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First Ride: Mondraker Crafty RR 2022

First Ride: Mondraker Crafty RR 2022

15.09.21 06:54 1.892Text: Ralf HauserFotos: Chiara Stifer, NR22Mondraker gönnte der Crafty-Linie eine Auffrischungskur. Wir konnten das neue Crafty RR bereits kurz ausführen. 15.09.21 06:54 2.446

First Ride: Mondraker Crafty RR 2022

15.09.21 06:54 2.446 Ralf Hauser Chiara Stifer, NR22Mondraker gönnte der Crafty-Linie eine Auffrischungskur. Wir konnten das neue Crafty RR bereits kurz ausführen. 15.09.21 06:54 2.446

Es ist noch nicht allzu lange her, da stellte Mondraker das ultraleichte, Bosch-befeuerte Crafty Carbon RR SL vor, knackte mit vollwertigem Motor die 20 kg-Grenze, und stellte damit ein E-Bike der Extraklasse auf den Markt.
Keine zwei Jahre später bekommen sowohl die Carbon-Variante als auch das Pendant aus Aluminium ein Facelift mit dem neuen Bosch Smart System samt überarbeiteter Software, Elektronik und, je nach Version, anderem Display. Um dem ebenfalls neuen und längeren 750 Wh-Akku Platz zu schaffen, wurde der Rahmen dementsprechend modifiziert.

Aus 6061 T6 Aluminium gefertigt, liefert das Crafty RR immer noch 150 mm Federweg - gekoppelt mit 160 mm Federgabel. Am Heck kommt der Fox Float-X Dämpfer zum Einsatz.

Die Forward Geometry mit langem Reach und kurzem Vorbau ist als einer der Vorreiter, wenn nicht sogar der Vorreiter der modernen Geometrie, zu bezeichnen. Mein Größe M-Testbike wartete mit 475 mm Reach und 30 mm Vorbaulänge auf, gepaart mit einer Kettenstrebenlänge von 455 mm.
Mondrakers Zero Suspension Federungssystem darf auch nicht unerwähnt bleiben: Die virtuelle Federungskurve wurde über Jahre optimiert und für das Crafty die Stellung des Federelements aufgrund des Motors modifiziert.

Circa 700 Gramm schwerer ist der 750 Wh-Akku gegenüber dem 625er-Modell. Damit könnte es selbst für die leichteste Carbon-Version schwierig werden, mit dem größeren Akku noch unter 20 kg zu bleiben; dafür ermöglicht das neue Setup selbst ausgedehnte Erkundungsfahrten mit tausenden Höhenmetern.

Das Crafty ist in verschiedensten Versionen erhältlich. Als Carbon-Version sind drei Modelle im Programm, die Aluminium-Variante umfasst vier Optionen. In beiden Materialausführungen gibt es auch eine XR-Variante mit 170 mm Federgabel, wodurch sich die Winkel um ein Grad abflachen.

Erste Eindrücke

Lang war die Zeit auf dem Bike noch nicht, aber das Crafty hinterlässt schnell einen Eindruck. Mit Leichtbau dürfte das Modell nur recht wenig gemein haben. Offizielle Angabe zum Gewicht war keine zu bekommen, unser Mann vor Ort wäre aber überrascht, wenn es sich unter 24 kg einpendeln würde. An den hervorragenden Fahreigenschaften kratzt dieser Umstand aber nur relativ wenig.

Die Forward Geometry bietet hohe Spurtreue bei hohen Geschwindigkeiten, selbst auf rauen Strecken. Der Mix aus langem Reach und mittellangen Kettenstreben sorgt für ein ausgewogenes Handling. Aufgrund des nicht allzu flachen Lenkwinkels von 65,5 Grad ist das Bike nie verlegen, auch bei verwinkelteren Kursen willig um die Kurven zu zirkeln.
Unterstützt wird das Handling exzellent durch die progressiv gestaltete Federkennlinie des Hinterbaus. Beim Crafty RR kommt der potente Fox Float X mit Ausgleichsbehälter zum Einsatz, die 150 mm Federweg am Heck fühlen sich also in den meisten Situationen nach mehr an. Selbst gröbere Brocken steckt die Federung mühelos weg, Sprünge werden effizient abgefangen.

Das neue Bosch-System spricht an wie ein Gedicht und schnurrt im ersten Eindruck leiser die Trails entlang als sein Vorgänger. Nochmal nachgelegt dürfte bei den Übergängen geworden sein, ein Ein- und Aussetzen des Motors ist praktisch nicht mehr spürbar. Darauf versteifen will ich mich allerdings nicht, dafür war die verbrachte Zeit auf dem Bike zu kurz. Zumal laut Hersteller die motorseitigen Änderungen ja hauptsächlich Elektronik-Standards und nicht die Software betreffen (vgl. Bosch-News).
Weniger begeistern konnte mich die neue LED Lenker-Bedieneinheit. Eher klotzig, steht sie weit vom Lenker ab und schreit förmlich danach, bei Stürzen Kratzer abzubekommen. Amüsanterweise dürfte ein Test-Vorgänger genau dieses theoretische Szenario in die Tat umgesetzt haben, zierten doch einige Kratzspuren die obere Ecke "meiner" Einheit. In grellem Sonnenlicht waren die sich adaptiv an das Umgebungslicht anpassenden LEDs - welche durch Farben den Betriebsmodus und den Batteriestand anzeigen - nur sehr schwer ablesbar. Mittlerweile haben wir vernommen, dass es sich um ein Vorserienmodell gehandelt haben könnte, und sich dieser Umstand verbessert haben dürfte.
Das ändert allerdings wenig daran, dass man eine Anleitung benötigt, um den Ladestatus der Skala mit fünf Balken zu verstehen. Bei voller Ladung erscheinen alle Balken (mit 20 % Schritten) in Blau, verliert man 10 % Ladung, ändert sich das Bild auf Weiß. Ab 30 % werden zwei Balken orange; ein orangener Balken entspricht 20 %, ein roter Balken 10 %, und die Reserveenergie blinkt schließlich rot. Vielleicht hätte den Display-Designern auch irgendjemand vorschlagen können, einfach zehn Balken am Display unterzubringen - ausreichend Platz dafür wäre schließlich vorhanden.
In Verbindung mit dem Kiox 300 Display kann man dort zum Glück jegliche Info einfach in Prozent ablesen, so, wie es sein sollte.

Wie weit man mit dem neuen Crafty RR und 750 Wh-Monsterakku wirklich kommt, gilt es noch zu erkunden. Trips mit 2.000 Hm sollten aber durchaus im Rahmen liegen.
Herausnehmbar ist der Akku bei den Spaniern zwar leider immer noch nicht, dafür spart Mondraker durch die Vollintegration wertvolles Gewicht.

Zweifelsfreies Fazit: Die Neuerungen machen aus dem Mondraker Crafty ein noch potenteres Bike.


Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
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  2. #2
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    Akku ist meiner Meinung nach und lt Homepage entnehmbar.