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Lesotho Sky

Lesotho Sky

19.11.18 07:21 6.196Text: Axel StraussFotos: Wayne Reiche, Axel StraussDem Himmel ziemlich nahe und einem MTB-Paradies auf der Spur. So fühlen sich die Teilnehmer des Mountainbike-Etappenrennens im afrikanischen Königreich Lesotho. Axel Strauss berichtet ...19.11.18 07:21 6.211

Lesotho Sky

19.11.18 07:21 6.2111 Kommentare Axel Strauss Wayne Reiche, Axel StraussDem Himmel ziemlich nahe und einem MTB-Paradies auf der Spur. So fühlen sich die Teilnehmer des Mountainbike-Etappenrennens im afrikanischen Königreich Lesotho. Axel Strauss berichtet ...19.11.18 07:21 6.211

Lesotho ist eine Enklave in der Republik Südafrika. Die Höhenlage des Königreichs ist eine einmalige geografische Gegebenheit: Sein gesamtes Staatsgebiet befindet sich - das ist weltweit einzigartig - über 1.000 Meter Seehöhe, wobei etwa 80% der Fläche sogar über 1.800 Metern liegen. Auf 30.000 Quadratkilometern, das entspricht etwa der Größe Belgiens, leben nur gut zwei Millionen Menschen. Ausserhalb der Hauptstadt Maseru dominieren das dörfliche Leben und die Landwirtschaft. Die Landschaft prägen Tafelberge und Canyons, und vom 6.000 Kilometer umfassenden Straßennetz sind gerade einmal 1.000 asphaltiert.

Ein Ort für Entdecker und Abenteurer; ein Ort, an dem man sich mit dem Bike verirren kann. Aber auch für diejenigen, die nur eine Woche Zeit haben, verknüpft das Lesotho Sky einige der besten Strecken und gemütlichsten Quartiere zu einem einzigartigen Etappenrennen.
Lesotho liegt zwar nicht gerade ums Eck. Aber ohne Zeitverschiebung lässt sich die lange Anreise gut überstehen. Fernab von Massen-Bike-Events tauchen die Teilnehmer des Lesotho Sky für sechs Tage in die exotische Bergwelt des Königreichs ein und entdecken eine längst vergessene Welt.

  • Axel Strauss,Axel Strauss,Axel Strauss,
    Axel Strauss,
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  • der Autor dieser Story, mit Lesotho Hutder Autor dieser Story, mit Lesotho Hutder Autor dieser Story, mit Lesotho Hut
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  • ... und verschiedenen Fanclubs.... und verschiedenen Fanclubs.... und verschiedenen Fanclubs.
    ... und verschiedenen Fanclubs.
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Die Fakten

Das Lesotho Sky wurde von Christian Schmidt und Darol Howes gegründet. Christian kommt aus Deutschland, hat aber seine Kindheit in Lesotho verbracht und wusste daher schon immer, welches enorme Potenzial fürs Mountainbiken dort schlummert.
Die erste Ausgabe 2011 versammelte 22 Starter. Mit ihrem Enthusiasmus und Engagement hat das Veranstalter-Duo das Rennen von einer Kumpelidee bis zum UCI Status gebracht. Seit 2013 ist es ein Bewerb der UCI S1 Kategorie und Profis haben die Möglichkeit, Weltranglistenpunkte zu sammeln. Einheimischen Talenten bietet es die einmalige Gelegenheit, sich mit internationalen Fahrern zu messen.

Den MTB Sport in Lesotho zu fördern und Kindern und Jugendlichen beizubringen, war schon immer ein Ziel der Veranstalter. So werden beispielsweise Container mit Schrott aus Amerika importiert, aus dem vor Ort Fahrräder gebaut werden. In der Universitätsstadt Roma, dem Hauptstützpunkt vom Lesotho Sky Team, gibt es eine BMX Bahn vom Feinsten. Regelmässig werden Kinderrennen und Wettkämpfe für die Einheimischen organisiert.

  • Am Pumptrack des Lesotho Sky TeamsAm Pumptrack des Lesotho Sky TeamsAm Pumptrack des Lesotho Sky Teams
    Am Pumptrack des Lesotho Sky Teams
    Am Pumptrack des Lesotho Sky Teams
  • nahe Roma geht's regelmäßig rund.nahe Roma geht's regelmäßig rund.nahe Roma geht's regelmäßig rund.
    nahe Roma geht's regelmäßig rund.
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  • Auch eine eigene Unterkunft, dieAuch eine eigene Unterkunft, dieAuch eine eigene Unterkunft, die
    Auch eine eigene Unterkunft, die
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  • Roma Trading Post Lodge, unterhaltenRoma Trading Post Lodge, unterhaltenRoma Trading Post Lodge, unterhalten
    Roma Trading Post Lodge, unterhalten
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  • die Veranstalter.die Veranstalter.die Veranstalter.
    die Veranstalter.
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Bei der heurigen Ausgabe des Lesotho Sky wurde erstmals auf eine Beschilderung der Strecke verzichtet, jeder Teilnehmer musste ein GPS Gerät am Rad haben und nach dessen Vorgaben fahren. Weltweit ist dies das einzige UCI Rennen mit GPS Navigation.
Die Streckenführung ändert sich von Jahr zu Jahr. Binnen sechs Tagen fährt man zwischen 350 und 400 Kilometer und klettert dabei 9.000 bis 10.000 Höhenmeter. Die nackten Zahlen lesen sich nicht sonderlich fordernd, doch Achtung: Die Trails sind naturbelassen, rau und wild. Renndirektor Darol hat zudem keine Scheu, die Grenzen dessen, was bei Marathonrennen als akzeptabel angesehen wird, zu verschieben.
So waren 2018 Abfahrten zu meistern, die auch einem harten Enduro-Event würdig gewesen wären. Auch Tragestücke bergauf gehören zum Portfolio. Die Höhenlage und das herausfordernde Terrain drosseln die Geschwindigkeit zusätzlich. Der Vorteil: So bleibt auch Zeit, die Landschaft und die urtümlichen Dörfer entlang der Strecke zu bestaunen.

Es gibt unzählige enge Trampelpfade, welche seit Jahrhunderten die abgelegenen Dörfer verbinden. Die einheimische Bevölkerung, die Basothen, nutzen traditionell Pferde und Esel zur Fortbewegung und zum Warentransport. Immer wieder verlaufen Wege parallel zueinander. Die GPS Navigation bietet bei vorausschauender Fahrweise die Möglichkeit, die Ideallinie selbst zu finden. Hin und wieder mahnt das Gerät dann aber auch mit lautem Piepsen zur Korrektur.
Freeride fast wie auf einem Tiefschneehang. Dazu die Begeisterung der Menschen und die Freundlichkeit, der Touristen hier überall begegnen. Es versteht sich von selbst, dass Amateure und Profis abends am Lagerfeuer sitzen und sich über ihre Erlebnisse austauschen. Nur wenige weitere Events können mit solch einer Atmosphäre aufwarten.
Normalerweise pflege ich zu sagen, dass ein Etappenrennen der einzige Urlaub ist, über dessen Ende man froh ist. Beim Lesotho Sky beschlich mich dieses Gefühl nicht; von mir aus hätte es noch eine Woche oder zwei weiter gehen können. Ein Empfinden, das sich schwer in Worte fassen lässt. Wahrscheinlich muss man es einfach selbst erleben, um es zu verstehen.

Das Rennen 2018

Etappe 1: Roma 61 km/1.500 Hm
Keine Gelegenheit, sich locker einzufahren!


Nach dem ersten Tag ist klar, dass keine einfache Woche bevorsteht. Die Etappe bietet alles, was Biken in Lesotho ausmacht. Es ist ein Mix aus flowigen Erdtrails und losem, felsigem Untergrund. Hinter jeder Ecke kann eine Überraschung warten.
Als Höhepunkt durchqueren wir eine Felswand, die auf den ersten Blick keine Weiterfahrt erahnen lässt. Doch ein schmaler Slickrocktrail führt über Stufen und Serpentinen hinab zum Talboden. Anfangs vertraue ich darauf, dass die einheimischen Teams die Strecke kennen und folge ihnen. Meine Theorie bewahrheitet sich nicht und ich muss öfter die Führung übernehmen. Beim ständigen Blick aufs GPS nicht den großen Stein vorm Vorderrad zu übersehen, erfordert auch etwas Gewöhnung.

Etappe 2: Roma nach Malealea 85 km/2.100 Hm
Darol macht sich unbeliebt!


Eine lange und anstrengende Etappe durch unberührte Natur und entlegene Basotho Dörfer. Nach einigen zügig zu fahrenden Kilometern zu Beginn und der ersten langen Kletterei führt die Strecke durch einen Canyon, wo die Luft steht und die Sonne unbarmherzig herunterbrennt. Gespickt mit technisch schwierigem Auf und Ab und einem handtuchbreiten Trail, der immer wieder einen Bach quert, vergehen ab hier die Kilometer bis zum Ziel quälend langsam.

Etappe 3: Malealea 37 km/750 Hm
Christian als Joga Guru!


Trotz der Kürze ist die Etappe nicht zu unterschätzen. Grobe Abfahrten und steile Rampen wechseln sich ab. Fast die gesamte Strecke führt über sehr anspruchsvolle Singletrails. Am Nachmittag gibt Christian für uns alle eine Joga-Stunde im Garten der komfortablen Malealealodge vor beeindruckender Bergkulisse.

  • Suchbild: Wer macht beim Yoga sein eigenes Ding?Suchbild: Wer macht beim Yoga sein eigenes Ding?Suchbild: Wer macht beim Yoga sein eigenes Ding?
    Suchbild: Wer macht beim Yoga sein eigenes Ding?
    Suchbild: Wer macht beim Yoga sein eigenes Ding?

Etappe 4: Malealea Monster 54 km/1.800 Hm
Meisterhaft runter, monsterhaft rauf!


Die Etappe beginnt mit einer rasanten, sechs Kilometer langen Abfahrt zum Talboden, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Danach der erste lange Anstieg. Als Lohn für die Kletterei folgen grandiose Aussicht und ein schier endloser Singletrail, der überraschend flüssig zu fahren ist. Im unteren Teil ändert sich das abrupt und wir holpern über einen verblockten Serpentinenweg.
Jetzt folgt der 17 km Monster-Climb, von dem die Etappe ihren Namen hat. Trotz der Steilheit lässt sich ein guter Rhythmus finden, da der Boden ausnahmsweise nicht lose und felsig ist. Vom Ende des Anstiegs auf über 2.000 Metern Höhe fordert nochmals ein schwieriger Singletrail höchste Konzentration bis zum Ziel in der Lodge.

Etappe 5: Malealea nach Roma 86 km/2.200 Hm
Das Höhenmeter-Maximum


Tag 5 beinhaltet alles, was ein richtiger Marathon braucht – unter anderem Schotterstraßen, die sich ewig entlang der Berghänge ziehen und ordentlich Höhenmeter machen. Die finalen 20 Kilometer haben es dann in sich. Wer, wie ich, sein Pulver im Gegenwind verschossen hat, muss büßen. Viele kurze, aber steile Rampen auf losem Geröll fordern meine letzten Kräfte.

Etappe 6: Roma Sandsteinrunde 38 km/1.000 Hm
Das große Finale!


Die letzte Etappe, also nichts riskieren, lautet meine Devise. Sie führt uns entlang der Sandstein- Klippen, die die Universitätsstadt Roma halbkreisförmig umgeben. Das Finale beinhaltet einige der steilsten Anstiege und brutalsten Abfahrten der gesamten Woche. Trotz aller Vorsicht übersehe ich sechs Kilometer vor dem Ziel eine Querrille. Der Bunnyhop im letzten Moment geht sich nicht ganz aus und ich lande mit dem Hinterrad auf der Kante. Eine beleidigte Felge und ein Sickerpatschen erfordern mehrmaliges Nachpumpen bis ins Ziel.

Tipps und Infos

  • Für die Anreise lohnt sich ein Vergleich der Fluglinien, die sich nicht nur im Preis, sondern auch bei den Bestimmungen fürs Freigepäck unterscheiden.
  • Wer sich die fünfstündige monotone Autofahrt von Johannesburg nach Maseru ersparen möchte, sollte weiter nach Maseru fliegen.
  • Trotz durchschnittlich 300 Sonnentagen pro Jahr muss man auf Wetterkapriolen gefasst sein. Warme und auch Regenkleidung gehören ins Gepäck.
  • Ich empfehle ein Fully mit robusten Komponenten. Der Komfort, auf Rüttelpisten sitzend treten zu können ist wichtiger als das Gewicht des Bikes. Auch eine absenkbare Sattelstütze erscheint mir sinnvoll. Vor allem bei der Bereifung ist auf Pannensicherheit zu achten.
Lesotho Sky 2019 von 23. - 28. September
Kategorien
  • Solo (Frauen/Männer)
  • Zweierteams (Frauen/Männer/Mixed)
  • UCI Zweierteams (Frauen/Männer)
Nenngebühr
Ab R 13.000 (rund € 800) pro Person (Solo-Kategorie) bzw. R 22.000 (rund € 1.350) pro Team, abhängig vom Zeitpunkt der Einschreibung und der gewählten Unterbringungsart.

Website
www.lesothosky.com

  • Das Podium der Elite Herren Zweierteams.Das Podium der Elite Herren Zweierteams.
    Das Podium der Elite Herren Zweierteams.
    Das Podium der Elite Herren Zweierteams.
  • Siegreich: Andrew Hill und Reinhard Zellhuber.Siegreich: Andrew Hill und Reinhard Zellhuber.
    Siegreich: Andrew Hill und Reinhard Zellhuber.
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  • Das OK-Team, stets freundlich und auf Zack.Das OK-Team, stets freundlich und auf Zack.
    Das OK-Team, stets freundlich und auf Zack.
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