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Neue Flatpedale fürs E-MTB? Abgesehen von ein paar Downhill-Passagen, die in die Hose gingen, waren klassische Klickpedale in den letzten Jahren immer meine bevorzugte Wahl zum Mountainbiken.Auf einer dreitägigen hochalpinen Tour rund um Grindelwald und Wengen in den Schweizer Bergen begann ich allerdings, umzudenken. Und ein grober Köpfler, zwar ohne weitere Folgen, nahm mir danach den Mut, mich knifflige Singletrails eingeklickt abwärts zu werfen. Eine Kombi 2in1 musste her. Uphill mit Klick, Downhill mit Flat.Bei meiner Suche im Netz fand ich schnell einige Lösungen, aber getreu des Spruchs "die Qual der Wahl" konnte ich mich nicht entscheiden. Da stieß ich erstmals auf die Marke Tatze.Die Website gab einiges her, die Pedale sahen sehr stylisch und qualitativ hochwertig aus und wurden in Österreich entwickelt. Jedoch war das Label nicht sehr bekannt und die Pedale auch nicht unbedingt günstig. Wie es bei Online-Bestellungen halt so ist, musste ich riskieren und bestellte meine ersten Tatze. Ein Paar Two-Face Kombipedale. Und heute, zwei Jahre später, bin ich noch immer sehr zufrieden.Umso mehr freute ich mich, mit den Tatze Link Flatpedalen nunmehr die neueste Entwicklung des Hauses an meinem E-MTB testen zu dürfen.
Wer die Geschichte des Mountainbikes kennt weiß, dass ihr Ursprung in der Entwicklung von Produkten auf Basis von eigenen Erfahrungen liegt. Leidenschaftliche Biker hatten sich 1973 zusammengefunden, um möglichst schnell und mit möglichst viel Spaß bergab zu fahren. Fehlende Komponenten wurden kurzerhand in der Garage gebaut, an das Bike geschraubt und ausprobiert, immer mit dem Ziel, ein besserer Biker zu werden.Ohne den geringsten Anspruch, sich mit diesen Pionieren auf eine Stufe zu stellen, sah sich auch Armin Hofreiter, ehemaliger Triathlet und Neo-Endurobiker, mit der Tradition verbunden, Komponenten zu entwickeln, um ein besserer Biker zu werden. So kämpfte Armin Hofreiter bei besonders schwierigen Alpen-Trails immer wieder mit seinen Klickpedalen. Denn einerseits wollte er an der Grenze seines Fahrkönnens keine feste Verbindung zum Bike haben; andererseits wollte er bei den Uphills nicht auf die Effizienz von Klickpedalen und die definierte Schuhposition verzichten.Das Ergebnis aus dem gestarteten Entwicklungsprozess war das mit dem Design & Innovation Award 2018 ausgezeichnete Two-Face Pedal mit 14 Pins auf der Flatseite und 6 Pins auf der Klickseite. Das erste Pedal überhaupt mit einer Verdrehung der Flat- zur Klickseite für mehr Bodenfreiheit, einer definierten Stellung, um die der Fahrsituation entsprechende Seite auswählen zu können und einem Gewicht von nur 387 g.Zahlreiche weitere Klick-, Kombi- und Flatpedale sollten in den Jahren danach folgen. Zweckmäßig hat Tatze nun für all jene, die auch bergauf auf die Klickseite verzichten können, mit dem spartanischen Link ein extrem dünnes Flat-Pedal im Programm. Seine große Plattform mit insgesamt 40 Pins sorgt für enormen Grip und eine gute Verbindung zwischen Pedal und Schuh.
Flat ist das neue Kombi.
Das Link-Pedal ist ein extrem dünnes und leichtes Flat-Pedal, das mit seiner großen Plattform und mit 40 hohen Pins einen mega Grip und eine sehr hohe Standsicherheit bietet. Um den Grip weiter zu erhöhen bzw. die Kontaktfläche zu maximieren, können zusätzliche 4 Pins pro Seite eingeschraubt werden, die sich im Lieferumfang befinden.Dem unerwünschten Bodenkontakt beugt die extrem dünne Bauweise mit einer nur 8,8 mm hohen Außenkante vor, wodurch auch kamikazeähnliche Schräglagen möglich sein sollten. Sein offenes Design macht das Pedal mit 343 g zum Leichtgewicht und lässt den Schmutz förmlich durch den Pedalkörper fallen.Wie es sich für Premium-Pedale gehört, wurde auch bei der Lagerung nicht gespart. Verbaut sind hochwertige IGUS JSM Gleitlager und je zwei Kugellager. Zur Abdichtung sind zwei Doppellippendichtringe eingebaut, welche die Lager vor Schmutz und Feuchtigkeit schützen. Zudem können Lager und Dichtungen mit dem optional erhältlichen Refresh-Kit in fünf Minuten erneuert werden.
Der extreme Grip und die stabile Verbindung zwischen Pedal und Schuh beim Tatze Link macht nicht nur bei schwierigen Downhills Sinn, sondern ist auch fürs E-MTB zu empfehlen.Schon nach kurzer Eingewöhnung habe ich meine Klickpedale bzw. die Kombipedale auch Uphill nicht mehr vermisst. Sogar bei schlechten Witterungsbedingungen bleibt die hohe Standsicherheit gegeben.Die Tatze Linkpedale sind genauso wie die Two-Face Kombipedale hochwertig verarbeitet und verschmutzen dank ihres offenen Shapes selten bis nie.Selbstverständlich drehen sie sich auch sehr leise. Einerseits, weil es ohne Klickmechanismus auch im Dreck zu keinerlei Knarren oder Knarzen kommt und andererseits, weil die hochwertige Lagerung geschmeidig und ohne Quietschen ihren Dienst verrichtet.Einzig vor den hohen Pins habe ich nach wie vor Respekt. Aber ohne diesselben wäre die angesprochene Standsicherheit nicht möglich. Bei meinen bisherigen Ausfarten gab es jedenfalls noch keine einzige Situation, in der aus fahrtechnischer Sicht pedalbedingte Unsicherheiten aufkamen.Aber auch dem Auge wird etwas geboten: Die Tatze Link sind sehr stylish, großflächig, aber doch edel im Design und eine echte Aufwertung für mein geliebtes Merida E-MTB.
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