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Rose Blend 2024 im Test

Rose Blend 2024 im Test

11.07.24 07:47 2.291Text: martinbihounek.comFotos: Erwin HaidenGünstig, aber nicht billig! Wir haben Roses hybride Plattform für schmale Geldbörsen im Gravel-Trimm getestet - und wurden angenehm überrascht ... 11.07.24 07:47 6.905

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11.07.24 07:47 6.9051 Kommentare martinbihounek.com Erwin HaidenGünstig, aber nicht billig! Wir haben Roses hybride Plattform für schmale Geldbörsen im Gravel-Trimm getestet - und wurden angenehm überrascht ... 11.07.24 07:47 6.905

Im Frühling stand im Büro vom Bikeboard ein Gravelbike herum. Eigentlich war es „nur zum Fotografieren“ gedacht, um die bereits veröffentlichte Produktpräsentation ein wenig zu verhübschen.
Aber mal ehrlich: Ist ein Bike, unabhängig vom Preisschild, welches dranhängt, nicht immer zu schade, um es herumstehen zu lassen? Also raus aus dem Büro damit, eingestellt und, wie Rose es formuliert: Let´s get started!

Zuvor hier nur noch kurz zur Erinnerung und Zusammenfassung: Beim Blend handelt es sich um ein neues Einsteiger-Bike von Rose, das wahlweise mit Gravel-Aufbau (€ 1.399,-) oder im Road-Trimm (€ 1.199,-) zu haben ist.

 Let's get started 

Rose Blend
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 Kann ein Einsteigerbike zum nice price mit deutlich teureren Modellen mithalten? 

Kurzer Spoiler: Es kann!
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Rahmen

Der Alurahmen des Blend kommt mit einer gefälligen Lackierung in Lachsrosa (alternativ gibt’s auch mattschwarz) mit schwarz-weiss gepunkteten Carbon-Gabel daher. Auffällig sind die sauber verschliffenen Schweißnähte, die den Rahmen erst beim zweiten Hinschauen als Nicht-Carbonmodell enttarnen.
Die Anbauteile und Laufräder entstammen der hauseigenen Fabrikation. Schalt- und Bremserei werden von Shimanos Einsteiger-Gravel-Gruppe GRX 400 abgewickelt.
Optisch wirkt das Cockpit mit den im Rahmen verschwindenden Kabeln sehr clean. Dazu kommen Steckachsen vorne und hinten sowie der UDH Standard am Schaltauge – alles wie bei den Großen ... äh, Teuren.

Bohrungen für hauseigene Schutzbleche sind vorhanden, ebenso Kabeldurchlässe für eine Nabendynamo-getriebene Lichtanlage. Am Hinterbau findet man noch eine Montagemöglichkeit für einen Seitenständer. Durch Abwesenheit glänzen hingegen Bohrungen für einen Gepäckträger – vermutlich, um dem Backroad AL keine Konkurrenz zu schaffen und dadurch das Blend zu einem eierlegenden Wollmilch-Monster zu machen.
Auch mit der Reifenfreiheit von nur 40 mm lässt das Blend einiges an Potenzial liegen; für den Einsteigerbereich ist dieses Maß aber letztlich ausreichend.
Smarte Anbauteile wie z.B. für die Montage einer Handyhalterung in der Aheadkappe sind optional verfügbar.
So weit, so gut. Bleibt nur die Frage: Wird das Rose den positiven optischen Eindruck auch im Fahrbetrieb bestätigen? Kann ein Einsteigerbike zum nice price mit deutlich teureren Modellen mithalten? Kurzer Spoiler: Es kann!

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Der Rahmen ist für meine Körpermaße eher zu groß, aber dennoch gut einstell- und fahrbar. Hier sollte von den Bocholtern für jeden etwas dabei sein, da beachtliche sieben Rahmengrößen zur Auswahl stehen.
Ein paar Spacer mussten raus, was - by the way – trotz der integrierten Kabelführung schnell und unkompliziert vonstatten ging.

Gut in der Hand liegen die im Vergleich zur Topgruppe etwas klobigeren Bremsgriffe und fügen sich stimmig zum um 5 Grad nach außen gestellten Lenker. Den würde ich mir zwar bei einem Rahmen dieser Größe etwas breiter wünschen, aber das ist Raunzen auf hohem Niveau.
Nach der ersten Ausfahrt musste noch der Selle Italia Sattel weichen, da er mit meinem Hinterbau absolut nicht kompatibel war.

  • Die Gabel ist zwecks besserer Dämpfung aus Carbon.Die Gabel ist zwecks besserer Dämpfung aus Carbon.
    Die Gabel ist zwecks besserer Dämpfung aus Carbon.
    Die Gabel ist zwecks besserer Dämpfung aus Carbon.
  • Die Züge verschwinden durch Roses ALR-Vorbau.Die Züge verschwinden durch Roses ALR-Vorbau.
    Die Züge verschwinden durch Roses ALR-Vorbau.
    Die Züge verschwinden durch Roses ALR-Vorbau.
  • Hydraulische Scheibenbremsen übernehmen das Verzögern.Hydraulische Scheibenbremsen übernehmen das Verzögern.
    Hydraulische Scheibenbremsen übernehmen das Verzögern.
    Hydraulische Scheibenbremsen übernehmen das Verzögern.
  • Der Alu-Rahmen ist sauber verschliffen und hat ...Der Alu-Rahmen ist sauber verschliffen und hat ...
    Der Alu-Rahmen ist sauber verschliffen und hat ...
    Der Alu-Rahmen ist sauber verschliffen und hat ...
  • Aufnahmen für Ständer, Kotflügel und 2 Flaschen.Aufnahmen für Ständer, Kotflügel und 2 Flaschen.
    Aufnahmen für Ständer, Kotflügel und 2 Flaschen.
    Aufnahmen für Ständer, Kotflügel und 2 Flaschen.

Geometrie

  XXS XS S M L XL XXL
Sattelrohr (mm) 425 460 490 520 550 580 600
Oberrohr (mm) 502 518 538 558 575 595 607
Lenkwinkel (°) 69,5° 70° 71° 71,5° 71,5° 71,5° 72°
Sitzrohrwinkel (°) 75° 74,5° 74° 73,5° 73,5° 73° 73°
Kettenstrebe (mm) 435 435 435 435 435 435 435
Tretlagerabsenkung (mm) 75 75 72 72 72 70 70
Steuerrohr (mm) 105 125 150 170 186 205 215
Gabellänge (mm) 402 402 402 402 402 402 402
Gabel Offset (mm) 47 47 47 47 47 47 47
Radstand (mm) 1010 1017 1025 1035 1053 1069 1075
Stack (mm) 532 552 577 598 613 629 640
Reach (mm) 360 365 373 381 394 403 411
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Tech Specs

Rahmen Rose Blend, Aluminium, innenliegende Schalt-/Bremszüge Bremse Shimano GRX RX400, 160/160 mm
Größen XXS/XS/S/M/ML/L/XL Kurbel Shimano GRX FD-RX600, 46/30 Z., 172,5 mm
Gabel Rose Blend, Carbon, innenliegende Bremsleitung, 28"/700C Kette Shimano CN-HG54, 10-f
Laufräder Rose G20, 28" Kassette Shimano HG 500-10, 11-34 Z.
Sattelstütze Rose SP-DC1, 27,2 mm, 350 mm Reifen Continental Terra Trail, 700x40C
Sattel Selle Italia Model X Superflow Lenker/Vorbau Ritchey Road Comp Butano II, 42 cm/Rose ALR 90 mm
Schaltwerk Shimano GRX RD-RX400, 10-f Gewicht 10,3 kg (BB-Messung)
Schalt-/Bremshebel Shimano GRX 10-f Preis € 1.399,- (UVP)
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On the rocky road

Nun stand dem Gravel-Vergnügen nichts mehr im Wege. Passendes Idealterrain gibt es im vorrangigen Testgelände, dem Steinfeld rund um Wiener Neustadt, mehr als genug.
Schnell stellte ich fest, dass der Alu-Rahmen klarerweise nicht die Dämpfungseigenschaften eines Kohlefaser-Modells aufwies, aber keineswegs unkomfortabel über die Schotterpisten flog. Wurde der Schotter allerdings etwas tiefer, dann fing er zum Springen an wie der sprichwörtliche Goasbock. Nur eine höhere Geschwindigkeit brachte wieder Ruhe ins System.

Im Schotter stießen auch die Continental-Reifen ein wenig an ihre Grenzen. Diese ließen sich zwar mit etwas weniger Luftdruck erweitern, aber dazu würde ich auf Tubeless umrüsten. Für Statistiker und Tüftler: Ich hatte irgendwas zwischen 3 und 3,5 Bar in den Reifen, um auch auf Asphalt halbwegs gut rollen zu können.
Auf Waldboden und Trails gab sich das Blend keine Blöße, war leicht zu manövrieren und zeigte sich auch von Wurzeln eher unbeeindruckt.

 Das Blend gab sich keine Blößen 

Im Wald, auf der Straße, bergauf, bergab. Einzig tiefer Schotter offenbarte manch Grenze
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Zugegeben überrascht war ich von der Performance der Schaltung und der Bremsen. Ich stand mit Shimanos Einsteigergruppen immer ein wenig auf Kriegsfuß - schnell fing was zu scheppern an; ein Knarksen hier, ein Schleifen da.
Das Schleifen der Bremse war auch am Blend anfänglich zu vernehmen, aber einmal eingebremst, herrschte Ruhe. Die Schaltung selbst war durch die herbstlichen Frühsommer-Bedingungen mit viel Staub und Gatsch schon gefordert, verrichtete ihren Dienst jedoch ohne größere Macken. Die leichte Schaltverzögerung in den mittleren Gängen ließ sich durch etwas mehr Seilspannung ausmerzen.
Klar, eine Di2 ist sie nicht. Aber was will man von einem Komplettrad erwarten, das die Finanzen weniger belastet als die elektronische Schaltgruppe alleine.

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Bergauf kletterte das Blend einwandfrei. Für mich war aufgrund der Rahmengröße die Untergriffhaltung am angenehmsten, aber auch im Wiegetritt hätte man bei optimal gewählten Abmessungen genügend Freiheit für die Oberschenkel.
Die Bandbreite der 2x10 Schaltung war ausreichend, um über mittlere Steigungen mit ein paar knackigeren Passagen gut drüber zu kommen. Bergkönig wird man damit nicht, aber das ist ja auch nicht der Anspruch des Dropbar-Einsteigers.

Bergab gab sich das Blend ebenfalls keine Blößen. Auf Asphalt zirkeln die 40 mm breiten Schlapfen präzise durch die Kurven. Für engere Richtungswechsel, on- und offroad, braucht es gelegentlich etwas mehr Schräglage aufgrund des längeren Radstands.
Wird’s schneller, fangen weder Laufräder noch Rahmen zum Flattern an. Hervorzuheben sind hier die 160 mm großen Bremsscheiben, die eine gute Bremsdosierung gewährleisten – bei einem Einsteiger eher eine Seltenheit! Ob es auf längeren Abfahrten schneller zu Fading kommt als bei Topgruppen kann ich nicht sagen, da während der Testdauer keine lange Berg- und somit Talfahrt am Plan stand.

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Fazit

Rose Blend Gravel
Modelljahr: 2024
Testdauer: 2 Monate
Preis: € 1.399,- UVP
+ Konzept und Ausführung
+ hochwertige Optik
+ Schalt- und Bremsperformance
+ solide Fahreigenschaften
o Tuningpotenzial bei Laufrädern, Reifen, ev. Carbon-Sattelstütze
- keine Gepäckträger-Aufnahmen
BB-Urteil: Preis-Leistungs-Kaiser fürs Moderate

Um zu einem Abschluss zu kommen: Für wen ist das Rose Blend Gravel gedacht oder geeignet?
Es zielt allein schon aufgrund des Preises eher auf Einsteiger ab. Mit Seitenständer und Schutzblech bestückt, werden sich auch die einen oder anderen Commuter angesprochen fühlen - wobei diesen doch der Gepäckträger fehlen könnte. Definitiv vermissen werden denselben die Bikepacking-Fans. Für sie bleibt nur der Griff zur Backroad-Reihe.
Schaut man kurz zur Modellvariante mit den schmalen Reifen, so findet man dort ein ausgewogenes Fast-schon-Endurance-Rennrad, für hügeliges Terrain, aber mit absolut keinen Renn-Genen.

Wer ein Bike für eine lustige, abwechslungsreiche Ausfahrt in der Nachbarschaft sucht, der wird beim Blend fündig und erhält ein stimmiges Paket mit einem formschönen Rahmen, einer komfortablen, nicht zu sportlich gestreckten Gravel-Geometrie und sehr guter Ausstattung mit optionalen Ergänzungsmöglichkeiten zu einem fast unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was könnte man sich fürs Blend noch wünschen? Etwas mehr Reifenfreiheit, um mehr Möglichkeiten im Gelände zu haben. Die Option, einen Gepackträger zu montieren, um Commuting oder leichte Bikepacking-Touren zu erleichtern.
Für Tuner oder Anfänger, die mit der Zeit mehr wollen, ließe sich mit einem leichteren Laufradsatz rollende Masse von den 10 kg Gesamtgewicht abspecken. Und für den etwas höheren Komfort fiele mir spontan eine Carbon-Sattelstütze ein, die für günstiges Geld maximale Dämpfung bringen könnte.

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