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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Individuell bedruckte Funktionsbekleidung mit eigenem Design liegt bei Hobby- und Amateurradsportlern nach wie vor hoch im Kurs. Als Erfinder des dazu gebräuchlichstem Herstellungsverfahrens, dem Sublimationsdruck, gilt der führende italienische Radsportbekleidungshersteller Castelli. Wir besuchten die Manifattura Valcismon SpA, Zentrale der beiden Marken Castelli und Sportful, in der nordostitalienischen Gemeinde Fonzaso in Venetien und warfen einen Blick hinter die Kulissen. Zeichnete die Manifattura vor 25 Jahren noch für die Hauptproduktion aller Waren von Sportful und Castelli verantwortlich, werden heute in Fonzaso nur mehr Prototypen, kleinere Custom Team Bestellungen sowie die Profibekleidung der Sponsorteams gefertigt. Rund 90% der Produktion ihrer Kollektion und Custom Team Bekleidung wird von Castelli an eigene Fabriken in Europa outgesourced. Gegenwärtig ist die Mehrzahl der über 120 Mitarbeiter in Fonzaso mit Research & Development, Design, Marketing, Verkauf und der zentralen Lagerhaltung exklusiver Textilien beschäftigt.
Castelli besitzt eine lange Tradition, die bereits 1876 mit der Maßschneiderei von Vittore Gianni begann, welche Sporttrikots für Vereine wie den AC Mailand oder Juventus Turin produzierte. Als der 1948 geborene Maurizio Castelli dazu stieß, wollte dieser allerdings seine eigene Geschichte schreiben. Heute blickt das Unternehmen auf eine langjährige Erfolgsgeschichte in der Entwicklung und Herstellung innovativer Radbekleidung in den Bereichen Radrennsport, Mountainbike und Triathlon zurück.
* 2010 Gemeinsam mit dem Cervelo-Testteam wird das auf Nano-Technologie basierende Gabba WS Trikot entwickelt. Das erste All-Weather-Aero-Trikot für kalte und nasse Bedingungen.
"I would never have been able to revolutionize cycling clothing if I hadn't raced. It's the only way to gain a true understanding of what's involved.”
Vor der Anschaffung großer Mengen neuer Materialien werden im Werk produzierte Prototypen von den Angestellten im Zuge der täglich stattfindenden Lunch-Rides und an den Wochenenden unter vielfältigen Bedingungen getestet. In einer zweiten R&D-Welle erhalten die Profis, Ex-Profis (allen voran David Millar, ein guter Freund des Hauses) und Ambassadoren Testmuster mitsamt Fragebögen. Erst nach der Auswertung aller Testeindrücke und entsprechender Adaptierung geht die Bekleidung in Produktion.
Ebenso "Made in Fonzaso" ist der High-Tech-Sitzpolster Progetto X2 Air, der sich aus drei verschiedenen Materialien (zähviskose Komfort-Einlagen, nahtlos integrierte Polsterlage, Skin Care-Decklage) drei spezialisierter europäischer Hersteller zusammensetzt. Der finale Sitzpolster wird letzten Endes im Werk von Castelli produziert, eingelagert und von dort an die europäischen Tochterfabriken verteilt.
Hochwertigste, individuelle Radbekleidung in den eigenen Teamfarben sind Hobby- oder Amateurrennfahrern mindestens so wichtig wie ihr Fahrrad. Ähnlich komplex verhält es sich auch bei deren Anschaffung. Fällt die Wahl über kurz oder lang auf den geeigneten Produzenten, stellt sich danach gleich die nächste Herausforderung: Auswahl der Bekleidungsteile und des Cuts, Entwurf vom Design, Farbcodes, Stückzahlen.Musste man sich früher nur zwischen legerem Club- oder knackigerem Racing-Schnitt entscheiden, setzte die Industrie mit den Begriffen "Elite" oder gar "Aero Cut" noch einen drauf: aerodynamischer, formbeständiger, leichter, atmungsaktiver, komfortabler und kühlender lauten die Attribute, von Profis für Profis entwickelt, und - seien wir uns ehrlich - wären wir nicht alle gerne mal Profi?
Auch wir vom FORMAT RC (stressed, depressed, but well dressed) wollten "Profi spielen", ließen uns aber glücklicherweise von Castelli vorab die Custom-Team-Musterteile in unseren Wunschgrößen schicken. Nach erster Anprobe, durchwachsener Ernüchterung und interner Beratung wurde aus dem "Aero Race 5.0 Jersey" schnell wieder das "Team Jersey", und auch beim SpeedSuit gaben wir uns mit der Version 2.0 aus dem Vorjahr zufrieden. Als größter Unsicherheitsfaktor blieb die Auswahl des Farbtones "Chartreuse Traditional". Nicht Neon, nicht Lime, nicht Rotz... einfach nur Chartreuse sollte er sein. In keiner Pantone-Tabelle zu finden, fabulös behaftet wie das berüchtigte Ferrari-Rot und geheim wie das Rezept von Coca Cola. Erst ein Farbproof der drei naheliegendsten Pantone-Codes auf dem nackten Castelli-Textil konnte das Rätsel lösen... and the number of the beast is: 396C.
Die fertigen Logos, Pattern, Entwürfe und Pantone-Codes im Gepäck, sendeten wir den gesamten Schwung an Castellis Custom-Team-Abteilung. Fünf eMails, diverse kleinere Änderungen und eine FINALE FREIGABE später war der Ball voll und ganz bei den Italienern. Als wir drei Tage danach unsere FINALE FREIGABE widerriefen, den "finalen" Pantonecode erneut definierten und mit dem Schlimmsten rechneten... erhielten wir folgende Antwort:
Möchtest du uns testen? :-) Ich denke, dass sie das noch hinkriegen werden.
Und sie bekamen es hin...
Produktentwicklung beginnt bei der initialen Idee und reicht über Planung, Konzept, Entwurf und Ausarbeitung bis hin zur Markteinführung des Produkts. So werden Visionen der Designer, Stilisten und Produktmanager konkretisiert und vom "Pattern Engineering" erfasst und optimiert.
Deren Aufgaben umfassen das Zusammenstellen von Kollektionen, die Ausarbeitung von Schnittmustern, Größen, Farben, Längenbestimmung der Reißverschlüsse und vieles mehr - für jede Art der Bekleidung beider Marken.
Rund drei Viertel der Kundenaufträge werden mit konkreter Vorstellung samt Vektorgrafik erteilt. Alternativ baut Castelli auch Kundenlogos nach oder übernimmt die komplette Designerstellung. Bei komplizierten und zeitaufwändigen Arbeiten fallen Zusatzkosten an.
Gearbeitet wird im Adobe Illustrator, wo die Designs direkt auf der Schnittvorlage abgebildet und optimiert werden. Beispielsweise muss das Design immer vollständig in das Schnittmuster der kleinsten Bekleidungsgröße hineinpassen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Rand bieten.In farblicher Sicht sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, denn der Kunde kann jeden einzelnen Farbton aus der kompletten Pantone-Code-Farbpalette wählen. Erfolgt der Druck auf unterschiedlichen Stoffen, werden die Farbtöne von Castelli eigenständig adaptiert, damit sie auf allen Artikeln gleich aussehen. Gegen geringen Aufpreis besteht zudem die Möglichkeit eines gedruckten Farbproofs am Wunschstoff.Per speziellem Software-Plugin wird für jeden Bekleidungsartikel eine 3D-Ansicht erstellt und an den Kunden per eMail übermittelt. So kann sich dieser ein realistisches Bild vom Endprodukt machen und die Platzierung der Logos sowie die Übergänge an den Nähten kontrollieren. In naher Zukunft soll sogar eine interaktive 3D-Ansicht inklusive 360 Grad Drehung und Zoom zur Verfügung stehen.
Nach etwaigen Änderungen, der Kundenfreigabe und einer finalen Kontrolle in der Grafikabteilung geht das fertige Layout weiter an die Druckabteilung.
In einem Zwischenschritt werden nun die Stoffmuster der einzelnen Bekleidungsstücke aus dem Textilmaterial geschnitten, mit den anderen benötigten Materialien zusammengepackt und nach Größe sortiert.
So ist gewährleistet, dass die Abmessungen der Stoffschnitte mit den Reißverschlüssen und Sitzpolstern zusammenpassen, was die weitere Bearbeitung in der Näherei vereinfacht und Fehler verhindert.
Die Bedruckung nahezu aller Custom-Team-Artikel erfolgt per Sublimationstransfer, bei dem Grafiken mittels Hitze und Druck auf polyesterbeschichtete Materialien übertragen werden. Während des Sublimationsvorgangs dringt die Tinte in die Polyesterschicht ein und macht den Druck dadurch haltbar und farbbrillant. Die Oberflächen der bedruckbaren Materialien bleiben jedoch völlig unverändert, man spürt keinen Farbauftrag, und das Gewebe der Textilien bleibt offen und atmungsaktiv.
Insgesamt hat Castelli 20 Plotter zum "Kalt-Druck" der wasserbasierenden Sublimationstinte auf das spezielle Heat-Transfer-Papier im Einsatz. Einige Drucker werden dezitiert nur für Neon- und Schmuckfarben verwendet.
Im eigentlichen Sublimationsverfahren wird das Druckpapier auf die Stoffmuster aufgelegt und kommt für 40 Sekunden bei 205 Grad in die vorgewärmte Flach-Transferpresse. Zuvor muss allerdings die Position der einzelnen Schnittmuster akribisch markiert werden, damit das Druckpapier stets "blind" in korrekter Position aufgelegt werden kann.
Nach kurzer Auskühlzeit können die Stoffe vom Papier abgezogen werden und gehen mit den anderen Materialen und Schnittplänen weiter zur Näherei.
Mit klassischen Industrienähmaschinen werden Stoffteile, Labels, Taschen und gegebenenfalls Sitzpolster zusammengenäht. Danach folgen die Bündchen, Saum und der Reißverschluss. Besonders bei den Übergängen von Designs oder Schriften an den Nahtstellen ist höchste Genauigkeit gefragt. Auch das Einnähen des Reißverschluss ist eine Wissenschaft für sich.Durchschnittlich 15 Minuten dauert das Nähen eines kompletten Trikots oder einer Trägerhose. Die Produktion eines Speedsuits beansprucht deutlich mehr Zeit.
Nach der Produktion werden die Textilien dampfgebügelt, stichprobenmäßig kontrolliert, verpackt, beschriftet und nach Modell und Größe sortiert. Lieferscheine, Zoll-/Transportdokumente und die Rechnung komplettieren die Kundenbestellung. Ready to go!
Castellis patentierter Speedsuit vereint die aerodynamischen Vorteile eines Einteilers mit der Funktionalität von Profi-Trikots und guter Alltagstauglichkeit. Bereits 2011 sorgte die Version 1.0 mit dem Paris-Roubaix-Sieg von Johan Vansummeren für Furore, ehe 2013 der Sanremo Speedsuit 2.0 (siehe Foto rechts) in Kollektions- und Custom-Team-Varianten präsentiert wurde. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Kombination aus einer "Body Paint" Hose mit Progetto X² Air Sitzpolster für maximalen Komfort und dem "Aero Race 4.0" Jersey.Das Besondere an dem Anzug ist sein durchgehender Reißverschluss, der wie bei einem Trikot - trotz fehlender Hosenträger - vollständig geöffnet werden kann. An den Arm- und Beinabschlüssen sitzt der Anzug aufgrund seiner Bodypaint-Einsätze perfekt. Aber auch in den anderen Bereich kommen modernste Materialien zum Einsatz, um Verrutschen zu verhindern und bestmögliche Passform zu gewährleisten. Der Rücken ist netzartig, die Achselzone gerippt, Hose und Bauch bestehen aus Lycra. Die eng anliegenden Rückentaschen mit begrenzt dehnbarem Einsatz bieten ausreichend Stauraum und halten den Inhalt fest am Platz.Castelli verspricht 15 Watt Ersparnis bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h im Vergleich zum hauseigenen Team Jersey. Beim zwischenzeitlich vorgestellten Sanremo Speedsuit 3.0 (Aero Race Jersey 5.0 + Body Paint Bib) ist gar von 24 Watt die Rede. Allerdings fällt der Elite-Schnitt des 5.0er-Jerseys dermaßen extrem und eng aus, dass vermutlich nur echte Racer darin eine gute Figur machen.
Sanremo Speed Suit 2.0 Kurzarm € 207,60 | Größe: XXS-3XL (Custom Team mind. 10 Stk)Sanremo Speed Suit 3.0 Kurzarm € 249,95 | Größe: XXS-3XL (Kollektion)Body Paint Speed Suit 3.0 Langarm: € 219,95 | Größe: XXS-3XL (Kollektion)
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