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Kuota KOM Air

Kuota KOM Air

Text: Reinhard Hörmann Fotos: Reinhard HörmannDer König ist tot, es lebe der König. "King of Mountains" ist die eigentliche Bedeutung der Abkürzung KOM. Wir wollten wissen, ob das neue, rabenschwarze KOM Air hält, was sein Titel verspricht.
In der heutigen Zeit Räder zu testen ist nicht mehr ganz so einfach, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Die Unterschiede zwischen Edelrenner und Drahtesel waren in puncto Fahrverhalten vor knapp zwei Jahrzehnten so groß, dass auch Teilzeit-Hobbyfahrer sofort wussten, warum sie beim Ankauf tiefer in die Tasche greifen mussten. Auf dem High End-Sektor, das muss man offen und ehrlich gestehen, ist dies in der Gegenwart um einiges schwieriger geworden. Beinahe alle teuren Rennräder der jüngsten Zeit vereinen niedriges Gewicht mit hohen Steifigkeitswerten, reagieren willig auf eingeleitete Bremsmanöver, halten treu die Spur bei schnellen Abfahrten. Und natürlich - wie könnte es anders sein - wird jedes Watt in Vortrieb umgewandelt.

Kurzum: dies verhält sich auch beim KUOTA so, insofern gibt's also keine Überraschungen. Irgendwie scheint es jedoch so, als könnte das KOM Air das alles doch noch um Nuancen besser. Eines allerdings hat sich nicht verändert. Manche Räder stellt man, einmal in den Besitz gekommen, lieber ins Wohnzimmer als in die Garage. In Wahrheit würde man sie ja eigentlich am liebsten ins Schlafzimmer stellen, aber eine derartige Vergötterung stößt bei Mitbewohnern oftmals auf Unverständnis... deshalb lassen wir das lieber.
Ein Rad fürs Schlafzimmer?
Eindeutig - aber nicht auf den ersten Blick. Es kommt nämlich im Vergleich zu Vorgängern aus derselben Schmiede etwas bieder daher. Mattes Schwarz, weiße, einfache Grafik, puristisch gehalten. Betrachtet man das Edelteil allerdings genauer, erkennt man in diesem Understatement die Stärken. Es ist kein Poser-Rad, das sicherlich nicht. Aber es hat was. Es strahlt aus, was es ist: leicht, zeitlos, formschön, supersteif und teuflisch schnell.
Perfekter Rahmen
Das Rahmenset ist sehr leicht und enorm steif. Die Gabel gibt selbst auf Kopfsteinpflaster nicht nach, man könnte allerdings den etwas verminderten Komfort reklamieren. Meinem Fahrertyp (schwer!) kommt eine solche Performance aber entgegen. In der Praxis zeigt das KOM, dass es vermutlich nach den Wünschen von Rennfahrern entwickelt wurde. Das ganze Rad strahlt eine Art Selbstbewusstsein aus. Die Sitzposition ist gestreckt, die Geometrie schreit nach einer ordentlichen Sattelüberhöhung. Die Lenkung ist trotz aller Willigkeit spurstabil und somit nicht nur der King of Mountains, sondern auch eine sehr gute Wahl für harte Straßenkriterien. 

Die innen verlegten Bowdenzüge polarisieren. Einerseits schaut es einfach schöner aus, wenn die Kabel im Rahmen verschwinden und es bringt sicherlich auch einen verbesserten Luftwiderstand; andererseits wird der Bowdenzug länger, das System dadurch minimal schwerer, die vielen Windungen sind für exakte und schnelle Schaltmanöver nicht gerade förderlich. Mir persönlich gefällt es, verlegen möchte ich sie allerdings nicht - das ist eine Aufgabe für den Radmechaniker meines Vertrauens. Insgesamt betrachtet handelt es sich beim KOM Air-Rahmen um einen der besten, auf denen ich je Platz nehmen durfte.
Technik
Das Modell 2013 verfügt über einen neuen Hinterbau, eine auf Ø 27,2 mm reduzierte Sattelstütze für mehr Komfort, PF30 Tretlager, innenverlegte Züge und einen 1-1/2” auf 1-1/8” verjüngten Gabelschaft.

Trotz des geringen Rahmengewichts von etwa 770 g (RH: XS) ist das KOM auffällig steif und stabil. Nur unter Anwendung des innovativen DTC (Digitale Cutting Technology) Karbon-Schneidesystem und unter Verwendung modernster Laminierungstechnologie ist es möglich, ein derart gutes Verhältnis zwischen Performance und Sicherheit zu erzielen. Das “King Of Mountain” wurde in den vergangenen Jahren auch von den Profis bei unzähligen Wettkämpfen erfolgreich eingesetzt.

Tech Specs

Rahmen KOM Air, UD Carbon   Innenlager BB30 Standard
Gabel Full Carbon, 1-1/2” auf 1-1/8”   Kurbel Kuota K03 53/39, 130mm
Größen XXS, XS, S, M, L, XL   Schaltbremshebel Shimano Dura Ace 7900
Steuersatz Kuota 1-1/2” auf 1-1/8”   Schaltwerk Shimano Dura Ace 7900
Sattel Selle Italia SLR   Umwerfer Shimano Dura Ace 7900
Vorbau Katch 02 Alu/Carbon   Zahnkranzkassette Shimano Dura Ace 12-25
Lenker Deda Zero 100   Kette Shimano Dura Ace 7900
Sattelstütze Kuota Alu 27.2 mm, matt   Bremse vo/hi Shimano Dura Ace 7900
Laufräder Mavic Ksyrium SLS WTS   Reifen 700x23c Mavic Yksion Pro Grip/Power
Gewicht 6.57 kg Testrad (ohne Pedale)   Preis ab € 4.999,- (Ultegra 10f)
Kleine Makel
Die Front samt Gabel ist bretthart - von Komfort keine Spur. Zur Verteidigung sei aber gesagt: man kann nicht alles haben und Kompromisse sind eben weder Fleisch noch Fisch. Die Sattelstütze quälte mich bald mit dem Umstand, dass ich den Sattel einfach nicht so fest anschrauben konnte, dass er hielt. Immer wieder rutschte er vor und zurück. Ein Telefonat klärte das Mysterium - es war eine falsche Aufnahme (für ovale anstatt runde Rails) montiert. Nach dem Wechsel war dieser Fehler behoben; rein optisch wurden die Crankbrothers-Stütze und ich trotzdem keine Freunde. Lenker (Deda) und Vorbau (Kuota) sind Geschmackssache. Zuletzt sei noch gesagt, dass ich die Kurbelgarnitur sofort gewechselt habe, nicht nur, weil ich lieber mit "Powermeter" teste, sondern auch, weil die damals verbaute Garnitur einfach nicht so recht zur fulminanten Performance des restlichen Systems passen will.

Fazit

KUOTA KOM Air
Modelljahr: 2013
Testdauer: ca. 500 km
+ direkte und präzise Fahreigenschaften
+ hohe Steifigkeit des Rahmensets
o schlichte, schöne Optik
- Anbauteile passen nicht ins Highend-Gesamtbild
BB-Urteil: Ein schneller und zeitloser Rahmensatz für echte Racer.
Das KOM Air besitzt einen außergewöhnlich guten Rahmen, der mit ein wenig Tuning der Anbauteile das Zeug zu einem der ganz großen hat. Es erfüllt insgesamt alle Wünsche eines rennorientierten Radfahrers.

Die Optik ist nicht spektakulär, aber schlicht und schön, die Steifheit nahezu unanständig, der Komfort des Rahmens ist in Ordnung. Die Gabel ist, wie bereits erwähnt, enorm hart und unkomfortabel, das Lenkverhalten des Boliden dafür makellos.

Nicht superleicht, aber sehr leicht und enorm spritzig mit außergewöhnlichem Vortrieb. Kurz: Mit kleinen Verbesserungen bekommt man für gutes Geld einen Edelrenner mit absolut herausragenden Fahreigenschaften.

Das KOM Air ist in 5 Größen erhältlich und mit mechanischen als auch elekronischen Schaltgruppen kompatibel. Preislich bewegt sich das Komplettrad zwischen € 4.999,- (Ultegra 10f) und € 7.999,- (Dura Ace Di2 11f). Wie bei KUOTA üblich, kann die genaue Konfiguration (Länge Vorbau, Kurbel, Breite Lenker, Übersetzung, Sattel, etc.) beim Kaufabschluss vom Kunden bestimmt werden. Der Rahmensatz inkl. Gabel, Stütze und Steuerlager kostet € 3.199,-.

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Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1
    Moderator Avatar von Reini Hörmann
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    Kuota KOM Air

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von biken7
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    Hallo!
    Um das Rad beurteilen zu können, muss ich es anfassen können. Was mir aber taugt sind die Fotos mit dem das Rad in Szene gesetzt wurde. Hier im Hafengelände. Würde mal die Chance bestehen, bei so einem Shooting, wenns in der Nähe ist, zu zuschauen?

  3. #3
    Moderator Avatar von Reini Hörmann
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    Hoi,

    diese Location hat mich schon Jahre gereizt, bis ich es geschafft habe, dort endlich ein Shooting zu machen. Es spricht absolut nichts dagegen, dass du uns einmal besuchst, bei solchen Aufnahmen. Wird in naher Zukunft sicherlich wieder Tests in der Nähe geben.
    Reinhard Hörmann


    Die Zweifel die ich habe sind so einfach, dass sie jeder haben kann....

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von KOMair
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    servus. das mit der sattelstütze kommt mir bekannt vor.
    mit dem kom ist für mich ein traum in erfüllung gegangen. ein absolut reinrassiges race bike.

  5. #5
    Moderator Avatar von Reini Hörmann
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    Zitat Zitat von KOMair Beitrag anzeigen
    servus. das mit der sattelstütze kommt mir bekannt vor.
    mit dem kom ist für mich ein traum in erfüllung gegangen. ein absolut reinrassiges race bike.
    Dachte mir schon, dass das "Problem Sattelstütze" nicht nur "das Testebike" betroffen hat, kann passieren - auch wenn es ärgerlich ist.
    Den Rahmen hätt ich gern gekauft..aber meine Garage ist mit 8 Rädern schon sehr gut besetzt, zu gut für die KM Leistung die ich noch fahre..;o) - aber es hätte mich wirklich gereizt.
    Reinhard Hörmann


    Die Zweifel die ich habe sind so einfach, dass sie jeder haben kann....

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von KOMair
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    Zitat Zitat von Reini Hörmann Beitrag anzeigen
    Dachte mir schon, dass das "Problem Sattelstütze" nicht nur "das Testebike" betroffen hat, kann passieren - auch wenn es ärgerlich ist.
    Den Rahmen hätt ich gern gekauft..aber meine Garage ist mit 8 Rädern schon sehr gut besetzt, zu gut für die KM Leistung die ich noch fahre..;o) - aber es hätte mich wirklich gereizt.

    Schlafzimmer ist doch noch frei. Haha.
    Das KOM hat nur den Nachteil dass man es nicht mehr aufs Material schieben kann.
    Blöd aber das Leben ist hart und ungerecht.
    wer rückenwind hat, fährt einfach nur zu langsam.

  7. #7
    Trikotauslüfter deluxe Avatar von rm81
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    Zitat Zitat von KOMair Beitrag anzeigen
    Das KOM hat nur den Nachteil dass man es nicht mehr aufs Material schieben kann. Blöd aber das Leben ist hart und ungerecht.
    Das kannst du heute bei keinem Rennrad der über € 2500,- Klasse. Da ist dann immer nur noch der Fahrer das limitierende Objekt.
    Geändert von rm81 (06-03-2013 um 11:32 Uhr)

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von KOMair
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    Zitat Zitat von rm81 Beitrag anzeigen
    Das kannst du heute bei keinem Rannrad der über € 2500,- Klasse. Da ist dann immer nur noch der Fahrer das limitierende Objekt.
    Muss ich dir recht geben.
    Gut das ich noch viel Luft nach oben hab.
    Ich kann nur hoffen, dass mein KOM nie vor mir den Geist aufgibt.
    wer rückenwind hat, fährt einfach nur zu langsam.

  9. #9
    mut zum ruhejahr Avatar von hermes
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    geniale fotos reini.
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    i tät gern so gscheit radlfahrn können, wie i deppat reden kann

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von stephin
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    Zitat Zitat von rm81 Beitrag anzeigen
    Das kannst du heute bei keinem Rennrad der über € 2500,- Klasse. Da ist dann immer nur noch der Fahrer das limitierende Objekt.
    Limitierend wäre zB. für mich auch die 53/39 Kurbel - und hinten schaun die Kranzerl auch nicht gerade groß aus - bin aber auch kein KOM
    jella jella - imma schnella!

  11. #11
    Moderator Avatar von Reini Hörmann
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    Zitat Zitat von hermes Beitrag anzeigen
    geniale fotos reini.
    Danke, jedesmal wenn ich vom Radfahren heimgekommen bin, und dort vorbei kam, plante ich im Kopf ein "Shooting" dort...
    Dann war es soweit und mit den ersten gut 200 Fotos war ich total unzufrieden, richtig enttäuscht. Die letzte viertel Stunde gingen wir dann zu den Gleisen - und endlich fand ich dann - wirklich nach etwa 500 Versuchen - was mir vorgeschwebt war.

    Wird net jedermanns Geschmack sein, im Endeffekt bin ich froh, dass wir das versucht haben - immer das gleiche ist auch fad ;o)

    Dominik oder Erwin hätten sicher noch viel mehr aus der Location geholt...ich geh sicher nochmal dorthin, mit einem Biketest.
    Reinhard Hörmann


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  12. #12
    mut zum ruhejahr Avatar von hermes
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    ich finds in der nacht dort (vom vorbeifahren halt) ziemlich beeindruckend. die vielen lampen, die streng in einer reihe sind und ganz fahles licht. wenn dann noch der nebel ein bisserl vom hafen rauf kriecht ....
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  13. #13
    have fat crema, KvdW Avatar von espresso
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    Sehr fescher Bock! Gratuliere. Auch die Fotos sind sehr cool geworden. Bin 4 Jahre ein KOM gefahren und war immer sehr zufrieden damit. Den geringeren Komfort habe ich gerne für die hohe Steifigkeit in Kauf genommen. Bin schon gespannt wie sich das EVO im Vergleich fährt.