Passwort vergessen?
nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Am 4. Oktober 2023 hat der ausrichtende Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental beschlossen, das KitzAlpBike Festivals künftig nicht mehr zu veranstalten. Die 27. Auflage des Marathons samt Side-Events wie Hillclimb, Radlrallye, Cross Country oder jüngst Funduro war also gleichzeitig die letzte.„Dieses Event war ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements, das Brixental und die Kitzbüheler Alpen als Top-Destination für Mountainbiker zu etablieren. Die Entscheidung wurde sorgfältig abgewogen und aus verschiedenen Gründen getroffen. Nichts desto trotz möchten wir uns bei allen Teilnehmer:innen, Sponsoren, Partnern, Unterstützern und ehrenamtlichen Helfer:innen sehr herzlich für ihre langjährige Treue und ihr Engagement bedanken“, ließen die Organisatoren zum Abschied wissen.
Should auld acquaintance be forgot, and never brought to mind? Should auld acquaintance be forgot, and auld lang syne?
99 redaktionelle Beiträge listet das Bikeboard, wenn man es mit dem Suchbegriff „KitzAlpBike“ füttert. Mehr schafft auf unserer Plattform nur die Salzkammergut Trophy – zumindest bezogen auf die Veranstaltungswelt. Denn die „Streif der Mountainbiker“, wie der Tiroler Marathon ob seiner berüchtigten Bergauf-Passage über den weltberühmte Ski-Abfahrtshang alsbald tituliert wurde, zählt mitsamt seinem wechselnden Rahmenprogramm zu jenen Events, welche unser Online-Magazin schon seit seinen Anfängen begleitet.Im 100. Eintrag zum Thema lassen wir deshalb, so viel Nostalgie und Trauerarbeit muss sein, unsere schönsten Erinnerungen an mehr als zwei Jahrzehnte Kitzbüheler Alpen – Brixental in Wort und Bild Revue passieren. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit, um mit TVB-Geschäftsführer Christoph Stöckl, selbst 16 Jahre auf leitender Ebene in die Geschicke das KitzAlpBike involviert, über die genaueren Gründe für das Aus und nunmehrige Zukunftspläne zu sprechen.
For auld lang syne, my jo, for auld lang syne, we'll tak' a cup o' kindness yet, for auld lang syne.
Bikeboard: Erstmals seit 2006 gibt's in unserem internen Arbeitskalender für Ende Juni keinen auf KitzAlpBike lautenden Eintrag - ein komisches Gefühl. Wie geht's da erst euch Locals, die ihr ja sogar auf nochmal zehn Jahre mehr Festival-Geschichte zurückblickt?Christoph Stöckl: Tatsächlich sind viele traurig, dass es den KitzAlpBike nicht mehr gibt, was verständlich ist, weil ja enormes Herzblut und Engagement in diese Veranstaltung geflossen ist. Speziell jene, die via Organisationskomitee stark involviert waren, müssen das Aus erst verkraften. Aber die Entscheidung wurde strategisch gefasst und ist eine notwendige Reaktion auf diverse Veränderungen der letzten Zeit: sinkende Teilnehmerzahlen, weniger Sponsorengelder, deutlich gestiegene Kosten ... Gemeinsam mit Profis haben wir die Situation gründlich analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass dem Festival die Zukunftsperspektive fehlt.BB: Meist schien beim KitzAlpBike die Sonne, voriges Jahr jedoch regnete es Schusterbuben. War das bereit ein frühes Omen? Seit wann stand das Festival auf dem Prüfstand - und warum genau?CS: Ja, wir haben uns bereits vor eineinhalb Jahren Hilfe von außen geholt und uns damit befasst, wie und ob der KitzAlpBike seine frühere Zugkraft zurückerlangen könnte - bei Teilnehmenden, Sponsoren, Publikum, Helfern ... also, bei allen Beteiligten. Aber Fakt ist, dass durch den E-Bike-Boom bei den Leuten der Genuss immer mehr in den Vordergrund rückt und Formate mit Zeitnehmung an Attraktivität verlieren. Dazu die hohe Inflation, die eine wahre Kostenexplosion bewirkt hat. Zumal beim KitzAlpBike die Personalkosten immer schon sehr hoch waren, weil seitens der vom Tourismusverband damit Befassten eben viel Zeit investiert wurde. Für heuer wollten wir nochmal ein Festival auf einem hohen Qualitätslevel bieten. Aber letztlich lagen die Teilnehmerzahlen nicht auf einem Niveau, dass man von einer Zukunftsperspektive sprechen kann. Wir hatten 550 Anmeldungen, wovon witterungsbedingt letztlich nur 440 am Start waren. Das hat dann nochmal zusätzlich weh getan.
Das hat dann nochmal zusätzlich weh getan
BB: Marathons sind ja generell mit sinkenden Starterzahlen konfrontiert. Welche Erklärung findet die touristische Ursachenforschung für dieses Phänomen?CS: Genuss ist, wie schon erwähnt, das große Schlagwort. Der Trend geht zum Breiten- statt Spitzensport, das hat sich speziell nach Corona so entwickelt. Ergänzend haben wir nun schon oft gehört, dass Aktive als Folge einer Covid-Erkrankung Atemprobleme haben und eine eingeschränkte Lungenfunktion. Rund um ein Marathon-Format war es außerdem seit jeher schwierig, echte Festival-Stimmung mit tausenden begeisterten Zusehern aufzubauen. Das ist nur wenigen Veranstaltungen wie z.B. den Festivals in Riva oder Willingen gelungen, und meiner Meinung nach noch am ehesten mit Cross-Country- oder Downhill-Bewerben erreichbar.BB: Hat auch die vorangegangene Umstrukturierung des TVB mit der Absage zu tun und das Festival mit manch Neubesetzung seine Fürsprecher verloren?CS: Nein, das hatte damit gar nichts zu tun. Wir haben eine strategische Entscheidung getroffen, deren Gründe ich schon erläutert habe. Künftig wird bei uns vermehrt in den Themenbereich Tour und Trail investiert. Das Genuss- und E-Biken wird im Brixental immer beliebter, und auch für seine großartigen Panoramatouren sind die Kitzbüheler Alpen bekannt. Im Rahmen der Bike ARGE wurden für die kommenden fünf Jahre mehrere Projekte definiert, und in deren Umsetzung fließt die frei gewordene Finanzierungskraft.
Wir haben eine strategische Entscheidung getroffen
BB: Also ‚time to say goodbye‘. Neben den zuletzt etablierten Event-Formaten gab’s in der fast 30-jährigen Festival-Historie unzählige Highlights und Specials, von Marathon-WM, Enduro-EM und etlichen ÖMs über After-Race-Partys mit Live-Bands und Dirt Contests bis zu Modeschauen und Trial-Shows. Was war dein persönlicher Lieblingsmoment?CS: Ganz klar die Marathon-WM 2013, und was im Zuge der Vorbereitung auf dieses Highlight alles geschehen ist. Vor allem ermöglichte dieses Großereignis ja die Umsetzung des Fleckalmtrail, der bei unseren Gästen und auch den Einheimischen bis heute sehr beliebt ist und mittlerweile ja sogar zu den Signature-Trails Tirols gehört.BB: Wenn der Marathon und das Festival euer Zugpferd war im Bestreben, die Region als Top-Destination für Biker zu etablieren: Was wird dann euer neues Leuchtturmprojekt, um diesen Status zu halten?CS: Die Entscheidung, den KitzAlpBike nicht mehr zu veranstalten, ist am 4. Oktober gefallen und somit noch recht frisch. Insofern beginnen jetzt gerade erst die Prozesse zu laufen, im Rahmen derer dann kreative, neue Ideen geboren werden. Fix ist bereits, dass es den Hillclimb Brixen weiterhin geben wird, wahrscheinlich zum ungefähr gleichen Termin wie bisher. Und dass wir in die Bike-Infrastruktur investieren werden, weil da braucht’s Verbesserungen.
Fix ist, dass es den Hillclimb Brixen weiterhin geben wird
BB: Was genau ist mit Infrastruktur gemeint – neue Trails?CS: Ja, auch. Unser Ziel ist, das Tour- und Trail-Angebot generell zu verbessern. Da geht es einerseits darum, das existierende Streckennetz durch bestehende Forstwege zu ergänzen und aufzuwerten, samt allen damit verbundenen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, etc. Andererseits sind auch Trailbauten geplant, im Einvernehmen mit Forst und Jagd, dem Naturschutz, der Umweltanwaltschaft und natürlich den Grundstückseigentümern. Ob am Ende aus den Bemühungen der Bike ARGE Kitzbühel – Brixental heraus auch ein neuer Event entstehen wird, wird die Zukunft zeigen.BB: Dann wünschen wir viel Erfolg und frohes Schaffen, bedanken uns für das Gespräch und die jahrelange, gute Zusammenarbeit und sind gespannt auf alles, was kommt!
Die Bike Arbeitsgemeinschaft ist ein Verein, der 2022 gegründet wurde und die Bergbahn Kitzbühel, den Kitzbühel Tourismus, den TVB Kitzbüheler Alpen – Brixental, die Stadtgemeinde Kitzbühel und die Gemeinde Kirchberg in Tirol zu ihren Mitgliedern zählt. Weiters können Unternehmen aus dem Raum Kitzbühel und Kirchberg der ARGE als fördernde Mitlgieder beitreten.Ziel des Vereins ist eine regionsübergreifende Strategie zur Umsetzung von sanfter Mobilität. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Lenkung der Gäste im Tal und auf dem Berg, also der Schaffung neuer Rad- und Wanderwege, Ausflugsziele und Bike-Trails. Der Ausbau geschieht unter der Prämisse von Nachhaltigkeit und Harmonie am Berg. Begleitet wird der Prozess von der Allegra Tourismus Österreich GmbH und unterstützt durch das LEADER-Programm vom Land Tirol.Erstes sichtbares Ergebnis der Bemühungen sind die im Juli 2023 eröffneten Sonnenrast Trails (1,8 km langer S1-Flowtrail; zwei kurze S2-Ergänzungen mit Jump- und Northshore-Elementen folgen) und die MTB Family Area Streiteck (1,4 km Trails mit Förderband), beide im Bereich der Sonnenrast Sesselbahn auf der Ehrenbachhöhe.
Seit 2002 war der KitzAlpBike fixer Bestandteil meines Radsportlebens und -Kalenders. Die ersten ein, zwei Jahre noch als aktiver Teilnehmer, dann tauschte ich mein Bike gegen Motorrad, Quad und Kamera ein und durfte so insgesamt 19 Mal Teil des großartigen KitzAlpBike-Teams sein.Tatsächlich war die Veranstaltung samt ihrer Crew für mich ein ganz persönlicher Motivationsschub, zwei meiner großen Leidenschaften, Fotografie und Radsport, weiter zu verfolgen.Da darf man dann, denke ich, schon ein wenig sentimental werden beim Sichten der vielen, vielen Fotos aus über 20 Jahren ... von den überschaubaren Anfängen in kleinem Rahmen am Parkplatz der Fleckalmbahn, als die Lenker noch schmal waren und die Gabeln viel steiler zur Erd' zeigten als heute, über die großen Festival-Jahre mit Dirtjump, Hillclimb, Modenschau, Livemusik und Party, Fleckalm-Circuit und Marathon, bis zu den Details: der Teilnahme alter MTB-Legenden und dem Aufflammen junger Talente; der Publikumsjubel auf der Choralpe oder im Ziel des Hillclimbs; das Leiden am Anstieg über die Mausefalle; technische Downhills über Wiesen und Trails, aber auch die gemütliche Seite bei der Genussrallye im Windautal - es war alles dabei. Nur Regen, den gab's so gut wie nie beim KitzAlpBike im Brixental.Mir bleibt am Ende nur, ein riesengroßes DANKE zu sagen an den KitzAlpBike. Das heißt, an die vielen netten und spannenden Menschen, die ich kennenlernen und mit denen ich arbeiten durfte, jene, die dem Event Leben und Seele gegeben haben. Danke für die schöne Zeit, die Herausforderungen und Abenteuer!
Danke für die schöne Zeit, und auf viele neue Abenteuer in den Kitzbüheler Alpen!
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