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Cervélo S5VWD

Cervélo S5VWD

03.08.14 20:20 30.804Text: NoPainFotos: Erwin Haiden, Kurt SchindlerPraxistest des modernen Aero-Renners, der bei 45 km/h eine Leistungs-Einsparung von bis zu 37 Watt gegenüber einem gewöhnlichen Rennrad ermöglichen soll. Wir haben ihn bei Wind und Wetter ausprobiert.03.08.14 20:20 30.822

Cervélo S5VWD

03.08.14 20:20 30.82218 Kommentare NoPain Erwin Haiden, Kurt SchindlerPraxistest des modernen Aero-Renners, der bei 45 km/h eine Leistungs-Einsparung von bis zu 37 Watt gegenüber einem gewöhnlichen Rennrad ermöglichen soll. Wir haben ihn bei Wind und Wetter ausprobiert.03.08.14 20:20 30.822
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Eine gesunde Skepsis gegenüber den Versprechen von Aerorad-Herstellern ist nie verkehrt. Zu oft sollen dem Käufer unrealistisch hohe, per Labortest ermittelte bzw. theoretisch hochgerechnete Watt- und Zeitersparnisse den Mund wässrig machen. In der Realität jedoch lassen sich die genannten Vorzüge selten beweisen und schwer umsetzen; häufig überwiegen die Nachteile der ovalen Rohrformen mit zusätzlichem Gewicht, geringerer Seitensteifigkeit, schlechterer Fahrstabilität und reduziertem Komfort.

Luftwiderstand - Physik Exkurs

Der Luftwiderstand beträgt rund 80% der Summe aller Fahrwiderstände, mit denen der Radfahrer zu kämpfen hat. Rund drei Viertel davon macht die Sitzposition aus, den Rest teilen sich Laufräder, Bekleidung (Einteiler, Überschuhe, Helm) und ein aerodynamisch optimierter Rahmen.
Da die notwendige Leistung zur Überwindung des Luftwiderstands mit zunehmender Geschwindigkeit in der dritten Potenz wächst, wäre beispielsweise für das doppelte Tempo die achtfache Leistung notwendig.

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"Ein Aero-Rahmen alleine kann keine Wunder vollbringen."
NoPain, Prospekt-Skeptiker

So muss jeder Stundenkilometer mehr Durchschnittsgeschwindigkeit hart erarbeitet werden, wobei den größten Teil am Luftwiderstand sicherlich der Fahrer selbst repräsentiert und ein Aero-Rahmen aufgrund seiner geringen Einflüsse aufs Gesamtsystem keine Wunder vollbringen kann.

Andererseits begünstigen aerodynamische Rohrprofile, verringerte Stirnflächen, optimierte Trinkflaschenhalter, geschmeidige Übergänge zu den Laufrädern hin und integrierte Brems- und Schaltzüge eine höhere Fahrgeschwindigkeit. Unbestritten sind auch die Geometrievorteile vieler Aerorenner, die es Sprintertypen und Rouleuren erlaubt, tief gebeugt in die Pedale zu hämmern.

Der (Einsatz-)Zweck heiligt die Mittel

Geschwindigkeits-Junkies, die ihr persönliches Leistungspotential, den BMI, ihre aerodynamische Bekleidung und die Felgenhöhe schon maximal optimiert haben, greifen in weiterer Folge - fast schon als logische Konsequenz - zum Aero-Renner. Dabei nehmen sie den einen oder anderen Nachteil gegenüber klassischer Leichtrahmen gerne in Kauf - denn nicht der Weg, vielmehr der Schnitt ist das Ziel. Liebhaber moderner Technik hingegen besitzen ohnehin alle Rechte und tätigen mit einem Aerorahmen nebenbei ein lohnenderes Investment als beispielsweise mit sündhaft teuren Keramiklagern.

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Hersteller-Claim gemäß der "White Papers" und dem 2014er Verkaufskatalog
37 Watt Einsparung bei 45 km/h gegenüber einem "Typical Road Bike"
"25,1 Watt? Ich will jedes einzelne davon haben."
NoPain, TOUR-Test-Jünger

Grund genug für uns, das Cervélo S5VWD,
laut TOUR 02/2014 "schnellstes Straßenrennrad auf dem Markt", genauestens unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn die im Test ermittelten 25,1 Watt gegenüber dem Langsamsten bei 45 km/h, bzw. das Hersteller-Versprechen von 37 Watt gegenüber herkömmlichen Rennrädern, in Anbetracht oben genannter Luftwiderstands-Anteile etwas utopisch klingt, wurde unser Interesse geweckt, sämtliche Zweifel über Board geworfen und ein Testrad in NoPains Wunschgröße beim Bikepirat.at abgeholt. Persönlicher Leistungshorizont hin oder her - für ein paar Watt weniger Luftwiderstand würde unser CEO sogar seine eigene Großmutter verkaufen.

Technologie

  • Cervélo S5VWD

Mit dem S5VWD (Vroomen White Design) zeigen die Kanadier, was in Sachen Aerodynamik auf dem Rennrad-Sektor derzeit machbar ist. Der Rahmensatz basiert auf dem günstigeren Modell S5, besitzt die gleichen TrueAero-Rohrformen und wurde nach den neuesten Erkenntnissen des Projects California in puncto Gewicht und Steifigkeit optimiert. In Zahlen bedeutet dies eine Gewichtseinsparung von 270 Gramm. Damit wiegt der Rahmen des S5VWD ca. 990 Gramm in Größe 54 - nicht schlecht für ein Aerobike.

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Tiefes Unterrohr
Das tropfenförmige Unterrohr besitzt ein besonders aerodynamisches Profil und liegt etwas tiefer als üblich, um einen perfekten Übergang zum Vorderrad zu schaffen. Dieser reduziert den Luftwiderstand, indem er den Fahrtwind mitsamt der vom Vorderrad generierten Luftströme optimal am Rahmen vorbeigleiten lässt.
Ihre patentierte Technik zur individuellen Anpassung aerodynamisch relevanter Bereiche nennt Cervélo "Aerozone Engineering Principle" .

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Schmales Steuerrohr
Das vermeintlich überlange Steuerrohr beruht zum Teil auf einer optischen Täuschung, da das Unterrohr eben tiefer als üblich liegt. Der Steuerkopf ist extra-schmal geformt und besitzt durchgängig 1-1/8" Lenklager, was aus aerodynamischer Sicht zwar durchaus Sinn macht, der Steifigkeit an der Front allerdings nicht gerade zuträglich ist.
Hinter dem 3T-Vorbau verschwindet das Di2-Schaltkabel im Oberrohr; an der linken Seite ist der Bowdenzug der hinteren Bremse zu erkennen.

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Shaped for bottles
Cervelo optimierte den Rahmen für die Verwendung einer oder zwei Trinkflaschen. Tests im Windkanal sollen nahezu identische Messwerte mit und ohne Flaschen liefern.
Mittlerweile haben die zwei Flaschenhalter-Positionen am Unterrohr auch schon bei anderen Herstellern Schule gemacht. Wird nur eine Flasche benötigt, bietet sich aus aerodynamischer Sicht die untere Position an. Die obere erlaubt die Montage eines zweiten Halters am Sitzrohr.

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Schützende Sitzstreben
"Hiding the rear brake from the wind, not from the mechanic."
Speziell geformte Sitzstreben schützen die hintere Standard Shimano Bremse und lassen den Wind optimal an den Bremszangen vorbeigleiten. Die Bremse bleibt einfach einzustellen und ist bei Bedarf schnell zu öffnen. Außerdem finden die breitesten Felgenprofile locker darin Platz - auch ohne Mechaniker-Diplom.

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Erweiterter Sitzrohr-Ausschnitt
Das am Hinterrad relativ knapp anliegende Sitzrohr verbessert laut Cervélo die Aerodynamik am Heck des Rades signifikant. In diesem Bereich gilt es, den Fahrt- und Seitenwind am Hinterrad, das mit fast doppelter Fahrtgeschwindigkeit selbst störende Luftströme erzeugt, vorbeigleiten zu lassen. Das ganze wird durch die bewegten Beine des Fahrers zusätzlich verkompliziert.
Nachteil dieses Designs - in Verbindung mit den nicht einstellbaren und vertikalen Ausfallenden - ist die maximale Reifenbreite von 23 mm. Der Rahmen bietet zu wenig Abstand, um 25 mm breite Clincher oder 24 mm breite Schlauchreifen schleiffrei montieren zu können.

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BBright Innenlager-Standard
Auf der linken Rahmenseite steht generell mehr Platz zur Verfügung, da keine Kettenblätter behindern - entsprechend werden Unterrohr, Tretlagergehäuse und Kettenstrebe beim Cervélo BBright sichtbar breiter gebaut.
Auf der Antriebsseite verschenken herkömmliche Rahmen Steifigkeit, denn der nach innen geneigte Kurbelstern verhindert, dass Unter- und Sitzrohr die optimale Breite aufweisen können. Durch die Bauweise des offenen BBright Standards rückt der Rahmen näher an die Kettenblätter. Das Resultat ist ein deutlicher Gewinn an Stabilität, nicht zuletzt durch die 30 mm-Tretlagerachse.

  • Cervélo S5VWD

Ausstattung und Geometrie

  • Cervélo S5VWD

Ausstattung S5VWD Di2

RahmenCervélo S5 VWDTretlagerBBright PF-30
Größen48, 51, 54, 56, 58, 61KurbelRotor 3D+ BBright 52/36
SteuersatzFSA IS2KassetteShimano Ultegra 6800 11f 11-25
GabelCervélo FK26 ULKetteShimano Ultegra 6800 11f
Vorbau*3T ARX Team 100 mmSchalthebelShimano Dura Ace Di2 9070 11f
Lenker3T Ergonova Team 42 cm c-c, 31.8SchaltwerkShimano Dura Ace Di2 9070 11f
LenkerbandFi'zi:k, schwarzUmwerferShimano Dura Ace Di2 9070 11f
SattelstützeCervélo Aero Seat Post (2 position)BremsenShimano Dura Ace 9000
Sattel*Fi'zi:k AntaresReifen*Mavic Yksion Comp 120 tpi 23mm
Laufräder*Mavic Cosmic Elite SSchnellspannerMavic
Gewicht7,22 kg in Originalausstattung o.P.Preis€ 8.000,-
* im Test3T Integra LTD Stem 120 mm -10°,
Dash Stage.9 Sattel
Airstreeem Carbon Aero 50 DR,
Vredestein Senso SL 23 mm Pneus
  • Cervélo S5VWD

On the road

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Castelli Body Paint 2.0 Bibshort
DetailansichtAus einem einzigen Stück Power Stretch Lycra gefertigt. Dieses elastische Gewebe unterstützt die Muskelfunktion. Die nahtlos, flach anliegenden Träger aus GIRO++ garantieren perfekten Komfort und maximale Bewegungsfreiheit. Der Netzeinsatz am Rücken sorgt für einen noch besseren Temperaturausgleich.
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Castelli Climber's Jersey FZ Kurzarmtrikot
DetailansichtGerade mal 91g beträgt sein Trockengewicht. Im Einsatz nimmt dieses Trikot weniger Feuchtigkeit auf, darum vervielfacht sich die Gewichtsersparnis, wenn es mit Vollgas hinauf nach Alpe d'Huez geht oder wieder mal die Trainingspartner bei der wöchentlichen Ausfahrt geschlagen werden müssen.
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Giro Prolight SLX II Rennradschuh
DetailansichtDas SuperNatural Fit System sorgt dafür, dass der Fahrer den Schuh optimal an seinen Fuß anpassen kann, um das Fußgewölbe perfekt zu unterstützen und den Fersenhalt zu maximieren. Dazu kommt die extraflache Easton® EC90 ACC Sohle, die in Sachen Kraftübertragung und Steifigkeit unschlagbar ist.
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Castelli Performance Cycling Cap Radmütze
DetailansichtDurch die Polyester-Vorderseite leitet die Performance Cycling Cap ausgezeichnet die Feuchtigkeit weg. Die Mesh-Rückseite sorgt für maximale Belüftung des Kopfes.
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Castelli Rosso Corsa 6 Socken
DetailansichtRevolutionärer Komfort. Die Oberseite besteht aus ultra-dünnem, extrem atmungsaktivem und durchsichtigem Gewebe. Der Knöchelbund ist 6cm hoch.
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Airstreeem Carbon Aero 50 DR
DetailansichtAirstreeems Highend-Laufradsatz Carbon Aero 50 nun auch als Drahtreifen-Version mit 1.522 Gramm, hoher Steifigkeit und enormer Bremsleistung.
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Vredestein Fortezza Senso SL
DetailansichtDer neue Wettkampf- und Trainingsreifen von Vredestein für alle Witterungsverhältnisse mit hervorragendem Pannenschutz. Der Reifen ist in zwei Mischungen (AWS und XWS), drei Dimensionen (23, 25, 28 mm) und verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Racer, Zeitfahrer und Triathleten greifen zur leichten und besonders flexiblen SuperLite-Version mit 220-TPI-Karkasse.
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Viele Aeroräder besitzen eher hölzerne und träge Fahreigenschaften. Nicht so das S5VWD - es fährt sich extrem agil, dennoch laufruhig und lässt sich präzise um jede Kurven steuern. Hauptanteil dafür trägt wohl seine spezielle Rahmengeometrie mit langen Kettenstreben und steilem Steuerrohr (73,1° in Gr. 54). Einziger Wehrmutstropfen ist der knappe Abstand zwischen Vorderrad und den Zehenspitzen in der 3-Uhr-Stellung. Bei engen Wendemanövern touchiert der Radschuh gerne mit dem Pneu, was zu akrobatischen Einlagen führen kann.

Selbstverständlich fällt die Seitensteifigkeit des S5VWD-Rahmens etwas geringer aus als bei anderen Highend-Allroundern mit breiteren, konifizierten Rohren - für einen kompromisslosen Aerorenner ist sie allerdings im grünen Bereich. Auch auf Tempowechsel und Zwischensprints reagiert das Rad willig und das extrabreite BBright Tretlager gibt dabei gefühlsmäßig keinen Millimeter nach. Oder besser gesagt: Die Steifigkeit ist für normalgewichtige Fahrer im Alltags- und Renneinsatz mehr als ausreichend. Nur echte Sprinter und Schwergewichte wünschen sich hier mehr - die Fahrstabilität bleibt allerdings stets unkritisch.

Die Sitzposition fällt ungewohnt komfortabel aus. Dieser aerodynamische Nachteil beruht auf dem relativ kurzen Reach und dem hohen Steuerrohr, welche den Fahrer in eine aufrechte Position bringen. Für eine optimale aerodynamische Position müssen sämtliche Spacer weggelassen und ein langer, negativer Vorbau montiert werden.
Alles andere als komfortabel ist die die vertikale Dämpfung des Rahmens, insbesonders der geringe Komfort der Aero-Sattelstütze auf schlechtem Terrain. Der Fahrer wird zwar nicht ganz so schlimm durchgeprügelt wie auf einem Venge, aber die allgemein bekannten Komfort-Nachteile von Tropfenprofilen können nicht verleugnet werden.

Aero-Tuning by Castelli

Das Climber Jersey von Castelli wurde zwar für niedrigstes Gewicht und besten Feuchtigkeitstransport entwickelt, ähnelt im Schnitt allerdings dem Aero Race Jersey: extrem passgenau, eng anliegend für maximale Performance im Renneinsatz. In meinem Fall musste ich zu einer Nummer größer als gewöhnlich greifen und spüre auch noch in Größe Large fast keinen Unterschied zu meinem TT-Anzug.

Die aus einem einzigen Stück Power-Stretch-Lycra gefertigt Trägerhose unterstützt neben der Muskelfunktion auch die höchsten aerodynamischen Ansprüche. Wer schon den KISS3 Sitzpolster von Castelli liebt, wird den Progetto X² Sitzpolster mit seinen verschiedenen Polsterstärken vergöttern - versprochen!

Real Life Experience

  • Cervélo S5VWD

Nachdem unser hauseigener Windkanal in Wiener Neustadt noch nicht fertiggestellt ist, musste ich meine Speed-Tests auf die freie Wildbahn beschränken.

Dazu wählte ich die Röhsler&Co Einzelzeitfahren rund um Wien und ging bei insgesamt drei flachen Bewerben mit dem Cervélo S5VWD an den Start. Ziel war ein 45er Schnitt über 20 Minuten, den ich bis dato noch mit keinem Rennrad erreicht hatte. Das wäre zwar noch immer kein echter Beweis für die "beste Aerodynamik" gewesen, aber zumindest ein kleines Indiz.

Beim dritten Bewerb rund um Seibersdorf gelang mir schlussendlich ein Schnitt von 45,78 km/h. Auch der anschließende Blick in die Ergebnisliste verdeutlichte: das Rad ist sauschnell und performt aus aerodynamischer Sicht "fast" so gut wie ein echtes Zeitfahrrad.

  • EZF Bierbaum20:23 Minuten43,88 km/hEZF Bierbaum20:23 Minuten43,88 km/h
    EZF Bierbaum
    20:23 Minuten
    43,88 km/h
    EZF Bierbaum
    20:23 Minuten
    43,88 km/h
  • EZF Seibersdorf29:24 Minuten44,93 km/hEZF Seibersdorf29:24 Minuten44,93 km/h
    EZF Seibersdorf
    29:24 Minuten
    44,93 km/h
    EZF Seibersdorf
    29:24 Minuten
    44,93 km/h
  • EZF Seibersdorf28:58 Minuten45,78 km/hEZF Seibersdorf28:58 Minuten45,78 km/h
    EZF Seibersdorf
    28:58 Minuten
    45,78 km/h
    EZF Seibersdorf
    28:58 Minuten
    45,78 km/h

Fazit

Cervélo S5VWD Di2
Modelljahr:2014
Testdauer:1.200 km und drei TT-Rennen
+"best in class" Aerodynamik im Windkanal und auf der Straße
+hohe Alltagstauglichkeit
+agiles Lenkverhalten, laufruhig
+optimiert für Trinkflaschen
oSteuerrohr nicht tapered
ogeringer Dämpfungskomfort der Aerostütze
oRahmenheck für 24 bzw. 25 mm breite Reifen zu knapp bemessen
-unwürdiger Laufradsatz
BB-Urteil:Schnell, eigenständig, für ein aerodynamisch optimiertes Modell recht leicht, teuer.

Abgesehen von den generellen, konstruktionsbedingen Nachteilen eines Aerorahmens (Komfort, Seitensteifigkeit, Gewicht) wird der Fahrer mit dem besten am Markt erhältlichen Rennrad-Aerodynamik-Package belohnt.

Hohe Agilität, Laufruhe, top Cornering und "best in class"-Aerodynamik summieren sich zu einem Renner, der viel mehr als eine reine Aeromaschine bietet. Das Cervélo S5VWD hilft Energie zu sparen, sieht trotz "form follows function" extrem geil aus und macht einfach Spaß, gefahren zu werden.

Ideal für lange Solofluchten und Triathlons mit Windschattenfreigabe.

  • Cervélo S5VWD

mir direct-mount Bremsen hätte man 38,2W einsparen können ;) auch ohne Großmutter verkaufen

die Optik gefällt mir nicht, das kann die Konkurrenz besser

 

für dich als echten sprinter, und für mich - als echtes schwergewicht - wäre das rad nicht der weg zum glück. bin ein bissl gefahren, es ist super agil und wirklich schnell, aber über 75kg merkt man vermutlich schon, dass es aero ist, und nicht sprint..

vertikal schön steif...wenn man richtig reinsteigt und schwer ist, muss man in bezug auf seitensteifigkeit kompromisse machen...vor allem in lenkkopf breich - die supersuperleicht schnellspanner trugen das ihre bei.

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merkt man tatsächlich eine unterschiedliche Steifigkeit verschiedener Schnellspanner? darauf hatte ich bis jetzt noch nie geachet, aber ich werde das überprüfen

 

 

Jop, die machen einen Riesen Unterschied - kommt aber sehr stark

auf den spannmechanismus an - manche muss man bis an die Grenze

der materislfestigkeit anknallen - meist eben die superleichten.

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Aha das ist der Bericht also wieder. Ich hatte schon an meiner Geistesverfassung gezweifelt als ich den Bericht vor Kurzem nachts - ich glaube an einem Wochenende - schon mal gelesen habe und er kurz danach wieder weg war.

Obwohl ich die Aeroräder optisch häufig ganz schick finde wäre so ein Teil für mich nichts. Die Nachteile wie Einschränkung bei der Reifenwahl, wenig Komfort überwiegen da für mich gegenüber der Einsparung von ein paar Watt. Ich kann aber auch die angegeben 45km/h nicht so lange treten und bei 35km/h dürften von den 37 Watt schon nicht mehr viele übrig bleiben. Abgesehen davon muss man die Zahl, wie im Text erwähnt ja eh kritisch betrachten bzw. die Frage stellen welches Rad da als Vergleichsobjekt hergenommen wurde.

Was meines Erachtens vollkommen daneben ist, ist der Laufradsatz den die da draufpacken. Klar kann man immer damit argumentieren, dass es Käufer gibt, die "ihren" LRS eh zu Hause haben, dann müsste man aber konsequent sein und das Teil komplett ohne verkaufen. Abgesehen davon, dass dieser LRS bei einem Preis von 8000€ ein schlechter Witz konterkariert er ja auch den ganzen Sinn dieses Rades.

Dass dann auch noch eine Ultegra Kette und Kassette verbaut werden schießt den Vogel schon ein wenig ab. Solche Pfennigfuchserei und Trickserei erwarte ich bei den Brot und Butter Rädern in den großen Fahrradgeschäften, für eine Firma wie Cervelo finde ich sie unwürdig. Damit haben sie sich für mich nicht als erste Anlaufstelle für die Zukunft qualifiziert.

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es wird sicher nur deshalb mit den Laufrädern angeboten, weil man sonst sofort die 10mille sprengen würde.

für mich persönlich würde das aber auch keinen Unterschied mehr machen, in jedem Fall ein paar Preisklassen über meinem Budget. der angepeilten Zielgruppe würde das sicherlich auch egal sein.

das mit den Ultegra Teilen hab ich erst jetzt gesehen, muss echt nicht sein (wobei mir eine Ultegra Kette hundert mal lieber ist als eine KMC...)

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es wird sicher nur deshalb mit den Laufrädern angeboten, weil man sonst sofort die 10mille sprengen würde.

für mich persönlich würde das aber auch keinen Unterschied mehr machen, in jedem Fall ein paar Preisklassen über meinem Budget. der angepeilten Zielgruppe würde das sicherlich auch egal sein.

das mit den Ultegra Teilen hab ich erst jetzt gesehen, muss echt nicht sein (wobei mir eine Ultegra Kette hundert mal lieber ist als eine KMC...)

 

Man müsste ja nicht direkt Carbon-LRS für 2000-3000€ draufgeben, obwohl das natürlich in Anbetracht der restlichen Ausstattung passend wäre. Je nachdem was man da nimmt könnte man wohl auch knapp unter der 10Kilo-Marke bleiben. Wenn sie aber schon ein paar Cosmic SLE oder SLS draufgeben würden. Das sollte sich auch für 8000€ machen lassen oder meinetwegen 500€ hochgehen.

 

Meine Preisklasse ist das definitiv auch nicht, wobei ich nicht ausschließen wollte mir jemals solch ein teures Rad zu kaufen.

 

Natürlich machen die Ultegra-Teile funktionell keinen Unterschied. Ich finde das aber sehr ärgerlich, weil es für mich in die Richtung Täuschung geht und ich mich frage wofür. An der Kette sparen sie ein paar Cent und an der Kassette vielleicht 100€, vermutlich weniger, ich kenne die Preise nicht die Shimano den Herstellern macht. Es kann also wohl kaum sein, dass die Sparmaßnahmen sein müssen um den Endpreis halten zu können. Solch eine Pfennigfuchserei bzw. Gewinnmaximierung finde ich furchtbar. Und wenn man es schon macht würde ich mir auch viel eher gefallen lassen, wenn sie z.B. eine Ultegra Kurbel verbauen, das ist für jeden sofort ersichtlich. Es bei diesen "versteckten" Teilen zu tun hinterlässt bei mir jedenfalls einen ziemlich faden Beigeschmack.

Ich stelle mir vor, ich kaufe so ein Teil und stelle das beim ersten Zerlegen / Austausch fest - ich würde mir ziemlich beschissen vorkommen.

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Ich kann diese Wattzahlen ohnehin nicht ganz glauben. Schaut man sich das bei 35km/h an, liegen zwischen dem S5 und einem "typischen Rennrad" (welches merkwürdigerweise signifikant "schlechter" ist als die R-Modelle von Cervelo) 16Watt. Damit entspricht alleine die Differenz der Rahmen ca. 10% der Gesamtleistung. Bei 40km/h wären es sogar schon um die 12%. Es geht hier wohlgemerkt nicht um den Gesamtanteil des Rades am Luftwiderstand, sondern nur um den Unterschied zwischen den Rädern, also der Einsparung. Das kommt mir zu hoch vor.
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die messungen und vergleiche haben im normalfall mit der praxis, also mit einer fahrt draussen im wind, mit fahrer drauf, usw. absolut nichts zu tun.

das sind mögliche berechnungen, das ergebnis trifft einmal unter besonderen umständen zu - meist aber nie.

fast alle hersteller machen da dasselbe spielchen.

 

ein rahmen allein hat mmn. kaum auswirkung...es kann sogar passieren, dass ein rahmenset mit einem bestimmten laufrad richtig schnell ist, und mit einem anderen richtig langsam - es kommt aufs gesamte setup an.

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Ist wohl so ähnlich wie mit dem Spritverbrauch und den Abgaswerten bei einem Auto, das wird auch im Labor ermittelt

und ist im richtigen Leben dann ganz anders.

 

Ich denke in der Hobbetten Kategorie spielen die Wattzahlen bei einem Aero Rahmen oder Laufrad eine untergeordnete Rolle.

Wennst z.B. zum Röhsler-Cup müde hinkommst, weil Du den ganzen Tag in der Arbeit oder im Auto unterwegs warst, dann holst das mit 10 Watt Luftwiderstand auch nichtmehr ein ...

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Ich glaub das wird dann sehr stark von Stizposition und Fahrstil abhängen ...

 

Die Grafik von Cervelo bezieht sich auf die Messung des Rades OHNE Fahrer. Die damit ermittelten Werte sind also eher mit Vorsicht zu genießen.

 

Im TOUR Test wurden der Drag mit Dummy, gleichem Radsetup, bewegten Laufrädern und bewegten Beinen gemessen. Dabei kamen 25,1 Watt als Differenz zwischen dem Cervelo S5VWD und dem schlechtesten Rad im Test heraus. Das "Schlechteste" war aber auch kein Krapfen.

 

In der Realität stellt sich die Sache dann noch komplexer dar. Nimmst du das schnellste Rad, das schnellste Laufrad und den schnellsten Helm, heißt das noch lange nicht, dass dein Gesamtsystem in Summe "schnell" ist. Die Laufräder, Reifen müssten zum Rahmendesign passen. Der Helm muss zur Sitzposition und den Körperproportionen passen... eine kleine Wissenschaft.

Bearbeitet von NoPain
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Ja, genau das hab ich gemeint ...

Hab mich da auch schon mal reinvertieft in die Thematik.

Im Extremfall hat es schon einen Einfluss wo du die Trinkflasche montierst.

Auch die Reifenbreite kann wieder Einfluss auf die Aerodynamik der Felge haben.

Das komplette Setup kannst eigentlich nur im Windkanal mit "lebendem" Fahrer testen und optimieren.

Und da spielt dann wieder die Sitzposition einen großen Einfluss und in der aerodynamisch besten Position wirst wohl nicht

ermüdungsfrei lange am Rad sitzen können.

Ja, eine eigene Wissenschaft ...

 

Aber Windkanaltests sind halt im Hobbetten-Bereich sowieso nicht realistisch und ich denke auch in meinem Leistungsbereich nicht erforderlich

Bearbeitet von PatschnPicker
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Ich meinte natürlich "bewegten Laufrädern und bewegten BEINEN"... (ned Reifen :-)... das kommt der Realität vermutlich "näher". Denn was hilft die beste "Standalone-Aero-Performance", wenn die Verwirbelungen der Beine alles zu nichte machen. Und dann kommt ein 1,90 Mann mit 48er Schuhgröße und dann kommt wieder was anderes raus.

 

Trends als solche, kann man aus derartigen Vergleichstest mitunter schon erkennen, wie das aber an der eigenen Person aussieht, wissen die Götter... oder Simon Smart in England ^^

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