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Geschrieben

Ich spiel schon länger mit dem Gedanken, eine Bikepacking-Tour von Sofia aus zu starten und wollte das Thema mal hier reinwerfen. Ich war vor gut zehn Jahren beruflich dort, dazu ein paar Tage Sightseeing, also nicht nur Flughafen–Hotel–Meeting. Die Stadt ist mir hängen geblieben, mehr als ich damals erwartet hätte. Ich erinnere mich noch gut an diese Szene rund ums Levski-Stadion, Mountainbikes im Freiluft Schaufenster, daneben Skier, alles ein bisschen roh, ein bisschen improvisiert. Damals hätte ich fast eins mitgenommen, hab’s dann doch gelassen. Jahre später stand das Rad halt in Wien, andere Zeit, anderer Kopf.

 

Jetzt zieht es mich wieder dorthin, aber diesmal mit dem Rad und nicht mit Termindruck. Sofia als Ausgangspunkt fühlt sich irgendwie logisch an, weil Stadt, angefangen beim Witoscha Berge, Weite so nah beieinanderliegen. Gleichzeitig hab ich null Gefühl dafür, wie sich das draußen wirklich fährt. Straßen, Schotter, Übergänge, Mentalität unterwegs, all das kann man schlecht googeln.

 

Mich würden deshalb Erfahrungen interessieren. Nicht die perfekten Instagram-Routen, eher echtes Unterwegssein. Wie habt ihr Sofia erlebt, wenn man rausrollt und nicht nur ankommt? Was überrascht, was bremst, was trägt einen weiter? Auch technisch, organisatorisch, menschlich. Ich hör lieber Geschichten als Checklisten.

 

Danke euch schon jetzt fürs Teilen, egal ob große Tour oder kurze Flucht aus der Stadt.

Geschrieben

Im alten und schon abgelegten Seteno-forum hier im BB findest du noch Kurzberichte von einer MTB und einer RR Tour ab Sofia (MTB Bulgarien und Im wilden Osten II). Sind halt nicht mehr wirklich aktuell... Im Vorjahr bin ich bei der Rückreise vom TCR ein Stück mit Rad und Bahn durch Bulgarien gefahren  - war problemlos und ok.

Geschrieben

@NoNick: Gedacht ist aktuell ein Gravel mit eher entspannter Geometrie, nichts Ultraleichtes, aber auch kein voll bepackter Panzer. Ich will mir die Option offenhalten, Asphalt zu nehmen, wenn’s Sinn macht, und trotzdem nicht nervös werden, sobald es gröber wird. Ziel wäre tatsächlich nach Wien retour zu fahren – allerdings habe ich dann noch keine bestimmte Route am Radar. Gerade ab Sofia reizt mich dieser Übergang: raus aus der Stadt, rein ins Offene, und dann schauen, wie weit der Kopf trägt.

 

@Golo: Danke für den Hinweis mit dem Seteno-Bericht, den werd ich mir graben, auch wenn’s älter ist. Oft sind genau diese ehrlicher, weil weniger poliert. Deine Erfahrung mit Rad und Bahn durch Bulgarien beruhigt mich ehrlich gesagt mehr als jede offizielle Info. Dieses „war problemlos und ok“ sagt viel. Ich such ja genau das: kein Abenteuerpark, sondern ein Land, das man fahrend lesen kann. Dass Rückreise-Kombis funktionieren, nimmt auch Druck raus. Heißt ja nicht, dass man sie nutzen muss, aber zu wissen, dass es geht, verändert den Start schon.

Geschrieben

Gravelrad und vor allem Gravelbereifung ist für Bulgarien eine gute Wahl und ermöglicht auch viele kleine Strassen. Ich hab in Bulgarien nur deshalb die Bahn genommen weil ich endlich weiterkommen wollte (in der Türkei nimmt die Bahn keine Räder mit) und die Fahrt von Istanbul zur Grenze war extrem öde. Übrigens gibt es ins Rihla-Gebirge auch eine Schmalspurbahn die zumindest damals bei der MTB-Tour Räder mitnahm (vielleicht bei Schlechtwetter eine Alternative). Nördlich von Sofia wäre der Höhenzug entlang der Grenze zu Serbien auch interessant und das Eiserne Tor hat mir auch sehr gut gefallen (nachher Richtung Belgrad wird es wieder öde aber ich hatte eine Einladung von einem TCR Teilnehmer aus der Vojvodina). Weiter westlich am Balkan ist die Fahrt sicher schöner. Was Bulgarien (im Landesinneren) betrifft  : die ganzen Hotelkästen aus früheren Zeiten stehen offenbar auch zur Hauptsaison leer (war im August unterwegs)und bieten ihre Zimmer auf booking günstig an. Gourmet-Highlights hab ich keine gefunden aber in den größeren Orten trifft man immer auf (fleischlastige) Restaurants. Pizza gibt's natürlich auch. Vielleicht wäre hinsichtlich deiner Reise auch meine Berichte "Rückreise vom TCR" hier im forum von Interesse (einmal eben von Istanbul und einmal von Saloniki). Gute Fahrt,  wird sicher nett !

Geschrieben

Das klingt genau nach der Art Input, die ich mir erhofft hab. Gravelbereifung als „Türöffner“ für kleine Straßen – ja, das trifft meinen Plan ziemlich sauber, ohne dass es gleich nach Materialreligion klingt.

 

Und dein Bahn-Teil ist Gold wert. Nicht weil Bahn so romantisch wäre, sondern weil „ich wollte einfach weiterkommen“ halt die ehrlichste Reisebegründung ist. Die Rihla-Schmalspur als Schlechtwetter-Joker merk ich mir, genauso den Hinweis mit dem Grenzhöhenzug Richtung Serbien und dem Eisernen Tor – das klingt nach Landschaft statt Transit.

 

Diese halbleeren Hotelklötze… irgendwie traurig, ja. Aber als Schlafoption dann doch ziemlich pragmatisch.

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