Weltcup Nove Mesto

Parforceritt von Gehbauer auf Rang drei, Sturz-Pech für Osl, Hochenwarter & Co. beim dritten XC-Weltcup in Tschechien.

Einmal mehr machte der dritte Weltcup der Saison im tschechischen Nové Mesto na Moravé deutlich, wie knapp beisammen im XC-Sport Sieg und Niederlage, Triumph und Enttäuschung liegen können.

Erstes Beispiel: der Eliminator am Freitag. Ohne Startrampen und mit Ausnahme einiger weniger, welliger Meter im Wald größtenteils auf Asphalt bzw. mit Baumstämmen gepimpten Schotterpassagen verlaufend, präsentierte sich der Kurs des Ausscheidungsrennens gänzlich anders als jener in Houffalize. Die Rechnung folgte prompt: Auftakt-Sieger Brian Lopes gab angesichts des langen Sprints auf der Zielgeraden bereits im Viertelfinale w.o., Daniel Federspiel, Zweitplatzierter in Belgien, vergeigte das Semifinale und verzichtete danach, als Letzter der Sechs in den Endspurt biegend, sozusagen ebenfalls auf einen Schlusskampf – Rang 12. Überraschungssieger wurde Sepp Freiburghaus aus der Schweiz, die Damen-Heats entschied die Schwedin Alexandra Engen für sich.

  • Lisi Osl (c) MaasewerdLisi Osl (c) Maasewerd
    Lisi Osl (c) Maasewerd
    Lisi Osl (c) Maasewerd
  • Karl Markt (c) MaasewerdKarl Markt (c) Maasewerd
    Karl Markt (c) Maasewerd
    Karl Markt (c) Maasewerd

Der erste Weltcup-Sieg für das Ghost Factory Team war dann aber auch schon ziemlich alles, worüber die deutsche Frauenmannschaft in Tschechien jubeln konnte. Denn u.a. verfehlte Lisi Osl ihr Ziel, unter die Top 10 zu fahren, klar. Zwar kam die Tirolerin bei kühlen Temperaturen, aber nach dem samstäglichen Regen schon wieder aufgetrocknetem Kurs gut vom Start weg und führte das Feld anfangs sogar an. Nach einem Sturz in einer Felspassage gegen Ende der ersten Runde musste sie aber all ihre Hoffnungen begraben. Unter Schock stehend und mit gebrochenem Helm setzte sie sich wohl wieder aufs Bike, mehr als Rang 25 war unter diesen Bedingungen aber nicht mehr drin.
Noch schlimmer erwischte es Uwe Hochenwarter: Der Kärntner war erste Reihe fußfrei in einen Start-Crash verwickelt, hatte ihn vielleicht sogar ausgelöst. Sein Genesis wurde beim Fall auf den Asphalt dermaßen ramponiert, dass schließlich nur ein DNF hinter seinem Namen prangte. Das gleiche Ergebnis, wenn auch ohne Start-Querelen, setzte es für Christoph Soukup. Das beste Elite-Resultat fuhr einmal mehr Karl Markt ein – allerdings blieb der Tiroler mit Rang 43 hinter seinen Erwartungen und Möglichkeiten. „Es lief bei mir nicht ganz rund“, konnte sich der Ötztal-Racer seinen anfänglichen Rückfall bis Platz 62 auch nicht wirklich erklären.
An den Bedingungen an sich – ein sich anspruchsvoll durch den Wald schlängelnder und mit Rockgardens, fünf kurzen, aber zackigen Anstiegen und zahlreichen Wurzeln gespickter Speed-Kurs auf griffigem Boden, sowie tausende frenetisch jubelnde Zuseher – konnte es jedenfalls nicht gelegen sein.

Fulminante Aufholjagd von Gehbauer

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Im U23-Wettkampf der Herren am Samstag waren eigentlich zwei Rennen zu sehen. Das eine spielte sich zwischen dem Duo an der Spitze, Ondrej Cink aus Tschechien und Michael van der Heijden aus Holland, ab. Das zweite begann ganz hinten auf Rang 128 und endete schlussendlich auf Platz 3.
Durch einen Kettenklemmer in der Startphase und dessen Behebung begann der Weltcup-Führende Alex Gehbauer nämlich seinen Bewerb von der absolut letzten Position. Kurz dachte der Kärntner an Aufgabe, im Sinne der Olympia-Qualifikation entschied er sich dann aber doch dafür, das Unmögliche zu versuchen. Was folgte, war des KTM-Piloten wahrscheinlich bestes Rennen überhaupt: Noch in der Startrunde überholte er 70 Fahrer, sodann kämpfte er sich Runde um Runde an den technisch wie konditionell deutlich schwächeren Mitstreitern vorbei, bis er in der vierten von fünf auf Rang drei lag. Um auf das Führungsduo aufzuschließen, reichte die verbleibende Distanz nicht mehr aus, weshalb sich Gehbauer sodann mit diesem Podiumsplatz zufrieden gab. "Ich denke, dass das heute von mir Gezeigte mehr wert ist als ein Sieg ohne Materialdefekt zu Beginn des Wettkampfes. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf hat bei mir die Enttäuschung über den Defekt am Anfang überwogen, jetzt aber überwiegt die Zufriedenheit mit meiner gezeigten Leistung", gab der 22-Jährige eine Stunde später zu Protokoll.

Mit Markus Preiss als zweitbestem Österreicher auf Rang 41. war das U23-Rennen ansonsten nicht allzu erfolgreich für die rot-weiß-rote Gesandtschaft. Auch die JuniorInnen hatten der französischen Übermacht wenig entgegenzusetzen, Lisa Mitterbauer sorgte mit Rang 8 bei den U23-Damen wieder für zufriedenere Gesichter.


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