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Anruf vom Schmerzlosen:Ich: "Servas Meister, wie geht‘s?"Schmerzloser: "Sers Bolli, ja eh, a bissl im Stress. Du, wegen einem Testmountainbike warat‘s, ich denke da an das aktuelle Nakita, leichter Carbon-Hobel mit kompletter XT, feines Teil. Schau dir bitte die Homepage an und schreib mir, welche Größe du brauchst."Ich: "Äh, supa danke, mach ich; und was tut sich sonst so?" Er: "Du, ich habe gerade an Mörderstress, wir hören uns ..." im Hintergrund tüt, tüt, tüt, ....Vor meinem geistigen Auge, jagt eine russische Agentin durchs Bild, es tauchen Wodka-Flaschen auf; aber ein Fahrrad kann ich mit dem Namen Nakita absolut nicht assoziieren. Egal, wie man in Anlehnung an das in Kindheitstagen Gehörte sagt: "Einem geborgten Gaul schaut man nicht ins Maul."Dank Internet lerne ich alsbald, dass es sich bei Nakita sogar um eine österreichische Marke handelt. "Die Fahrräder der Marke Nakita werden in Österreich entwickelt und in Österreich in Einzelfertigung montiert", ist dort zu lesen. Naja, wenigstens eine ehrliche Aussage. Und wie man auf den Fotos sehen kann, findet sich ja auch noch ein kleiner Hinweis mit genauen Angaben über das eigentliche Produktionsland. Dass in heimischen Öfen Carbon-Rahmen gebacken werden, glaubt ja hoffentlich niemand; nicht hinter und nicht vor dem Arlberg, nicht knapp an der Grenze zu Bayern und auch der Nakita-Rahmen wurde demzufolge weit, weit weg produziert.Wurscht jetzt. Die Hardfacts lesen sich sehr gut und lassen – zumindest mal am Papier – keine Wünsche offen.
Mit meinen 171 cm Körpergröße fiel meine Wahl auf Rahmengröße 41 cm, um ein wendigeres, auf schmalen Singletrails leicht zu beherrschendes Bike zu fahren. Kurze Zeit später konnte ich das Testobjekt entgegennehmen. Auf den ersten Blick auffallend sind das elegante und zeitlose Design in Schwarz/Weiß und die innenliegenden Züge. Die Optik ist tadellos, nun muss es sich nur noch im Gelände beweisen.
Die erste Ausfahrt im gewohnten Terrain bestätigt des Schmerzlosen Ansage bezüglich Auslegung des Bikes: ein leichtes Race-Hardtail mit einem unglaublichen Drang nach vorne. Der in Monocoque-Bauweise gefertigte Rahmen ist steif wie ein Brett, auch im Wiegetritt lassen sich keine Verwindungen des Rahmen spüren. Bergab machen sich die bogenförmig in die Ausfallenden übergehenden Sitzstreben positiv bemerkbar. Es entsteht durch diese Bauweise eine Art zusätzlicher Dämpfungseffekt. Nebenbei gefällt mir, rein optisch, auch diese Linienführung ganz ausgezeichnet. Auch die durch diese Geometrie notwendige lange Sattelstütze schluckt einiges an Stößen, was den Komfort zusätzlich erhöht.
Die XT 770-10 ist gewohnt perfekt in der Bedienung, die Schaltung führt die Befehle kurz, knackig und genau durch. Erwähnenswert ist, dass der Hebel zum Hinaufschalten in beide Richtungen funktioniert, also sowohl vom Lenker weg, als auch zum Lenker hin (2-way Release).Der Bodenkontakt wird von Fulcrums Red Metal 5 gehalten, auf welchen Michelin Wild Race aufgezogen sind. Auch hier gibt‘s vorerst nichts zu meckern, die weiche Mischung des Michelin hält auf fast jedem Untergrund. Allerdings: Entweder hat hier Murphy‘s Law zugeschlagen, oder es ist reiner Zufall, aber die Michelins wurden öfter von Dornen durchbohrt als jeder andere Reifen in den letzten zehn Jahren.Die Manitou Minute Pro schluckt mit ihren 100 mm Federweg die Stöße wohldosiert Der Remote Lockout namens Milo ist optisch wie funktionell erste Sahne. Die FSA-Komponenten am Cockpit runden das positive Gesamtbild ab: Hier bekommt man ein leichtes Hardtail mit perfekt abgestimmten Komponenten.Einzig der weiße Sattel ist nicht meine erste Wahl, da er durch schwarze Hosen und Dreck relativ bald schmutzig und alt aussieht.
Wer keinen großen Namen unter dem Hintern braucht, um Spaß beim Biken zu haben, ist mit diesem Nakita sicherlich bestens beraten. Toller leichter Rahmen in zeitloser Optik mit bekannt zuverlässigen Komponenten. Spritziges Hardtail, wendig am Trail mit Spaßgarantie.Thumbs up für dieses ,österreichische‘ Bike!
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