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Wenn es ums Thema GPS am Bike geht, führt an Garmin kein Weg vorbei. Mit dem Edge 500 hat Garmin 2009 so etwas wie eine Benchmark geschaffen: Ein GPS-Gerät kaum größer als konventionelle Radcomputer mit breitem Einsatzspektrum und einfacher Bedienung.Ein Jahr später legte Garmin mit dem Edge 800 noch eins nach, verpasste dem Nachfolger des 750ers einen 2,6" großen Touchscreen und bietet nun ein kompaktes Gerät mit hochwertiger Kartendarstellung und Routing-Funktion.Nach über einem Jahr im praktischen Einsatz ist es nun Zeit für ein kurzes Resümee und einen kleinen Vergleich der beiden Geräte.
Bereits auf den Fotos ist die große Schwäche des Edge 800 zu erkennen: Das Display. Zwar lässt sich der Touchscreen auch mit Handschuhen wunderbar bedienen, doch im Licht der tief stehenden Sonne oder beim herbstlichen Licht-Schatten-Spiel in heimischen Wäldern ist das Display zu oft am Limit. Mit der hochstehenden Mittagssonne oder bewölkten Tagen hatte der Edge 800 weniger Probleme. Bei den Tests in Gran Canaria gab es auch ohne Displaybeleuchtung keine Probleme mit der Lesbarkeit. Das größere Display des 800ers bietet außerdem Platz für zwei zusätzliche Datenfelder pro Anzeigenseite bei Maximal-Konfiguration, d.h. insgesamt bis zu 5 Seiten mit je 3-10 Parametern. Das Display des Edge 500 bot hingegen stets klare Kontraste und es gab auch bei schwierigen Lichtverhältnissen nichts zu beanstanden. Auch das Display des 500ers lässt sich perfekt an die Bedürfnisse anpassen. 3 Seiten mit je 1-8 Parametern sind darstellbar.
Sowohl der kleine als auch der größere Edge bieten eine Vielzahl an Funktionen; die Nase vorn hat in diesem Punkt eindeutig der Edge 800. Highlight aus meiner persönlichen Sicht ist das einfache Anbinden verschiedenster Geräte (Pulsgurt, Leistungsmesser, Trittfrequenz- und Geschwindigkeitssensor) über das ANT+ Protokoll. Das einfache Anpassen der Anzeige an die persönlichen Vorlieben geht so einfach wie bei keinem anderen Fahrradcomputer dieser Klasse. Dabei stehen verschiedenste Datenfelder zur Verfügung. Von Durchschnittswerten, der aktuellen Leistung, Temperatur, Zeit bis zum nächsten Wegpunkt, Timer, Rundenzeiten, Rundengeschwindigkeit, Herzfreqenz- und Geschwindigkeitsbereiche, uvm. ist die (kombinierte) Anzeige so ziemlich jeder erdenklichen Information realisierbar. Generell bleiben kaum funktionelle Wünsche offen, und dank laufender Firmware-Updates kommen auch immer wieder neue Möglichkeiten hinzu.
Während der Edge 500 mit konventionellen Tasten über die Runden kommt, bietet der Edge 800 mit dem Touchscreen eine sehr intuitive Bedienung. Zwar ist das Display nicht ganz so komfortabel zu bedienen wie wir das von modernen Smartphones her kennen, dafür funktioniert's wie eingangs erwähnt auch mit Handschuhen sehr gut. Bis auf eine Multi-Touch-Funktion zum Zoomen bleiben kaum Wünsche offen.Der Edge 500 ist ebenfalls sehr einfach zu handhaben und im Vergleich zu vielen herkömmlichen Fahrradcomputern ein wirklicher Lichtblick, was die Bedienungsfreundlichkeit angeht. Vier Tasten (Enter, Back, Rauf, Runter) führen selbsterklärend durch die Menüs.
Displaybedingt unterscheiden sich die beiden Geräte in der Navigation grundlegend. Während der Edge 800 eine detaillierte Kartendarstellung bietet, punktet der Edge 500 mit einer sehr minimalistischen aber umso übersichtlicheren Darstellung des zu fahrenden Pfades, samt Richtungspfeil, Nordpfeil und Skala. In der Praxis funktioniert das Navigieren mit dem Edge 500 wunderbar. Auf jede Routenabweichung wird aufmerksam gemacht und selbst mit der minimalistischen Darstellung sieht man sofort, wie weit man in welcher Richtung von der eigentlichen Route entfernt ist. Durch die fehlende Kartendarstellung gibt es aber keine Möglichkeit, alternative Routen zu wählen, sollte die vorgegebene Strecke aus diversen Gründen nicht fahrbar sein. Ein Problem gibt es mit der aktuellen Softwareversion 2.8, bei der gelegentlich die Track-Linie verschwindet. Abhilfe schaftt ein Downgrad auf Version 2.5, die bei Garmin auf Anfrage erhältlich ist, oder Warten auf die neue Firmware, die hoffentlich in Kürze nachgereicht wird. Der Edge 800 stellt neben der eigentlichen Strecke auch Straßen, Wege, Höhenschichtlinien, Ortschaften, usw. dar, was in der Praxis leider oft dazu führt, dass die zu fahrende Route in der Vielzahl an Informationen schwer zu erkennen ist. Großer Pluspunkt für den Edge 800 ist die Möglichkeit, sehr einfach durch die Karte zu scrollen um so alternative Wege oder auch die Umgebung abzusuchen. Die Routing-Funktion rundet das Gesamtbild noch ab. Einfach Doppelklick auf das gewünschte Ziel, und danach die Taste "Fahren Sie" drücken und schon geht's los. Kartendarstellung und Routing klappen auch mit offenen Karten wieder OpenMTBMap sehr gut.
Beide Modelle bieten einen ausreichenden GPS-Empfang, um auch in schwierigem Gelände über die Runden zu kommen. In unseren Tests gab es lediglich beim Navigieren im dichten Wald kleine Unterschiede zwischen den beiden Geräten. Beim Abfahren einer vorgegebenen Teststrecke war hier der Edge 500 deutlich öfter abseits der Strecke als der Edge 800.
Der Style-Faktor ist immer ein heikles Thema, und natürlich soll den Highend-Carbon-Renner kein landkartengroßes GPS-Gerät verschandeln, das optisch irgendwo zwischen Tablet-Computer und Röhrenfernseher angesiedelt ist.Vermutlich genau deshalb ist der Edge 500 ein so beliebtes Gerät, weil er klein genug ist, um die Optik nicht zu zerstören, trotzdem aber funktionell kaum Wünsche offen lässt. Auch im Renneinsatz macht er dank geringer Größe und Gewicht einen schlanken Fuß und zeichnet während des Wettkampfes nicht nur die Strecke und Geschwindigkeit sondern auch Leistung, Herzfrequenz und Trittfrequenz auf.Auch der Edge 800 ist minimalistisch gestaltet mit nur zwei sichtbaren Knöpfen (Start/Stop und Lap/Reset) und keinerlei unnötigen Schnickschnack an der Außenhaut. Er bietet mit seiner Größe einen idealen Kompromiss zwischen ausreichend guter Kartendarstellung und kompakter Bauweise, zielt dabei aber klar auf Tourenfahrer und Biker ab, für die Gewicht und Größe nicht die oberste Prämisse sind.
Die Software am Computer ist leider nach wie vor die große Schwäche bei Garmin. Zwar wurde vor einigen Jahren mit BaseCamp eine modernere Software auf den Markt gebracht, die aber immer noch nicht so einfach mit den Geräten kommuniziert wie wir uns das wünschen würden. Trainings können ins Garmin Trainingscenter importiert werden, von dort aus kann man aus einem Training einen Track erzeugen, zum Bearbeiten dieses Tracks sollte man aber wieder zurück zu BaseCamp wechseln. In BaseCamp vermisst man allerdings wiederum Höhenprofile und Trainingsdaten. Ist eine Strecke dann fertig oder möchte man eine fertige gpx-Datei auf das Gerät bringen, sollte man tunlichst aufs richtige Format achten: Tcx, gpx, fit, csv, Strecke, Route oder Wegpunkte - wenn man hier etwas durcheinander bringt, funktioniert der Export aufs Gerät nicht wie gewünscht, eine Fehlermeldung wird ausgegeben. Drag&Drop bzw. Konvertierungsvorschläge oder Kompatibilität verschiedener Formate - Fehlanzeige. So kommt es, dass viele User auf diversen Internetseiten Formate konvertieren, diese danach manuell auf die Garmin-Geräte kopieren und so die Garmin-Software umgehen. Zwar funktioniert das Nachzeichen von Routen mit BaseCamp und der Routen-Funktion sehr schnell, auch für Offroad-Touren. Danach muss man die Route aber in einen Track konvertieren, um sie auf Geräten wie dem Edge 500 zu verwenden. Für die Karteninstallation auf den Edge 800 wiederum muss man ein drittes Programm verwenden - den Garmin MapInstall. Wir würden uns Trainingscenter, MapInstall und BaseCamp in einem Programm wünschen, dazu die Möglichkeit, Tracks einfach mit Drag&Drop auf jedes Garmin-Gerät zu ziehen. Sollte das Format nicht passen, wird man mit einem Hinweis darauf aufmerksam gemacht und auf Wunsch wird das Format sofort konvertiert - und am Ende kann man mit einem Mausklick noch die dazu nötigen Karten installieren.
Beide Geräte bieten viel für ihr Geld, aber trotz ihrer Ähnlichkeit sind sie in ihren Parade-Einsatzbereichen grundverschieden.Der Edge 500 ist ein Minimalist. Klein, kompakt, mit einem hervorragenden Schwarzweiß-Display und zahlreichen Funktionen. Er ist meiner Meinung nach der ideale Fahrradcomputer mit GPS-Mehrwert. Wesentlich einfacher zu bedienen als die meisten konventionellen Fahrradcomputer am Markt und dank GPS auch ohne Magnet verwendbar. Diesen Vorteil wissen vor allem Biker, die nicht nur ein Rad ihr Eigen nennen, zu schätzen. Im Langzeittest hat sich der Edge 500 als sehr langlebig und robust erwiesen.Der Edge 800 ist im Vergleich dazu ein Gerät für GPS-Anwender, denen Kartendarstellung und GPS-Funktionen wichtiger sind als Außenabmessungen und Gewicht. Für gelegentliches Abfahren von GPS-Tracks ist zwar auch der Edge 500 gut geeignet, doch eine Karte ist für den Fall der Fälle immer von Vorteil. Die Routing-Funktion erweist sich speziell am Rennrad als praktisch, um beispielsweise unterwegs die geplante Strecke abzukürzen oder zu erweitern.Kaum jemand, der einmal mit einem GPS-Computer unterwegs war, wird diesen wieder hergeben wollen. Von der Anzeige der aktuellen Höhe während der Tour bis zum Betrachten der gefahrenen Strecke im Nachhinein auf der Karte oder in Google Earth – die Geräte der neuen Generation bieten durch ihre unkomplizierte Handhabe gerade auch Menschen, die sich mit Technik nicht beschäftigen wollen, viele Vorteile.
Uns würde interessieren, wie eure Erfahrungen mit den beiden Geräten sind. Hat noch jemand beide Geräte im Einsatz und könnt ihr unsere Meinung bestätigen? Habt ihr noch irgendwelche Fragen oder Wünsche an uns, wollt ihr mehr Fotos, Videos?Schreibt einfach in diesen Thread und wir stehen im Rahmen unserer Möglichkeiten Rede und Antwort!
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