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Biken am Klopeiner See

Biken am Klopeiner See

07.07.16 16:45 7.206Text: NoManFotos: NoSane, Lukas SalzerUrlaub bei Freunden mit Bergen, Seen und mehr. Wer in Südkärnten die Sonne sucht, wird das MTB-Glück finden - egal, ob der Himmelskörper auftaucht oder nicht.07.07.16 16:45 7.236

Biken am Klopeiner See

07.07.16 16:45 7.236 NoMan NoSane, Lukas SalzerUrlaub bei Freunden mit Bergen, Seen und mehr. Wer in Südkärnten die Sonne sucht, wird das MTB-Glück finden - egal, ob der Himmelskörper auftaucht oder nicht.07.07.16 16:45 7.236

Das Aufstehen fällt schwer. Die Beine sind müde, sämtliche Organe tiefenentspannt. Bedächtig wie der große Hofhund hebe ich meinen Kopf. So muss sich der Standby-Modus für ein Elektrogerät anfühlen. Ein letztes Mal schweift mein Blick übers Land. Sattgrüne Wiesen, dunkel knarzendes Holz, schüchtern duftende Pelargonien, leise raschelnde Blätter. Gelegentlich blinzelt die Sonne durchs stahlgraue Wolkenmeer und streichelt behutsam meine Haut.
Wie Körper und Geist überreden, einen Ort zu verlassen, an dem einfach alles passt, gut ist?

 "Alles ist leichter im Süden." 

André Heller: Das Buch vom Süden, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016

Es gibt nur einen Grund und Kniff, der Freitreppe des Ökohotel Kmetija Koroš nahe Prevalje, auf der wir die letzte Stunde verbracht haben, den Rücken kehren zu wollen: kein See weit und breit. Um in chlorfreies Wasser mit Seerosen, Schwänen und Stegen einzutauchen und einen genialen Tourentag am Ufer eines natürlichen Gewässers ausklingen zu lassen, müssen wir die 40 Kilometer von Slowenien zurück an den Klopeiner See in Südkärnten fahren.
Außerdem: Hunger! Zwar hat uns Suzana Fajmut-Štrucl ebenso spontan wie gerne mit herrlichen, frischen und noch dampfend warmen Palatschinken versorgt. Aber sechs unangemeldete, hungrige Mäuler nachhaltig zu stopfen, wäre wohl etwas zu viel verlangt gewesen von der rührend um uns besorgten Gründerin des ersten slowenischen Mountainbike Hotels.
Also schweren Herzens losgerissen von dem Idyll, dass Suzana und ihr Mann hier geschaffen und mittlerweile an ihren Sohn Anej, der als Mountain Bike Nomad firmiert, übergeben haben, und ab nach St. Kanzian.

Wir sind nicht zum ersten Mal hier am Ostrand der Karawanken. Auf die Premiere per Mountainbike unmittelbar vor der Eröffnung des damals noch nicht ganz fertiggestellten Flow Country Trail auf der Petzen folgte 2015 ein Besuch mit dem Rennrad. Und nun stehen wir erneut stollenbereift auf der Matte – schauen, wie sich die zehn Kilometer lange Achterbahn hoch über dem Jauntal entwickelt hat; der Petzen nebst Seilbahn auch mit eigener Muskelkraft zuleibe rücken, etwa via Wadelbeißer-Tour auf die in 1.606 m Höhe gelegene Wackendorfer Alm; wieder einen dieser köstlichen Burger in Bleiburg zwicken; endlich den Klopeiner See von oben sehen. So und noch abenteuerlicher (mit Schlafsack und Isomatte am Hochobir übernachten …) lauteten unsere Pläne für das Wiedersehen mit dem Sonnenwinkel Kärntens.

„Ein Bier noch, bitte!“ „Für mich noch einen Espresso.“ Es gilt, das beste aus der Situation zu machen. Denn St. Kanzian scheint sich über unsere Wiederkehr nicht annähernd so zu freuen wie wir. Der Himmel über der zweisprachigen Gemeinde mit viereinhalbtausend Einwohnern weint bittere, unentwegte Tränen. Seit dem frühen Nachmittag hocken wir an der Hotelbar, in Sichtweite zum Seeufer, den beschaulichen Hügeln rundherum und den schroffen Gipfeln von Obir und Steiner Alpen im Hintergrund – nur, dass wir von alledem ob der tief hängenden Wolken nichts sehen. Sonnenwinkel? Dass ich nicht lache!
Bei Gerstensaft und Türkentrank warten wir auf bessere Zeiten und schöneres Wetter. Man will ja nicht gleich am ersten Tag die Fotoausrüstung versenken. Der guten Laune tun die meteorologischen Eskapaden indes keinen Abbruch, im Gegenteil. So bleibt mehr Zeit zu erfahren, wie es Charly Falke und Manuel Krainz zwischenzeitlich ergangen ist. Unsere Guides aus 2014 – der eine hauptberuflich für das SeenFitness-Wochenprogramm des örtlichen Tourismusverbandes, der andere aus Spaß an der Freud', was ihm sogar zwei Urlaubtstage wert ist – sind nämlich auch diesmal wieder mit dabei.
Bald rennt der Schmäh und wächst der Galgenhumor, bis wir beschließen, jetzt erst recht biken zu gehen. Vielleicht fällt ja der Regen drüben in Bleiburg ein bisschen trockener auf den Wald …

Petzen & Co.

Bleiburger Schaukel. So könnte man nennen, was die beiden Locals als feuchten Singletrail-Traum aus dem Ärmel schütteln. Erst pedalieren wir die 150 Höhenmeter auf den westlichen Hausberg Pliberks, wie die Grenzgemeinde auf Slowenisch heißt. Dann die 350 auf den östlichen.
Der Libitsch überrascht mit lustigen Wurzelwegerln, die seinen bewaldeten Rücken wie Nervenbahnen durchziehen. Oben böte sich eigentlich ein feiner Blick auf die Petzen. 18 Kilometer lang und an seiner höchsten Stelle 2.113 m über dem Meeresspiegel gelegen ist dieser Höhenzug, der sich auf slowenisches und österreichisches Hoheitsgebiet verteilt und seit der Errichtung des Flow Country Trails unter Bikern immer beliebter wird. Uns muss ein Fotobeweis älteren Datums von dieser Aussicht genügen - es regnet immer noch beharrlich.
Den Kömmel kennen wir bereits vom letzten Mal, nicht jedoch die Verlängerung bis nach hinten zur Siedlung Sankt Margarethen. Nach wie vor ist die Forststraßen-Auffahrt samt spaßig-gatschigem Hohlweg-Downhill keine offizielle MTB-Route und braucht's Einheimische, um diesen von den Grundeignern geduldeten Tipp zu finden. "Ich soll für den Tourismusverband in der Gegend jetzt aber vier Strecken ausarbeiten", stellt Charly ein nahendes Zusatzangebot für Besucher des Grenzgebietes in Aussicht.
Komplett paniert reiten wir nach eineinhalb feucht-fröhlichen Stunden am schmucken Hauptplatz von Bleiburg ein. Wir widerstehen der Versuchung, uns im Freyungsbrunnen von Kiki Kogelnik zu waschen und machen uns stattdessen in der örtlichen Tankstelle fürs Abendessen frisch. Die Wissenden lotsen uns ins Petzenbär ... wer hätte gedacht, dass ein Restaurant dieses Namens solch köstliche Pizze, Burger und Steaks kredenzt?

Überhaupt scheint es, als wären wir diesmal vorrangig zum Essen und Trinken am Klopeiner See - wenngleich nicht ganz absichtlich. Denn auch die angedachte Auftakt-Tour auf die Wackendorfer Alm mit herrlichen Ausblicken aufs Jauntal und seine Seen wird witterungsbedingt adaptiert. Wir absolvieren nur ein Fünftel der geplanten Höhenmeter, und diese nicht am Hausberg von Globasnitz, sondern entlang der Petzen Forststraße auf welcher, jeweils mit Abfahrt über den Flow Country Trail, auch drei XC-Strecken à 4 km/200 Hm ausgeschildert sind: (Beastrica, Pecabear und Leadmountain) und – logischer Weise über die volle Länge – Anfang Juli der Hillclimb Petzenattacke stattgefunden hat. Dafür hocken wir anschließend umso ausgiebiger in Emmis Mosthütte ein paar Meter unterhalb des 2014 eröffneten Schotterband-Rollercoasters bei Elektrolythgetränken und Bratlfett'nbrot ...

Der Flowtrail selbst ist in tadellosem Zustand. Keine Bremsrillen, Wasserpfützen oder aufgeweichte Passagen trüben den schier endlosen Achterbahn-Spaß. Entsprechend gut wird das Angebot auch angenommen: "Vergangenes Jahr waren über den ganzen Sommer 7.500 Biker bei uns zu Gast. Heuer stehen wir Mitte Juli bereits bei 2.500", freut sich Hubert Ramskogler, neuer Geschäftsführer der seit November 2015 in Privatbesitz befindlichen Petzen Bergbahn, über die steigende Tendenz.
Eine echte Bereicherung stellen die im Vorjahr hinzugekommenen Einrichtungen bei der Talstation dar: Im Shop gibt's Leihbikes (vorrangig Merida Enduros), Helme und Schutzausrüstung, und wer sich an die Anforderungen des zehn Kilometer langen Abfahrtsvergnügens für Jedermann herantasten will, hat dazu am großzügig angelegten Übungsparcours ausgiebig Gelegenheit - Fahrtechnik-Trainings inklusive.

Damit nicht genug, wird das Angebot sukzessive ausgebaut. Am 22. Juli geht im oberen Bereich ein neuer Naturtrail in Betrieb. Als Variante des Flowtrails mündet er nach 900 Metern wieder in diesen ein und ist fahrtechnisch abwechslungsreich, aber eher einfach. "Dunkelschwarz" gemäß Skipisten-Klassifizierung soll laut Hubert Ramskogler hingegen eine Strecke werden, welche für 2017 angedacht ist: Ein Downhill im Nahbereich der Lifttrasse, extrem steil und entsprechend anspruchsvoll. "Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, es wurden gerade die ersten Begehungen gemacht um zu sehen, was möglich ist. Aber unsere Profis sind zuversichtlich", erläutert der Bergbahnen-Chef den Status quo. Parallel seien weitere Naturtrail-Varianten unterschiedlichen Niveaus sowie eine Erweiterung des Übungsparcours geplant, sodass die Petzen auch künftig Fahrer aller Könnensstufen anspricht und gute Gründe liefert, wiederkommen zu wollen.

 900 Meter Naturtrail im oberen Bereich 

Die jüngste Erweiterung des Petzen-Angebots, Eröffnung am 22. Juli 2016

Jamnica

Zweiter Tag, 14:00 Uhr. Wir bleiben im Abfahrtsmodus, schalten aber einen Gang zurück und passen uns damit den Gegebenheiten an, welche jenseits der Grenze im sogenannten Single Trail Park Jamnica herrschen. Auch hier werden Wege gebaut und Angebote evaluiert, aber händisch und innerfamiliär.
Auf einer idyllischen Anhöhe gegenüber der Petzen-Ostseite – und damit sind wir wieder beim eingangs erwähnten Ökohotel – haben die Štrucls vor Jahren begonnen, ihren ganz persönlichen Traum zu realisieren: Sie kauften einen Bauernhof, renovierten ihn, verlegten sich auf biologische Landwirtschaft und Zimmervermietung. Und sie begannen, auf ihrem Grund und Boden MTB-Wege anzulegen. Schmale, naturbelassene Pfade; Waldwege; Wiesenpisten, Schotterkehren. Bald reichte ihr persönliches Eigentum nicht mehr aus. Sie gewannen Nachbarn und weitere Grundbesitzer für ihre Idee. Heute durchzieht ein Netz von sieben Singletrails mit einer Gesamtlänge von elf Kilometern den Weiler Jamnica im slowenischen Mießtal bei Prevalje. Und wenn die Zimmer im Ökohotel Kmetija Koroš für die Mountainbiker aus aller Welt nicht reichen, springen die mittlerweile ebenfalls bestens gerüsteten Nachbarn ein.

Ein Nachmittag in diesem gänzlich entschleunigten Paradies des MTB-Sports reicht selbstverständlich nicht aus, um sämtliche Wege unter die Räder zu nehmen; zumal dieser wundersame Ort darüber hinaus am Schnittpunkt gleich dreier Streckennetze mit jeweils hohem Singletrail-Anteil liegt und die Routen im benachbarten Mežica (dort, wo das Abenteuer Stollenbiken tief im Bauch der Petzen beginnt) sogar unter die Erde führen. Aber er genügt, um völlig runter zu kommen, das Leben zu lieben und das Mountainbiken sowieso.

Wer sich rechtzeitig anmeldet oder eine geführte Tour mit einem hauseigenen Guide bucht, kann sich manch Höhenmeter dank Shuttle-Dienst ersparen. Viel besser passt es aber eigentlich zum Charakter dieses mit Schaufel und Harke angelegten und durch freiwillige Spenden unterstützten Trail Parks, selber zu treten. Mit der Linie „U“ gibt es sogar einen extra geshapten Uphill, meistens relativ flach und fahrtechnisch einfach, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen.
Und so tauchen wir gemeinsam mit zwei Charlys – den zweiten haben wir in Emmis Mosthütte getroffen, woraufhin er sich spontan entschlossen hat, uns zu begleiten – und Manuel, die hier allesamt wie zu Hause zu sein scheinen, ein in die Wälder, Felder und Wege Sloweniens.

Wir surfen durch weite Kurven und rumpeln durch enge Steinpassagen, schleichen über weiche Kiefernnadeln, scheppern über feuchte Wurzeln. Mal gilt es, einen glitschigen Felsblock zu umfahren, mal einer Steilkante mit Mut oder Technik zu begegnen. Manch Kehre bringt mich an den Rand meiner Fähigkeiten, manch Passage entlockt mir breites Grinsen und tiefes Glücksgefühl.
Die Trails tragen denkbar einfallslose Namen wie E1, E3 oder A2, sind dabei aber abwechslungsreich wie die britische Tagespolitik seit dem Brexit-Votum. Der Anfangsbuchstabe steht für die jeweilige Charakteristik – Enduro oder All Mountain – und dient somit auch als Hinweis auf die zu erwartende Schwierigkeit. Sich diesbezüglich falsch zu entscheiden, ist meist auch kein Problem: Die nächste Kreuzung mit einer einfacheren oder schwierigeren Variante kommt bald und bestimmt.

Irgendwann haben wir uns doch aufgerafft und von Suzana (nebenbei erwähnt: Hauptberuflich managed die Dame das 1994 stillgelegte und jetzt als Touristenattraktion dienende Blei- und Zinkbergwerks Podzemlje Pece) und ihrem Hollerschnaps sowie Hof, Hund und Katz' verabschiedet, um nach Österreich zurückzukehren. Die Weltpolitik will es übrigens, dass hierfür neuerdings wieder ein Reisepass vorzuweisen ist.
Doch wo sich eine Tür schließt, öffnet sich bekanntlich eine andere, und so finden wir beim selbstgebrauten "Schwoarzen", den Burgern und weiteren Köstlichkeiten vom Brauhaus Breznik hinreichend Trost und Ersatz für das hinter uns gelassene Paradies.

 "Ein Duft nach Pocket coffee. 80%ige Schokolade, ganz leicht geselcht. Am Gaumen cremig, vollmundig, im Mund breitet sich sehr angenehme Bittere aus, die nicht nur vom Röstmalz sondern vom Hopfen kommt und mit dem markanten Körper harmoniert." 

Des Bierbrauers Beschreibung vom Breznik S' Schwoaze, Alkoholgehalt 5,4%, Stammwürze 13,6°

Obir

Und dann endlich Sonne, und es gibt kein Halten mehr: „Heute fahren wir auf den Obir!“ Manuel klingt wildentschlossen, uns den Hausberg seiner Jugend zu zeigen. Tatsächlich rennt der gebürtige Eisenkappler mit diesem Wunsch aber ohnehin offene Türen ein. Auf, auf, hoch hinaus, Südkärnten von oben sehen!
Also Sonnencreme aufgetragen, etwas mehr Wasser in den Trinkrucksack gefüllt und das Auto dorthin gelenkt, wohin es auch die Besucher von Europas größter Tropfstein-Schauhöhle oder des Geopark-Zentrums zieht: in die südlichste Gemeinde Österreichs, wo Kohlensäure als natürliches Heilvorkommen einst einen Kurort begründet hat.

Wir parken etwas außerhalb von Bad Eisenkappel und rollen uns entlang der Vellach flussabwärts ein, vorbei an einem Fliegenfischer und interessanten Bildern und Kunstwerken an der Begrenzungswand des Flusses. Gemeinsam mit dem Wegweiser zur Trögener Klamm zweigen wir dann zum Lauf der Ebriach ab. Mit den Rennrädern sind wir voriges Jahr diesem glasklaren, wildromantischen Wasser gefolgt, um den Schaidasattel zu erklimmen. Diesmal zweigen wir bei der unübersehbaren Hinweistafel zur Eisenkappler Hütte nach rechts ab. Von nun an geht’s, mit Ausnahme eines flachen Kilometers, bergauf - ziemlich exakt 1.000 Höhenmeter lang.

Auf einer schmalen Asphaltstraße schrauben wir uns hoch und höher, und je weiter wir uns vom Talboden entfernen, desto spektakulärer wird die Aussicht. Erst spitzelt die Koschuta aus den waldigen Vorbergen heraus: ein wunderschöner Gebirgsstock und Grenzkamm, dessen Nordflanke mehrere hundert Meter hohe Felsabstürze charakterisieren, während die südliche, slowenische Seite deutlich sanfter ausfällt. Dann kommt Ebriach ins Bild, besser gesagt: das bullig gebaute Kirchlein des 300-Seelen-Dorfes, das, dem markanten und 2.136 m hohen Koschutnikturm vorgelagert, wie eine Insel der Seeligen auf einer Lichtung im dichten Mischwald liegt. Und nach einigen weiteren Kurven und Höhenmetern schließlich die Steiner Alpen, fast vollständig auf slowenischem Staatsgebiet gelegen, mehrheitlich gute 2.000 m hoch und so schroff und unnahbar, wie man sich das von g'standenen Kalkalpen eben so vorstellt.

Acht Kilometer vor unserem Tagesziel beginnt, was etwas hochtrabend "Hochobir Alpenstraße" heißt. Schmal und gewunden, dürfen ab hier nur mehr Autos fahren, deren Lenker den Mautschranken mittels Einwurf dreier 2-Euro-Münzen (keine Papierscheine, keine Bankomatkarte, kein Wechselgeld) dazu bewegen können, sich zu öffnen. Biker bezahlen natürlich nichts.
Früher war das Mauthäuschen permanent besetzt. Heute genießen wir die Stille und Einsamkeit. Pinseleien auf dem Straßenbelag verraten jedoch, dass es hier gelegentlich nach wie vor hoch her geht. "Hopp, hopp", "allez" und diverse Vornamen ... 2015 entschied das Bergrennen sogar über die Österreichischen Meistertitel. Und wiewohl wir vom Tempo der Bundesliga-Athleten (1:05:07 – von St. Kanzian aus ...) weit entfernt sind, dauert es gefühlt nicht mehr lange, bis wir die Eisenkappler Hütte auf 1.553 m erreichen.

Was für eine Aussicht! Und was für ein Leberknödel! Ehrlich: Noch nie habe ich eine größere Suppeneinlage gesehen. Nicht minder beeindruckend: der Querschnitt durchs Liptauerbrot. Verhungern muss hier oben also ganz gewiss niemand. Aber wehe dem, dessen Magen mit derlei Mengen nicht so recht umzugehen weiß ...
Dem meteorologischen Frieden angesichts erster aufziehender Nachmittagswölkchen nicht ganz trauend, fällt unsere Rast auf der gemütlichen Sonnenterrasse nicht ganz so lange aus, wie es sich dieses Plätzchen eigentlich verdient hätte. Aber kein Grund, Trübsal zu blasen: Mit dem "Bogerlsteig" wartet ja noch ein weiteres Highlight, diesmal in Fahrtrichtung bergab.

Es verhält sich mit diesem Wanderweg wie mit vielen MTB-Routen der Einheimischen: So lange nicht Horden lärmender und achtloser Rowdys durchziehen, Fußgängern eindeutig Vorrang gewährt wird und die Fahrweise generell defensiv und eigenverantwortlich bleibt, "wird niemand was sagen", so Manuels Einschätzung. Offiziell ist der Pfad jedoch nicht, und das ist wahrscheinlich auch gut so. Für eine uneingeschränkte Empfehlung geht's links und rechts manchmal doch ganz schön aprupt runter, sind etliche Kehren deutlich zu eng, weite Waldpassagen viel zu rutschig. Aber um ihn gar nicht zu erwähnen, dafür ist er einfach viel zu schön und lang und lustig und schwer.

Darum an dieser Stelle unser Tipp, der generell für jeden Besuch des Klopeiner Sees mit dem Mountainbike gilt: Stante pede zum MTB-Center bei der Tourismus-Info St. Kanzian am Nordufer spazieren und nach Charly Falke fragen. Wenn ihr dem "bunten Hund im besten Sinn" (O-Ton SeenFitness-Folder) zu Gesicht steht, wird er euch die Wege seiner Heimat zeigen. Wenn nicht, bleibt immer noch das mit Petzen (Flowtrail und mehr), Jamnica (Singletrail-Park und -Touren) und den "normalen" MTB-Strecken (vgl. klopeinersee.at) sehr vielfältige Angebot - vom bacherlwarmen Badesee samt entsprechender Infrastruktur ganz zu schweigen ...

Informationen
Tourdaten, GPS-Download
Die Website des Tourismusverbandes bietet eine interaktive Karte, Tourenbeschreibungen, GPS-Tracks und weitere Detailinformationen wie Höhenprofile, Sehenswürdigkeiten oder Einkehrtipps zu 18 offiziellen Runden. www.klopeinersee.at 



Zusätzlich wurde eine bei allen Partnerbetrieben und Tourismusbüros erhältliche MTB-Karte ("Cross Boarder") herausgebracht, die diese Informationen - abzüglich GPS-Daten - auch in gedruckter Form darbietet. Eine Radkarte mit Routen-Kurzbeschreibungen sowie detaillierte Radweg-Guides ergänzen das Informationsmaterial.

Petzen Bergbahn
Betriebszeiten Sommer 2016: bis 11.9. tgl., 16.9.-26.10. Fr.-So. jeweils 9:00-16:30; 24. Juli Kirchtag - kein MTB-Betrieb!

Flow Country Trail: Tagesticket € 27,50 | 4h-Karte € 22,50.
Mit der Kärnten Card ist die Bergfahrt gratis; Radtransport + Streckenbenützung 5,50 Euro pro Fahrt. Weitere Preise auf www.petzen.net

Stollenbiking
3 Packages zur Wahl. Info und Buchung: www.stollenbiken.at

Single Trail Park Jamnica
Der Park (dzt. 7 Trails, dazu viele weitere MTB-Strecken in der Umgebung) gruppiert sich um das Ecohotel Kmetija Koros in Prevalje und wird inkl. Guiding, Fahrtechnik-Trainings, Single Trail Camps etc. betrieben von www.bikenomad.com

Geführte Touren
Für alle Gäste kostenlos ist die Teilnahme am Wochenprogramm (Mai - September) von Kärntner SeenFitness, das MTB- und Rennradtouren sowie Fahrtechniktraining beinhaltet. Leih-Bikes gegen Aufpreis. Auch individuelle Arrangements möglich.

Radservice und -Verleih
Die Fachbetriebe und Verleiher der Umgebung sind auf der Homepage des Tourismusverbandes gelistet.

Einkehrtipps

Events

Allg. Regionsinfos

Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Apr 2002
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    Biken am Klopeiner See

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  2. #2
    Registrierter Benutzer
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    Apr 2004
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    kärnten
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    hallo!

    toller bericht und fotos die lust auf mehr machen!

    da die tour (vielmehr der downhill) vom obir aber nicht offiziell ist, würde ich mir wünschen, dass man diesen nicht über ein dermaßen breites medium kommunizieren würde. ich denke die fotos hätten gereicht. ;-)

    ich komme aus der gegend und möchte gerne auch noch länger - ohne probleme mit grundeigentümern - biken können. ich finde es unproblematisch wenn sich solche tipps mündlich verbreiten, aber bitte nicht über öffentlichen foren oder magazinberichte! dann ist zu befüchten, dass es nicht beim status quo (biken wird mehr oder weniger akzeptiert) bleibt - hier zitiere ich aus dem bericht: "Es verhält sich mit diesem Wanderweg wie mit vielen MTB-Routen der Einheimischen: So lange nicht Horden lärmender und achtloser Rowdys durchziehen, Fußgängern eindeutig Vorrang gewährt wird und die Fahrweise generell defensiv und eigenverantwortlich bleibt, "wird niemand was sagen", aber wenn der verbreitungsgrad die kritische masse durchbricht habe ich ehrlich einige bedenken....

    ansonsten, wie gesagt, ein sehr schöner bericht!
    :-)

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von mw01
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    Zitat Zitat von orangutnig Beitrag anzeigen

    .....da die tour (vielmehr der downhill) vom ..... aber nicht offiziell ist, würde ich mir wünschen, dass man diesen nicht über ein dermaßen breites medium kommunizieren würde. ich denke die fotos hätten gereicht. ;-)....

    ....ich möchte gerne auch noch länger - ohne probleme mit grundeigentümern - biken können....
    Finde ich auch!

    Ein Tour, die "NICHT" offiziell bzw. freigegeben ist, gehört nicht veröffentlicht!

    "bikeboard" trägt somit unmittelbar die Verantwortung für Probleme, die sich in Zukunft dadurch ergeben!

  4. #4
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    wir haben das mit den locals vorab diskutiert. sie haben's entspannt gesehen. normalerweise tun wir genau das nicht. wegen einer einzigen und gemeinsam so besprochenen ausnahme muss uns, glaub ich, niemand einen strick drehen. die rechtliche lage ist bekannt, die rahmenbedingungen der geduldeten nutzung sind deutlich genannt, auch, dass dies kein spaziergang für otto-normalverbraucher ist, kommt hinreichend rüber. das sollen uns die strava-heatmaps mal nachmachen;-)
    NoMan

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von bernardo
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    so lächerlich die ganze sache in österreich ist: ich sehe es auch so wie mw01: einfach ausnahmslos keine solchen ortsangaben machen. nicht in forenbeiträgen und schon gar nicht in redaktionellen artikeln.
    und das "die locals" ein sehr relativer begriff ist, zeigt die tatsache, dass ein (von euch offenbar ungefragter) local - orangutnig - eine solche veröffentlichung sehr kritisch sieht.

    auch wenns mir wurscht ist, finde ich es aus rechtlicher sicht ziemlich mutig, gross darüber zu schreiben. genauso wie die aus dem boden spriessende veranstalter, die in ö bikebergsteigtouren und dergleichen anbieten. so mancher anwalt eines grundbesitzers bind' sich schon die servietten um.
    dream your dream - live your life

  6. #6
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Apr 2002
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    Wien Süd, gelegentlich Bad Hall (OÖ)
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    @locals: natürlich können wir nie mit allen reden. unsere ansprechpartner vor ort sind immer tourismusverband, hoteliers und guides - sehr viel "offizieller" geht's imho nicht. und dann plaudern wir noch unterwegs mit denen, die uns so unterkommen - per rad oder auch pedes.
    NoMan

  7. #7
    Registrierter Benutzer
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    Apr 2004
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    kärnten
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    Zitat Zitat von NoMan Beitrag anzeigen
    @locals: natürlich können wir nie mit allen reden. unsere ansprechpartner vor ort sind immer tourismusverband, hoteliers und guides - sehr viel "offizieller" geht's imho nicht. und dann plaudern wir noch unterwegs mit denen, die uns so unterkommen - per rad oder auch pedes.
    das ist auch gut so - macht das bitte auch weiterhin!

    ich habe auch nicht angenommen, dass ihr das einfach so - ohne mit leuten zu reden - die "geheimtipps" kundtut. was ich aber zum ausdruck bringen will ist, dass sich sowas schnell zum bumerang erweisen kann, weil letztlich viele interessen aufeinander prallen (eigentümer, jäger, wanderer, biker, holzwirtschaft... eh schon wissen) - und nicht immer sind dabei die besonnendstend köpfe am werk. bei allen beteiligten gruppen.

    da ich die konflikte kenne, bin ich eher auf der defensiven seite was veröffentlichungen angeht.... daher meine skepsis.
    allerdings muss ich sagen, dass ich selbst zum glück (fast) nie unangenehme erfahrungen mache. was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich mich ensprechend verhalte (wie man in den wald ruft....). aber leider verhalten sich eben nicht alle involvierten mit hirn - auch viele biker nicht. ausbaden müssen das leider dann alle. aber das ist wieder ein anderes grundsätzliches thema.

  8. #8
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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    Sehr feine Wege, vor allem die erdigen!
    Hier kaufe ich ein: Bike-Station Bad Ischl

  9. #9
    Reg. Bikebeschmutzer
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    Diese Woche findet in der Gegend Jamnica, bzw. etwas südlich das Black Hole bike Festival statt. Der Marathon war schon voriges Wochenende.

    Da gibt es auch geführte Touren durch die Gegend und den SloEnduro Cup. Einen Tag sind die stages des Enduro Cup auf Dixi`s Trailpark.
    Die Jungs rund um Dixi´s Sohn haben übrigends die neue Line auf der Petzen "Thriller" gebaut. (nicht zu viel erwarten ist nur ca. 4 min lang aber trotzdem eine nette Abwechslung zum Flow trail im obersten Bereich).

    http://www.blackhole-bikefest.com/festival-2/
    Geändert von flaka (26-07-2016 um 17:49 Uhr)

  10. #10
    www.trailproof.com
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    Sorry, aber da muss auch ich mich mal meinen Vorrednern anschließen. Nicht gerade geschickt für uns Einheimische...
    Da bieten eh schon ein paar Leute "Sonnenaufgangs-Bikebergsteigen" da oben an, andere ziemlich frisch-berufene Biker aus Klagenfurt müssen ja unbedingt mit Drohne und GoPro die Tour mitfilmen und inklusive Wegnummer alles bei youtube einstellen. Jetzt halt auch noch der Artikel. Ich unterstelle euch da aber keinen Fehler oder Absicht, wenn man wo hinkommt muss man irgendwem vertrauen und sich informieren.

    P.S. netter Wegname ;-)

  11. #11
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    zwischen alpen und karawanken
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    @dan: Im Intro steht wers war (noch deppater), kennst du die? Hast du sie schon mal angesprochen? Sind ja nich einige andere filmchen in verbotenen regionen von denen auf youtube