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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Mit der dritten Generation der ARC 1100 DICUT DB bringt DT Swiss sein bisher vielseitigstes Aero-Setup auf die Straße. Angeboten werden die Laufräder in 55, 65 und 85 Millimetern Felgenhöhe. Gemeinsam haben alle Modelle die 180 DICUT-Nabe mit Ratchet EXP-System, SINC Ceramic-Lager und die neuen DT aerolite II Speichen. Entwickelt wurde das Ganze mit einem klaren Ziel: Mehr aerodynamische Effizienz, bessere Fahrstabilität und eine stimmige Balance aus Gewicht und Steifigkeit, passend für die unterschiedlichen Einsatzbereiche.Für unseren Test stand uns ein Laufradsatz mit 55 Millimeter Felgenhöhe zur Verfügung, bestückt mit einem Continental AERO 111 in 29C vorne sowie einem Continental GP 5000 S TR in 30C hinten. Ergänzt wurde das Setup durch passende TPU-Schläuche von Continental (Gesamtgewicht: 2.277 Gramm).
Dass im Profiradsport zunehmend auf breitere Reifen gesetzt wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Damit diese ihr volles Potenzial ausschöpfen können, braucht es allerdings auch eine passende Felgeninnenweite. Bei den neuen ARC-Modellen liegt diese bei 22 Millimetern. Technisch wäre zwar auch eine noch breitere Ausführung möglich gewesen, im Fokus stand jedoch die perfekte Abstimmung mit dem 29 Millimeter breiten AERO 111 Reifen, der sich mittlerweile als neuer Aero-Standard etabliert hat.
Eine größere Innenweite wirkt sich direkt auf die Stirnfläche des Laufrads aus. Um die damit verbundenen aerodynamischen Nachteile auszugleichen, setzt DT Swiss auf ein V-förmiges Felgenprofil. Laut Windkanaltests sorgt dieses Design nicht nur für den niedrigsten gemessenen Basiswiderstand, sondern reduziert auch das Lenkmoment. Das Ergebnis ist ein stabiles und kontrolliertes Fahrverhalten, das selbst bei Seitenwind überzeugt.
Im direkten Vergleich zu Hunt, Campagnolo und Zipp weisen die ARC 1100 DICUT 55 beim frontalen Basisluftwiderstand den niedrigsten gemessenen Drag-Wert auf. Der Segeleffekt bei extremen Gierwinkeln fällt im Vergleich zu einigen Mitbewerbern etwas moderater aus. Das bringt jedoch einen entscheidenden Vorteil - mehr Kontrolle beim sogenannten Strömungsabriss (Stalling), also dem Ablösen der Luftströmung von der Felge. Diese verbesserte Fahrbarkeit zeigt sich in diesem Vergleich durch das niedrigste Lenkmoment und einen besonders flachen Kurvenverlauf.In Kombination mit dem 29 Millimeter breiten AERO 111 Reifen (gestrichelte Linie) ergibt sich ein weiterer Pluspunkt: Ein segelbedingter Rückgang des Drag bei gleichzeitig gleichmäßigem und gut kontrollierbarem Lenkmoment über den gesamten Gierwinkelbereich hinweg.
Auch bei den Details wurde nicht gespart. Dank des hauseigenen Baukastensystems und des gebündelten Know-hows konnten sämtliche Komponenten exakt aufeinander abgestimmt werden. Ziel war ein Laufradsatz, der nicht nur aerodynamisch überzeugt, sondern auch ein erstklassiges Fahrverhalten bietet. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die speziell aero-optimierten Speichen. Ihre Zahl wurde am Vorderrad auf 20 reduziert, was den Luftwiderstand leicht senkt und gleichzeitig Gewicht spart.
Wer schnell unterwegs sein will, aber auch vor steileren Anstiegen nicht zurückschreckt, greift zur 55 mm Version.
Ernst wurde es beim spusu-Rennrad-Test, als die DT Swiss Laufräder mit den Contis zur Höchstform aufliefen und das Setup richtig zum Leben erwachte. Neben einer guten Aerodynamik – no na, sonst könnte man ja gleich leichte Kletterlaufräder fahren – stehen für uns bei einem Aero-LRS vor allem hohe Steifigkeit, möglichst geringe Seitenwindanfälligkeit und absolute Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Alle erwähnten Punkte absolvierten die Schweizer mit Bravour. Bei der Aerodynamik blieb uns zwar nichts anderes übrig, als auf die von DT Swiss bereitgestellten Daten zu vertrauen, aber für den Rest brauchte es keinen Raketenforscher.Sogar mit nur 20 Speichen am Vorderrad überzeugten die Laufräder mit hoher Steifigkeit und erstklassigem Fahrverhalten. Trotz der 55 Millimeter tiefen Felgen zeigten sich die neuen ARC bei böigem Wind überraschend lenkneutral und deutlich weniger seitenwindanfällig als die original montierten Laufräder. Der 29er Vorderreifen punktete mit seiner festen Karkasse und spitzeren Kontur durch hohe Agilität und exzellente Lenkpräzision – wie das sprichwörtliche Skalpell. Allerdings drangen Stöße und Vibrationen nun etwas deutlicher bis zum Lenker durch. Der ebenfalls festere Hinterreifen konnte dank seiner Breite mit weniger Druck gefahren werden und bot eine gute Dämpfung.Angesichts des Gesamtpakets aus Optik, verbesserter Aerodynamik, agilerem und präziserem Fahrverhalten waren die leichten Komforteinbußen an der Front ein absolut vertretbarer Kompromiss.
Die ARC Aero-Laufräder der dritten Generation sind eine sportlich orientierte Wahl für ambitionierte Rennrad- und Aero-Fans, die maximale Effizienz, Präzision und erstklassiges Handling suchen. Wer bereit ist, den Preis und die kompromisslose High-End-Ausrichtung in Kauf zu nehmen, erhält ein Laufradsystem, das technisch und fahrdynamisch auf absolutem Topniveau spielt.Mit den DT Swiss Laufrädern bereitete uns das spusu im Test noch mehr Freude – so sehr, dass der Laufradsatz bis zum Ende montiert blieb. Besonders in flachen Passagen und schnellen Streckenabschnitten zeigte die spusu-DT-Swiss-Kombination ihr volles Aero-Potenzial und überzeugte mit beeindruckender Stabilität und Speed. Für den Alltag oder weniger performanceorientierte Fahrer gibt es jedoch auch zugänglichere Alternativen, die den Geldbeutel etwas schonen.
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