Passwort vergessen?
nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Bold Cycles stellt vor: das neue Enduro Unplugged. Mit zwei Modellabstufungen für die jeweils gut gefüllten Geldbörsen sowie einem Frameset für Selberbauer wollen die Schweizer ab dem Frühjahr 2023 grobes Terrain erobern.Herausragendes Merkmal des in Größe S und M mit Mullet-Setup, darüber als Twentyniner erhältlichen Bikes: Integration über alles. So liegt der Dämpfer, Bold-typisch, komplett innen verbaut, und auch sonst gibt’s manch Highlight im Verborgenen.
Redefine the rules
Vincenz Droux, Head of Engineering & Design bei Bold Cycles, erläutert: „Integration war immer ein Kernmerkmal unserer Bikes. Mit dem neuen Unplugged haben wir dieses Credo konsequent weiterverfolgt. Durch die Krafteinleitung in das Rahmeninnere beim Tretlagergehäuse ist der Dämpfer in horizontaler Lage, tief im Unterrohr positioniert. Das sorgt für einen extrem niedrigen Schwerpunkt, kurze und steife Umlenkhebel und viel Bauraum für langhubige Sattelstützen. Neben der auf progressives Enduro-Riding ausgelegten IST VP Federtechnologie wartet das Bike mit weiteren innovativen Lösungen auf. Das ‚Save the Day Kit‘ im Unterrohr, der optimierte SAG und Bottom-Out Indicator sowie die Geometrie-Verstell Optionen an Front und Heck sind weitere innovative Features. Das verspielte und doch laufruhige Handling gekoppelt mit einem Fahrwerk mit viel Pop und reichlich Gegendruck im mittleren Federwegsbereich sorgen für beste Performance und runden das Package für den ambitionierten Enduro-Rider ab.“Wem das zu schnell und kursorisch war, hier nochmals das Wichtigste im Detail:
Basis des Enduros mit 170 mm Federweg vorne und 160 mm hinten ist ein laut Hersteller leichter - wie leicht genau, verrät Bold nicht - und verwindungssteifer, ausschließlich für kabellose Schaltungen ausgelegter HMX Carbonrahmen mit Boost-Standard, UDH-Schaltauge, BB92-Tretlager, progressiver und zweifach verstellbarer Geometrie, integriertem Dämpfer, integrierten Zügen und diversen integrierten Aufbewahrungslösungen.Der Dämpfer ist in der tiefst möglichen Position horizontal im Rahmendreieck - genauer im Unterrohr - montiert. Zentrale und tiefe Befestigungspunkte für Dämpfer, Rocker Link, Pivot sowie Flaschenhalterung führen zu einem sehr niedrigen Massenschwerpunkt und sollen so ein hervorragendes Handling ermöglichen. Außerdem entsteht dadurch viel Platz für lange Dropper Posts mit, übrigens, 34,9 mm Durchmesser. Selbst in Größe M sollen 200-mm-Stützen mühelos einsetzbar sein.Was die Hinterbau-Konstruktion betrifft, handelt es sich um ein Virtual Pivot Linkage Design. Die kinematisch optimierte Federungskurve des Viergelenkers will Sensibilität bei kleinen Unebenheiten und damit gute Traktionseigenschaften mit perfekter Unterstützung im mittleren Hub sowie ausreichend Durchschlagkontrolle kombinieren.
Mit Rahmensteifigkeit und niedrigem Schwerpunkt wurden bereits zwei der drei wesentlichen Vorteile der sogenannten Internal Suspension Technology, kurz IST, genannt. Weiters profitiert die Dämpfer-Performance. Komplett im Rahmen integriert, ist das Federbein immer vor Schmutz, Wasser und Stürzen geschützt - und soll deshalb stets optimal funktionieren, was letztlich zu einem besseren Handling, längeren Wartungsintervallen und einem stabileren Fahrverhalten führen soll.Mit dem intern platzierten Dämpfer einher geht ein sehr kompaktes Umlenksystem mit geringem Gewicht und hoher Steifigkeit. Dieses ist direkt am Dämpfer befestigt und an einer Achse im Rahmen montiert, sodass die Aufhängungszapfen nicht mehr um den Rahmen herum konstruiert werden müssen.Und was innen kompakt ist, schafft außen Platz - diesfalls z.B. für ausreichend Platz im Hauptrahmen, um eine große Trinkflasche zu montieren.
Ausgeliefert wird das Unplugged mit einem Fox Float X Nude, der mit Hilfe des TracLoc-Federungssystems angesteuert wird. Wir erinnern uns: Das ist jene Technologie, die mit ihren drei Positionen sowohl die Änderung der Druckstufendämpfung als auch der Federkennlinie ermöglicht, wodurch die Geometrie des Bikes dynamisch verändert wird. Im Traction-Modus ist der Dämpfer nicht nur straffer, sondern reduziert gleichzeitig den Federweg. Das Bike sitzt höher, hat einen steilen Sitzwinkel für Anstiege und wird somit agiler. Darüber hinaus verfügt das Unplugged über einen dritten Modus mit vollem Lockout, um selbst steilste Trails möglichst effizient zu meistern.Eine Abdeckung im Unterrohr fungiert als Tor zum Dämpfer. Zugstufe, Druckstufe und Dämpferdruck sollen sich so leicht einstellen lassen und auch das Kabel des TracLoc-Federungssystems wird dadurch zugänglich. Die Dämpferschrauben sind von außen zugänglich.Ob der SAG richtig gewählt wurde, verrät ein außen platzierter, magnetbestückter Travel Indicator. Und auch über den End-Hub-Federweg, wichtig für die Kontrolle des Durchschlags, informiert die schlaue Anzeige.
Die Geometrie des Unplugged, per se von Bold als «progressiv» charakterisiert, ist aber nicht nur dank TracLoc variabel. Per FlipChip lässt sich die Tretlagerhöhe um 6,3 mm verändern. Und durch Drehen der Headsetschalen um 180 Grad ist eine effektive Lenkwinkelverstellung um +/- 1 Grad möglich.
Das Integrationskonzept des Unplugged macht nicht beim Dämpfer Halt. An der Front thront die Lenker-Vorbau-Kombi Hixon iC von Syncros, welche auch die interne Verlegung von Kabeln an der Vorderseite des Bikes und durch den Steuersatz ermöglicht. Bezüglich Breite, Rise und Sweep meint Bold, den Sweetspot für alle bzw. „das Fahren auf höchstem Niveau“ getroffen zu haben.Und dann sind da noch die vielen kleinen, versteckten und durchwegs netten Details: Im Inneren des Rahmens, dort, wo man sich via Unterrohrabdeckung auch Zugang zum Dämpfer verschafft, ist ein Save The Day-Kit untergebracht: Es enthält einen Ersatzschlauch, eine Minipumpe, Reifenheber und bietet darüber hinaus Platz für etwa ein Kettenschloss etc., um im Falle eines Defekts den Tag retten zu können.In die gleiche Kerbe schlägt das an nämlicher Stelle – genauer: an der Innenseite der Abdeckklappe – verwahrte Syncros Matchbox SL-CT Multi-Tool. Damit nicht genug, sitzt in der hinteren Steckachse ein kombinierter T25-/T30-/Innensechskantschlüssel. Und in den Lenkergriffen verbergen sich einerseits Plugs für die schnelle Reifenpannenhilfe, andererseits das zugehörige Schneidwerkzeug für die Pfropfen, beides ebenfalls schlaue Erfindungen von Syncros.
Schon dieses Frühjahr soll das neue Bike in insgesamt 40 Märkten weltweit aufschlagen. Die Preise können dabei je nach Landeswährung variieren, werden sich aber im Bereich von 10.999 Euro für das graue Unplugged Ultimate mit M.2 Air-Gabel, Sram Eagle AXS-Komponentenmix (X01/GX), Shimao XTR 4-Kolben-Bremsen (203/180 mm) und Syncros Revelstoke 1.5 Laufrädern samt Maxxis Minion DHF-Reifen (2,5") bewegen.Zweitausend Euro weniger, also € 8.999,-, kostet die türkise Pro-Version, welche bei gleicher Bereifung, aber Revelstoke 2-Laufrädern mit einer Fox 38 Float Performance Air Grip, durchgängig GX Eagle AXS und SLX-Bremsen (4-Kolben, 203/180 mm Rotoren) bestückt ist.Ergänzend zu diesen zwei Kompletträdern wird das Rahmenset mit Syncros Duncan Dropper Post 1.5 und dem oben erwähnten Syncros-Cockpit um € 5.999,- angeboten. Farblich haben Selberbauer die Wahl zwischen schwarz oder grau.
Kommentare (3) im Forum