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Fox Transfer

Fox Transfer

25.04.17 08:15 1.690Text: Luke BiketalkerFotos: NoSane; FoxSattel, senk dich! Ein Blick hinter die Kulissen der Fox Transfer Dropper-Post inklusive Test.25.04.17 08:15 1.774

Fox Transfer

25.04.17 08:15 1.774 Luke Biketalker NoSane; FoxSattel, senk dich! Ein Blick hinter die Kulissen der Fox Transfer Dropper-Post inklusive Test.25.04.17 08:15 1.774

Die alte Fox D.O.S.S Dropper-Sattelstütze wusste ihre Fangemeinde vor allem ob ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit zu begeistern. Durch ihren doch recht klobigen Trigger, das relativ hohe Gewicht und vor allem die auf drei Stufen limitierte Höhenverstellung hinkte sie der Konkurrenz dennoch hinterher. Um am hart umkämpften Markt bestehen zu können, musste etwas Neues her – neue Technik, neuer Name.
Die aktuelle Stütze der Amerikaner nennt sich nun Fox Transfer. Geblieben sind nur die mechanische Ansteuerung und das Versprechen der Zuverlässigkeit. Überall sonst hatten die Ingenieure keinen Stein auf dem anderen gelassen: Ein neues Innenleben mit selbstregulierendem Ausgleichsventil, Varianten für innen-, wie außenverlegte Züge, schlanke Trigger in zwei Versionen und vor allem zeitgemäße stufenlose Verstellbarkeit über 100, 125 oder 150 mm sind state of the art.

Technik

Um die Fußstapfen des Vorgängermodells auszufüllen, standen große Zuverlässigkeit, möglichst wartungsarme Technik und leichte Handhabbarkeit an oberster Stelle der Bedarfsliste. Wenig verwunderlich also, dass auch die Transfer wieder über eine mechanische Ansteuerung via Bowdenzug verfügt.
Ohne potenziell tropfende Hydraulikleitung geht die Zugverlegung beim Einbau so gleich deutlich einfacher von der Hand als bei manchem Konkurrenzprodukt. Im Falle unserer innenverlegten Teststütze wird der Bowdenzug schlicht an der Aktuatoreinheit an der Unterseite eingehängt – sowohl Ein-, als auch Ausbau der Transfer funktionieren damit werkzeugfrei.

Ein Kritikpunkt am Vorgänger war der auf nur drei Stufen limitierte Verstellbereich. Dank gänzlich neuem hydraulischen Innenleben ist dieser nun endlich, je nach Modellvariante, über 100, 125 oder 150 mm stufenlos variierbar.
Sämtliche Bauteile der Hydraulikeinheit wurden in den oberen Teil der Stütze integriert, was laut Fox ein leichteres Design möglich macht. Im Vergleich zur Konkurrenz sollen auch die Durchmesser des Hydrauliksystems selbst bei der Transfer deutlich größer ausfallen. Dies führt zu niedrigerem Druck innerhalb des Systems, was mit geringeren Bedienkräften und vor allem einem geringeren Verschleiß einhergeht.

  • Das Innenleben der Transfer. Oben für interne Zugverlegung, unten jenes für externe Verlegung.
    Das Innenleben der Transfer. Oben für interne Zugverlegung, unten jenes für externe Verlegung.
    Das Innenleben der Transfer. Oben für interne Zugverlegung, unten jenes für externe Verlegung.

Um die Feinjustage der Höhe präziser zu gestalten, verbaut Fox ein Schieberventil, welches den Ölfluss, respektive dessen Geschwindikgeit, kontrolliert. Damit lässt sich im Umkehrschluss die Geschwindigkeit der Stütze über den Betätigungsweg des Triggers (ganz durchdrücken = schnell, minimal durchdrücken = langsam) anpassen.
Besagtes Schieberventil soll außerdem verhindern, dass die Sattelstütze durch mechanische Einwirkung von außen, etwa durch Einhängen am Lift oder Anheben des Rades am Sattel, auseinandergezogen wird. Durch so erzeugten Unterdruck entstandene, funktionseinschränkende Luftblasen gehören damit laut Fox der Vergangenheit an.

Was die Fox Transfer neben dem Schieberventil ebenfalls von anderen Produkten abhebt, ist ihr integriertes Druckausgleichsventil. Die Idee dahinter war, unter allen Außenbedingungen eine konstante Funktionsweise zu gewährleisten. Nimmt man sein Bike etwa im Winter aus der geheizten Wohnung mit ins Freie, oder begibt man sich in große Höhen, kann der Druck oberhalb des Kolbens zu hoch werden, was die Bedienkräfte wie auch die reibungslose Funktion beeinträchtigen kann.
Um dem entgegenzuwirken, öffnet sich in diesem Fall das Überdruckventil und lässt eine kleine Menge Öl in das Schieberventil strömen. Die Funktion bleibt damit konstant.

Tech Specs

Material: Aluminium Zugführung: Interne (Test) oder externe Kabelführung
Hub/Länge: 100 mm/356 mm; 125 mm/406 mm;
150 mm/456 mm
Trigger: 1-fach oder 2-fach Variante (nicht im Lieferumfang)
Einstecktiefe min.: 100 mm Varianten: Factory (Genuine Kashima Coat- Beschichtung) oder Performance (schwarz anodisiert) mit interner oder externen Kabelführung
Einstecktiefe max.: 195 mm (100 mm Hub); 220 mm (125 mm Hub)
245 mm (150 mm Hub)
Gewicht: 519 g (643 g inkl. Standard-Trigger, Zügen und Hardware)
Druchmesser: 30.9 mm oder 31.6 mm Gewicht Trigger: 28 g
Versatz: 0 mm Lieferumfang: Sattelstütze ohne Trigger
Sattelklemmung: 2-Schrauben (5.1 bis 7.3 Nm) Preis: € 319/ 369,- (Performance/Factory); € 79,- Trigger
Kompatibilät: Sättel mit 7 mm Stahl/Titan oder 7 x 9 mm
Carbon Gestell
Praxis

Aus der Vielfalt der Varianten - intern und extern verlegbar, mit und ohne Kashima-Coating und den drei Längen - fand die innenverlegte 125 mm Version mit edlem Kashima-Finish den Weg in unsere Hände.
Und tatsächlich: Bereits bei der Montage macht sich die vielgelobte Unkompliziertheit der Fox Transfer bemerkbar. Mechanisch angesteuert zu sein, birgt hier einen großen Vorteil. Denn ohne zu öffnende Hydraulikleitungen bleibt das System an sich geschlossen. Verlegt wird lediglich ein Bowdenzug, welcher je nach Rahmendesign leichter oder komplizierter von Sattel- zu Steuerrohr wandert. Sauereien mit Hydraulikflüssigkeiten oder etwaiges Entlüften bleiben aus. Werkzeuglos wird der Kopf des Bowdenzugs am Aktuator der Stütze eingehängt, die Stütze ins Sitzrohr geschoben und der Zug durch den Hebel geführt, abgelängt und geklemmt.
Bei besagter Klemmung des Bowdenzugs am Hebel versteckt sich auch das augenscheinlichste Manko der Stütze. Denn der Zug wir mittels einer tief versenkten, winzig kleinen Torx-Madenschraube befestigt. Dadurch wird die Zugfixierung etwas fummelig und das Finden der richtigen Klemmkraft zur Herausforderung.

Alu-Hebel Variante 1 sitzt über dem Lenker und wird vom Daumen praktisch von oben gedrückt - ähnlich den Lösungen von Kindshox. Dadurch lässt er sich, ungeachtet der Schalt-Trigger, variabel links oder rechts montieren. Auch wenn er auf den ersten Blick recht zart erscheinen mag, lässt er sich zum einen gut und individuell positionieren, und dadurch zum anderen auch leicht bedienen.
Optisch noch sauberer wirkt der optionale Hebel, der bei Einfach-Antrieben anstelle des Schalttriggers links unter dem Lenker montiert werden kann. Mit diesem hebt und senkt sich der Sattel durch dieselbe Daumenbewegung, mit der sich an einem Zweifach-Bike der Umwerfer betätigen ließe. Eine sehr intuitive Lösung, die allen 1-fach Bikes gut steht, wie wir finden. Leider finden sich die Trigger nicht im Lieferumfang der Transfer, und müssen darum für € 79,- separat erworben werden.

  • Die 2/3-fach - Fernbedienung...Die 2/3-fach - Fernbedienung...Die 2/3-fach - Fernbedienung...
    Die 2/3-fach - Fernbedienung...
    Die 2/3-fach - Fernbedienung...
  • ...sitzt über dem Lenker....sitzt über dem Lenker....sitzt über dem Lenker.
    ...sitzt über dem Lenker.
    ...sitzt über dem Lenker.
  • Eine "Trigger-Style" Variante ist ebenfalls erhältlich. Eine "Trigger-Style" Variante ist ebenfalls erhältlich. Eine "Trigger-Style" Variante ist ebenfalls erhältlich.
    Eine "Trigger-Style" Variante ist ebenfalls erhältlich.
    Eine "Trigger-Style" Variante ist ebenfalls erhältlich.

Nicht nur toll für den Transport in kleinen Autos, sondern etwa auch für den Einsatz an mehreren Bikes: die werkzeuglose Demontage der Stütze. Um die Stütze auszubauen, muss lediglich die Sattelstützklemme gelöst, der Sattel herausgezogen, und der Kopf des Bowdenzugs bei gleichzeitig leichtem Druck auf den Aktuator ausgefädelt werden. Ein derart unkomplizierter Tausch von einem Bike zum anderen macht, bei entsprechendem Sitzrohrdurchmesser oder passenden Reduzierhülsen, den Kauf mehrerer Stützen überflüssig. Ob der Zugklemmung am Hebel und der zu montierenden Endkappen sei aber jedem Bike eine eigene, am Lenker und im Rahmen verbleibende Zug/Hebel-Kombi vergönnt.

Am Trail zeigt sich die Fox Transfer Factory auffällig unauffällig. Wie ein guter Schuh, den man nicht spürt, bleibt auch an der Transfer nichts auszusetzen. Kein laterales Spiel macht darauf aufmerksam, dass die Stütze, auf der man gerade sitzt, auch versenkt werden kann. Zuverlässig kommt und geht sie auf Knopfdruck, auch bei tiefen bzw. Minus-Temperaturen. Und auch das Anheben am Sattel im eingefahrenen Zustand konnte im bisherigen Testverlauf keinerlei Schwierigkeiten verursachen.
Natürlich, die goldene Kashima-Beschichtung hat, konträr zu den Dämpfungselementen, nur Show-Charakter. Ob einem das den Aufpreis von € 50 tatsächlich Wert ist, oder ob man diese nicht gleich in den Einfach-Hebel aus dem Zubehör investiert, ist Geschmackssache. Wie bei der aufpreispflichtigen Metallic-Lackierung eines PKWs funktioniert auch die schwarz eloxierte Standardvariante auf Augenhöhe – it’s all about the looks …


Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
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    Fox Transfer

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  2. #2
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    Max Aufbauhöhe im eingefahrenen Zustand wär noch interessant !
    .
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  3. #3
    zu schwach Avatar von stef
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    Der Bedienhebel ist IMHO nicht im Lieferumfang und muss immer separat gekauft werden.

  4. #4
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    Zitat Zitat von stef Beitrag anzeigen
    Der Bedienhebel ist IMHO nicht im Lieferumfang und muss immer separat gekauft werden.
    Oha! Danke, da hast du natürlich recht, wenn man so durch die Onlineshops schweift.

    Wir hatten da offensichtlich ein Bundle wie dieses: https://www.bike-components.de/en/Fo...-Model-p51032/ im Test. Da war die Remote mit eigenem Plätzchen im Karton mit dabei

  5. #5
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    @muerte - das kann ich dir morgen gerne nachmessen

  6. #6
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    Zitat Zitat von muerte Beitrag anzeigen
    Max Aufbauhöhe im eingefahrenen Zustand wär noch interessant !
    @Muerte Die Fox baut etwa 7cm hoch, +/- so hoch, wie die aktuelle Reverb...