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Transbalkan Race 2022

Transbalkan Race 2022

22.04.22 05:14 2.950Text: gabriwaFotos: TransbalkanDas ultimative Bikepacking-Abenteuer: Vier Länder. 1.300 Kilometer. 11 Nationalparks. 27.000 Höhenmeter. 82% Offroad. Plus: Herbst-Alternative Istraland.22.04.22 05:14 3.002

Transbalkan Race 2022

22.04.22 05:14 3.0028 Kommentare gabriwa TransbalkanDas ultimative Bikepacking-Abenteuer: Vier Länder. 1.300 Kilometer. 11 Nationalparks. 27.000 Höhenmeter. 82% Offroad. Plus: Herbst-Alternative Istraland.22.04.22 05:14 3.002

Es gibt viele Möglichkeiten, 9 Tage und 16 Stunden zu verbringen. Man könnte sich zum Beispiel ein schönes Hotel auf Mauritius suchen und dort die Zehen in den Indischen Ozean stecken, während man sich einen Long Island nach dem anderen hinter die Binde kippt - sicherlich nicht die blödeste Idee.
Als Kontrastprogramm könnte man sich aber auch für ein Bikepacking-Rennen anmelden, um dann innerhalb genannten Zeitraumes von Sežana nach Kotor zu fahren.

Vier Länder. 1300 Kilometer. 11 Nationalparks. 27.000 Höhenmeter. 82% Offroad. Was für die meisten nach einem vierwöchigen Roadtrip im Range Rover Defender klingt, erledigt man heutzutage umweltbewusst per Rad. Und damit es nicht langweilig wird, haben sich die Organisatoren des Transbalkan Race nicht lumpen lassen und eine zauberhafte Route aus dem Ärmel geschüttelt.

Der Balkan als das ultimative Abenteuer

Trotz der unmittelbaren geographischen und auch geschichtlichen Nähe zu Österreich wirkt der Balkan exotisch, eine eigene Welt. Warum also unnötig CO2 verheizen, um auf Mauritius nichts zu erleben, wenn wir quasi vor unserer Haustüre alles erleben können?

Wem die Distanz und die zu bewältigenden Höhenmeter noch nicht genug sind, aufgepasst! Zur Auflockerung darf man mitunter auch mit Wölfen und Bären als Besucher im Nachtlager rechnen - ach ja, und nicht zu weit von der Route abweichen, möglicherweise sind da noch Minen aus dem Jugoslawienkrieg. Wer das überlebt, hat danach immerhin ordentlich was zu erzählen - wen interessiert da dein Urlaub auf Mauritius?

 Heute fahren wir: Bergauf! 


Gestartet wird am 3. Juni um 8:00 Uhr früh in Slowenien, unweit der Italienischen Grenze in Sežana. Ab dann läuft die Zeit bis zum eingangs erwähnten Limit von neun Tagen und 16 Stunden.
Das erste Drittel des Weges führt entlang des Grates der Dinarischen Alpen, unweit der Kvarner Bucht; hier genießt man eine herrliche Fernsicht bis nach Triest, vorausgesetzt man sieht überhaupt noch etwas, denn hier befindet man sich mitten im Anstieg auf den Snežnik.
Von dort geht es ohne Umwege direkt nach Kroatien, wo man sich im malerischen Risnjak Nationalpark wieder findet - einem der letzten Orte Europas, an dem es noch freilebende Luchse (140 cm groß, 45 kg schwer) gibt. (Ja, das in dem Video ist ein Puma, aber da geht es ums Prinzip.)

Nach Risnjak kommt der Velebit Nationalpark, die größte Naturschutzlandschaft Kroatiens, vorbei an Gospić, der Heimat Nikola Teslas. Eventuell Zeit für eine kurze Pause und ein Erfrischungsgetränk, bevor es dann über den Park Una via der Via Dinarica in den gleichnamigen, nämlich Dinara Nationalpark, geht.
Ziemlich viele Nationalparks in der Gegend, und das alles vor dem Mittagessen. Es bietet sich übrigens an, dieses in Livno zu sich zu nehmen (Restoran Bon Appetit, bestes Lokal der Region. Unbedingt probieren: Cevapi), bevor die Reise Richtung Süden weitergeht.

Verlässt man Livno, kommt länger nichts. Also, eigentlich kommt schon recht viel, nur halt keine Städte, sondern Hochebenen - diese dafür mit Wildpferden.
Der nächste Zwischenstopp in Mostar bietet nochmals die Möglichkeit, seinen Proviant aufzufüllen, denn der bevorstehende Abschnitt ist laut Organisatoren der härteste des Events: Die Karstlandschaft des Sutjeska Nationalparks ballert nochmal alles raus, was sie an Höhenmetern zu bieten hat, bevor es langsam, aber sicher gegen Ende geht.
Als Schlussanstieg könnte man den Sedlo Pass im Durmitor Nationalpark sehen, bevor man zum Schlusssprint nach Montenegro ansetzt. Das Bier am Abend in Kotor ist dann jedenfalls ein wohlverdientes.


Ist das noch ein Höhenprofil, oder ist es schon das Kammerflimmern kurz vorm Ende? Man weiß es nicht so genau. Jedenfalls verteilen sich die knapp 27.000 Höhenmeter recht gleichmäßig auf die gesamte Route.

Registrierung

Anmelden konnte man sich für diesen Wahnsinn bis 28. Februar - leider ist die Frist für dieses Jahr bereits um. Ehrlicherweise muss man aber auch anmerken, dass für dieses Unterfangen ein Jahr Vorbereitung sicherlich kein Fehler sein dürfte.
Was passiert, wenn man sich mehr oder weniger planlos anmeldet, wird man an einer anderen Stelle hier lesen können. Man darf gespannt sein.

Infos und Anmeldung
Startgeld: € 295,-

Istraland

Aufgrund der immer stärkeren Nachfrage nach Bikepacking-Events hat das Organisationsteam des Transbalkan Race eine eigenständige Veranstaltung ins Leben gerufen: Istraland.
Wer am 30. September Zeit hat, sollte sich diesen Tag rot im Kalender markieren. Auf 420 Kilometern wird die Kroatische Halbinsel von Norden her erkundet. Auch wenn Istrien recht flach wirkt, sammelt man so 5.500 Höhenmeter an. Die Route ist zu 80% offroad und sollte mit dem Gravelbike (mit etwas breiteren Reifen) gut machbar sein.
Natürlich gilt auch hier wieder das Credo "Unsupported” - wer also Labestellen oder ein Servicecar erwartet, wird enttäuscht sein. Hardcore FahrerInnen werden vermutlich ohne Schlafsack starten; unsere Bikeboard-Empfehlung lautet allerdings, ein entspanntes Bikepacking-Wochenende mit fahrradbegeisterten NaturliebhaberInnen daraus zu machen - im September ist die Rennsaison vorbei.

Anmeldung ist offen
Startgeld: € 45,-


vor 9 Stunden schrieb chriz:

Traumhafte Bilder! Da juckt es in den Beinen!  Toller Bericht da könnte ich echt schwach werden sowas auch Mal zu probieren. 

Das Transbalkan Race wird tatsächlich eine spannende Sache - wer es leichter angehen möchte dem sei das "Istraland" Ende September empfohlen. 420 km und fast flach (im Vergleich) - wird sicherlich auche eine schöne Veranstaltung! 

 

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vor 23 Stunden schrieb 123mike123:

Hört sich sehr interessant an.

 

Was genau rechtfertigt bei einer self-supported Veranstaltung ca. 300³ Startgeld?

Ich hab für dich bei den Veranstaltern nachgefragt:

 

Das Startgeld wird für eine ganze Liste von Serviceangeboten verwendent: Etwa sind hier die Trackers zum verfolgen der einzelnen Starter inkludiert, 24/7 Krankenwagen mit 2 Ärzten für den Fall der Fälle, zwei weitere Teams in Autos für Fotos und Organisatorisches. Ein Welcome - Package, zwei Checkpoints mit gratis Verpflegung bzw Schlafmöglichkeit, Radkoffer- bzw Gepäckstransfer vom Start- zum Zielort, nur um dir grob einen Überblick  zu bieten. Die Organisatoren haben nebenbei noch Full Time Jobs - mit den Einnahmen aus den Startgeldern geht es sich gerade aus, alle offenen Kosten zu decken. 

 

Wenn man sich zum Beispiel andere Rennen dieser Kategorie ansieht, merkt man erst den Unterschied: Etwa das Silk Road Mountain Race in Kirgisistan, bei dem das Startgeld ca 300 Pfund beträgt hat diese Services nicht.



 

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