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Last Downhill Heroes

Last Downhill Heroes

06.08.10 04:20 26.670Text: RICH:ARTFotos: Nosane und andereInterview mit Petra Bernhard und Mathias Haas zur Lage des Downhillsports in Österreich und vielem mehr.06.08.10 04:20 26.760

Last Downhill Heroes

06.08.10 04:20 26.76011 Kommentare RICH:ART Nosane und andereInterview mit Petra Bernhard und Mathias Haas zur Lage des Downhillsports in Österreich und vielem mehr.06.08.10 04:20 26.760

Anlässlich der tollen Platzierungen und des erfolgreichen Einstiegs des neu gegründeten ALPINE Commencal Racing Teams in die Downhill-Szene, haben wir uns mit der besten Downhillerin Österreichs, Vize-Europameisterin und fünffach-Staatsmeisterin Petra Bernhard, sowie ihrem langjährigen Weggefährten, Trainingspartner, Teamkollegen und dreifachen Staatsmeister Mathias Haas zu einem Pläuschchen getroffen.

Trotz guter Platzierungen der Österreicher bei UCI Worldcup Rennen und in nationalen und internationalen Rennserien fehlen in Österreich Impulse für die Zukunft und Programme für den Nachwuchs. Österreichische Downhillrennen gehen stark zurück und lösen eine negative Kettenreaktion aus. Welche Rolle können die wachsenden Bikeparks hier spielen und wie lebt es sich als Downhillprofi in Österreich?

Diesen und anderen Fragen sind wir nachgegangen.

  • Petra "Petz" BernhardPetra "Petz" Bernhard
    Petra "Petz" Bernhard
    Petra "Petz" Bernhard
  • Mathias HaasMathias Haas
    Mathias Haas
    Mathias Haas

Wie geht´s euch so zu Saisonende?

P: Gut! Ich habe keine Verletzungen und stehe aktuell auf Platz 9 im UCI Downhill Worldcup. 3 Rennen stehen noch an und ich möchte unbedingt die Top 10 Platzierung in der Gesamtabrechnung halten. Muss ich, kann ich, will ich! lacht In Fort William hat´s mir leider etwas reingeschissen, da ist mir das Schaltauge abgebrochen. Aber es ist noch alles drinnen bis zum Saisonende.

M: Auch gut! Bin auch von Verletzung verschont geblieben. Mein Ziel ist, mich auch bei den verbleibenden Rennen für die Finals zu Qualifizieren. Die Leistungsdichte ist echt hoch. Ich bin technisch gut, aber konditionell muss ich aufholen. Da rächt sich das mangelnde Training im Winter. (Leider hat sich Mathias eine Woche später, beim Downhill im Champery (CH), einen Bänderriss im rechten Fußknöchel zugezogen und muss die Saison damit beenden. Wir wünschen baldige Besserung!)

Wie haben eure Anfänge ausgesehen? Wie seid ihr zum Sport gekommen?

M: Ich habe immer das "Bike" Heftl gelesen und stapelweise zu Hause liegen gehabt. Mit einem Freund bin ich immer entlang der Mur herumgefahren. Ich wollte immer ein Mountainbike haben. Bergauf war zach, mir waren die Abfahrten immer schon lieber.

P: Wir sind ja gemeinsam in die Schule gegangen und ich habe dem Mathias immer schon nachgeeifert. So auch beim Biken.

M: Petz und ich sind dann auch Cross Country-Rennen gefahren. Irgendwann wollten wir´s dann wissen und haben uns die ersten Downhillbikes zugelegt. Als Flachländler aus der Südsteiermark sind wir damals von vielen belächelt worden.

P: In Afritz bin ich 1998 mein erstes Downhillrennen gefahren und 11 mal gestürzt. lacht

M: Bei mir waren´s auch blutige Anfänge. In der Arbeit wollte ich dann immer einen Sitzplatz und habe die Kollegen vor die Wahl gestellt. Entweder Krankenstand oder Sitzplatz, sonst kipp ich um.

P: Kaprun 1997 war sowas wie ein Auslöser bei mir. Da hat mir Mathias ein Foto von der Missy Giove besorgt. Ab dem Zeitpunkt bin ich auf den Sport voll abgefahren. Es braucht halt Stars. Für uns waren es Anne Caroline Chausson und Nicolas Vouilloz. Die kennen die meisten wahrscheinlich gar nicht mehr. lacht

  • Platz 5 in MariborPlatz 5 in Maribor
    Platz 5 in Maribor
    Platz 5 in Maribor
  • Defekt in Fort WilliamDefekt in Fort William
    Defekt in Fort William
    Defekt in Fort William

Wie fühlt ihr euch aufgehoben im neu gegründeten Alpine Commencal Racing Team?

P: Wir fühlen uns echt sehr wohl. Martin und Christian, unsere Teamchefs, kommen ja aus einem ganz anderen Bereich (Car Hifi) und haben viele neue, erfrischende Ansätze bei der Vermarktung des Teams. Vom sportlichen Standpunkt lernen sie von uns und hören sich unsere Vorschläge immer gewissenhaft an. Das war in der Vergangenheit oft nicht der Fall. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen Fahrern und Management. Das taugt mir.

M: Es gibt sogar schon Roll-Ups von der Petz und mir beim Media Markt und Conrad in der Hifi Abteilung. lacht. Branchenfremde Sponsoren wie ALPINE sind extrem wichtig. Dass wir mit dem Burn Energy Drink auch einen neuen Partner gefunden haben, stimmt uns ebenfalls positiv für die Zukunft. Martin und Christian arbeiten schon an den Plänen und Rahmenbedingungen für das nächste Jahr. Es schaut ganz gut aus!

Was war ausschlaggebend für den Teamwechsel?

P: Ausschlaggebend für den Wechsel war, dass es endlich wieder die Option auf ein rein österreichisches Profi DH Team gegeben hat und Mathias und ich gemeinsam in diesem Team fahren konnten. Das war uns einfach extrem wichtig, da wir schon als Schüler immer gemeinsam trainiert haben und immer gemeinsam auf Achse waren.

Wie geht´s mit dem neuen Material?

M: Wir haben gewusst, dass die Commencal Supreme DH Bikes klasse Radln sind. Die ersten Tests in Südfrankreich waren aber schon eine große Umstellung. Da haben wir uns schon schwer getan. Früher haben wir eher die Bügelmaschinen mit 220 mm Federweg gehabt. Jetzt fahren wir mit 200 mm. Hört sich nicht nach viel an, ist aber schon ein Riesen Unterschied. Dafür sind wir jetzt bei Anliegern und Kurven wesentlich schneller. Hat alles seine Vor- und Nachteile.

Wie ist die Stimmung im Team? Seid ihr sowas wie die Teamleader oder geht jeder seinen Weg? Könnt ihr euch untereinander helfen?

P: Die Helene Fruhwirth, der Hannes Slavik und wir zwei sind renntechnisch das Hauptteam, wenn man so will. Die anderen Fahrer sind eher als Verein organisiert.

M: Bei den kleineren Rennen versuchen wir den anderen schon zu helfen und sie zu motivieren. Sie fahren dann mit uns einige Runs, um eine gute Linie zu finden. Bei den UCI Worldcup Rennen müssen wir uns aber voll auf uns konzentrieren, um uns weiter zu bringen. Wir wollen den Teamspirit aber bei gemeinsamen Trainingssessions weiter ausbauen.

P: Letztes Wochenende waren wir zum Beispiel in der Steiermark auf einer neuen Rennstrecke, wo wir gezielt gemeinsam trainieren können.

Haben sich bei den jungen Fahrern schon Erfolge durch dieses Konzept "Profi und Amateure in einem Team" eingestellt?

M: Das braucht einfach Zeit. Die Jungen müssen sich jetzt mal so richtig herantasten und machen natürlich noch Anfängerfehler.

P: Wir versuchen, sie zu unterstützen und geben ihnen die Gelegenheit, sich bei uns was abzuschauen. Wir hatten früher niemanden, der uns geholfen hat, waren Einzelkämpfer und mussten uns immer selbst motivieren bzw. uns bei anderen Teams was abschauen. Umgekehrt möchten wir Motivation bei den Jungen sehen.

  • Mathias in LeogangMathias in Leogang
    Mathias in Leogang
    Mathias in Leogang
  • Petz in Fort WilliamPetz in Fort William
    Petz in Fort William
    Petz in Fort William

Gibt es ausreichend Förderungen für Fahrer, Events, Initiativen und Möglichkeiten, den Sport weiter voran zu bringen? Wie ist eure Meinung zur Lage des Downhillsports in Österreich? Was würdet ihr verbessern?

M: Der ÖRV ermöglicht uns Teilnahmen an WM und EM. Das ist aber auch schon alles.

P:
Durch die Anita Molcik, Markus Pekoll, Boris Tezlaff, Mario Sieder, den Mathias, mich und ein paar andere sind jetzt aber auch Ergebnisse da, durch die wir auf mehr Unterstützung hoffen dürfen.

M: Bei den Events tun sich die Veranstalter aus meiner Sicht einfach unheimlich schwer aufgrund der verschärften Auflagen und der hohen Kosten. Es gab in der Vergangenheit echt viele tolle Rennen. Jetzt pfeifen einfach viele drauf, weil es der totale Krampf ist. Genau da liegt aber das Hauptproblem. Keine Rennen bedeutet keine Rennfahrer, weniger Medieninteresse und damit weniger Sponsoren.

P: Junge Talente haben damit einfach wenige Möglichkeiten, sich zu zeigen. Das ist echt schade für den Sport und den Nachwuchs.

M: Die Infrastruktur bzw. die Strecken wären ja grundsätzlich vorhanden. Windischgarsten oder Saalbach mit der Hobby-WM muss man hier lobend erwähnen. Auch in Schladming müsste man den Kurs "nur runterstecken".

P: Der Austria Downhill Cup besteht in diesem Jahr aus nur zwei Rennen. So schlimm wie heuer war´s noch nie! Deutsche Rennen werden von Teilnehmern oft überrannt, da werden Qualis bis in die Nacht hinein gefahren und du hast kaum Trainingsläufe. Aus sportlicher Sicht nicht interessant für uns, aber ein Signal, was möglich wäre für heimische Veranstalter.
Andere Gründe, warum Events in Österreich scheitern, wie zum Beispiel unser Heimrennen in Tieschen, das mal über 5.000 Besucher hatte, sind schlichtweg geänderte Lebensbedingungen bei den Initiatoren und Helfern, wie zum Beispiel Familiengründungen. Es ist einfach sehr viel Eigeninitiative nötig.

Wie spielt die Entwicklung der Bikeparks in Österreich hier mit rein und welchen Einfluss haben sie auf die Zukunft des Sports? Die Kids haben doch alle Möglichkeiten...

P: Grundsätzlich muss man mal sagen: Super was puncto Bikeparks in Österreich passiert ist! Echt toll! Man kann aber Bikeparks und Rennstrecken überhaupt nicht miteinander vergleichen. Ein Parkfahrer, der ein Downhillrennen fahren möchte, wäre ziemlich überfordert, wie sich jetzt erst beim IXS Cup auf der Worldcup Strecke in Leogang gezeigt hat. Dort sind die Hobbyfahrer nur so gepurzelt. Da hätte entschärft gehört.
Dazu kommt, dass viele Bikeparks - auch aus vorher genannten Gründen - gar keine Rennen austragen und sich Talente deshalb nicht zeigen können. Es fehlt die Vergleichsmöglichkeit im Kampf gegen die Zeit - das ist das Wichtigste.

M: Mein Eindruck ist, dass oft zu wenig Motivation bei den Kids da ist. Bikeparks sind Fun, da kann man sich eine Gaudi machen. Das geht mehr in Richtung Freeride-Lifestyle, hat aber mit einer Renneinstellung wenig zu tun. Die Unterstützung durch die Eltern wäre meistens gegeben - vom Material bis zum Transport zu den Rennen. Wir haben uns damals durch Erfolge unser Material "erkämpft", Mitfahrgelegenheiten gesucht und in Zelten campiert - hatten dadurch vielleicht aber auch mehr Biss, voran zu kommen. Der geht mir dort und da irgendwie ab beim talentierten Nachwuchs.

P: Bis zu einem gewissen Grad hat man diese Renneinstellung in sich oder nicht. Uns hat´s immer schon getaugt gegen die Zeit zu fahren und uns zu messen. Wir freuen uns noch immer auf den Nervenkitzel am Start - auch wenn ich früher mit der Nervosität oft gekämpft habe. Die mentale Stärke braucht ein Rennfahrer einfach - die stellt sich jedoch oft erst mit der Routine ein. Diese Anspannung vor einem Rennen taugt vielleicht einem jungen Parkfahrer mit Talent nicht unbedingt.

M: Wir wissen ehrlich gesagt selbst nicht so genau wie man das ändern kann, da wir einfach Rennfahrer sind und uns nicht zusätzlich motivieren müssen. Wir haben einige Talente, denen alles bis zum Renntag taugt und die motiviert sind, dann wenn´s drauf ankommt aber einen Rückzieher machen - schade!

  • Mathias und Petz in Windischgarsten ...Mathias und Petz in Windischgarsten ...
    Mathias und Petz in Windischgarsten ...
    Mathias und Petz in Windischgarsten ...
  • ... eines der wenigen, heimischen Top Events.... eines der wenigen, heimischen Top Events.
    ... eines der wenigen, heimischen Top Events.
    ... eines der wenigen, heimischen Top Events.
  • Bikepark Wagrain...Bikepark Wagrain...
    Bikepark Wagrain...
    Bikepark Wagrain...
  • toller Spot für Einsteiger und Profis.toller Spot für Einsteiger und Profis.
    toller Spot für Einsteiger und Profis.
    toller Spot für Einsteiger und Profis.

Petz, du bist seit Jahren fast alleine an der Spitze des Damen-Downhillsports in Österreich. Wie kannst du dich noch pushen ohne nennenswerte Konkurrenz?

P:
Früher vor allem gemeinsam mit der Anita Molcik. Seit ihrem Wechsel zum 4 Cross haben sich unsere Wege aber etwas getrennt. Mein Training mit Mathias und Michi ist vor allem meine Motivation.
Letze Woche haben wir mit dem Dirt-Jumpen begonnen - meine neue Berufung! Neue Motivation! lacht

Mädls sind im Downhillsport kaum zu finden. Woran liegt´s, was gehört getan?

P: In Frankreich gibt´s teilweise tolle Förderungen im BMX-Sport, in Form von Schulkooperationen, ähnlich wie bei uns im Fußball. Wobei in Deutschlandsberg (Stmk.) ein derartiges Projekt gerade entsteht. Das wäre ein guter Ansatz.
Daneben birgt der Sport natürlich schon auch Gefahren. Für eine 16-Jährige gibt´s da angenehmere Alternativen als sich im Dreck zu wuzzeln und hart zu trainieren. Die Strecken werden schwerer und demotivieren oft junge Fahrerinnen. Auch da gehört der Hebel angesetzt. Dazu kommt noch der mentale Faktor in dem Sport. Und generell muss man sich die Frage stellen: "Welche Mutter bzw. Eltern bringen ihre Töchter aktiv zum Downhillsport?" Ich bestimmt einmal! Vielleicht sollten wir "NEXT PETZ" als Format starten! lacht

Viele Mädls begleiten ihre Freunde zu den Rennen, würden aber selbst nicht den Schritt aufs Bike wagen. Kleine Rückschläge oder Verletzungen bringen dann oft schnell das Aus. Auch hier sind geänderte Lebenssituationen wie Job oder Familiengründung oft der Grund für den Ausstieg aus dem Sport.
Ich möchte mich später auch mehr für Fahrtechnikkurse, die sich gezielt an Mädls richten, engagieren. Trotzdem fällt auf, daß sich jetzt wieder mehr Mädls aufs Bike wagen, ob beim Cross Country, Freeride oder Downhill. Zu meinen Anfängen waren wir bis zu 12 Mädls am Start der Rennen, jetzt oft nur noch drei. Aber auch hier geht der Trend aufwärts. Ich treffe mindestens fünf motivierte Grils bei meinen Trainingssessions in den Bikeparks. Auch in die Rennszene steigen wieder mehr ein. So soll es sein! Mädls, traut's euch!

Mathias, wie ist die Lage bei den Männern? Den DH in Österreich dominieren die Burschen vom FastForward Racing Team rund um Markus Pekoll (UCI Rank 33) und Boris Tetzlaff (UCI Rank 52). Du selbst liegst um Platz 130. Wie sieht´s mit dem Nachwuchs aus?

M: Die Brüder vom Markus beginnen jetzt auch, da könnte sich also etwas entwickeln. Aus unseren Reihen haben wir mit David Trummer ein Spitzentalent mit gutem Umfeld und dem nötigen Biss. David ist fahrtechnisch extrem gut und er hat den Willen und die richtige Einstellung zum Wettkampfsport. Das taugt mir. Da helfe ich gern.

Bernd Kindermann, unser Trainer, wollte schon im Vorjahr "Sichtungstermine" für den Nachwuchs am Semmering machen. Leider musste der Termin, trotz vieler Anmeldungen, aufgrund von frühzeitigem Schneefall im Herbst entfallen. Der Heinz Sieder aus Schladming ist auch aktiv im Nachwuchs tätig. Zwei gute Männer.

Petz, kann man als Österreichs beste Downhillerin von dem Sport leben? Wie sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen?

P: Über den Sommer kommen wir, dank unserer Sponsoren, gut. Im Winter müssen wir aber unseren erlernten Berufen nachgehen. Zusätzlich im Sommer, wie in meinem Fall als Kindergartenpädagogin, zu arbeiten ist einfach nicht vereinbar und wäre eine Zumutung für die Kinder, da ich oft schon Donnerstag oder Freitag zu den Rennen anreise. Deshalb arbeite ich nur in den Wintermonaten.

M: Wir halten uns über Wasser. Im Frühjahr schaut´s mit der Kohle oft nicht mehr so gut aus. Die Spitze wird halt immer enger und damit ist ein Trainingslager im Süden auch im Winter irrsinnig wichtig. Für jeden Trainingsrückstand im Winter bekomme ich dann die Watschn im Sommer.

P: Ich arbeite im Winter 30 - 40 Stunden. Es ist der Kampf gegen den eigenen Schweinehund um 7 Uhr ins Fitnesscenter zu gehen. Das habe ich aber letzten Winter konsequent gemacht und es hat sich auch ausgezahlt. Sowas muss man sich immer vor Augen halten. Alternativ gehe ich Motocrossfahren. Meine erste Liebe ist mein Freund Michi Staufer, dann kommt schon Motocrossfahren - aber eigentlich doch noch Downhillen auf Platz 2. Dirt-Jumpen hab ich auch vergessen. lacht

Petz, dein Freund Michi Staufer ist MX-Profi. Du fährst auch immer mehr MX? Was kannst du aus dem MX für´s Downhillen mitnehmen? Wie untersützt dich Michi?

P: MX ist ähnlich wie Downhillen. Zum Beispiel das rasche Einstellen auf verschiedene Böden, weite Sprünge oder die ideale Linienwahl - da kann ich viel mitnehmen. Trotzdem ist MX viel statischer als Downhillen. Dort arbeitest du mehr mit Gewichtsverlagerung, beim Downhillen arbeitet jeder Muskel deines Körpers und du musst wesentlich reaktionsschneller sein um die vielen Hinternisse gut zu nehmen. MX ist vorhersehbarer.
Von Downhill auf MX ist die Umstellung nicht so groß, auch wenn die Sitz-/Stehposition anders ist. Umgekehrt von MX auf Downhill habe ich oft das Problem, dass ich über´s Vorderrad rutsche, weil das Handling einfach anders ist. Mir taugt´s einfach voll und ich konnte letztes Jahr sogar den dritten Platz im Ladies-Cup mit oft nur einem Trainingstag davor herausfahren. Man braucht einfach die richtige Einstellung zu beiden Disziplinen.
Michi arbeitet viel bei KTM und versucht mich in jeder freien Minute zu unterstützen. Ich betreue ihn aber genauso umgekehrt bei seinen Rennen wenn´s die Zeit zulässt.

  • Petz beim MotocrossenPetz beim Motocrossen
    Petz beim Motocrossen
    Petz beim Motocrossen
  • Platz 3 beim Ladies Cup trotz wenig TrainingPlatz 3 beim Ladies Cup trotz wenig Training
    Platz 3 beim Ladies Cup trotz wenig Training
    Platz 3 beim Ladies Cup trotz wenig Training
  • MX und Downhill ergänzt sich super für die Steirerin.MX und Downhill ergänzt sich super für die Steirerin.
    MX und Downhill ergänzt sich super für die Steirerin.
    MX und Downhill ergänzt sich super für die Steirerin.

Wie sieht so ein durchschnittlicher Tagesablauf eines Downhillprofis aus?

P: In der Früh viel Kaffee. Ich bin süchtig. Lacht Dann muss man in den drei Tagen vor dem Rennwochende Ausdauer, Technik und Krafttraining unter einen Hut bringen. Ausdauer vor allem durch viel Zeit am Rennrad. Durch unseren Trainer sind wir da jetzt schon echt brav geworden. Früher gab´s noch mehr Party, jetzt ist es eher die Ausnahme. Aber die Zeiten, als wir mit Shaun Palmer noch auf ein Bier gegangen sind und bis in die Früh gefeiert haben, sind vorbei.

M:
Es ist alles professioneller und leistungsorientierter geworden. In Maribor waren 20 Fahrer innerhalb einer Sekunde. Da darf man sich keine Fehler leisten und dazu muss man viel Zeit ins Training investieren. Wir arbeiten täglich hart an uns.

Habt ihr einen Plan B für die Zeit danach bzw. bei einem unerwarteten Karriereende?

M: Ich bin Motorrad-Fahrtechnikinstruktor beim ÖAMTC und möchte dort weiterarbeiten. Ich möchte dem Sport aber erhalten bleiben. Wir haben aber noch einige Jahr vor uns, um unsere Ziele zu erreichen.

P: Ich würde mich freuen, mit den jetzigen Sponsoren, zu denen ich über die Jahre gute Kontakte aufgebaut habe, und wo ich mein Wissen einbringen kann, enger zusammen zu arbeiten.

Was sind eure negativsten, abgründigsten Seiten? Wie würde euch die/der Ex beschreiben?

P: Ewig rastlos. Gibt nie eine Ruhe. Mein Freund Michi sagt: "Eine 100% Frau in allen Lebenslagen". Das nervt sicher auch manchmal mein Umfeld.

M: Meine Ex würde sagen: "Immer weg, niemals da." Daran ist es auch gescheitert. Ich bin immer auf Achse. Im Winter immer Arbeiten, im Sommer immer weg.

P: Außerdem bist immer zu spät. Mindestens 10 Minuten.

M: Außer heute lacht

P: Stimmt, aber bei der WM bist ja sogar zu spät zum Start gekommen.

M: Ja, da hab ich´s beim Aussteigen aus dem Lift schon piepsen gehört! Wollte gleich direkt durchs Starthaus fahren, hinein in den Run. Der Starter hat mich aber noch zu einem Stop gezwungen, das hat mich mindestens 2 Sekunden gekostet. Lacht Wird mir aber sicher nicht mehr passieren.

Euer Schlussstatement:

P: An dieser Stelle möchten wir uns natürlich bei unseren Sponsoren bedanken. Allen voran Christian und Martin von Alpine Commencal für den tollen Einsatz. Weiter so!

M: Ich würde mir wünschen, dass die Jungen sich der Herausforderung des Sports stellen und ihn weiterbringen. Gebt´s Gas und überwindet´s den Schweinehund!

Fotocredits: Martin Steiger, Martin Zeiler, Tom Krajacic, Keith Valentine, Stefan Voitl


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