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Olympia-Generalprobe

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär‘: Exakt dort, wo in einem Jahr um Olympisches Edelmetall gekämpft wird, schnupperte Karl „Charly“ Markt bereits heuer Medaillenluft: Beim Testrennen in Essex, Hadleigh Farm (GB) belegte „Charly“ Rang drei. Lisi Osl wurde Vierte, Uwe Hochenwarter Neunter, Alex Gehbauer schaffte trotz eines schweren Sturzes Rang elf. Zeit, London zu genießen, hatte das österreichische Quartett nicht: Unmittelbar nach dem Bewerb ging’s weiter zur EM in die Slowakei.

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Foto: Maasewerd

Die Strecke unter Rennbedingungen abfahren, die Abläufe und Bedingungen vor Ort kennenlernen, Material testen, sich einen Wissensvorsprung erarbeiten - all das sind Gründe, warum sich Profis alle zehn Finger abschlecken, wenn sie einen der 100 Plätze (60 Herren, 40 Damen) bei m olympischen Testrennen. Egal, wenn es keinerlei Punkte zu holen gibt, egal, wenn mit EM, zwei Weltcups und WM der härteste Monat der Saison bevorsteht - auch für Karl Markt, Uwe Hochenwarter, Alex Gehbauer und Lisi Osl war klar, dass sie die ihnen gebotene Chance vor gut 4.000 Zusehern nützen würden.

Bestmöglich gelang dies dem Tiroler vom Felt Ötztal X-Bionic Team: Der frischgebackene Staatsmeister fuhr nach hartem Kampf mit Christoph Sauser ins olympische Rampenlicht, platzierte sich auf Rang drei und ließ damit auch den Weltcup-Dominator Kulhavy hinter sich.
Sechs Plätze dahinter herrschte auch bei Uwe Hochenwarter Jubelstimmung: "Mein neues 29er war für diese Strecke perfekt. Die Laufruhe in den vielen Rockgardens war genial, und der 9. Rang ist super!" freute sich der Muskelkater Genesis-Racer.
Keinen Zweifel über seine Ambitionen, einen dritten Olympiasieg einfahren zu wollen, ließ Julien Absalon: Der Franzose setzte sich auf dem anspruchsvollen Kurs früh vom Rest des Feldes ab und siegte mit 1:20 Minuten Vorsprung.

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Osl blickt optimistisch in die Zukunft.

Lisi Osl verpasste mit Rang vier das vor-olympische Podium nur knapp, der Rückstand auf die Siegerin Catharine Pendrel war mit 3:40 Minuten allerdings zwei Minuten größer als jener ihres Landsmanns. Dennoch zeigte sich die Ghost-Racerin zufrieden: "Der Olympiatestbewerb hat mich mit seinen minutiös geplanten Trainingszeiten zwar aus dem Rhythmus gebracht, ich denke aber, dass mir das sogar einmal gut tut, wenn nicht immer alles nach Plan läuft."
Von der Strecke zeigte sich die Tirolerin beeindruckt: "Was für eine gesalzene Strecke, da braucht man stellenweise richtig Mumm. Eine Stelle hat es uns allen ganz besonders angetan: Eine Brücke, die durch gewaltige Steine unterbrochen ist und sogar Julien Absalon gleich fünf Anläufe gekostet hat."

Nicht die Schwierigkeiten der Strecke, sondern das Abdrängmanöver eines Konkurrenten ließen Alexander Gehbauer unsanft zu Boden gehen. Nach dem Sturz startete der 21-jährige Kärntner eine fulminante Aufholjagd und platzierte sich noch auf Rang elf, gleich anschließend musste er jedoch ins Spital. Diagnose: angebrochener Mittelhandknochen, großflächige Abschürfungen am ganzen Körper.

Next Stop: European Championships

Die Reise zur EM nach Dohnany in der Slowakei hat der U23-Racer aber ebenso angetreten wie 14 weitere Österreicher. "Wir werden sehen, ob ich starten kann", so der zweifache U23-Weltcupsieger. Dank der physiotherapeutischen Behandlungen seiner Mutter fühle er sich aber schon wieder "ok".
Als erster Programmpunkt wartet heute, Donnerstag, der Team-Relay. Am Freitag gehen dann die Junioren an den Start, gefolgt von den U23-Fahrern am Samstag. Die Elite-Bewerbe bilden den Abschluss am Sonntag.
Infos, News und Ergebnisse zur EM gibt's hier.