Passwort vergessen?
Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Nach dem Backroad Plus mit Carbonrahmen elektrifiziert Rose nun auch das günstigere Aluminium-Gravelbike Backroad AL und erweitert seine E-Bike-Reihe damit um eine neue Plattform. Zwar trägt das neue Backroad AL Plus die DNA des beliebten Allrounders, beispielsweise die entspannte Rahmengeometrie, viele Anschraubpunkte und modernes Design, integriert jedoch erstmals ein Mahle X35 Antriebssystem formschön in den Rahmen.Das Backroad AL Plus gibt es ab sofort als Apex XPLR 1x12- und GRX RX810 1x11-Variante ab einem Preis von 3.399 €. Das Bike ist jeweils in den zwei Farben „sandy taco“ und „seafoam green“ sowie in den Größen XS bis XL erhältlich.Wir von Bikeboard erhielten schon Wochen vor dem Launch ein Backroad AL Plus mit Shimanos GRX 1x11 für einen ausgiebigen Test.
Erlebe deinen Alltag jeden Tag neu.
E-Gravelbikes sind längst kein vorübergehender Trend mehr. Sie sind alltagstauglich und eignen sich für Einkäufe oder das Pendeln zur Arbeit, ermöglichen ihren Besitzern, die eigenen Touren zu verlängern, ihre Umgebung neu- oder wiederzuentdecken und bieten darüber hinaus Möglichkeiten für Offroad-Abenteuer und Bikepacking-Touren.Roses neues Backroad AL Plus E-Gravelbike ist aber nicht nur eine günstige Alternative zum teureren Carbon-E-Gravel, sondern überzeugt mit seiner vergleichsweise spritzigeren Geometrie sowie dem äußerst subtil arbeitenden X35 Mahle Motor. Die Kombination aus Extrapower und bewährtem Aluminiumrahmen richtet sich also nicht nur an Einsteiger oder Sparefrohs, sondern bietet auch richtigen Bikern einen motorunterstützte Alternative zur Erreichung ihrer individuellen Ziele - echtes Gravelfeeling inklusive.
Dare to explore every day. Electrified.
Ausgereifter und kompakter Hinterrad-Nabenmotor mit max. 40 Nm Drehmoment und 250 Wh Akku. Mit nur 3,5 kg Systemgewicht zählt der auch als "E-Bikemotion" bezeichnete Antrieb (denn der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hatte das Startup "Ebikemotion" aus dem spanischen Palencia im Oktober 2018 übernommen) nach wie vor zu den leichtesten E-Rennrad-Antrieben am Markt.Im Vergleich zu seinem X20 Nachfolger, welcher obendrein mit Beschleunigungs-, Geschwindigkeits-, Drehmoment-, Temperatur- und Trittfrequenzsensoren vollgepackt ist, verfügt der X35 zwar über etwas weniger Leistung und ein nicht ganz so "natürliches" Fahrgefühl, eignet sich aber trotzdem - dank seiner harmonisch abgestimmten Unterstützung - optimal für E-Rennräder und E-Gravelbikes bzw. zum Pendeln, Graveln oder Bikepacking. Wer mehr Reichweite braucht, kann via Range Extender (208 Wh) die Gesamtkapazität auf insgesamt 458 Wh bzw. die Unterstützungsdistanz von theoretisch möglichen 100 auf 170 Kilometer erhöhen. Dazu wird die optional erhältliche Batterie in Form einer Trinkflasche im proprietären Flaschenhalter eingesetzt und an der Ladebuchse angesteckt. Der Range Extender fungiert allerdings nicht als zweite, in Serie geschaltete Batterie, sondern eher wie eine Powerbank und lädt den Hauptakku permanent nach. Man sollte also frühzeitig ans Anschließen denken und nicht erst die Hauptbatterie vollständig leer fahren.
Nahezu unsichtbar integriert, sieht man auch dem Backroad AL Plus den X35 E-Antrieb nicht an. Weder eine hässliche Bedieneinheit am Lenker noch ein überdimensioniertes Display über dem Vorbau brandmarken das Rose als Pedelec. Stattdessen fungiert ein kleiner, ins Oberrohr eingelassener Knopf als smarte Kommandozentrale, dient als Ein-/Ausschalter und steuert die Unterstützungsmodi.Der iWoc One Button ermöglicht dir, zwischen 3 verschiedenen Unterstützungsstufen zu wählen, um deine Power zu dosieren. Ein den Knopf umgebender LED-Ring zeigt farblich sowohl die gewählte Unterstützungsstufe (Rot = hoch, Orange = mittel, Grün = gering, Weiß = keinerlei Unterstützung) als auch den ungefähren Akku-Ladezustand an.
Mit der "Mahle MySmartBike App" lassen sich die Stufen (Motorkennfelder) noch feiner individualisieren und an den persönlichen Fahrstil anpassen. Außerdem bietet die Smartphone App einen deutlich größeren Informationsgehalt: Neben klassischen Metriken wie Geschwindigkeit, Distanz, Herzfrequenz und Fahrtzeit informiert sie über Batteriestatus, Reichweite und Co., erlaubt das Umschalten der Unterstützungsmodi, die Aufzeichnung der Fahrten inkl. GPS Navigation und besitzt eine Schnittstelle zu Strava.
Auch ist der Mahle X35 Antrieb mit Garmin Radcomputern kompatibel. Er lässt sich im Handumdrehen als "E-Bike-Sensor" koppeln und zeigt wichtige Informationen wie Akkustand, Unterstützungsstufe und Reichweite grafisch oder in Form von Datenfelder an. Super!
Der Antrieb verfügt über keine Drehmoment- und Trittfrequenzsensoren zur Erfassung der Fahrerleistung (Drehmoment*Kadenz); stattdessen befindet sich in der Hinterradnabe ein peripherer Beschleunigungssensor (Peripheral Acceleration Sensor), der die aktuelle Drehzahl der Kassette erfasst. Entsprechend wird die Leistungsentfaltung nicht wie anderswo über den Pedaldruck, sondern einzig und allein auf Knopfdruck (Assistenzmodus) gesteuert.Dreht sich die Kassette bzw. die Tretkurbel, egal wie schnell, gibt der Motor die volle Leistung der gewählten Unterstützungsstufe frei. Somit wird man auf Wunsch auch ganz gemächlich und praktisch ohne Kraftaufwand vorwärts geschoben, kann sich aber im Umkehrschluss auch richtig verausgaben und bekommt bis zur magischen 25 km/h Grenze die vollen eingestellten Watt des X35 obendrauf.
Um das Mahle X35 Antriebssystem optimal zu nutzen, empfehlen wir, das zum eigenen Fahrstil passende Profil (Motorkennfeld mit jeweils drei Stufen der zuschaltbaren Motorleistung) auszuwählen oder nach eigenen Vorlieben frei zu konfigurieren. In der MySmartBike App steht euch neben den drei vorkonfigurierten Modi ECO, URBAN und SPORT auch ein vollkommen frei einstellbarer CUSTOM Modus zur Verfügung.
Das Backroad AL Plus sieht trotz Alurahmen plus Motor recht schnittig und aufgeräumt aus und ist in puncto Komfortgeometrie dem klassischen Bio-Backroad durchaus ebenbürtig - sowohl die reinen Abmessungen betreffend (denn Radstand, Stack und Reach sind in der vergleichbaren Größe relativ ähnlich) als auch mit seinen eher mäßigen Dämpfungseigenschaften. Der Alurahmen, der Alulenker, das relativ dünne Lenkerband und die ultrastabile Carbongabel bieten bei beiden Varianten aufgrund ihrer immensen Steifigkeit in der Tat nur wenig Komfort. Abhilfe schaffen ein Lenkerband mit mehr Dämpfung und das Umrüsten der Räder auf Tubeless.Abgesehen vom Rüttel-Schüttel-Faktor auf schroffem Untergrund kann das solide Aluminium E-Gravel aber mit seiner komfortablen Geometrie, der aufrechten Sitzposition und einem guten Mix aus hoher Agilität und Laufruhe überzeugen.
Im Vergleich zum teureren Backroad Plus mit Shimano EP8 Motor (85 Nm) besitzt das Backroad AL Plus sogar eine deutlich agilere Geometrie mit einem kürzerem Radstand (X35: 1.032,5 mm vs. EP8: 1.047 mm), kürzeren Kettenstreben (X35: 430 mm vs. EP8: 436 mm) und 4 Millimeter mehr Tretlager-Bodenfreiheit in Größe Medium. Darüber hinaus bietet das Backroad AL Plus eine entspanntere Geometrie mit kürzerem Reach (X35: 378 mm vs. EP8: 399 mm) und höherem Stack (X35: 598 mm vs. EP8: 573 mm). Alles richtig gemacht, möchte man meinen. Großer Mahle-Vorteil: Da die Nabenmotoren eine Konstruktion mit herkömmlichem Innenlagern erlauben, können Serienkurbeln von Shimano und SRAM verbaut werden; damit bleibt auch der Q-Faktor auf Rennradniveau. Selbst die schmalsten Mittelmotorantriebe bauen in dieser Hinsicht spürbar breiter.
Das Backroad AL Plus wird inkl. Mahle X35 in zwei Modellvarianten, in je zwei Farben und in den vier Größen Small, Medium, Large und X-Large angeboten.
Das SRAM Modell Backroad AL Plus Apex XPLR 1x12 belastet die Familienkasse mit 3.399 Euro und das Shimano Modell Backroad AL Plus GRX RX810 1x11 kommt auf 3.499 Euro.Die Räder sind ab sofort unter rosebikes.de verfügbar.
* Herstellerangabe: 13,4 kg
Vor dem ersten Einsatz sollte selbstverständlich der Akku vollständig geladen werden. Dazu wird das Backroad AL Plus per mitgeliefertem Netzteil ans Stromnetz angeschlossen - die Ladebuchse befindet sich unterhalb einer Kunststoffabdeckung am unteren Ende des Sitzrohrs. Während des Ladevorgangs bleibt der Akku im Bike, denn er darf nur für Service-/Reparaturzwecke entnommen werden. Die Ladedauer des Hauptakkus beträgt längstens drei bis vier Stunden, der optional erhältliche Range Extender ist in drei Stunden vollständig aufgeladen.Für zukünftige Backroad AL Plus-Besitzer bedeutet dies allerdings, dass sie am Abstellort eine Steckdose benötigen, ansonsten muss das Rad mit in den Wohnbereich - was aber aufgrund des überschaubaren Gewichts kein schwerwiegendes Problem sein sollte. Tipp: Eine längere Lagerung des Rades bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts wirkt sich nicht förderlich auf die Lebensdauer des Akkus aus.
Die Bedienung (Ein-/Ausschalten und Wechsel der Unterstützung) erfolgt über den iWoc One-Knopf auf dem Oberrohr, der durch einen verschiedenfarbigen LED-Ring die gewählte Unterstützungsstufe und auch die Restkapazität des Akkus anzeigt.Eingefleischte Fans des iWoc One-Buttons wurden wir aber nicht, da sich die Anzeige in der Praxis als etwas unübersichtlich und das Umschalten der Modi als unbequem herausstellte; das löste Mahle bei ihrer X20-Bedieneinheit deutlich besser. Absolutes Nonplusultra wären zudem die Mahle eShifter am Lenker.
Auf Schotter tasteten wir uns in der Stufe 1 des SPORT-Modus (max. 60% Motorunterstützung) vorsichtig an die Sache heran und ertappten uns immer wieder dabei, zu prüfen, ob der Motor auch wirklich eingeschaltet war. Denn nicht nur, dass das Backroad AL Plus von Außenstehenden kaum als E-Gravel identifiziert werden konnte - auch die Geräuschkulisse des Motors war derart leise, dass sie in der Ebene bei Reifen-, Wind-, Ketten- und anderen Nebengeräuschen selbst vom Fahrer kaum wahrgenommen wurde.
Vom Stand weg beschleunigt das Backroad AL Plus in jeder Stufe (ab 40%) spürbar, aber angenehm dosiert und schiebt immer gleichmäßig bis knapp über die 25 km/h-Schwelle. Dabei würden wir die Power bei 60% in etwa einem kräftigen Rückenwind gleichsetzen und die 100% der sprichwörtlichen Rakete - zumindest bei 70 kg Fahrergewicht in der Ebene. Anders formuliert fühlt sich das Backroad AL bei 40% wie ein normales Bio-Gravel an; bei 100% geht dem eher sportlich orientierten Gravelbiker fast schon zu viel des Guten ab - zwei Gründe, warum wir die meiste Zeit in der Stufe 1 mit 60% (Ebene und flache Anstiege) oder Stufe 2 mit 80% (steilere Anstiege) unterwegs waren.Beim Überschreiten der 25 km/h-Schwelle (laut Garmin-GPS lag diese knapp unterhalb von 26 km/h), fadet die Unterstützung des X35 Motors sehr gleichmäßig aus und man fährt auch trotz 100%iger Unterstützung nicht in die sprichwörtliche Mauer und kann locker-lässig sowie ohne plötzliche Überraschungen mit reiner Muskelkraft weitertreten. Hier ist die geringe, lineare Unterstützung ein echter Pluspunkt gegenüber teils doppelt so starken Motoren mit Drehmomentregelung. Auch das Wiedereinsetzen des Motors erfolgt äußerst geschmeidig und lässt die 25 km/h-Schwelle regelrecht verschwimmen.Wo viel Licht ist, da ist natürlich auch Schatten. So lässt sich einerseits mit dem X35 Nabenmotor Mopedfahren, indem man in der Ebene den Druck am Pedal vollkommen rausnimmt und nur die Trittbewegung imitiert. Andererseits kämpft man in engen Kehrtmanövern - je nach Assistenzstärke - mit dem zusätzlichen Schub, der sich nur per Bremshebelbetätigung zügeln lässt.
Im Gegensatz zur flotten Beschleunigung in der Ebene stößt der Mahle Antrieb mit seinen 40 Nm an steilen Anstiegen dann aber doch an seine Grenzen. Wer einen wirklichen Effekt erzielen möchte, kommt hier über die volle Unterstützungsstufe nicht umhin. Wird es besonders steil und fällt die Geschwindigkeit unter 10 km/h, muss sich der Motor dann mindestens genauso quälen wie der Fahrer, was sich auch rasch beim Stromverbrauch bemerkbar macht.Bergab zeigt sich das Backroad AL Plus dann aber wieder von seiner besten Seite. Mit der erhabeneren Sitzposition und den für ein E-Gravel kurzen Kettenstreben bietet das Rad einen guten Mix aus Agilität und Kontrolle und vermittelt dank seiner hohen Steifigkeit und dem satten Gesamtgewicht auch bei hohen Geschwindigkeiten bergab viel Laufruhe und Vertrauen. Selbstverständlich schiebt das Backroad AL Plus wegen des höheren Gewichts mehr in den Kurven und will deshalb früher gebremst werden, aber in den meisten Lebenslagen gefällt es mit seinem harmonischen Handling. Kurz gesagt: Verglichen mit dem teuren EP8 Carbon Backroad fährt sich das AL Plus mit dem X35 fast wie ein richtiges Gravelbike.
Rose stattet viele seiner Gravelbikes mit dem gravel-spezifischen Ritchey Road COMP Venture Max Lenker aus. Am Oberlenker mit 42 mm zwar relativ schmal, soll der größere Flare für viel Kontrolle in der Unterlenkerhaltung und außerdem dank breiter Auflageflächen für eine ausgeglichene Druckverteilung und höheren Komfort sorgen.Mein persönliches Fazit nach den ersten 500 Kilometern: Der Lenker ist unglaublich schiach, aber auch unfassbar ergonomisch. In Verbindung mit den wohlgeformten Shimano GRX-Hebeln bietet der Ritchey perfekte Voraussetzungen, bei schnellen Offorad-Rides die Hände nahezu immer am Brems- oder im Unterlenkergriff zu belassen, ohne dabei zu ermüden oder den Rücken zu überlasten.
Ich fuhr zirka 60% an den Bremshebeln, 35% am Unterlenker und nur ab und zu am Oberlenker. Ein echtes Sicherheitsplus bei Abfahrten. Hinzu kommt, dass der Lenker sehr steif und auch sehr dünn ist - was grundsätzlich ja nichts Schlechtes ist. Leider prellt er im schroffen Gelände sehr stark, was mit der Zeit auf die Handgelenke geht. Der dünne Alulenker hätte definitiv ein dickeres, komfortableres Lenkerband oder eine unterhalb angebrachte Gel-Einlage verdient. Dann wäre er schlichtweg perfekt. Schiach bleibt er trotzdem, aber das sind unrasierte Radlerbeine auch. So what.
Im Abschnitt "Geometrie" haben wir die komfortable Sitzposition bereits gelobt und auch andere Maße wie Lenkkopfwinkel & Co. bieten beste Voraussetzungen, um mit dem Backroad ALR Plus entspannt und sicher unterwegs zu sein. Was auf Asphalt und festem Schotter stets gut funktionert, wird allerdings auf ruppigem Untergrund (Geröll, Schlaglöcher und Querrillen) schnell zur Qual.Als Hauptursache waren schnell der steife Alurahmen, der Alulenker, das relativ dünne Lenkerband, die ultrastabile Carbongabel und die steifen Laufräder ausgemacht. Abhilfe zu schaffen wäre aber relativ einfach:1. Ein Lenkerband mit mehr Dämpfung oder einer Gel-Einlage darunter2. Das Umrüsten der Räder auf TubelessWir haben von beiden Maßnahmen aufgrund der kurzen Testzeit zwar abgesehen, konnten aber nicht widerstehen, einen langen Ride mit 1,5 Bar vorne und hinten (trotz Tube-Type-Setup) durchzuführen. Glücklicherweise blieben wir dabei von Durchschlägen oder Patschen verschont.Die Erkenntnis: Selbst mit Schlauch boten die breiten Rose Laufräder (25 mm innen) WTB Raddler TCS in 44C neben höherer Traktion und besserem Grip auch einen merklich höheren Komfort. Wirklich tausend zu eins, weshalb wir jedem Normalgewichtigen zum Tubeless-Betrieb raten. Leichten Fahrern sei das Ausloten der unteren Luftdruckgrenze empfohlen, um dem Rad ein Plus an Nachgiebigkeit zu verleihen; schweren Fahrern wird das Rahmenset auch bei praller gefüllten Reifen zusagen. Gemäß Herstellerangabe sollen bis zu 47 mm breite Reifen ins Backroad AL Plus passen.
Während sich das E-MTB trotz anfänglichen Widerstandes mittlerweile etablieren konnte, galten E-Rennräder (wie auch E-Gravelbikes, etc.) lange Zeit als Exoten. Dank leichter und dezenter Antriebssysteme von Herstellern wie Fazua und Mahle, die ein natürliches Fahrgefühl versprechen, erschließt nun auch das E-Gravelbike neue Zielgruppen.In den Fokus rücken Menschen, die mit dem Fahrrad gerne in die Arbeit pendeln und am Heimweg einen sportlichen Abstecher ins Gelände machen wollen, oder Bikepacker, die das zusätzliche Gewicht ihrer Packtaschen kompensieren möchten. Vom E-Antrieb profitieren selbstverständlich auch alle Gravelbiker, die im Gelände flott unterwegs sein möchten, ohne über die nötige Kondition zu verfügen sowie langjährige Radsportler, die aufgrund von Alter, Trainingsmangel oder körperlichen Einschränkungen nicht mehr mit ihren Partnern oder Trainingsgruppen am Berg mithalten können.
Ambitionierte Racer werden zwar vom trägeren Handling des E-Gravels (höheres Gewicht und längerer Radstand) etwas enttäuscht sein, dürften aber kaum in die Zielgruppe des Backroad AL Plus fallen; hingegen können sich Einsteiger und weniger versierte Rennradler auf ein sehr laufruhiges Bike freuen.
Die Bocholter präsentieren mit dem Backroad AL Plus ein vielseitiges E-Gravel, das dank konsequenter Integration, seiner entspannten Rahmengeometrie und der soliden aber keineswegs minderwertigen Ausstattung das Zeug zum absoluten Sorglospaket unter den sportlichen E-Commutern und E-Bikepacking-Bikes hat. Beispielsweise besticht die hier vorgestellte Shimano-Variante mit ihrer lupenreinen, mechanischen 810er GRX-Gruppe sowie vielen alltagstauglichen Komponenten von Rose und Ritchey. Dank zahlreicher Anschraubpunkte kann das Rad individuell bepackt und ausgestattet werden. Breite, tubeless-fähige WTB-Reifen und der gravelspezifische Lenker sorgen für viel Grip und Kontrolle auf Schotter- und Waldwegen. Das bewährte Mahle X35 Motorsystem bietet auch ohne Drehmomentsteuerung (*) ein natürliches Fahrgefühl, eine adäquate Leistungsausbeute mit ausreichend Unterstützung, um spürbar mehr Kilometer und Höhenmeter zurückzulegen, und gefällt mit seinem dezenten Look - zudem ist der Kaufpreis von 3.499 Euro eine Ansage. Als einziger Wermutstropfen bleibt einerseits die etwas unübersichtliche Anzeige bzw. Bedienung des iWoc One Knopfes, was sich mittels Smartphone App oder Garmin Edge beheben lässt, andererseits der unzureichende Komfort von Rahmen, Gabel und Lenker. Unserer Meinung nach wäre ein komfortableres Lenkerband bzw. eine dickere Lenkerbandwicklung ab Werk angebracht und der neue Besitzer sollte sein Backroad AL Plus schnellstmöglich auf Tubeless umrüsten. Insgesamt ist die Reduzierung des Reifendrucks eine schnelle und effektive Möglichkeit, den Komfort des steifen E-Gravelbiles maßgeblich zu erhöhen und das Fahrerlebnis angenehmer zu gestalten, insbesondere auf unebenen oder rauen Straßen.Profi-Tipp: Wer viel und sehr hart fährt, sollte relevante Schraubverbindungen (Lenker, Vorbau, Flaschenhalter, Schaltauge, etc) öfters kontrollieren als gewohnt und nicht auf den Schraubenkleber vergessen. Der überaus steife Alurahmen rüttelt und prellt härter als besser flexende Carbonrahmen, weshalb sich Schrauben leichter und schneller lockern.
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
Alle Kommentare (13) im Forum