 6000 CX Clincher

20.03.15 07:20 17.578 NoPain Johannes Krenn, Erwin HaidenHärtetest der 6000 CX Drahtreifen-Laufräder mit Continental GP 4000 S II 25 mm auf Gran Canarias rauem Asphalt. Das Sorglos-Paket für Racer, Sprinter und schwere Fahrer.20.03.15 07:20 17.578

Das deutsche Traditionsunternehmen Citec entwickelt und produziert seit über 20 Jahren innovative Laufräder für Profi- und Amateur-Rennfahrer sowie ambitionierte Hobbyradler. Schon 1994 entwickelten die Berliner mit der "Power-Block-Technology" ein neuartiges, wegweisendes Naben-Speichen-Verbindungssystem, das bis heute die charakteristische Visitenkarte aller Citec Speichen-Systemlaufräder ist. Made in Germany.

Nach den Citec 3000 S Aero, die uns schon im Vorjahr gut gefielen, konnten wir nun den rauen Asphalt Gran Canarias unter die deutlich höheren 6000 CX Drahtreifen-Laufräder nehmen.

Hinsichtlich der bergigen Topographie Gran Canarias sind leichte Aero-Laufräder zwar etwas übertrieben, jedoch eignen sich die vielen Höhenmeter, etwaige Wetterkapriolen und der starke Wind ausgezeichnet für deren Test in Bezug auf Fahrsicherheit und Zuverlässigkeit. Denn Laufräder, welche die Kanaren unbeschadet überlebt haben, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in unseren Gefilden nicht in die Knie gezwungen werden.

Power Block Technology

Power Block System
Bei Citec Systemlaufrädern werden bogenlose Spezialspeichen mit einem nabenseitigen Gewinde mittels der Power-Block-Hülse in dem Nabenkörper befestigt. Mit diesem schon in den Neunzigern patentierten, legendären Verfahren wird eine entscheidende Schwachstelle, nämlich die bewegliche Verbindung von Nabe und Speiche, eliminiert.

Unter Dauerbelastung treten keine Speichenbrüche mehr auf, permanentes Nachspannen oder Nachzentrieren entfällt.
Citec gewährt 5 Jahre Garantie gegen Speichenbruch auf alle Systemlaufräder, welche mit dem Citec Power Block System ausgestattet sind.

Power Block Nippel
Ähnlich der Power-Block-Hülse weisen die innerhalb der Felge liegenden Aluminium-Nippel eine Abstützpassung auf. Dies führt zu einer Entlastung des Speichengewindes und vermeidet Speichenbrüche im Bereich des Nippels.

6000 CX Drahtreifen

Tech Specs

Felgen47 mm Carbon-Aluminium-Verbundfelge mit Aluminiumbremsflächen, aerodynamisch optimiert
Bereifung: Drahtreifen
ETRTO-Grösse: 622x13*
Speichenvorne: 14 Spezial-Messerspeichen in schwarz
hinten: 16 Spezial-Messerspeichen in schwarz
mit CITEC Power-Block-Hülsenbefestigung, in der Felge versenkte Aluminium-Spezialnippel
Nabenvorne: Spezial-Leichtlaufnabe in schwarz mit gedichteten Rillenkugellagern, maximaler Flanschabstand für hohe Seitensteifigkeit
hinten: Spezial-Leichtlaufnabe mit zweiteiligem Nabenkörper in schwarz/silber mit aerodynamisch optimiertem Hyper Size Flansch
FreilaufHochpräziser Aluminiumrotor DT 240S für Shimano 8/9/10/11-fach
Gegen Aufpreis von 25,00 Euro auch mit Campagnolo 10/11-fach Rotor inkl. Verschlussring lieferbar.
GewichteVorderrad: 670 Gramm
Hinterrad: 860 Gramm
Satz: 1.530 Gramm (1.562 gewogen inkl. Felgenbändern)
GewichtslimitFreigegeben bis 100 kg Fahrergewicht.
Farbenweiß/schwarz/rot oder weiß/schwarz
Preis€ 1.499,- UVP

* seit dem Modelljahr 2015: 622x14c

Gewicht und Montage

Mit echten 1.562 Gramm (671/891 g vo./hi.) inklusive Felgenband sind die 50 mm hohen Alu-Clincher unter ihresgleichen nicht nur relativ leicht, sondern unterbieten beispielsweise Shimanos C35 CL oder Mavics Cosmic Carbone SLE sowie 40 C.

Um bestmöglichen Komfort samt Pannensicherheit zu erzielen, montierten wir Conti Race Schläuche (20-25C, 60 mm Sclaverand, á 105 g) und Conti GP 4000 S II Faltreifen in 25 mm Breite (je 218 g). Die Montage der Conti-Reifen ging sehr schwer von Hand (besser Reifenheber verwenden) und sie sprangen beim Aufpumpen lautstark in die schmalen Alu-Flanken. Auch die Sclaverand-Ventile steckten ohne Zuhilfenahme von Klebeband bombenfest in den Felgenlöchern - schiefer Einbau oder Klappergeräusche während der Fahrt unmöglich!

Fahr- und Bremsleistung

Steif, steifer, Citec. Mit ihren hohen Seitensteifigkeitswerten katapultieren sich die 6000 CX unter den hochprofilierten Aerolaufrädern weit nach vorne und liegen ungefähr auf dem Niveau der Mavic Cosmic Carbone SLR oder gar der Shimano Dura Ace C50 CL. Das besonders steife Vorderrad begünstigt spontane Kursänderungen und sorgt für ein spritziges, aber präzises Fahrgefühl.

Ihre Seitenwind-Anfälligkeit kann getrost als gering eingestuft werden, dennoch fahren sich moderne Aero-Spezialisten mit radikal breiterer Felgenform spürbar ruhiger. Bei extremen Windböen offenbarte sich in Verbindung mit dem 25 mm breiten Conti-Reifen zudem eine weitere Schwäche des schmalen Citec-Profils, indem das Vorderrad bei hohen Geschwindigkeiten etwas ins Schlingern geriet. Verantwortlich dafür ist wohl das relativ schmale Felgenhorn, das laut eigenen Angaben (ETRTO 622x13c) für 18-25 mm breite Reifen optimiert wurde, während sich der aktuelle Standard in Richtung 23-32 mm entwickelt.

Seit Jänner 2015 werden die Felgen der 6000 CX Clincher im ETRTO Maß 622x14c gefertigt und eignen sich somit vorne und hinten gut für 25er Reifen.

In puncto Bremsleistung sind die Carbonfelgen mit Aluminiumflanken über jeden Zweifel erhaben. Besser können Laufräder einfach nicht bremsen. Hohe Sicherheit in den Bergen und bei Regen garantiert - auch schweren Fahrern.

Aerodynamik

Tests im Windkanal zeigen eindeutig, dass Laufräder mit schmalen V-Profilen den breiten und bauchigen Vertretern in aerodynamischer Sicht unterlegen sind. So besitzen die 6000 CX zwar bei frontaler Anströmung bis hin zu einem Yaw-Winkel* von ca. 5 Grad noch eine gute Aero-Performance, verlieren dann aber mit zunehmendem Winkel maßgeblich an Boden.

In anderen Worten: Die Citec 6000 CX bieten sehr schnellen Fahrern (Sprintern, Rolleuren oder TT-Spezialisten) eine gute Aerodynamik, enttäuschen aber bei langsamerem Durchschnittstempo, wie es im Triathlon oder auf der Langstrecke Fall ist.

* Der Yaw-Winkel ist von der Fahrgeschwindigkeit sowie der Richtung und Stärke des Seitenwinds abhängig. Langsame Fahrer (ca. 30 km/h) erleben hauptsächlich Yaw-Winkel von 7,5–17,5 Grad und maximal rund 35 Grad. Der für Profi-Zeitfahrer (50 km/h) relevante Bereich liegt bei 2,5 bis 10 Grad.

Aus dem Bauch heraus könnte ich den Laufrädern keine schlechte Aerodynamik per se bescheinigen. Es ist allerdings offensichtlich, dass ihr schmales und spitz zulaufendes Aeroprofil nicht zeitgemäß ist und nach einem Upgrade für 25 mm breite Reifen schreit.

Alltagstauglichkeit

Während des gesamten Tests verrichteten die Laufräder ihren Dienst unauffällig und leise im Wind und durften ihre Zähne auf den zahlreichen steilen Abfahrten und der legendären Highspeed-Passage von El Doctoral nach Maspalomas zeigen. Für den hohen Pannenschutz spricht das Ausbleiben von Defekten jeglicher Art während der gesamten Testperiode. Selbst ein "Tal der Tränen"-Downhill brachte weder die Bremsflanken zum Überhitzen noch Reifen oder Schläuche zum Platzen.

Meine Reifenempfehlung für Fahrer mit 75 kg: hinten 25 mm (6,5 Bar) für höheren Komfort und vorne 23 mm (7,5 Bar) wegen der Aerodynamik und zur Verringerung der Seitenwindanfälligkeit. 0,5 Bar mehr verbessern RoWi und Durchschlagschutz; 0,5 Bar weniger erhöhen den Fahrkomfort auf besonders schlechtem Asphalt oder den Grip bei nass-kaltem Wetter.

Fazit

Citec 6000 CX
Modelljahr:2014
Testdauer:1 Monat, 1.600 km
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Seitensteifigkeit
Bremsleistung
Rundlauf
Windanfälligkeit
Gewicht
Aerodynamik
+Allrounder für Training und Wettkampf
+immens hohe Steifigkeit
oaltmodische Decals
-schmale Felgen mit spitzem V-Profil nicht zeitgemäß
BB-Urteil:Absolute Empfehlung für Racer, Sprinter und schwere Fahrer.

Die hohen Drahtreifen-Laufräder sind extrem steif, relativ leicht und bremsen sehr gut. In Kombination mit 23er Reifen besonders fahrstabil mit geringer Seitenwindanfälligkeit. Ab dem Modelljahr 2015 laufen die Citec 6000 CX mit einem breiteren Felgenhorn vom Band (622x14c) - gut für die Montage von 25er Reifen.

Mit ihrem spitz zulaufenden Felgenprofil hinken sie allerdings in puncto Aerodynamik den modernen, dickbauchigen Vollcarbon-Vertretern zwangsläufig hinterher.

Abgesehen von der etwas antiquierten Felgenform handelt es sich um ausgewogene Laufräder für Training und Wettkampf mit den bekannt langlebigen Citec-Naben und Messerspeichen.

A special thanks goes to


Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
    Admin Avatar von NoPain
    User seit
    Aug 2001
    Ort
    Schönberg am Kamp
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    9.353

    Citec 6000 CX Clincher

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  2. #2
    a proud pascullisti :-) Avatar von witti
    User seit
    Apr 2002
    Ort
    Krems/Donau
    Beiträge
    2.147
    Freigegeben bis 100 kg Fahrergewicht.

    Endlich mal was für mich :-)

    lg
    Thomas
    @ home in gravelhalla

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von rowiesinger
    User seit
    Nov 2014
    Ort
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    10
    Bin mit ca. 85kg auch kein Leichtgewicht, sowie ein Hobbyfahrer. Hab diesen LRS und kann dem Bericht nur zustimmen.
    Sind erschwinglich, mal eine Abwechslung zu den vielen Mavics Cosmic Carbone SLE ( in unserer Umgebung) und irgendwie machen die hohen Felgen doch auch schnellleerrrrrrr…..

    Greetings wiesi

  4. #4
    Admin Avatar von NoPain
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    Schönberg am Kamp
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    9.353
    Citec-Gewölbe-Felgenprofil: von Dr. Moritz Friebel
    Eine der Hauptprobleme bei der Konstruktion von leichten und stabilen Laufrädern ist die Gestaltung der Speichen-Felge-Verbindung. Aluminiumfelgen werden als sogenanntes Strangpressprofil hergestellt, d.h. erhitztes formbares Aluminium wird durch eine Form gepresst und es ergibt sich ein langer Strang mit einem über die ganze Länge konstanten Profil. Nach dem Rundbiegen erhält man eine Felge, die für sich genommen, mit ziemlich dünnen Wandstärken auskäme, wären da nicht die Verbindungspunkte mit den Speichen. Hier müssen punktuell sehr große Kräfte übertragen werden.

    Und zwar in doppelter Weise: Zum einen zieht die Speiche erheblich an der Innenseite der Felge schon durch ihre Vorspannung (bis 150 kg), zum anderen kommt es, z.B. beim Fahren über eine Kante durch die elastische Einbeulung der Felge zu einer erheblichen Zugspannung ebenfalls auf der Innenseite des Profils, auf der Aussenseite, also in Reifennähe kommt es dagegen zu Druckkräften, irgendwo dazwischen liegt die sogenannte neutrale Faser, wo praktisch keine Spannungen entstehen. Und genau dort, wo sich diese beiden Kräfte überlagern und ein Maximum bilden, da wird ausgerechnet noch ein Loch hineingebohrt, also Material entfernt, damit von innen ein Nippel verschraubt werden kann.

    Diese Schwierigkeiten werden überproportional größer, je weniger Speichen ein Laufrad hat. Um im Betrieb ein Aufreissen dieser Bohrungen und ein Ausreissen der Speichen aus der Felge zu vermeiden, muß der Felgenboden an diesen Stellen sehr massiv sein. Da aber durch das Fertigungsverfahren des Strangpressens im Umfang immer die gleichen Wandstärken sind, muss man die Bodendicke, die man nur an wenigen Stellen braucht, sozusagen als unerwünschten Ballast an den wenig belasteten Bereichen zwischen den Speichen mitschleppen. Nun kann man versuchen, das Problem zu lösen mit Unterlegscheiben unter den Nippeln. Unterlegscheiben können sich immer etwas bewegen unter Last und etwas verrutschen, was sofort einen Achter zur Folge hat. Es entstehen zwischen Felge und Unterlegscheibe Relativbewegungen, die zu Materialabrieb und damit zu Geräuschen und Verschlechterung des Rundlaufs führen können. Ähnlich sieht es mit den antiquierten Ösen als Verstärkung aus, bei denen man nie weiß, wo genau Sie sich abstützen und welche Kräfte sie aufnehmen und die besonders nervende Geräusche verursachen können. Sozusagen rein handwerklich und wenig originell ist der Versuch, die Wandstärke zwischen den Speichen auf der Aussenseite der Felge mit fast 2 Meter Umfang durch abfräsen zu verringern. Eine gestufte Aussenfläche hat zudem durch Wirbelbildung schlechte aerodynamische Eigenschaften.
    Das patentierte Citec-Gewölbeprofil kommt ganz ohne Wandstärkenerhöhung im Bereich des Felgenbodens aus. Wie das möglich ist, wird in der nächsten Folge verraten.
    Quelle: https://www.facebook.com/citec.de